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William Makepeace Thackeray: Henry Esmond - Kapitel 44
Quellenangabe
typefiction
authorWilliam Makepeace Thackeray
titleHenry Esmond
publisherAufbau-Verlag
year1953
translatorElse von Schorn
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150118
projectid5785aa0d
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Dreizehntes Kapitel
Der 1. August 1714

»Weiß meine Herrin von diesem Brief?« fragte Esmond, als er mit Frank das Wirtshaus verließ.

»Meine Mutter hat ihn in dem Buch auf dem Schreibtisch gefunden. Beatrix hat ihn geschrieben, ehe sie von Hause fortging«, antwortete Frank. »Mutter hat sie überrascht, wie sie die Türklinke in der Hand hielt und versuchte, in das Zimmer des Prinzen zu schlüpfen. Sie hat sie dann keinen Augenblick mehr allein gelassen, bis sie aus dem Hause war. Der Prinz hat nicht daran gedacht, dort nach einem Brief zu suchen, und Martin hat keine Gelegenheit gefunden, ihm davon zu sagen. Ich glaube, der arme Teufel hat es nicht böse gemeint, aber ich habe ihn halbtot geschlagen. Er hat geglaubt, es sei der Bruder von Beatrix, dem er den Brief hinlegte.«

Ich hatte den Schurken in unsere Mitte gebracht, aber Frank ließ kein Wort des Vorwurfs gegen mich fallen. Als wir an die Tür des Hauses klopften, fragte ich: »Wann werden die Pferde bereit sein?« Frank deutete mit seinem Stock nach der Straßenecke; sie bogen eben auf den Platz ein.

Wir gingen hinauf, um von Mylady Abschied zu nehmen. Sie war in einem Zustand furchtbarer Erregung, und der Bischof, dessen Gesellschaft sie so liebte, war bei ihr.

»Haben Sie ihm erzählt, Mylord«, fragte Esmond, »daß Beatrix in Castlewood ist?« Der Bischof wurde rot und stammelte: »Das heißt, ich ...«

»Sie haben dem Schurken recht gedient«, fuhr es dem Oberst heraus, »durch das, was Sie ihm erzählt haben, hat er seine Krone verscherzt.«

Meine Herrin wurde totenblaß. »Harry, Harry«, sagte sie, »töte ihn nicht!«

»Es kann sein, daß es noch nicht zu spät ist«, erwiderte Esmond, »vielleicht ist er nicht nach Castlewood gegangen. Gott gebe, daß es noch nicht zu spät ist.« Der Bischof ließ banale Redensarten über Untertanentreue und die geheiligte Person des Herrschers laut werden. Aber der Oberst sagte kurz, er möge den Mund halten, alle Papiere verbrennen und für Lady Esmond sorgen. Fünf Minuten später saßen wir im Sattel, John Lockwood hinter uns, und ritten im Trab nach Castlewood.

Als wir in Alton ankamen, begegnete uns Lockwoods Vater, der alte Pförtner von Castlewood. Er. berichtete uns, seine junge Herrin sei Mittwoch abend angekommen und habe ihn heute, Freitag früh, mit einem Brief an Mylady in Kensington abgesandt und ihm gesagt, das Schreiben sei von großer Wichtigkeit. Wir nahmen uns die Freiheit, es zu erbrechen, während der Alte große Augen machte und ausrief: »Gott schütz mich! Wer hätte das gedacht!« Es war der Anblick seines jungen Herrn, der ihn so erregte. Er hatte ihn seit sieben Jahren nicht gesehen.

Der Brief von Beatrix enthielt nicht die geringsten Nachrichten von Wichtigkeit. Er war in scherzendem Ton geschrieben und sollte den Anschein erwecken, als laste ihre Gefangenschaft nicht schwer auf ihr. Sie fragte, ob es ihr erlaubt sei, Frau Tusher zu besuchen und über die Grenzen des Hofes und Gartens hinauszugehen. Sie erzählte von den Pfauen und von einem kleinen Reh, das sie dort hatte. Sie bat ihre Mutter, ihr durch den alten Lockwood allerlei Kleider zu schicken. Sie ließ sich einem gewissen Herrn empfehlen, wenn sie sich diese Freiheit nehmen dürfe. Sie hoffe, da er jetzt nicht mit ihr Karten spielen könne, werde er fleißig in guten Büchern lesen, zum Beispiel in Doktor Atterburys Predigten oder in »Eikon Basiliké«. Sie werde auch gute Bücher lesen. Sie glaube, ihre hübsche Mama würde es gern hören, daß sie sich nicht die Augen ausweine.

»Wer ist außer dir im Schlosse, Lockwood?« fragte der Oberst.

»Da ist die Wäscherin, da ist die Köchin, dann die Jungfer von Fräulein Beatrix und der Diener aus London; aber der schläft bei mir im Pförtnerhaus, ganz weit weg von den Mädchen«, antwortete der Alte.

Esmond kritzelte mit dem Bleistift ein paar Worte auf den Brief, gab ihn dem alten Mann zurück und hieß ihn nach London zu seiner Herrin weitergehen. Wir wußten, warum Beatrix plötzlich so gehorsam war, und warum sie von »Eikon Basiliké« sprach. Sie hatte diesen Brief geschrieben, um dem Prinzen auf die Spur zu helfen und den Pförtner aus dem Weg zu schaffen.

»Wir haben eine schöne Mondnacht für unseren Ritt«, sagte Esmond, »Frank, vielleicht kommen wir noch rechtzeitig nach Castlewood.« Den ganzen Weg entlang fragten wir in den Posthäusern nach einem schlanken jungen Herrn in Grau mit hellbrauner Perücke, genau von derselben Farbe wie die von Mylord. Er hatte London um sechs Uhr morgens verlassen und wir um drei Uhr nachmittags. Er war beinahe so schnell geritten wie wir, und als wir an der letzten Poststation ankamen, hatte er immer noch sieben Stunden Vorsprung.

Gerade ehe die Dämmerung hereinbrach, sprengten wir über die Wiesengründe von Castlewood. Das Dorf lag noch im Schlaf; in der Schmiede war noch kein Licht. Wir ritten unter den Ulmen hindurch, wo noch immer die Krähen nisteten, an der Kirche vorbei und über die Brücke. Dort stiegen wir ab und gingen zu Fuß nach dem Torweg hinauf.

»Wenn ihr nichts geschehen ist«, sagte Frank zitternd, und seine guten Augen füllten sich mit Tränen, »dann weihe ich der Jungfrau eine silberne Statue.« Er griff nach dem großen eisernen Klopfer an der eichenen Pforte, aber Esmond fiel ihm in den Arm. Auch er war von Angst und Hoffnung, von Verzweiflung und Kummer bewegt, aber er sagte nichts davon zu seinem Begleiter und zeigte keinerlei Erregung.

Er ging zu dem kleinen Fenster am Pförtnerhaus und klopfte leise und zu wiederholten Malen, bis der Mann hinter dem Gitter erschien.

»Wer ist da?« fragte er und steckte den Kopf heraus; es war der Diener aus Kensington.

»Mylord Castlewood und Oberst Esmond. Öffne leise das Tor und laß uns ein.«

»Mylord Castlewood?« fragte der andere. »Mylord ist hier und liegt im Bett.«

»Mach auf, zum Kuckuck!« rief Castlewood.

»Ich werde niemand öffnen«, entgegnete er und schloß das Fenster, als Frank seine Pistole zog. Er hätte auf den Mann gefeuert, wenn Esmond ihn nicht daran gehindert hätte.

»Es gibt mehr als einen Weg«, sagte er, »um in ein so großes Haus wie dieses hier hineinzukommen.« Frank knurrte, zum westlichen Tor sei es ja beinahe eine halbe Meile. »Aber ich weiß einen Eingang, der nicht hundert Meter weit entfernt ist«, sagte Esmond. Er führte seinen Vetter dicht an der Mauer hin und durch das Gebüsch, das in dem alten Schloßgraben jetzt üppig wucherte, kamen, sie an den Strebepfeiler, neben dem das kleine Fenster von Pater Holt sich befand. Esmond kletterte rasch hinauf, zerbrach die Fensterscheibe, die man sorglich ausgebessert hatte, und berührte innen die Feder. Die beiden Herren stiegen hinein, traten so leise wie möglich auf und gingen hinaus in den Hof, über dem die Morgenröte heraufzog und wo der Brunnen in der Stille plätscherte.

Sie eilten zum Pförtnerhaus, dessen Tür nach dem Hof nicht verriegelt war, und die Pistolen in der Hand erschienen sie vor dem entsetzten Burschen und befahlen ihm, sich still zu verhalten. Esmond packte der Schwindel, und er wäre beinahe niedergestürzt, als er den Diener fragte, wann Lord Castlewood angekommen sei. »Gestern abend, etwa um acht Uhr«, sagte der. »Und was dann?« Seine Gnaden hatte mit seiner Schwester zu Abend gegessen. »Hast du beim Essen bedient?« Ja, er und die Jungfer hatten beide bedient. Die anderen Mädchen hatten das Abendbrot zubereitet. Es war kein Wein dagewesen. Man hatte Mylord nur Milch geben können, und darüber hatte er gescholten, und – und Fräulein Beatrix hatte die Jungfer immer im Zimmer behalten. Da in des Kaplans Wohnung auf der anderen Seite des Hofes ein Bett stand, hatte Fräulein Beatrix befohlen, daß Mylord dort schlafen sollte. Sie war lachend mit den Mädchen die Treppe heruntergekommen und hatte die Tür verriegelt. Mylord hatte durch die Tür mit ihr gesprochen, und sie hatte ihn von innen her ausgelacht. Dann war er eine Weile im Hofe auf und ab gegangen. Sie war an einem der oberen Fenster erschienen, und er hatte sie angefleht, herunterzukommen. Aber sie hatte nicht gewollt, hatte gelacht und hatte das Fenster geschlossen. Mylord war mit allerlei Ausrufen in einer fremden Sprache, die wie Flüche geklungen hatten, nach des Kaplans Zimmer und zu Bett gegangen.

»War das alles?« – »Alles«, schwor der Mann bei seiner Ehre, alles, so wahr er selig zu werden hoffte. Aber nein, es war doch noch etwas geschehen. Mylord hatte bei der Ankunft und ein- oder zweimal während des Abendessens seine Schwester geküßt; aber das war ja ganz natürlich; seine Schwester hatte ihn auch wiedergeküßt. Esmond knirschte mit den Zähnen vor Wut und war nahe daran, den bestürzten Sprecher zu erwürgen. Aber Castlewood fiel ihm in den Arm und brach in lautes Lachen aus.

»Wenn es dich belustigt«, sagte Esmond auf französisch, »daß deine Schwester fremde Männer küßt, so fürchte ich, wird dir die arme Beatrix noch viel Vergnügen bereiten.« Er dachte bei sich an Hamilton und Ashburnham, die früher Herren der rosigen Lippen gewesen waren, auf die der Prinz jetzt seine Küsse drückte. Es wurde ihm elend zumute bei diesem Gedanken. Ihre Wangen waren entweiht, ihre Schönheit war beschmutzt; Schamgefühl und Ehre standen zwischen ihm und ihr. Die Liebe in seinem Herzen war tot. Hätte sie ihm jetzt ihre Liebe geboten und eine Krone dazu, er hätte sie verschmäht; er hätte sich durch beide entwürdigt gefühlt.

Aber sein Zorn gegen Beatrix minderte nicht die Wut gegen den Mann, der vielleicht nicht die Ursache, aber die Gelegenheit zum Bösen für sie war. Frank setzte sich auf eine steinerne Bank im Hof und schlief ein. Esmond ging auf und nieder und erwog, was zu tun sei. Es war ja im Grunde gleichgültig, wie viel oder wie wenig zwischen dem Prinzen und dem armen treulosen Mädchen vorgegangen war. Sie waren noch zu rechter Zeit gekommen, um ihren Körper zu retten, aber nicht ihre Seele. Hatte sie nicht den Prinzen angestachelt, zu ihr zu kommen? Hatte sie nicht Diener bestochen und fortgeschickt, um sich mit ihm in Verbindung zu setzen? Ihr verräterisches Herz hatte sich ergeben, wenn auch die Festung unversehrt war. Und um diesen Preis zu gewinnen, hatte er seinen Lebenskampf gekämpft, um diesen Preis, den sie bereit war, für die Lockungen einer Krone auf den Augenwink des Prinzen wegzugeben.

Als er mit sich im reinen war, rüttelte er den armen Frank aus seinem Schlaf auf. Der erhob sich gähnend und sagte, er habe von Clotilda geträumt. »Du mußt zu mir stehen«, sagte Esmond, »bei dem, was ich vorhabe. Ich habe die Möglichkeit bedacht, daß die ganze Geschichte erlogen ist und daß man dem Schurken dort befohlen hat, die Sache so zu erzählen. Sollte das der Fall sein, so werden wir es von dem Herrn erfahren, der da drüben schläft. Sieh zu, ob die Tür zu Myladys Zimmern«, so nannten wir die Räume an der Nordwestecke des Hauses, »wirklich verschlossen ist, wie der Diener behauptet.« Wir untersuchten sie und fanden seine Aussage bestätigt; sie war von innen verriegelt.

»Man kann sie geöffnet und später verschlossen haben«, sagte der arme Esmond. »Auf die Art hat die Gründerin unserer Familie unseren Ahnherrn eingelassen.«

»Was willst du tun, Harry, wenn – wenn das, was der Bursche erzählt, sich als unwahr erweist?« Der junge Mann sah verschüchtert und erschreckt seinem Vetter ins Gesicht; es mag keinen sehr freundlichen Ausdruck getragen haben.

»Laß uns erst gehen und feststellen, ob die beiden Geschichten übereinstimmen«, antwortete Esmond. Er betrat die Wohnung des Kaplans und öffnete die Tür zu dem Zimmer, das nun seit bald fünfundzwanzig Jahren sein Zimmer gewesen war. Eine Kerze brannte, und der Prinz schlief angekleidet auf dem Bett. Esmond bemühte sich nicht weiter, leise zu sein, und der Schläfer fuhr vom Bett auf, als er, erwachend, zwei Männer im Zimmer sah.

»Qui est là?« rief er und zog eine Pistole unter dem Kopfkissen hervor.

»Der Marquis von Esmond«, antwortete der Oberst. »Er ist herbeigeeilt, um Seine Majestät im Schlosse von Castlewood willkommen zu heißen und ihm von den Ereignissen in London Bericht zu erstatten. Den Befehlen des Königs gemäß habe ich die vorletzte Nacht, nachdem ich mich von Seiner Majestät verabschiedet hatte, damit zugebracht, seine Anhänger zusammenzurufen. Es ist schade, daß der Wunsch Seiner Majestät, aufs Land zu gehen und unser armes Haus aufzusuchen, den König veranlaßt hat, London zu verlassen, ohne uns davon zu benachrichtigen. Die Gelegenheit war da, die menschlicher Berechnung nach nicht wieder eintreten wird. Hätte es dem König nicht beliebt, nach Castlewood zu reiten, so würde er wohl heute nacht als Prinz von Wales im Palast von St. James geschlafen haben.«

»Zum Teufel, meine Herren!« rief der Prinz und sprang vollends auf. »Doktor A... war gestern früh bei mir und sagte, er habe meine Schwester die ganze Nacht beobachtet und glaube nicht, daß ich sie werde sehen können.«

»Es wäre anders gekommen«, sagte Esmond und verneigte sich. »Wahrscheinlich ist die Königin jetzt tot, trotz Doktor A... Der Rat war versammelt, ein neuer Minister war ernannt, die Truppen waren dem König ergeben, und fünfzig treue Männer, Träger der größten Namen des Königreichs, waren versammelt, um den Prinzen von Wales zu begleiten. Er könnte jetzt anerkannter Erbe, vielleicht schon Besitzer der Krone sein, wenn es Eurer Majestät nicht gefallen hätte, einen Ritt aufs Land zu unternehmen. Wir waren alle bereit; es fehlte nur eins, und das war Eurer Majestät gnädigste ...«

»Morbleu, Monsieur, das ist mir zuviel Majestät«, sagte der Prinz und schien darauf zu warten, daß einer von uns ihm in seinen Rock helfen werde. Aber wir rührten uns nicht.

»Wir werden Sorge tragen«, sagte Esmond, »in diesem Punkt nicht wieder zu verletzen.«

»Wie meinen Sie das, Mylord?« fragte der Prinz und murmelte etwas von guet-à-pens. Esmond nahm das Wort auf.

»Wir haben die Falle nicht gelegt«, sagte er. »Wir haben Sie nicht hierher eingeladen. Wir kamen nicht, um die Schande unserer Familie zu erleben, sondern um sie zu rächen.«

»Schande! Morbleu, es gibt gar keine Schande«, entgegnete der Prinz und wurde rot, »nichts als harmlose Spielerei.«

»Die ernsthaft enden sollte.«

»Ich schwöre«, rief der Prinz ungestüm, »bei meiner Ehre schwöre ich, Mylords ...«

»Daß wir noch zur rechten Zeit gekommen sind. Es ist kein Unrecht geschehen, Frank«, sagte Oberst Esmond und wandte sich dem jungen Castlewood zu, der an der Tür stand. »Sieh her! Hier liegt ein Papier, auf das Seine Majestät geruht hat, einige Verse zur Ehre oder zur Unehre von Beatrix niederzuschreiben. Hier steht ›Madame‹ und ›Flamme‹, ›Gruelle‹ und ›Rebelle‹ ›Amour‹ und ›Jour‹ in der königlichen Handschrift und Orthographie. Wäre der gnädige Liebhaber glücklich gewesen, so hätte er seine Zeit nicht mit Seufzern verbracht.«

»Mylord«, rief der Prinz, rasend vor Wut – er hatte mittlerweile ohne Beistand seinen königlichen Rock angezogen –, »bin ich hierher gekommen, um mich beschimpfen zu lassen?«

»Um zu beschimpfen, wenn es Eurer Majestät gefällig ist«, erwiderte der Oberst mit einer sehr tiefen Verbeugung. »Die Herren unserer Familie sind gekommen, um Ihnen dafür zu danken.«

»Malédiction!« rief der junge Mann, und Tränen ohnmächtiger Wut füllten seine Augen. »Was wollen Sie von mir, meine Herren?«

»Will Eure Majestät geruhen, das anstoßende Zimmer zu betreten?« sagte Esmond mit unerschütterlichem Ernst. »Ich habe dort einige Papiere liegen, die ich Ihnen gern unterbreiten möchte. Mit Ihrer Erlaubnis werde ich vorangehen.« Er nahm das Licht auf und schritt mit großem Zeremoniell rücklings vor dem Prinzen in das kleine Wohnzimmer des Kaplans hinüber, durch das wir vor kurzem das Haus betreten hatten. »Bitte, bringe Seiner Majestät einen Stuhl, Frank«, sagte der Oberst zu seinem Vetter, der fast ebenso erstaunt und verwirrt war über die Szene, wie der Prinz selbst.

Esmond ging zu dem geheimen Schrank über dem Kamin, öffnete ihn und zog die Papiere heraus, die dort so lange gelegen hatten.

»Hier, wenn es Eurer Majestät gefällig ist«, sagte er, »ist das Patent eines Marquis, das Ihr königlicher Vater in Saint-Germain für meinen Vater, den Grafen von Castlewood, ausstellte. Hier ist das von Zeugen unterzeichnete Heiratszertifikat meines Vaters und meiner Mutter, hier mein Geburts- und mein Taufschein. Ich bin auf denselben Glauben getauft, für den Ihr hochseliger Vater sein ganzes Leben lang allen Gläubigen ein leuchtendes Vorbild gab. Hier sind meine Titel, lieber Frank, und so verfahre ich mit ihnen. Hier geht Taufschein und Heiratszeugnis hin, und hier das Marquisat und die erhabene Unterschrift, mit der Ihr Vorgänger, Majestät, geruhte, unser Geschlecht zu ehren.« Während er sprach, hatte Esmond die Papiere auf dem Kohlenbecken in Brand gesteckt. »Wollen Sie bitte daran denken«, fuhr er fort, »daß unsere Familie sich in treuen Diensten für Ihre Familie zugrunde gerichtet hat; daß mein Großvater sein Gut und Geld, sein Blut und das Leben seines einzigen Sohnes für sie geopfert hat; daß der Großvater meines lieben Lords – denn du bist jetzt Lord, Frank, mit allem Rechte – im Kampf für Ihr Haus gefallen ist; daß meine arme Verwandte, die zweite Frau meines Vaters, nachdem sie ihre Ehre Eurem verruchten meineidigen Geschlecht hingab, ihr ganzes Vermögen dem König schickte; dafür ward ihr mit der Verleihung des kostbaren Titels gedankt, der hier zu Asche verbrennt, und mit diesem unschätzbaren Stück blauen Bandes. Ich werfe es Ihnen vor die Füße und zerstampfe es; ich ziehe meinen Degen, zerbreche ihn und sage mich von Ihnen los. Hätten Sie die Kränkung, die Sie uns zudachten, ausgeführt, so hätte ich Ihnen, beim Himmel, diese Waffe durchs Herz gerannt und Sie so wenig geschont, wie Ihr Vater den Monmouth schonte. Frank wird tun, was ich getan habe, nicht wahr, Vetter?«

Frank, der mit verdutztem Blick in die Flammen gestarrt hatte, als sie die Papiere in dem alten Kohlenbecken verzehrten, zog seinen Degen, zerbrach ihn und senkte den Kopf. »Ich folge meinem Vetter«, sagte er und griff nach Esmonds Hand. »Marquis oder nicht, zum Teufel, ich stehe zu ihm jeden Tag. Ich bitte Eure Majestät um Verzeihung wegen des Fluchs; aber – aber – ich bin für den Kurprinzen von Hannover. Eure Majestät ist selbst daran schuld. Die Königin wird jetzt wohl tot sein, und Sie könnten König sein, wenn Sie nicht hinter Trix hergerannt wären.«

Der junge Prinz sprang auf und rief auf französisch in seiner lebhaften Art: »Eine Krone so zu verscherzen, die lieblichste Frau auf Erden und die Treue solcher Männer zu verlieren, ist das nicht Demütigung genug, Mylords? Marquis, wenn ich vor Ihnen auf die Knie falle, werden Sie mir dann verzeihen? Nein, das kann ich nicht tun; aber ich kann Ihnen Genugtuung geben, die Genugtuung des Edelmanns. Erweisen Sie mir die Gunst, den Degen mit mir zu kreuzen. Ihrer ist zerbrochen, aber sehen Sie, dort im Schrank sind zwei.« Der Prinz nahm sie heraus, eifrig wie ein Knabe, und hielt sie Esmond hin. »Ah, Sie wollen? Merci, Monsieur, merci!«

Oberst Esmond, aufs äußerste gerührt durch dieses unerhörte Zeichen edlen Anstandes und der Reue, verbeugte sich so tief, daß seine Lippen beinahe die gnädige junge Hand berührten, die ihm so viel Ehre erwies. Er nahm schweigend seine Stellung ein. Die Degen hatten sich kaum berührt, als Castlewood Esmonds Waffe mit dem Griff seiner eigenen zurückschlug, die er dicht am Stichblatt abgebrochen hatte. Der Oberst trat einen Schritt zurück, senkte den Degen und erklärte sich mit einer zweiten tiefen Verbeugung, daß er volle Genugtuung erhalten habe.

»Eh bien, Vicomte!« sagte der junge Prinz, der ein Knabe war und ein französischer Knabe, »il ne nous reste qu'une chose à faire.« Er legte den Degen auf den Tisch und kreuzte die Hände auf der Brust. »Wir haben noch etwas zu tun; können Sie nicht erraten, was?« Er streckte die Arme aus: »Embrassons-nous!«

Unser Gespräch war kaum vorüber, als Beatrix das Zimmer betrat: – Was hatte sie da zu suchen? Sie schrak zusammen und wurde bleich, als sie Bruder und Vetter, gezogene Degen, zerbrochene Waffen und verkohlende Papiere erblickte.

»Reizende Beatrix«, sagte der Prinz mit jugendlichem Erröten, das ihm sehr gut stand, »diese Herren sind zu Pferde von London gekommen, wo meine Schwester im Sterben liegt und man den Erben zur Stelle wünscht. Verzeihen Sie mir meinen Streich von gestern abend. Ich war so lange gefangen gewesen, daß ich die erste Gelegenheit zu einem Spazierritt ergriff, und mein Pferd trug mich natürlich zu Ihnen. Ich fand Sie als Königin in Ihrem kleinen Reich, wo Sie geruhten, mich zu bewirten. Sagen Sie Ihren Hofdamen meine Empfehlungen. Ich habe unter Ihren Fenstern geseufzt, als Sie schlafen gegangen waren, und habe dann in meinem Bett Ruhe gesucht. Diese Herren haben mich angenehm geweckt. Ja, meine Herren, denn das ist ein glücklicher Tag für einen Fürsten, da er ein so edles Herz wie das des Marquis von Esmond kennenlernt, sei es auch auf Kosten seiner eigenen Eitelkeit. Mademoiselle, dürfen wir Ihren Wagen benutzen? Ich sah ihn im Schuppen stehen, und der arme Marquis muß vor Müdigkeit beinahe umfallen.«

»Will der König nicht geruhen zu frühstücken, ehe er geht?« war alles, was Beatrix sagen konnte. Die Rosen auf ihren Wangen waren verblichen, ihre Augen blickten starr, sie sah ganz alt aus. Sie trat an Esmond heran und zischte: »Ich habe dich vorher nicht geliebt, Vetter; bedenke, wie ich dich jetzt lieben werde.« Wenn Worte töten könnten, sie würden ihn getötet haben; sie sah ihn mit einem Blick an, als verlange es sie danach.

Aber ihre scharfen Worte verwundeten Esmond nicht; sein Herz war zu hart. Als er sie ansah, begriff er nicht, wie er sie je hatte lieben können. Seine zehnjährige Liebe war erloschen, gestorben in dem Augenblick, als Frank ihm den Zettel aus dem »Eikon Basiliké« in das Wirtshaus zu Kensington brachte. Der Prinz errötete und verbeugte sich tief, als Beatrix ihn ansah und das Zimmer verließ. Ich habe sie seit diesem Tage nie wiedergesehen.

Pferde wurden herbeigeholt, und der Wagen wurde angespannt. Mylord ritt neben ihm her. Esmond aber war so müde, daß er einschlief, sobald er drinnen saß. Er erwachte erst am Abend, als man in Alton ankam.

Als wir in den Gasthof zur »Glocke« einbogen, trafen wir auf einen bischöflichen Wagen, mit dem alten Lockwood auf dem Bock neben dem Kutscher. Mylady und der Bischof saßen darin. Sie stieß einen leisen Schrei aus, als sie uns erblickte. Die beiden Kutschen rollten nebeneinander in den Hof des Gasthauses, und der Wirt und seine Leute erschienen mit Lichtern, um die Gäste zu empfangen.

Wir sprangen aus unserem Wagen heraus, sobald wir die teure Frau und vor allem den Doktor in seinem Priesterrock gesehen hatten. Was für Nachrichten brachten sie? War es noch Zeit? Lebte die Königin noch? Diese Fragen folgten sich hastig, während der Wirt wartend stand, um seine hohen Gäste hinaufzugeleiten.

»Ist sie in Sicherheit?« flüsterte Lady Castlewood Esmond in großer Unruhe zu.

»Alles ist gut, Gott sei Dank!« sagte er. Die zärtliche Frau nahm seine Hand, küßte sie und nannte ihn ihren lieben Beschützer. Sie dachte nicht an Königinnen und Kronen.

Die Nachrichten des Bischofs waren nicht ungünstig; wenigstens war noch nicht alles verloren. Noch lebte die Königin oder atmete doch zum mindesten noch, als sie vor sechs Stunden London verließen. Der Bischof sagte, Lady Castlewood habe darauf bestanden, die Fahrt zu unternehmen. Argyle hatte Regimenter von Portsmouth herbeigezogen und nach anderen Truppen ausgeschickt. Die Whigs seien auf dem Posten, Pest über sie – ich glaube mich sicher zu erinnern, daß der Bischof fluchte bei seinem Bericht –, unsere Leute aber waren auch auf dem Posten. Es konnte noch alles gerettet werden, wenn der König rechtzeitig nach London kam. Wir riefen nach Pferden, um sofort dorthin aufzubrechen. Die Treppen des armen, tief enttäuschten Wirtes haben wir nie betreten. Wir bestiegen unsere Kutschen, der Prinz und sein Kanzler die eine, Esmond und seine liebe Herrin die andere.

Castlewood sprengte zu Pferde voran, um die Anhänger des Prinzen zusammenzurufen und von seinem Kommen zu benachrichtigen. Wir fuhren durch die Nacht. Esmond erzählte seiner Herrin von den Ereignissen der letzten vierundzwanzig Stunden, von ihrem Ritt nach Castlewood, von dem großherzigen Betragen des Prinzen, von ihrer Versöhnung. Die Nacht schien kurz, und die sternenhellen Stunden flogen heiter in der lieben Gesellschaft dahin.

So wurde der Weg zurückgelegt. Des Bischofs Kutsche fuhr voran. Nur das Wechseln der Pferde brachte kurzen Aufenthalt. Sonntag morgen um vier Uhr waren wir in Hammersmith, eine halbe Stunde später fuhren wir die Straße von Kensington hinunter. Es war mittlerweile hell geworden. Der 1. August war angebrochen.

Trotz der frühen Stunde waren die Straßen belebt, und viele Menschen strömten ab und zu. Vor dem Gittertor des Palastes, da, wo das Wachhaus steht, hatte sich eine große Volksmenge angesammelt. Der Wagen vor uns hielt an, der Kutscher des Bischofs stieg ab, um zu erfragen, was der Auflauf bedeute.

Im selben Augenblick kamen durch das Gittertor berittene Garden heraus und eine Schar Herolde in ihren Wappenröcken. Die Reiter bliesen ihre Trompeten, die Herolde traten vor und riefen Georg von Gottes Gnaden Zum König von Großbritannien, Frankreich und Irland, Verteidiger des Glaubens, aus. Das Volk rief: »Gott erhalte den König!«

Unter der jubelnden Volksmenge, die ihre Hüte schwenkte, erblickte ich ein trauriges Antlitz, das mir mein ganzes Leben lang vertraut gewesen war und das ich unter vielen Verkleidungen gesehen hatte. Es war kein anderes als das des armen Herrn Holt, der nach England herübergeschlüpft war, um den Sieg der guten Sache mitzuerleben, und nun Zeuge sein mußte, wie ihre Feinde unter dem Beifall des englischen Volkes triumphierten. Der arme Kerl hatte versäumt, Hurra zu schreien und den Hut abzunehmen; aber seine Nachbarn in der Menge bemerkten diesen Mangel an Begeisterung und verfluchten ihn als verkleideten Jesuiten, so daß er schließlich kläglich den Hut zog und anfing, »Hoch« zu rufen. Er war gewiß einer der glücklosesten Menschen. Er hat nie ein Spiel gewagt, ohne es zu verlieren, nie an einer Verschwörung teilgenommen, die nicht mit einer Niederlage endete. Ich habe ihn später in Flandern wiedergesehen, von wo er nach Rom zum Hauptquartier seines Ordens wanderte. Er erschien eines Tages bei uns in Amerika, sehr alt, geschäftig und hoffnungsvoll. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, daß er dort mit Streitaxt und Mokassins, in Decke und Kriegsbemalung, als verkappter Missionar unter den Indianern umherschlich. Er liegt jetzt in unserer Nachbarprovinz Maryland begraben. Ein Kreuz steht auf dem Erdhügel, unter dem sein unruhiger Geist in ewigem Frieden schläft.

Der Schall der Trompeten König Georgs warf all die eitlen Hoffnungen des schwachen, törichten jungen Prätendenten ins Nichts zurück, und unter diesen Tönen endete auch, das kann ich wohl sagen, das Drama meines Lebens. Das Glück, das mir seither zuteil geworden ist, läßt sich mit Worten nicht beschreiben. Es ist seiner Natur nach heilig und verschwiegen, wenn auch das Herz vom Dank überschwillt; nur dem Himmel und einem Wesen allein kann ich davon sprechen, der liebevollsten, treuesten, reinsten Frau, mit der je ein Mann gesegnet wurde. Wenn ich denke, welch unermeßliches Glück für mich bereitet war, wenn ich an die große, innige Liebe denke, die mich nun schon so lange beseligt, so füllt mich Bewunderung und Dankbarkeit für eine solche Gabe, Dankbarkeit auch, daß mir ein Herz gegeben wurde, fähig, die unsagbare Schönheit und den unschätzbaren Wert dieser Gabe Gottes zu fühlen und zu verstehen. Liebe vincit omnia; das ist gewißlich wahr; sie steht hoch über allen Zielen des Ehrgeizes, ist kostbarer als Reichtum, edler als Ruhm. Wer die Liebe nicht kennt, der kennt das Leben nicht; er hat die höchste Kraft nicht empfunden, deren die menschliche Seele fähig ist. In dem Namen meiner Frau ist die Erfüllung aller Hoffnung, der Gipfel alles Glückes inbegriffen. Eine solche Liebe zu besitzen, ist der größte Segen, mit dem verglichen alle irdischen Freuden wertlos sind. Ein Gedanke an diese Frau ist eine Lobpreisung Gottes.

Es war in Brüssel, wo ich dieses große Glück meines Lebens gewann und meine liebe Herrin meine Frau wurde. Wir hatten uns nach dem Scheitern unseres Planes dorthin zurückgezogen; denn unsere Freunde unter den Whigs meinten, es sei geraten, daß wir uns vorerst fern hielten. Wir waren so lange an eine unbedingte Vertraulichkeit gewöhnt und hatten so lange und innig miteinander gelebt, daß wir bis zuletzt so hätten fortleben können, ohne daran zu denken, uns noch fester zu verbinden. Aber die Umstände führten ein Ereignis herbei, das mein Glück und das ihre, dem Himmel sei Dank, unendlich steigerte, obwohl uns ein Unglück widerfuhr, das in unserer Familie, ich erröte bei dem Gedanken, schon mehr als einmal geschah. Ich weiß nicht, was für eine ehrgeizige Verblendung das schöne launische Mädchen, die so viele Seiten dieses Buches in Anspruch genommen hat und der ich zehn Jahre lang in beständiger Treue und Leidenschaft gedient habe, in ein Schicksal trieb, von dem ich zu sprechen verschmähe. Seit dem Tage, da wir nach Castlewood kamen und sie retteten, bestand sie darauf, ihre ganze Familie als Feinde zu betrachten. Sie verließ uns und entfloh nach Frankreich. Aber auch das Haus ihres Sohnes war kein Aufenthalt für meine liebe Herrin. Der gute Frank war schwach und ließ sich von Frauen regieren, wozu unsere Familie vielleicht immer geneigt hatte. Die Frauen, die ihn umgaben, waren herrschsüchtig und lebten in wahrem Schrecken vor dem Einfluß, den seine Mutter auf ihn ausüben könne. Sie fürchteten, sie könne ihn zum Widerruf bewegen und ihn dem Glauben untreu machen, für den sie ihn gewonnen hatten. Die Verschiedenheit der Bekenntnisse trennte Mutter und Sohn. Meine liebe Herrin fühlte, daß ihre Kinder ihr entfremdet waren, daß sie auf der Welt allein war, ganz allein, wenn sie nicht einen treuen Diener gehabt hätte, auf den sie zählen konnte. Nach einem unwürdigen Streit zwischen der Frau und der Mutter von Mylord fand ich meine Herrin eines Tages in Tränen. Ich beschwor sie, sich der Fürsorge und Ergebenheit eines Mannes anzuvertrauen, der sie niemals verlassen werde. Die zärtliche Frau, die so schön war in ihrem Herbst und so rein wie eine Jungfrau in ihrem Frühling, gab in liebevollem Erröten meinem ehrerbietigen Drängen nach und willigte ein, die Gefährtin meines Lebens zu werden. Meine letzten Worte noch sollen ein Dank sein an sie und ein Segen für sie, die mich gesegnet hat.

Durch die Güte des Herrn Addison wurde jede Gefahr der Verfolgung und jedes Hindernis gegen eine Heimkehr nach England aus dem Wege geräumt. Die Tapferkeit meines Sohnes Frank in den Kämpfen in Schottland söhnte die Regierung des Königs mit ihm aus. Aber es verlangte uns beide nicht mehr, in England zu leben. Frank überließ uns freudig und in aller Form die Besitzungen in Virginia an den schönen Ufern des Potomac, weit fort von Europa und seinen Plagen. Dort haben wir ein neues Castlewood gebaut und erinnern uns dankbaren Herzens der alten Heimat. Wir haben in unserem überseeischen Lande eine Zeit, die ruhigste und schönste des ganzen Jahres, die wir den Indianersommer nennen. Ich sage oft, daß der Herbst unseres Lebens dieser heiteren Jahreszeit gleicht, und bin dankbar für seine Ruhe und seinen warmen Sonnenschein. Der Himmel hat uns mit einem Kind gesegnet, das jeder von uns um der Ähnlichkeit willen liebt, die es mit dem anderen hat. Unsere Diamanten haben sich in Pflüge und Äxte für unsere Anpflanzungen und in Neger verwandelt, die, glaube ich, die glücklichsten und fröhlichsten im ganzen Lande sind. Das einzige Schmuckstück, auf das meine Frau Wert legt und von dem sie sich niemals trennt, ist der goldene Knopf, den sie von meinem Ärmel raubte an dem Tage, als sie mich im Gefängnis besuchte, und den sie seither, wie sie mir erzählte, immer auf ihrem zärtlichen Herzen getragen hat.

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