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Hildegard von Bingen: Heilwissen - Kapitel 83
Quellenangabe
booktitleHeilwissen
authorHildegard von Bingen
titleHeilwissen
translatorDr. phil. Paul Kaiser
typereference
year1902
publisherTherapeutische Monatsheft, 16. Jahrgang, 1902, Berlin
senderDr Ann Elizabeth Wild; ann.wild@kulmbach.net
created20000710
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Von Heiltränken

Wer sich Heiltränke bereiten und sie nehmen will, nehme Ingwer und die Hälfte Lakritzen und ein Drittel Zittwer, pulverisire dies und wiege dies Pulver zusammen ab. Dann nehme er Zucker im Gewicht dieses Pulvers und wiege von Allem zusammen 30 Drachmen ab. Dann nehme er eine halbe Nussschale voll ganz reines Weizenmehl und Springkrautmilch [tantum lactis de citocacia] soviel, wie eine Schreibfeder fasst, also ein Schreiber beim Eintauchen der Feder Tinte nimmt, und stelle aus Pulver, Mehl und Springkrautmilch eine kleine kuchenartige Masse her und trockne sie im März oder April, weil in diesen Monaten die Sonne weder zu warm noch zu kalt strahlt und deswegen besonders gesundheitsförderlich ist. Wenn man in diesen Monaten Springkrautmilch nicht haben kann und es auf den Mai verschieben muss, stelle man den Kuchen im Mai her und trockne ihn an der Maisonne und hebe ihn bis zur rechten Zeit auf … Und wenn er dann den Trank nehmen will, trinke er den 4. Theil des Kuchens nüchtern. [Seltsamer Weise ist weder hier noch oben im Capitel »Von Reinigungstränken« die Flüssigkeit angegeben, in der die Paste aufgelöst werden soll.] Wenn der Magen so stark und dick ist, dass er auf diesen Trank nicht reagirt [quod tactum potionis huius non sentit], nehme man noch ein Sechstel des Kuchens, bestreiche ihn mit Springkrautmilch und trinke ihn nüchtern, nachdem er an der Sonne getrocknet ist. Bevor einer den Trank nimmt, muss er, wenn es kalt ist, sich am Feuer erwärmen und, nachdem er eingenommen hat, wachend auf dem Bett ruhen, dann aufstehen und ein wenig hin und her gehen, wobei er Kälte zu vermeiden hat. Nach der Lösung aber nimmt er Weizenbrot, nicht trockenes, sondern in Suppe getauchtes, junge Hühner, Schweinefleisch und anderes leichtes Fleisch; grobes Brot aber und Rindfleisch, Fische und andere schwere und gedämpfte Speisen – ausser gedämpften Birnen [assis piris] – muss er meiden, auch enthalte er sich von Käse, rohem Gemüse und rohem Obst, Wein trinke er mässig und Wasser unterlasse er. Vor heller Sonne und hellem Feuer hüte er sich und verfahre so 3 Tage lang …

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