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Hildegard von Bingen: Heilwissen - Kapitel 29
Quellenangabe
booktitleHeilwissen
authorHildegard von Bingen
titleHeilwissen
translatorDr. phil. Paul Kaiser
typereference
year1902
publisherTherapeutische Monatsheft, 16. Jahrgang, 1902, Berlin
senderDr Ann Elizabeth Wild; ann.wild@kulmbach.net
created20000710
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Vom Magen und schlechter Verdauung

Der Magen ist im Menschen so eingerichtet, dass er alle Speisen aufnimmt und verdaut; er hat die Natur, festzuhalten, und ist innen etwas faltenreich, damit er die Speisen zur Verdauung festhalten kann und sie nicht zu schnell verdaut werden, wie der Maurer die Steine darum einhaut, damit sie den Mörtel aufnehmen und festhalten und er nicht ausfliesst oder abfällt. Wenn nun Menschen gewisse Speisen übermässig viel essen, nämlich rohe oder ungekochte oder halbgare und über die Maassen fette und schwere oder dürre und trockene, dann können Herz, Leber, Lunge und die andere Wärme im Menschen dem Magen nicht so viel starkes Feuer darbieten, dass jene Speise gekocht werden; dann werden sie im Magen käsig und hart und kahmig, so dass sich in ihm viel grüner, blauer, rothblauer Schleim sammelt und sich auch bisweilen böse Säfte und Unrath wie eitriger Koth durch den ganzen Körper verbreitet und böser Rauch, wie wenn grünes, feuchtes Holz verbrannt wird, überall im Körper aufsteigt … Vom Magenschmerzen ensteht Seitenschmerz und davon Unterleibsschmerz. Denn wenn der Magen von schädlichen und schlechten Speisen krank wird, weil starke und schlechte Speisen in ihm nicht verdaut werden können, dringt ein Schmerz wie Rauch und Nebel aus ihm in die Seite, wie ein scharfer Qualm von grünem Holze aufsteigt, und dieser Magendunst verbreitet sich wie eine schwarze Wolke zum Unterleib, und dieser nimmt den Dunst auf, weil er nach der andauernden Gewohnheit immer dorthin strebt, wie Rauch nach dem Rauchfang …

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