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Gutenberg > Felicitas Rose >

Heideschulmeister Uwe Karsten

Felicitas Rose: Heideschulmeister Uwe Karsten - Kapitel 18
Quellenangabe
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typefiction
authorFelicitas Rose
titleHeideschulmeister Uwe Karsten
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
printrun317. bis 325 Tausend
year1920
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20070925
projectid2784a971
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Nachschrift des Heideschulmeisters Uwe Karsten Alslev

Ursula, Ursula, warum hast du mich verlassen? War das die Sehnsucht, die neben dir schritt, all die Jahre hindurch ...? Drüben weint dein Kind.

Weine, kleiner Ernst Alslev, dein Vater hat keine Tränen. Deine Mutter starb dir, und mir mein Weib, mein Glück, mein Alles!

Ursula, Ursula!

Aber du sitzest doch neben mir, und ich spreche mit dir. Denn ich schlage Blatt für Blatt um und blicke in dein treues, selbstloses Herz.

Ursula, wie hast du mich geliebt!

Herrgott, ich hadere mit dir in ohnmächtigem Zorn! Denn du schlägst mich zu Boden.

Was tat ich? Und warum ließest du sie verbluten? Warum schicktest du nicht alle deine himmlischen Heerscharen, um dieses teure, unersetzliche Leben zu behüten, bis ich menschliche Hilfe holte? Warum?

Und was bin ich nun? Ach, sie war das Weib all meiner Sinne, meiner Seele und meines ganzen Herzens, und all meine Kraft kam von ihr.

Und eine wunderbare Kraft gehet aus von diesen Blättern, von diesem Vermächtnis meiner Ursula, das sie mit ihrem Herzblut schrieb.

Ich werde stille.

Aus dieser Stille heraus will ich meinen Sohn erziehen. Er soll dich sehen, Mutter Ursula, wie ich dich sah, und wie diese Blätter es künden.

Er soll die Menschen lieben, wie du sie liebtest. Kind und Kindeskinder sollen dein Andenken segnen. –

Den sie den Allweisen nennen, ich danke dir, daß du die letzte Bitte meines Weibes erhörtest. Meine Ursula sah ihr Kind, es trank aus ihrer Brust, die so voll Güte war. –

Meine Ursula, du schriebst mit großen, kraftvollen Zügen über diese Blätter: »Heideschulmeister Uwe Karsten.«

Laß sie mich auslöschen, laß mich Ursula darüber setzen. Sie sind Geist von deinem Geiste.

Mein Lieb, es gibt kein schönres und würdigeres Denkmal für dich.

Ende.

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