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Hann Klüth

Georg Engel: Hann Klüth - Kapitel 14
Quellenangabe
typefiction
authorGeorg Engel
titleHann Klüth
publisherDeutsche Buchgemeinschaft GmbH
illustratorO. H. Engel
year1910
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080424
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II

»Hör! Menschens! – Menschens – Wat sind Menschens? Auf die kommt es gar nicht an! Menschens sind dasselbe, was ich hier fahre. Dung. Sie blühen und sie verfaulen und werden Mist und machen wieder andere blühen! Ohne daß sie dat wissen, und ohne daß sie es wollen. In dem Dung, siehst du, liegt allein die Kraft dazu. Aberst wie sie dahinein kommt, das ist das Geheimnis. Aber eins bleibt merkwürdig. Die richtige Kraft steckt doch nur in dem Allerobersten und in dem Alleruntersten. Der Mist treibt, und die Blüte oben, die zeugt, – was dazwischen liegt, Jünging, das wird Grummet und Spreu. Ader laß man, eins macht mich doch vor allen Dingen stolz, kuck, in diesen meinen Wagen hier kehrt doch zur Zeit alles zurück, was jetzt wer weiß wie weit verstreut liegt. Ich fahr mal die ganze Welt spazieren. Verstehst du das?«

»Hm,« murmelte ich.

»Du bist doch ein rechter Dummerjahn,« brummte der Alte. »Ihr seid überhaupt alle recht dämlich und bildet euch zuviel ein. Wozu fragst du nun nach Line und Hann, und Bruno und oll Kusemann, nach Siebenbrod und die anderen? Das kommt, weil ihr immer glaubt, jeder lebe nach seinem eigenen Kopf. Prost Mahlzeit, das haben euch bloß eure Büchermacher eingeredet, in Wahrheit verhält es sich ganz anders. Ich will es dir sagen, die Hauptsache sind die Jahren, – verstehst du das?«

»O ja,« versetzte ich bekümmert, obwohl es mir merkwürdig im Kopf summte, denn das Schneetreiben wurde so arg, daß mir die Ohren schon halb verstopft lagen und ich nur noch undeutlich vernahm, wie der Alte müde die Peitsche schwang.

»Also du verstehst mir, mein Jünging,« fuhr er fort, – »hüh, denn man weiter. Ja, also die Jahren bleiben die Hauptsache. Die Jahren kommen einfach zu die Menschens heran und holen sie ab. Zu allerlei Taten. Ob das Menschenskind will oder nicht, das is ganz gleich. Die Jahren wollen. Die sind nun eingeteilt, wie beim Kommiß die Soldaten. Weißt du, welche zuerst kommen?«

»Nein.«

»Zuerst kommen die Traumjahren.«

»Wie meinst du das, oll Chronos?«

Der Alte schüttelte das Haupt, als ob er den Namen nicht gern höre, dann fuhr er fort: »Na, also, die Spiel- oder Einbildungsjahren. Die laufen dir wie die lütten Kinder die Musikusse voran und hantieren dir mit Sonne, Mond und Sternen, ja, sogar mit dem lieben Gott selbst, als ob das Puppen wären. Aber dafür sind die Jahre auch die glücklichsten, denn eine Einbildung macht immer glücklich. – Begreifst du mir?«

Ich nickte. Mein Atem dampfte in dem Schneegewimmel. Es war bitterlich kalt.

Der Gott kroch tiefer in seinen Schafpelz.

»Siehst du,« hustete er, »die Einbildungsjahren hatten Hann und Line grade abgeholt, als du sie kanntest. Nu is das auch schon sieben Jahre her. – Nachher kommen dann die Lehrjahren. Die marschieren am besten, denn die werfen die Beine gewissermaßen noch so unter dem Kommando. Eins – zwei – eins – zwei. Da klappt noch alles. Sieh, bei Line und Hann freilich, da ging das damit schnurrig zu. Was sie war, die Dirn, die hatte den richtigen Heißhunger und auch den Kopf dazu. So kam es denn, daß der spaßige Pastor Witt, den sie damals darum bat, und der das Ding auch gern leiden mochte, ihr eine ganze Menge beigebracht hat. Natürlich alles man so im Vorbeigehn, verstehst du, aber sie weiß doch nun überall Bescheid, von dem alten Fritz und Luthern, und lauter solche Leute; und daß die Erde sich im Kreis rum küseln soll, worüber ich aber lache. –«

»Und Hann?«

»Je, mit dem stand das anders. Als der arme Jung so mit ansehn mußte, wie die Dirn zu Pasters lief, und was sie da alles hörte, und wie sie immer feiner wurde und beinah ein Fräulein, da setzte er sich das in den Kopf, Pastor Witt müßt ihm auch helfen. Dadurch betrieb er die Fischerei leider man recht nachlässig, saß ganze Nächt' in dem Boot wie im Traum da und hat von Siebenbrod, der allmählich ein recht geiziger Filz geworden ist, und der immer nur das Wort im Mund führt »sparen, sparen«, manchmal erbärmliche Hiebe mit dem Tauende bekommen. Aber glaubst du wohl, daß das was nützte? Nicht einen Happen. Der Jung wurd' bloß immer stiller und in sich gekehrter, und eines Sonntags, als er in der Kirche die Predigt mit angehört hatte und sie zu Ende war und der muntere Pastor Witt in die Sakristei ging, wo Küster Bollentin immer mit einem Glas Wein auf ihn warten muß, da ging er ihm nach. Und da stand er nun vor ihm und drehte an seiner Mütze und sagte endlich: ›Herr Paster‹ fragte er, ›is es wahr, was Line sagt, daß sich die Erde dreht?‹«

»›Ja‹ meinte Pastor Witt ein bißchen verwundert, ›das hat sie so an sich.‹«

»Da fragte Hann weiter: ›Herr Paster, wie muß ich das anstellen, daß ich von dem Drehen auch was merken tu'?‹«

»Da hat nun Pastor Witt recht laut und herzlich aufgelacht, was ich sehr unrecht von ihm find', und hat zu Küster Bollentin gesagt: ›Kuck Er sich eins den Jungen an. Das ist ein Philosoph.‹ Und nachher hat er ihm so behaglich auf dem Kopf herumgetätschelt und hinzugefügt: ›Hör eins, mein Jünging, ich will dir was sagen, das Drehen kannst du auf dreierlei Arten merken. Erstens, wenn du später auf einen Tanzboden gehst. Oder zweitens, wenn du mir mal helfen wolltest, wenn ich grad meinen Malagawein abzieh' – was? Küster Bollentin, dann merkt man's. – Und am allerbesten, sobald du dich mal in ein recht gelehrtes, unverständliches Buch vertiefst. Sieh, wenn du da nicht die Drähnung kriegst, dann hast du keine Anlage dazu. Aber laß man, ich mach bloß Spaß.‹«

»›Herr Paster,‹ hat nun Hann gerufen, und die Tränen traten dem Lümmel in die Augen, und er hielt den geistlichen Herrn ordentlich an seinem Talar fest, ›darf ich nicht auch mal mitkommen, wenn Sie Line solche Bücher zeigen?‹«

»›Ja, warum nicht?‹ meinte Pastor Witt und kratzte sich ein bißchen verlegen im Haar. ›Aber wozu willst du das?‹«

»›Oh, Herr Paster,‹ schluchzte Hann, ›damit Line nicht so stolz wird, und damit ich wieder mit ihr sprechen kann, so wie früher.‹ Und dabei schüttelte es ihn durch alle Glieder.«

»Sieh, da wurd' der dicke kleine Herr Pastor ganz stutzig und trat zurück und kuckte sich den heulenden Jungen aufmerksam von allen Seiten an und sagte endlich zu dem Küster, aber ganz leise: ›Bollentin, weiß Er, was ein Roman is? – Ja? – Na also, hier steckt einer.‹ Und dann gab er Hann kurz die Erlaubnis und schob ihn sacht zur Sakristei hinaus.«

Hier machte der Mistkutscher eine Pause und horchte über das knackende Feld, über das ein merkwürdig hallender Ton hinwegzog. »Hörst du?« keuchte er und schlug, lang ausholend, auf seine beiden Schimmel ein. »Dort drüben meldet sich all die Dorfuhr. Es ist dreiviertel auf zwölf, und Silvester muß ich an Ort und Stelle sein, – hüh.«

Mit einem Ruck zogen die beiden Gäule stärker an, und der Dampf, der aus ihren Nüstern quoll, umlagerte uns wie eine schwebende Wolke. Rechts und links tauchten jetzt große Schneemassen auf, aus denen Lichter blinkten. Das waren aber nur versunkene Häuschen, die aus ihrem Daunenbett herauslugten.

Oll Chronos wies mit seiner Peitsche auf sie: »Da drin brennen sie nun die Tannenbäume vom Weihnachtsabend ab. Ja, ja – allens hat seine Zeit. Anzünden und Auslöschen.«

Inzwischen erreichten wir den Fluß. Scharf fegte hier der Wind über die vereiste Bahn, und unten am Abhang heulte etwas, was wie der Folterschrei eines bösen Geistes klang.

Der Alte lachte: »Das is ein Fuchs,« murmelte er, »graul' dir nicht – das Biest hat Hunger.«

Erst als wir die große Biegung hinter uns hatten, wagte ich von neuem an meinen Gefährten die Frage, ob Hann bei Pastor Witt nun wirklich ein Philosoph geworden wäre.

»Je.« Der Alte wiegte den Kopf und schüttelte sich ein wenig, um sich die Flocken abzustäuben: »I, was denkst du? Daraus wurd' ja nichts. Der Paster merkte ja gleich, daß mit richtige Bücher bei Hann nichts auszurichten wäre. Und darin geb' ich ihm auch Beifall. Denn sieh, als der Herr Paster das vortrug, was sie so Schöpfungsgeschichte nennen tun, da wollte Hann davon nichts wissen und kam so beiläufig damit heraus, die Schöpfungsgeschichte hätte einen Fehler. Nu nimm bloß mal an, einen Fehler, sagte der Bengel.«

»Na, und was gab der Herr Pastor hierauf zur Antwort?«

»I, der sah sich zuerst ganz düsig in der Stub' um und kuckte auf Line, die auch ganz rot vor Ärger dasaß, und fragte endlich bloß ›wieso?‹ – Na, und was glaubst du nu woll, womit der Lümmel zu Raum kam? – Es hatte sogar ordentlich einen Sinn: ›Herr Paster, sagen Sie mich mal,‹ fing er an, ›die Pferde arbeiten den ganzen Tag, und die Kühe geben Milch, und von den Schafen schert man Wolle; und dafür, daß sie das all tun, da haben die armen Kreturen keine Seele bekommen und sind doch auch etwas Lebendiges; aber der Mensch, der sie totschlägt und auffrißt, der hat eine. Herr Paster, ist das auch Güte?‹ Sieh, da wußt nu Paster Witt nichts drauf zu antworten, und sah bloß in sein Buch und machte den Finger naß und schlug heftig eine Seite nach der andern um, bis er endlich verdrießlich vorbrachte, daß sich über so was ein richtiger Christenmensch keine Gedanken zu machen habe.«

»Ein höllischer Jung,« warf ich dazwischen.

»Ja, Menschenkind, das meinst du woll,« sagte der Gott, »aber als sie nun in der biblischen Religion so allmählich bis zu die Geschicht' von Adam und Eva'n und den Sündenfall vorgerückt waren, sieh, da wollte Hann wieder durchaus nicht mit, indem er verstockt den Kopf schüttelte, so daß sich der kleine Paster jetzt schon ganz ungeduldig danach erkundigte, was denn nu all wieder los wäre. – Und daraufhin packte Hann seine dummen Gedanken in der Art aus, daß er sagte: ›Herr Paster, nehmens nicht übel, die Geschichte mit der Rippe von Adamen, und daß daraus Eva geworden, das haben sich die Pastoren wohl bloß eingebildet, denn der Mann hat dabei nichts zu suchen, wir stammen alle von die Frauensleut ab.‹ Und weil der Bengel dabei nicht merkte, wie der Paster hier ganz erschrocken auf die kleine Line hinblickte, setzte er noch hinzu: ›Und bei die Tiere ist das grad so! – Ich war erst neulich dabei, wie Nachbar Piepern seine weiße Kuh ein lüttes Kalb geworfen hat.‹«

»›Junge,‹ rief hier der geistliche Herr und stand heftig auf, indem er ihn derb zurechtweisen wollte, aber Hann war noch nicht fertig und fügte noch rasch bei: ›Und, Herr Paster, wenn sie auch Adamen und Eva'n aus dem schönen Paradies rausgetrieben haben, wie kommt es, daß wir andern nicht wieder rein können? – Wir haben ja doch keine Äpfel gegessen? Ich mag überhaupt keine Äpfeln, ich ess' Plummen viel lieber. Und denn, Herr Paster, wegen so'n einzigen Appel. – Bei Schullehrer Tollen hängen lauter Äpfeln über den Zaun, und das sind noch dazu Rinetten; aber Herr Toll tut so, als ob er das Mausen von die Schulkinder gar nicht merke, und is doch man en Schullehrer und noch lange nich der liebe Gott.‹«

»Ein ganz niederträchtiger Kujohn,« warf ich darein.

»Ja, das meinst du woll,« knurrte der Mistkutscher behaglich und wackelte mit dem Kopf.

»Na, und was wurd' nu draus?«

»Ja, das kannst du dir nicht denken. – Das kam anders, als mit Petrus und Paulussen. Gib Achtung. Zuerst saß der kleine Herr Pastor da und war ganz rot im Gesicht, und man wußte nicht, ob er ärgerlich war, oder ob er lachen wollt. Dann stand er auf und ging mehrmals in der Stub auf und ab, und endlich gab er Hann die Hand und forderte ihn auf, er möchte eins mit ihm mitkommen. Da standen sie nu beide draußen vor dem Pastorhaus, und es war so ein recht stiller, frischer Vorfrühlingstag; an allen Bäumen lag noch fußhoch der Schnee, und die Birken an dem Kirchhof trieben doch bereits ihren ersten grünen Schuß in die Höhe. Da sagte der geistliche Herr und strich Hann dabei gütig über die Backens: ›So, mein Jung, nun kann ich dich nicht mehr länger unterrichten. Du gehörst zu ganz andern Lehrern.‹ Und als Hann mit großen Augen fragte, was das für welche wären, da zeigte Pastor Witt so unbestimmt umher, bald auf die liebe Sonn' und bald auf den Fluß, ja wahrhaftig sogar auf Coeur, seinen schwarzen Pudel, und erklärte endlich: ›Ja, die mein' ich. Die können dir viel mehr sagen als ich. Und die verstehst du auch besser. So, mein Jünging, und nun laß dir von meiner Frau noch eine Pflaumenmusstulle geben. Und damit Gott befohlen und Adschö.‹«

Als oll Chronos bis hierhin erzählt, krümmte er sich unter der Last des Schnees zusammen und schien in seine eigenen Gedanken versinken zu wollen. Wenigstens lallte er unverständliche Worte vor sich hin und hob öfter schief das Haupt gegen den eisigen Wind, wie wenn er lausche.

Von vorn kam dem Wagen eine dunkle Gestalt entgegen; die rief uns durch Nacht und Schneetreiben etwas zu:

»Prost Neujahr!«

Allein der Rosselenker schüttelte mißmutig den Kopf: »Is noch nich soweit, das weiß ich besser.«

Wir fuhren fürbaß. Die Tüte leuchtete matter und matter, das Licht zuckte im Verenden. Der Alte holte aus der Tasche ein neues hervor und besah es sich. »Wieder ein anderes,« murmelte er, »wird auch nicht besser brennen.« Mir aber war vor dem Mistkutscher jede Scheu so gewichen, daß er mir gar nicht mehr gespenstisch erschien. Und als die ersten Lichter von Moorluke vor uns aufblinkten, da hatte ich so ziemlich alles aus ihm heraus gefragt.

Hann ist in den sieben Jahren ein Träumer geblieben. Das, was er nicht gelernt hat, und worauf er nun überall selbst kommt, das steckt ihm schwer in den Knochen, das hat ihn ungelenk und ungenießbar gemacht. Siebenbrod verwendet ihn meistens dazu, die Fremden auf dem Bodden spazieren zu fahren. Zu etwas anderem ist er nicht recht zu gebrauchen.

»Aber Line?«

»Ja, die is nu all seit zwei Jahren bei einer Cousine von Hollander in der Stadt. Dewitz, glaub' ich, heißt das olle Fräulein. Bei die ist sie ja woll so ein Stück Gesellschafterin, und die Alte soll ihr ja noch immer weiter unterrichten und hellisch fein machen.«

»Line muß doch bildschön geworden sein?«

»Schön?« Der Alte begann zu kauen und grinste. »Je, darin seid ihr alle ja so furchtbar dumm. Sie ist in den Brunstjahren.«

Hier unterbrach ich den Alten und fragte nach Bruno.

Der arbeitete bereits seit drei Jahren in einer Filiale des Konsuls in Hamburg. Aber jetzt mit dem neuen Jahr sollte er zurückkommen. »Das is en pikfeiner Bengel geworden. Mit Prinz-Albert-Rock und weite Hosen und braune Glacés!«

»Und Paul?«

Chronos schüttelte sich. Die Art mochte er nicht leiden. Der Kandidat hatte sich richtig mit Privatstunden durchs Examen gehungert. Von keinem hatte er etwas angenommen. Jetzt harrte er der Anstellung. »Ein richtiger Schwarzrock,« knurrte der Mistkutscher.

»Achtung!«

Wir kamen über die Moorluker Brücke. Und plötzlich legte mir der alte Gott seinen Arm um den Hals, daß eine nie gefühlte Kälte durch meine Brust schnitt, und flüsterte mir ins Ohr, als gälte es ein Geheimnis: »Jünging, die Brunstjahren, vor die hüt dir, das sind die stärksten, da hab' ich meinen meisten Spaß dran. – Dann kommen die Schaffensjahren, und ganz zuletzt, zu allerletzt die Wartejahren. Weißt du, was die sind? Dann is es richtiger Winter, und ich komm' wieder angefahren und hol' dich ab, aber dahinten – kuck, hier.«

Er zeigte auf seine Ladung.

Ein Windzug löschte das Licht aus. Bim – bum hallte es verschlafen vom Moorluker Kirchturm.

»Zwölf,« sprach der Alte aus der Dunkelheit.

Wir hielten vor oll Kusemanns hell erleuchtetem Häuschen. Der Lügenlotse selbst stand im Hausflur, in der einen Hand hielt er seine Laterne hoch in die Nacht und schwang in der andern ein Bowlenglas: »Jünging, Jünging, Prost Neujahr – Prost Neujahr – komm rein, hier drin bei mir sitzen alle Professoren von der Universität. Und dich kann Alwining auf ihren Schoß nehmen, ich erlaub's.«

»Steig ab,« forderte der alte Gott.

»Und du?« fragte ich, nachdem ich herabgeklettert.

»Na, ich fahr noch ein Stück.«

Er trank ein Glas Bowle, das ihm oll Kusemann heraufreichte, entzündete an der Laterne des Lotsen sein neues Licht, und bald sah ich, wie der Wagen um die nächste Ecke bog.

Der Alte knallte mit der Peitsche.

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