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Handbuch der Homöopathie

Adolph von Gerhardt: Handbuch der Homöopathie - Kapitel 90
Quellenangabe
typetractate
authorAdolph von Gerhardt
titleHandbuch der Homöopathie
publisherVerlag Dr. Willmar Schwabe
printrunZwölfte, vollständig neu bearbeitete Auflage
year1929
firstpub1869
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141110
projectid9f902f02
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Nesselausschlag. Nesselsucht. Urticaria

Diese meist gutartige, nicht ansteckende, immer nur vereinzelt vorkommende Hautkrankheit besteht aus quaddelförmigen Erhöhungen der Haut, die inselförmig von einem roten Hofe umgeben sind und viel Ähnlichkeit mit einem von Brennesseln hervorgebrachten Ausschlage haben, auch dieselbe ähnlich juckend-brennende Empfindung verursachen. Ebenso plötzlich wie der Ausschlag kommt, verschwindet er auch wieder; er dauert oft nur 1 bis 2 Stunden, manchmal auch länger; und seine Vorboten sind, wenn solche überhaupt vorhanden, sehr gelinde und bestehen meist nur in leisen Fieberregungen. Der Ausschlag kommt am stärksten auf der Brust und den Extremitäten vor. Manche Personen bekommen regelmäßig zu bestimmten Zeiten einen Nesselausschlag. Nicht selten kommt die Krankheit bei Idiosynkrasien, nach dem Genusse gewisser Dinge (Erdbeeren, Krebse, Muscheln, Terpentin, Kopaivabalsam usw.), vor. Übrigens entsteht die Nesselsucht am häufigsten im Frühjahr und befällt vorzugsweise Personen mit empfindlicher Haut: Frauen, Kinder, Sanguiniker.

Der knollige Nesselausschlag, Urticaria tuberosa, beginnt mit gastrischen Vorboten; seine Quaddeln sind groß und kugelförmig hervorgetrieben, teils vereinzelt, teils sich in Gruppen vorfindend. Häufig auch im Gesicht.

Ist die Krankheit nach Erkältung entstanden und mit fieberhaften Symptomen verbunden, so ist Aconitum eins der besten Arzneimittel. – Dulcamara, wenn der Nesselausschlag juckend, brennend ist und zum Kratzen nötigt; auch wo der Ausschlag in der Wärme hervortritt und in der Kälte verschwindet. – Rhus Toxicodendron bei großem, knolligem Nesselausschlage, der besonders in der Kälte entsteht und in der Wärme verschwindet. – Hydrastis oft unübertroffen bei erysipelasähnlichem Ausschlage im Gesicht, am Halse und auch an den Händen mit Röte, Geschwulst, brennender Hitze, heftigem Jucken, besonders nachts und späterem Abschälen der Haut. – Mezereum: Bei Hautjucken mit nachfolgenden Quaddeln nach Kratzen und anhaltendem Brennen mit Schauder und Kältegefühl längs der Wirbelsäule und den Extremitäten. Sind besonders die letzteren Symptome zugegen, so ist Mezereum ein unersetzliches Mittel, das sich auch sehr oft bei Pruritus senilis bewährt hat. – Arsenicum: Namentlich bei chronischem Nesselfriesel mit Brennen, Jucken und Unruhe. – Desgleichen verdienen noch Hepar sulfuris, Carbo vegetabilis und Urtica urens Erwähnung.

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