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Handbuch der Homöopathie

Adolph von Gerhardt: Handbuch der Homöopathie - Kapitel 88
Quellenangabe
typetractate
authorAdolph von Gerhardt
titleHandbuch der Homöopathie
publisherVerlag Dr. Willmar Schwabe
printrunZwölfte, vollständig neu bearbeitete Auflage
year1929
firstpub1869
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141110
projectid9f902f02
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Nasengeschwüre (Ozaena) und verschiedene Krankheiten der Nase

Da die innere Nase, von feinen Häuten (Nasenschleimhäuten) ausgekleidet, reich an Gefäßen, Nerven- und Schleimdrüsen ist, so kann sie leicht der Sitz von mancherlei Krankheiten werden. Besondere Beachtung verdienen die verschiedenen Wucherungen, Entzündungen und Geschwürbildungen auf der Nasenschleimhaut, sowie die chronischen Katarrhe, die die Veranlassung zur Stinknase (Ozaena) werden, besonders wenn sie hoch oben in der Nasenhöhle ihren Sitz haben, so daß ihr fauliges Sekret nicht leicht abfließen kann und eintrocknet; dies ist denn auch bei flachem, plattem Nasenknochen (den sog. Platt- oder Sattelnasen) leider der Fall. – Die Geschwürbildungen sind meist skrofulös-katarrhalischer Natur, seltener lupöse und Rotzgeschwüre. Häufig führen Verschwärungen der Nasenschleimhaut zu Caries und Nekrose der Nasenwand.

Arsenum jodatum: Ausfluß von dickem, stinkendem Eiter und Geschwürbildung in der Nase. Ozaena bei skrofulösen Personen.

Aurum: Roseartige Entzündung und Geschwürbildung auf der Nasenschleimhaut mit stinkender Absonderung. Caries und Nekrose der Nasenwand.

Belladonna: Äußere Geschwulst und Röte der Nase mit schmerzhaftem Stechen und Empfindlichkeit bei Berührung.

Calcium carbonicum: Geschwulst und Verstopfung der Nase; Stockschnupfen und Geruchsverminderung. Paßt bei skrofulösen Personen oft nach Sulfur.

Kalium bichromicum: Katarrhalische Geschwüre mit sehr kopiöser Eiterabsonderung. Soll sich mitunter auch bei Ozaena bewährt haben. Gefühl von lästiger Trockenheit in der Nase.

Magnesium carbonicum oder muriaticum: Wundsein der inneren Nase mit Schorfbildung. Ausfluß von scharfer, wässeriger oder schleimiger Flüssigkeit. Ozaena.

Mercurius: Wenn sich dicke Schorfe in der Nase bilden, die sich nach dem Ablösen schnell wieder erneuern. – Hier lassen wir von Mercurius praecipitatus ruber oder von Mercurius bijodatus eine Federmesserspitze voll mit einigen Tropfen Mandelöl zu einem Brei anrühren und, nach Entfernung der Schorfe, auf die betreffenden Stellen streichen. Diese Prozedur, jeden Abend vorgenommen, zeigt sich bald von bestem Erfolge.

Phosphorus: Chronische Entzündung der Nase mit Stockschnupfen; Röte, Geschwulst und Schmerzhaftigkeit der Nase.

Pulsatilla: Stinkender, eiterartiger Ausfluß. Besonders bei bleichsüchtigen jungen Mädchen. Ähnlich Graphites, besonders bei skrofulösen Personen mit aufgesprungenen, krustigen Nasenrändern und bei dick-klumpiger Eiterabsonderung.

Zincum: Geschwulst und große Empfindlichkeit der Nase. Geruchsmangel. Trockenheit der Nasenschleimhaut mit stetem Tränen der Augen.

Bei drohender Zerstörung der Nasenknochen: Aurum muriaticum natronatum. Mitunter bewährt sich auch Kalium jodatum.

Zur Beseitigung des üblen Nasengeruches soll sich in einigen Fällen das mangansaure Kalium bewährt haben. Kalium permanganicum 0,3 g in 60 g Wasser 3mal täglich lauwarm einspritzen. Stärkere Injektionen sind zu vermeiden. – Nach Dr.  Goullon hat sich Jodum als Inhalation bei Ozaena oft bewährt. Es genügen 1, höchstens 2 Tropfen Jod-Tinktur auf 1 Tassenkopf kochenden Wassers. Man stülpt darüber eine Papierdüte, die oben an der Spitze etwas abgeschnitten wird, und läßt die entweichenden Dämpfe in die eine und andere Nasenöffnung gehen. Die Folge einer Reihe solcher Inhalationen ist, daß sich oft große Schleimstücke ablösen, womit stets ein Aufhören des Nasengeruches erzielt wird.

Bei polypösen Wucherungen, besonders bei Schleimpolypen, haben sich nicht selten Calcium carbonicum Hahnemanni, Thuja oder oft noch besser Sanguinaria bewährt. Helfen diese nicht, dann lassen wir Pyrogallussäure, Roßkastanienmehl und Marum verum zu gleichen Teilen exakt verreiben und dieses Gemisch mittelst eines Federkieles täglich 1- bis 2mal in die Nase blasen. Mit dieser Prozedur muß mehrere Tage fortgefahren und nach einer Pause von mehreren Tagen wieder begonnen werden. – Diesbezüglich vergleiche man Dr. Willmar Schwabes verschiedene Schnupfpulver.

Bei Geruchsmangel, Anosmie, wenn er nicht von chronischem Nasenkatarrhe veranlaßt worden ist, haben sich mitunter Pulsatilla, Zincum oder Plumbum bewährt. Ist die verminderte Geruchsempfindung, wie häufig, Folge des chronischen Nasenkatarrhes, dann versuche man Kalium jodatum. (Man nimmt 6 bis 8 Tropfen auf 6 Eßlöffel Wasser und verbraucht diese Mischung auf 4mal tagsüber. In dieser Weise fährt man 6 bis 8 Wochen fort.) Von anderen Mitteln haben wir bei der so lästigen Anosmie keine Resultate erzielt.

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