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Handbuch der Homöopathie

Adolph von Gerhardt: Handbuch der Homöopathie - Kapitel 87
Quellenangabe
typetractate
authorAdolph von Gerhardt
titleHandbuch der Homöopathie
publisherVerlag Dr. Willmar Schwabe
printrunZwölfte, vollständig neu bearbeitete Auflage
year1929
firstpub1869
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141110
projectid9f902f02
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Nasenbluten. Epistaxis. Rhinorrhagie

Es entsteht gewöhnlich bei jungen, reizbaren und vollblütigen Personen nach anstrengender Körperbewegung und Erhitzung oder durch Bohren in der Nase und äußere Verletzung daselbst. Doch kommt es auch nicht selten bei bleichsüchtigen, anämischen Naturen infolge zartwandiger Blutgefäße vor; oder es ist Symptom fauliger Blutzersetzung, wie Skorbut, Typhus, Pyämie (passive Nasenblutung). Manche akuten Krankheiten enden mit Nasenbluten. Bisweilen gehen dem Nasenbluten Vorboten, besonders Stirnkopfschmerz, Schwindel, Flimmern vor den Augen, Ohrensausen, voraus. Meist geht der Anfall von selbst vorüber, doch kann das Bluten auch oft so überhandnehmen, daß es gefahrdrohend wird und daher gestillt werden muß, wobei die Ursachen seiner Entstehung erforscht werden müssen.

Arnica: Sehr hilfreich, wenn das Nasenbluten durch anstrengende Arbeit und Erhitzung oder durch mechanische Verletzung herbeigeführt worden ist. In solchen Fällen kann man auch mit Wasser verdünnte Arnica-Tinktur durch die Nase aufziehen.

Belladonna: Nützt bei Nasenbluten infolge von Blutandrang nach dem Kopfe; bei Ohrensausen, Schwindelanfällen. Bei vollblütigen, jugendlichen Personen. Ähnlich Bryonia.

Bovista: Hat sich bewährt bei Erschlaffung der Gefäßwände, wenn die Blutungen aus der Nase bei der geringsten Veranlassung wiederkehren. Ähnlich Echinacea.

Carbo vegetabilis: Besonders im Typhus, wo auch Arsenicum, Acidum sulfuricum, China oder Phosphorus angezeigt sind. Je nach Dringlichkeit des Falles muß man die genannten Mittel in 1- bis ½stündlicher oder noch öfterer Wiederholung verabreichen.

Crocus: Nasenbluten bei jugendlichen, anämischen Personen; besonders bei heißer Witterung; zuvor Betäubungsgefühl und Ohrensausen.

Hamamelis: Häufiges Nasenbluten von Blutandrang nach dem Kopfe. Sehr wirksam auch zum Aufziehen in die Nase, einige Tropfen des Extraktes mit Wasser verdünnt oder Einführen eines mit verdünntem Hamamelis-Extrakt getränkten Wattepfropfens in das blutende Nasenloch. Mit gleich gutem Erfolge haben wir ebenso die Crocus-Tinktur angewandt.

Mercurius: Bei an der Nasenspitze hängen bleibenden, gleich gerinnenden Blutstropfen.

Natrium nitricum: Eins der besten Mittel in den verschiedensten Fällen von Nasenbluten. Hat schon oft die ersprießlichsten Dienste geleistet. Auch bei Bluterkrankheit und Blutfleckenkrankheit.

Sepia: Wenn nach jeder unbedeutenden Verletzung oder Erhitzung Nasenbluten eintritt.

In allen leichten Fällen wird kaltes Wasser, mit dem man den Nacken und die Schläfe benetzt und das man in die Nase aufzieht, bald das Blut stillen; doch muß man das Hinunterbiegen des Kopfes unterlassen. In sehr schlimmen Fällen nehmen wir ein Stück Feuerschwamm, schneiden eine einem Malteserkreuze ähnliche Figur heraus, schlagen die vier Schenkel des Kreuzes zusammen, daß dessen mittlerer Teil einen Kegel bildet, und führen den so gebildeten Kegel tief in das Nasenloch ein. Ein solcher Tampon hilft fast ausnahmslos, doch muß er mindestens 12 Stunden liegen bleiben.

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