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Handbuch der Homöopathie

Adolph von Gerhardt: Handbuch der Homöopathie - Kapitel 86
Quellenangabe
typetractate
authorAdolph von Gerhardt
titleHandbuch der Homöopathie
publisherVerlag Dr. Willmar Schwabe
printrunZwölfte, vollständig neu bearbeitete Auflage
year1929
firstpub1869
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141110
projectid9f902f02
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Milzentzündung, Splenitis, und andere Milzleiden

Sie kommt am häufigsten sekundär, selten, als traumatische, primär vor, wo sie dann meist zur Vereiterung (Abszeßbildung) führt. Die Entzündung kennzeichnet sich durch ein Gefühl von Hitze, Spannen und Stechen unmittelbar unter den Rippen, mit begleitenden Fiebersymptomen und Anschwellung an der linken Seite. Die Schmerzen erhöhen sich durch Krummsitzen, Niesen, Husten, Atmen, Liegen auf der linken Seite und Druck. Die Krankheit beginnt häufig mit einem Schüttelfroste, auf den Hitze und Durst folgen, wie bei dem Wechselfieber. Auch steht sie häufig mit dieser letzteren Krankheit in Verbindung, oder sie ist eine Folge davon. Personen jedes Alters, namentlich aber vollblütige und Sanguiniker, sind ihr am meisten unterworfen. Das Übel kann auch eine chronische Form annehmen. – In sehr vielen Fällen gibt der übermäßige Gebrauch der Chinapräparate Veranlassung zu Milzkrankheiten.

Aconitum: Dieses Mittel ist gleich im Beginne der Krankheit zu verabfolgen, um das Fieber zu dämpfen; gelingt uns dies nicht in den ersten 8 bis 12 Stunden, dann verabfolgen wir sofort Belladonna oder Mercurius.

Arnica: Bei drückenden und stechenden Schmerzen, die das Atmen erschweren, besonders wenn sie durch schnelles Gehen, Treppensteigen usw. hervorgerufen oder verschlimmert werden. – Wenn die Krankheitserscheinungen durch traumatische Einwirkungen, durch Druck und Stoß auf die Milzgegend, veranlaßt wurden.

Arsenicum: Dieses Mittel paßt nach unseren Erfahrungen hauptsächlich dann, wenn neben den mit heftigem Durste verbundenen Fieberregungen die angeschwollene Milz stechende und besonders brennende Schmerzen verursacht. Die Patienten fühlen sich äußerst angegriffen und schwach, klagen zuweilen auch über Pulsieren in der Herzgrube und über große Angst und Unruhe. Oft gesellen sich noch zu diesen Symptomen durchfällige Stühle: und leichtes Erbrechen des Genossenen. Besonders hilfreich sowohl nach Chinamißbrauch als auch nach langwierigen Wechselfiebern.

Bryonia: Wenn nach China, Arnica oder Nux vomica die Geschwulst noch besteht und stechende oder drückende Schmerzen vorhanden sind; die durch Bewegung verschlimmert werden; bei Stuhlverstopfung und gastrischen Symptomen.

Ceanothus: Milzschwellung nach Chininmißbrauch und Wechselfieber.

China: In schleichenden Fällen; bei Geschwulst der Milz mit drückenden oder stechenden Schmerzen; auch bei intermittierendem Charakter der Anfälle, und wenn große Schwäche oder häufige und anhaltende Schüttelfröste vorhanden sind.

Nux vomica: Druck- und Geschwulstgefühl in der Milzgegend mit weißbelegter Zunge, gastrischen Beschwerden und ärgerlicher Gemütsstimmung. Heftiges Stechen in der Milz bei Bewegung und große Empfindlichkeit dortselbst gegen äußeren Druck. In sehr langwierigen oder chronischen Fällen: Lycopodium oder Sulfur.

Das Milzstechen tritt oft bei zu häufiger Körperbewegung ein, rührt oft von den Bauchmuskeln her und von einem vermehrten Blutandrange, nicht nur nach der Milz, sondern auch nach benachbarten Organen; es verliert sich, sobald sich die davon befallene Person ruhig verhält. Die bewährtesten Mittel dagegen sind Arnica oder Bryonia. Sind Blähungsbeschwerden die Ursache: China oder Pulsatilla.

Die Milzgeschwulst, besonders nach Wechselfiebern, erfordert China; nur wenn Mißbrauch mit diesem Mittel die Ursache der Geschwulst ist, wird Ferrum angewandt (vgl. Wechselfieber). Jodum ist in derartigen chronischen Leiden, und wenn Verhärtung der Milz vorliegt, von Wichtigkeit. Urtica urens scheint ebenfalls eine bedeutende Wirkung auf die Milz auszuüben.

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