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Handbuch der Homöopathie

Adolph von Gerhardt: Handbuch der Homöopathie - Kapitel 23
Quellenangabe
typetractate
authorAdolph von Gerhardt
titleHandbuch der Homöopathie
publisherVerlag Dr. Willmar Schwabe
printrunZwölfte, vollständig neu bearbeitete Auflage
year1929
firstpub1869
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141110
projectid9f902f02
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Brand. Gangraena

Brand nennt man das Absterben irgendeiner größeren weichen Partie des Körpers. Fast immer geht dem Brande eine heftige innerliche und äußerliche Entzündung voran. Der vom Brande befallene Körperteil ist meist geschwollen und heiß und verursacht heftig brennende Schmerzen; die rote Geschwulst geht später in eine bläuliche Färbung über, die Schmerzen verlieren sich allmählich gänzlich; gelingt es nicht, noch in diesem Stadium die Krankheit zu bekämpfen, so folgt der kalte Brand oder die völlige Vernichtung des ergriffenen Teiles. Der brandige Teil verliert sein gewöhnliches Aussehen, wird kalt, schwarz und jauchig, verbreitet einen höchst unangenehmen, fauligen Geruch und stirbt ab. Unter diesen Umständen bleibt dem Patienten als einzige Rettung nur noch die Ablösung des brandigen Gliedes. Werden alle organischen Gebilde, ohne Unterschied ihrer Struktur, in eine gelatinöse, graulichweiße oder ulceröse Masse verwandelt, so ist dies Hospitalbrand, der durch ein Contagium entsteht.

Bei homöopathischer Behandlung wird eine Entzündung nicht so leicht in Brand übergehen, da wir in Aconitum ein vorzügliches Antiphlogistikum besitzen, das, rechtzeitig angewandt, die Entzündung beseitigt. Droht dennoch eine Entzündung in Brand überzugehen, dann ist fachmännische Hilfe nötig; inzwischen verabfolgen wir Belladonna in ½stündlichem Wechsel mit Acidum nitricum, in vorgeschritteneren Fällen Arsenicum oder Secale cornutum in ½stündlicher Wiederholung der Gabe. – Bei brandigem Absterben der Mundschleimhaut, mit allen damit verbundenen schrecklichen Folgen, hat sich Kalium muriaticum vorzüglich bewährt.

Bei alten Leuten erscheint nicht selten der sog. » Altersbrand« (Gangraena senilis), besonders an den Füßen, mit brandigem Absterben der Fußzehen, unter entsetzlichem, jauchigem und fauligem Gestank. Durch Verdickung und Entzündung der innersten Arterienhaut (Arteriosklerose) infolge Ablagerung von Kalksalzen in den konzentrischen Arterienwänden werden nun Teile, meist aus Blut- oder Faserstoffgerinnsel bestehend (Thromben), abgestoßen und durch den Blutstrom in die feinsten Blutgefäße eingeschwemmt, die als Embolie (Pfropfe) die Blutzufuhr nach den betreffenden Teilen hemmen und diese hierdurch zum Absterben bringen. Sehr gute Dienste leistet hier auch die Enzymsalbe von Dr. Röhm.

Von Arzneien haben sich hilfreich erwiesen Arsenum jodatum bei Altersbrand, auch bei bestehender Herzangst. Ferner haben sich bewährt: Aurum jodatum und Plumbum jodatum; beide Mittel wirken, wie Baryum carbonicum, ebenfalls vorteilhaft bei Arteriosklerose.

Der kalte Brand verlangt vor allem die Anwendung von Arsenicum, Carbo vegetabilis oder animalis, Lachesis oder Secale.

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