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Handbuch der Homöopathie

Adolph von Gerhardt: Handbuch der Homöopathie - Kapitel 113
Quellenangabe
typetractate
authorAdolph von Gerhardt
titleHandbuch der Homöopathie
publisherVerlag Dr. Willmar Schwabe
printrunZwölfte, vollständig neu bearbeitete Auflage
year1929
firstpub1869
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141110
projectid9f902f02
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Stimmritzenkrampf, Millarsches Asthma, Glottiskrampf. Laryngismus stridulus

Ein anfallsweise auftretender Krampf der Kehlkopfmuskeln, der entweder durch zentrale (Gehirn-) oder periphere Ursachen veranlaßt wird. Er tritt meist bei Kindern, besonders in der Zahnperiode, ein; nach dem 3. Lebensjahre gehört er zu den Seltenheiten. Der Anfall kommt plötzlich, besonders nachts. Die Kinder erwachen mit krähender, mühevoller Inspiration; plötzlich steht der Atem still. Während dieser Pausen von einigen Sekunden, höchstens Minuten, werden die Kinder dunkelrot, blaß oder bläulich und schnappen mit offenem Munde und ängstlichem, hilfesuchendem Blick nach Luft. Endlich stellt sich eine mühsame, pfeifende, zuletzt freier werdende Respiration ein, und der Anfall ist beendet. Die Zahl der Anfälle ist sehr verschieden, ebenso die Heftigkeit. Die geringsten Grade sind das Ausbleiben oder das Sichverfangen der Kinder. Der Glottiskrampf ist unabhängig von Erkrankung der Kehlkopfschleimhaut und der Stimmbänder; Husten und Heiserkeit fehlen. Der Anfall hat für den Laien etwas sehr Beängstigendes und ist nicht ohne Gefahr, doch darf er nicht mit der Bräune oder dem Krupp verwechselt werden, der sich hauptsächlich dadurch von dieser Krankheit merklich unterscheidet, daß jener meist mit Fieberhitze auftritt und die davon Befallenen den Kopf nach hinten zurückbiegen, wodurch ihnen Erleichterung beim Atmen wird, während sich beim Millarschen Asthma die Kinder meist aufrichten oder mit nach vorn gebogenem Kopfe Luft holen; auch ist hierbei kein Schmerz am Kehlkopf und der Luftröhre, und das Atmen geschieht ohne Röcheln und Schleimgeräusch, dafür aber der charakteristische Krampfanfall, der sich oft wiederholt und in längeren Intervallen Wochen und Monate bestehen kann. Die Komplikation mit Krupp ist sehr gefährlich. – Wir haben in der Homöopathie gegen dieses Leiden sehr brauchbare Mittel, die, richtig angewandt, sehr bald die Anfälle beseitigen und deren Wiederkehr verhindern.

Belladonna: Diese Arznei geben wir immer zuerst und haben damit die besten Resultate erzielt. Sie entspricht den vorhandenen Symptomen und den charakteristischen Krampfanfällen am besten, besonders wenn bedeutender Andrang des Blutes nach dem Kopfe stattfindet. Wir wiederholen die Gaben von 15 zu 15 Minuten nach überstandenem Anfall, der höchstens nur 2 Minuten dauert, also abgewartet werden kann, und fahren mit dem Eingeben in gleicher Weise nach jedem der folgenden, gewöhnlich immer schwächer werdenden Anfälle fort. Kafka empfiehlt Klistiere von Belladonna, da die Patienten während des Erstickungsanfalles nicht schlucken können. Sollte Belladonna nicht genügen, dann ist Gelsemium zu empfehlen, das oft von überraschender Wirkung ist.

Ipecacuanha: Nach Belladonna, wenn die Kinder während des Anfalls eine bläuliche Gesichtsfarbe bekommen und Hände und Füße sich kalt anfühlen; auch bei starkem Schleimrasseln auf der Brust.

Veratrum: In sehr hochgradigen Anfällen, bei denen Belladonna oder Ipecacuanha nach 1 bis 2 Stunden keine sichtbare Besserung herbeigeführt haben. Bei kühler, blasser und mit kaltem Schweiß bedeckter Haut. Unter diesen Umständen ist auch Arsenicum zu verabreichen.

Ignatia: Gegen das Ausbleiben der Kinder beim Schreien und Weinen.

Außerdem sind noch Moschus und auch Cuprum empfohlen worden. Bähr will mit Jodum sehr gute Erfolge erzielt haben. Wir haben es ebensooft versucht wie – erfolglos gefunden; dasselbe gilt von Sambucus.

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