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Hand und Ring

Anna Katherine Green: Hand und Ring - Kapitel 4
Quellenangabe
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typefiction
authorAnne Kathrine Green
titleHand und Ring
publisherVerlag von Robert Lutz
seriesDetektiv-Gryce-Seríe
printrunFünfzehnte Auflage
year1921
translatorMargarete Jacobi
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Drittes Kapitel.

Dürfte ich wohl fragen, wer die junge Dame ist? erkundigte sich Byrd bei dem Bezirksanwalt, der mit ihm abseits in einer Ecke des Eßzimmers stand.

Eben trat Rechtsanwalt Orkutt wieder ins Zimmer zurück, nachdem er vergeblich versucht hatte, die Flüchtige einzuholen.

Es ist Fräulein Dare, erwiderte Ferris in gedämpftem Tone, eine vielbewunderte Schönheit; man sagt, sie stehe im Begriff, sich zu verheiraten mit – Er unterbrach sich und warf einen bedeutsamen Blick auf Orkutt, ohne jedoch den Satz zu vollenden.

Wirklich! rief der Detektiv, der jetzt Orkutt, in welchem er bisher nur den scharfsinnigen Kriminalisten gesehen hatte, mit ganz neuem Interesse betrachtete.

Der Rechtsanwalt war ein kleiner blonder, beweglicher Herr in den vierzigen, von guter Haltung und leichten Umgangsformen, aus dessen gefälligen Gesichtszügen jetzt indessen eine geheime Besorgnis sprach, die er vergebens zu bemeistern trachtete. Doktor Tiedwell war ein schönerer Mann und Ferris höher von Wuchs, aber doch machte Orkutts ganze Persönlichkeit einen tieferen Eindruck und erschien Byrd wohlgeeignet, dem weiblichen Gemüt Bewunderung, vielleicht auch Zuneigung einzuflößen.

Das Fräulein scheint großen Anteil an dem Ereignis zu nehmen, bemerkte der Detektiv wieder zu Ferris gewandt.

Das ist so Frauenart, entgegnete dieser leichthin. Aber aus Fräulein Dare ist im allgemeinen nur schwer klug zu weiden – bald zeigt sie mehr Gefühl als man erwartet, bald weniger.

Orkutt trat jetzt näher. Mir scheint, sagte er mit nicht mißzuverstehender Beziehung auf den ihm fremden, jungen Mann, es sollten bei dieser Sache so wenig Personen wie möglich beteiligt sein!

Erlauben Sie, Orkutt, daß ich Ihnen Herrn Byrd vorstelle, nahm Ferris sogleich das Wort; er steht im Dienste der Polizei und hat mir in dem Kriminalfall, der heute verhandelt wurde, Beistand geleistet.

Ein Detektiv also! sagte der Rechtsanwalt, Byrd mit prüfendem Blick betrachtend. Schade, fügte er verbindlich hinzu, daß die Pflichten, die Sie übernommen haben, Sie hindern, sich dem Gericht in Sachen dieses geheimnisvollen Mordanfalls zur Verfügung zu stellen.

Sich höflich gegen Byrd verbeugend, nahm Orkutt wieder seinen früheren Platz in der Nähe der Tür des Schlafzimmers ein, in welchem die Sterbende noch immer atmete. Byrd bemerkte, daß seine Gegenwart nicht erwünscht sei, und wollte sich eben zurückziehen, als der Coroner, welcher eine Zeitlang anderweitig beschäftigt gewesen, ins Zimmer trat und den Detektiv zu sich heranwinkte.

Kommen Sie, sagte er, ich brauche Ihre Hilfe.

Byrd warf einen fragenden Blick auf den Bezirksanwalt, der ihm beistimmend zunickte, und folgte dann dem Coroner die Treppe hinauf in ein Gemach, das dieser sorgfältig hinter ihnen verschloß.

Es ist mir von großem Wert, begann Doktor Tredwell, Sie hier an Ort und Stelle zu haben. Ich möchte Sie fragen, ob Sie willens wären, dem Gericht bei Entdeckung des Mörders behilflich zu sein?

Wie Sie wissen, bin ich nicht mein eigener Herr, entgegnete der junge Mann im Gefühl einer unbestimmten Abneigung, sich weiter in die rätselhafte Angelegenheit zu mischen. Ich habe die Befehle meiner Vorgesetzten zu befolgen; auch leidet das Geschäft, womit mich Herr Ferris betraut hat, keinen Aufschub, und ihmbin ich die erste Rücksicht schuldig.

Ferris ist ein verständiger Mann – er wird uns keinerlei Schwierigkeiten machen.

Aber mir fehlt die Erlaubnis aus Neuyork.

Die werde ich sofort auf telegraphischem Wege einholen.

Byrd zögerte noch immer. Mir scheint der Fall zu einfach, sagte er, um außergewöhnlicher Maßregeln zu bedürfen. Sollte nicht Ihre hiesige Ortspolizei dazu genügen? – Eine Frau ist bei hellem Tage erschlagen worden und der mutmaßliche Täter befindet sich bereits in Ihrer Gewalt.

So glauben Sie noch immer, daß der Hausierer den Mord begangen hat? fragte Tredwell ungeduldig über des andern gleichgültiges Wesen.

Jedenfalls bin ich überzeugt, daß der Täter nicht jener Mann war, den ich den ganzen Morgen bei der Gerichtsverhandlung gesehen und von dem ich kaum ein Auge verwandt habe.

Dann muß er ja eine ganz besondere Anziehungskraft für Sie besessen haben, bemerkte der Coroner mit leichtem Spott.

Es wird wohl auch noch durch andere Zeugen zu ermitteln sein, ob er den Saal verlassen hat oder nicht, war Byrds etwas gereizte Antwort. Er schien des fruchtlosen Streites über diese Angelegenheit herzlich überdrüssig.

Wie dem auch sei, entgegnete der Coroner auf ein Blatt Papier blickend, das er in der Hand hielt, ob der Bucklige ein Hexenmeister ist oder ein Mitschuldiger – ein Narr, der sein eigenes Geheimnis nicht zu wahren weiß, oder ein Verräter, der seine Werkzeuge preisgibt – jedenfalls wird diese Rechtssache keinen so einfachen Verlauf nehmen, wie Sie erwarteten. Es scheint in der Stadt nicht bekannt gewesen zu sein, daß Frau Klemmens einen Feind besaß, sie selbst war sich dessen aber wohl bewußt, wie ein angefangener Brief beweist, den ich auf ihrem Schreibtisch gefunden habe. Möglich, daß jener Hausierer nur den Streich geführt hat, und der eigentliche Urheber der Mordtat anderswo zu suchen ist.

Des jungen Mannes Augen glänzten bei dieser Eröffnung; sein Berufsinteresse war augenscheinlich erwacht. Doch streckte er die Hand nicht nach dem Briefe aus, den ihm Tredwell hinhielt.

Wenn ich den Fall nicht übernehme, fügte er ausweichend, so ist es besser, ich mische mich nicht weiter hinein.

Aber Sie werdenihn übernehmen, entgegnete der andere, den der Widerstand, auf welchen er so unerwartet traf, nur noch mehr in dem Entschluß bestärkte, sich Byrds Mithilfe zu sichern. Jedenfalls verschreibe ich mir einen Detektiv aus Neuyork. Die in unserer Stadt verübte Mordtat darf nicht ungesühnt bleiben, und wir wollen uns die beste Hilfe verschaffen, welche zu haben ist. Schwerlich wird aber das Polizeiamt einen andern herschicken wollen, wenn Sie schon auf dem Platze sind.

Wer weiß, versetzte Byrd, ohne seine Zurückhaltung aufzugeben, es gibt mancherlei Geheimpolizisten in unserem Bureau; einer wird zu dieser Arbeit verwendet, ein anderer zu jener; vielleicht tauge ich gar nicht für dies Geschäft.

Das wird sich finden, erwiderte der unerschütterliche Tredwell, inzwischen lesen Sie hier den Brief!

Dieser bestimmten Aufforderung widersetzte sich der junge Mann nicht länger, er nahm das Schreiben und las:

»Liebe Emilie!

Warum ich Dir eigentlich heute schreibe, weiß ich nicht. Ich habe alle Hände voll zu tun, und der Morgen ist sonst nicht meine Zeit für schriftliche Herzensergüsse – aber mir ist heute so ängstlich zu Mute, und ich fühle mich recht verlassen. Es will mir gar nichts nach Wunsch gehen, und da fallen mir die mancherlei Ursachen zu geheimer Furcht, die ich stets gehabt, besonders schwer aufs Gemüt. Das ist immer der Fall, wenn ich mich nicht ganz Wohl fühle. Vergebens sage ich mir, daß achtbare Leute sich schwer zu einem Verbrechen hinreißen lassen. Es leben so viele, denen mein Tod nur allzu willkommen wäre, und ich schwebe fortwährend in der Angst vor einem –«

Gewaltsamen Ende, ergänzte Tredwell, als der junge Mann schwieg.

Wahrscheinlich ein Familiengeheimnis, äußerte dieser. Sollte nicht Rechtsanwalt Orkutt, der mit Frau Klemmens auf vertrautem Fuße gestanden hat, darüber Auskunft geben können?

Wohl möglich, aber ihn möchte ich nicht fragen. Er wird vermutlich die Verteidigung des Verbrechers zu übernehmen haben und schwerlich wünschen, sich an unserer Voruntersuchung zu beteiligen.

Byrd sah dem Coroner fest ins Auge; er schien einen Entschluß gefaßt zu haben.

Ist Ihnen nicht eingefallen, sagte er, daß Herrn Orkutt noch andere Gründe bewegen könnten, mit seiner Meinung in dieser Angelegenheit zurückzuhalten? Die junge Dame, welche hier war, fuhr er fort, ohne Tredwells verwunderte Miene zu beachten, scheint über das verübte Verbrechen in so furchtbarer Aufregung zu sein, daß ich glauben sollte, er werde sich schon aus Rücksicht für sie von der ganzen Sache möglichst fernhalten.

Wo denken Sie hin? – Fräulein Dares Interesse an der Mordtat ist bloße Neugier, von welcher sie sich als gebildete junge Name freilich etwas zu sehr hat fortreißen lassen. Aber man kennt ihre Eigenheiten schon in hiesiger Stadt. Sie meinen doch nicht im Ernst, daß das Fräulein etwas mit dem schrecklichen Ereignis zu schaffen haben kann? –

Byrd errötete leicht; die Worte: »Also gehört ihr der Diamantring wirklich?« schwebten ihm schon auf den Lippen, doch widerstand es ihm, seinen Argwohn gegen das schöne Mädchen, für den er keinerlei Beweise hatte, verlauten zu lassen.

Tredwell bemerkte sein Zögern und fuhr fort: Nein, Fräulein Dare steht zu diesem Vorfall sicher in keinerlei Beziehung. Sie ist eins der unbescholtensten Mädchen unserer Stadt, und Frau Klemmens ist ihr völlig unbekannt, ich glaube fest, sie hat ihren Namen heute zum erstenmal gehört.

Byrds hübsche, männliche Züge erhellten sich sichtlich. Gut denn, sagte er, wenn sich bei der gerichtlichen Untersuchung nicht herausstellt, wer der Täter ist, und Sie meine Hilfe wirklich begehren, will ich mir aus Neuyork Erlaubnis einholen, den Fall zu übernehmen. Inzwischen – –

Inzwischen halten Sie immerhin die Augen offen, versetzte der Coroner, den Brief, welchen ihm Byrd wieder eingehändigt hatte, sorgfältig in der Brusttasche bergend. Und vor allem – unverbrüchliches Schweigen!

Der junge Mann verbeugte sich und folgte Tredwell die Treppe hinab. Drunten hatte unterdessen der Arzt den Ausspruch getan, daß Frau Klemmens' Zustand noch in gleicher Weise stundenlang fortdauern könne, und der Tod vielleicht nicht vor Mitternacht eintreten werde. Ihre Lebenskraft ist aber bereits zu sehr erschöpft, um ihr noch irgend welche Aeußerung zu gestatten; sie wird ohne Kampf in die Ewigkeit hinüberschlummern, versicherte er.

Unter diesen Umständen zogen es Orkutt und Ferris vor, sich zu entfernen. Kaum waren sie fort, so begann Byrd mit seinen eigenen Beobachtungen am Schauplatz der Tat. Sie richteten sich zunächst auf die Lage der verschiedenen Türen zu dem Herd, wo das Holzstück gelegen, und zu der Wanduhr, vor welcher der Angriff erfolgt war; er entwarf eine flüchtige Zeichnung der Ortsverhältnisse, notierte auch die auf dem Tisch befindlichen Gegenstände, öffnete dann die Seitentür und schaute vorsichtig ins Freie hinaus.

Sein früheres, gleichgültiges, schläfriges Wesen hatte ihn gänzlich verlassen, nichts entging seinem scharfen Auge, er war wie umgewandelt, entschlossen, umsichtig, voll Tatkraft. Tredwell beobachtete ihn mit Wohlgefallen. »Flink und schlau wie ein Wiesel,« dachte er bei sich und wünschte sich Glück zu dem Gehilfen.

Gegen zwei Uhr verließ Byrd das Haus, um mit Ferris bei der Fortsetzung der am Morgen begonnenen Gerichtsverhandlung zugegen zu sein. In Frau Klemmens' Hof harrte noch immer eine zahlreiche Menschenmenge, und kaum war der junge Mann auf die Straße getreten, als ihm jenes alte Weib wieder in den Weg kam, welches die Neugier offenbar an Ort und Stelle zurückgehalten hatte. Mit häßlichem Grinsen sah sie ihm ins Gesicht.

Darf ich nicht wissen, Herr, wie die Sachen stehen? krächzte sie. Gewiß können Sie mir sagen, was das schöne Fräulein mit der Geschichte zu tun hat!

Wer? –

Ich meine das naseweise junge Ding, das glaubt, es habe nur zu befehlen, und alle müßten ihr Platz machen. Sie ist dabei beteiligt, das lasse ich mir nicht nehmen – was hätte sie sonst hier zu suchen gehabt?

Byrd konnte sich eines unheimlichen Gefühls nicht erwehren, als er seinen eigenen geheimen Argwohn aus dem Munde dieses widerlichen Geschöpfs vernahm. Fräulein Dare hat nicht das geringste mit der Mordtat zu tun, erwiderte er, sie kennt die Frau gar nicht und nimmt nur Anteil an ihrem Unglück.

Hi, hi, hi! kicherte die Alte, sobald eine nur ein hübsches Lärvchen hat, macht sie die Männer alle zu Narren. Was das für ein Anteil war, stand ihr ja im Gesicht geschrieben, und für nichts und wieder nichts stürmt man nicht so in ein fremdes Haus hinein. Nun, wir werden's ja sehen! Ein Mord läßt sich nicht vertuschen, und da wird sich's zeigen, was das schöne Fräulein damit zu schaffen hat.

Die letzten Worte sprach die Alte mit so eigentümlicher Betonung, daß es Byrd auffallen mußte. Halt! rief er, wenn Sie etwas von Fräulein Dare wissen, was uns andern verborgen ist – dann, heraus damit, sogleich! Spricht aber nur Bosheit aus Ihnen, fügte er in aufwallendem Zorn hinzu, haben Sie nur gesehen, daß das Fräulein das Haus der Witwe in großer Bestürzung verließ und wollen Sie darauf Ihre verleumderischen Anspielungen gründen, so hüten Sie sich! Herr Ferris und Herr Orkutt lassen nicht mit sich spassen und werden nicht dulden, daß Sie mit Ihrem Geschwätz den Ruf der jungen Dame besudeln!

Dabei packte er das Weib beim Arm.

Die Wirkung der Drohung war eine augenblickliche. Sich von ihm losmachend, krächzte die Alte: Was sollte ich wohl wissen? Nichts, als was aus jeder Miene und Gebärde des Fräuleins sprach. Wenn Sie's nicht verstehen können, ist's Ihr Schaden. Damit hinkte sie schnell die Straße hinunter und sah sich von Zeit zu Zeit kopfschüttelnd um, als wollte sie sagen: Die Reihe kommt schon noch an mich; dann will ich reden, und niemand soll mir's wehren!

In nachdenklicher Stimmung begab sich der junge Mann nach dem Gerichtsgebäude. Hatte er denn ganz und gar vergessen, daß er Detektiv war? Anstatt die Alte in Schrecken zu setzen, hätte er die Gelegenheit ergreifen sollen, ihr auf geschickte Weise alles abzufragen, was sie etwa wußte. Was hatte ihn nur vermocht, so ganz ungeschäftsmäßig zu handeln? War der Eindruck, den Fräulein Dares Schönheit auf ihn gemacht hatte, seine Bewunderung ihrer Reize wirklich so groß, daß ihm alles daran lag, in seinem eben erst neu befestigten Glauben an sie nicht wieder irre zu werden? – Anders ließ es sich nicht erklären. – Aber gesetzt, sie war unschuldig, wie der Coroner mit solcher Sicherheit behauptete, gesetzt, es sprach nur Haß und Bosheit aus den Reden der greulichen Hexe, war es dann nicht seine Pflicht, das Fräulein vor der giftigen Zunge der Alten zu warnen oder wenigstens ihren Freund, den Rechtsanwalt, sofort von jenen verleumderischen Worten in Kenntnis zu setzen? – Wenn ein Mädchen, das meinem eigenen Herzen nahe stände, so schändlich verlästert würde, müßte ich da nicht wünschen, es zu erfahren, um die Geliebte schützen zu können? fragte er sich.

Diese Betrachtungen hatten zur Folge, daß Byrd nach beendeter Gerichtsverhandlung Orkutt beiseite zog, um, wenn auch mit innerem Widerstreben, die Frage an ihn zu richten, ob er wisse, daß die junge Dame, mit der sie heute im Hause der Frau Klemmens zusammengetroffen seien, hier in der Stadt eine Feindin besitze, die es sich angelegen sein lasse, böswillige Verleumdungen über sie zu verbreiten.

Der Rechtsanwalt sah ihn verwundert und mißtrauisch an. Ich verstehe Sie nicht, sagte er, was lassen sich für Beschuldigungen gegen eine Dame von Fräulein Dares Ruf und Stellung vorbringen?

Das Weib behauptet, meinte Byrd, Fräulein Dare müsse ein besonderes geheimes Interesse an der heute begangenen Mordtat haben, sonst wäre sie nicht voll Schrecken in das Haus der Frau Klemmens gestürzt. Ich habe getan, was ich konnte, um ihr die Unhaltbarkeit eines solchen Argwohns zu beweisen, aber ich fürchte, ich habe sie nur für den Augenblick zum Schweigen gebracht, und sie wird ihre alberne Geschichte bald weiter erzählen.

Orkutt ließ einen zornigen Ausruf hören; Byrd bemerkte, daß er bleich geworden war von innerer Erregung, obwohl er seine äußere Ruhe bald wieder gewann.

Ich danke Ihnen für Ihre Mitteilung, sagte er; ich bin Fräulein Dares bester Freund und kenne sie genügend, um zu versichern, daß sie auch nicht in dem entferntesten Zusammenhang mit dem verübten Verbrechen steht. Ihr heutiges, allerdings etwas auffälliges Benehmen wird sie mir gewiß leicht erklären können. Sie würden mich verbinden, wenn Sie die Angelegenheit nicht weiter besprechen wollten, bis ich mir aus des Fräuleins eigenem Munde Aufschluß darüber verschafft habe, woher ihr besonderes Interesse an dem Ereignis stammt.

Er streckte dem Detektiv lächelnd die Hand hin, aber der sichtliche Zwang, den er sich antat, berührte Byrd aufs peinlichste. Es schien ihm fast, als fänden seine eigenen geheimen Zweifel ein Echo in der Brust des Rechtsanwalts.

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