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Hand und Ring

Anna Katherine Green: Hand und Ring - Kapitel 10
Quellenangabe
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typefiction
authorAnne Kathrine Green
titleHand und Ring
publisherVerlag von Robert Lutz
seriesDetektiv-Gryce-Seríe
printrunFünfzehnte Auflage
year1921
translatorMargarete Jacobi
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Neuntes Kapitel.

Der völlig überraschende Vorgang hatte die Anwesenden in große Aufregung versetzt. Es dauerte eine Weile, bevor wieder Stille eingetreten war, und der Coroner das Verhör des jungen Mannes beginnen konnte. Was er über seine Vergangenheit mitzuteilen hatte, stimmte genau mit Fräulein Firmans Angaben überein. Nach dem Zweck seiner Reise befragt, bekannte er nicht ohne Beschämung, er habe sie nur unternommen, um Frau Klemmens aufzusuchen und sich über deren Gesundheitszustand zu unterrichten. Durch seine Geldverlegenheit sei er gezwungen, jede Möglichkeit ins Auge zu fassen, auch solche, an die er unter andern Verhältnissen niemals gedacht haben würde.

Und wann fand Ihre Unterredung mit Frau Klemmens statt? fragte der Coroner.

Am Dienstag, gegen mittag. – Der Ton der Antwort klang fast herausfordernd. Es herrschte lautlose Stille.

Sie geben also zu, daß Sie in dem Hause der Witwe waren am Morgen ihres Todes und daselbst ein Gespräch mit ihr hatten, wenige Minuten, ehe der Mordstreich fiel?

Ja, entgegnete er mit fester Stimme.

Wie sind Sie in das Haus gelangt? Haben Sie es von der Straße durch die Vordertür betreten?

Ja.

Und sind Sie niemand auf dem Wege begegnet? Haben Sie niemand im Vorbeigehen am Fenster gesehen?

Nein.

Wie lange sind Sie im Hause geblieben, und was war der Erfolg Ihrer Unterredung?

Ich blieb etwa zehn Minuten und erfuhr von Frau Klemmens nur, daß sie sich im besten Wohlsein befinde. Nach ihrem Aussehen zu urteilen, hätte sie hundert Jahre alt werden können.

Er sprach dies wie grollend, seine Augen funkelten; ein Schauder durchlief die Versammelten in dem Gefühl, daß der Mörder selbst vor ihnen stehe.

Teilen Sie mir gefälligst mit, wie die Zusammenkunft verlief und ob dabei etwa zornige Worte gewechselt wurden.

Es kostete den jungen Mann offenbar die größte Selbstüberwindung, ruhig Rede und Antwort zu stehen; die Glut, die sich über sein Antlitz ergoß, verriet jedoch eher Entrüstung über die schmachvolle, demütigende Lage, in die er geraten war, als die geheime Furcht eines feigen Verbrechers.

Frau Klemmens sprach laut und heftig, erwiderte er endlich mit dumpfer Stimme, aber sie wußte nicht, wer ich war. Ich gab mich als Verkäufer eines Universalmittels aus, das alle Krankheiten heile. Sie aber entgegnete, sie wolle nichts mit Quacksalbern zu tun haben und brauche keine Tränke und Arzneien. Als ich, um meinen Zweck zu erreichen, noch weiter in sie drang, und nach ihrem Gesundheitszustand fragte, erklärte sie sich für wohl und kräftig, hieß mich meiner Wege gehen und wies mir zornig die Tür. – Weiter ist zwischen uns nichts verhandelt worden.

Byrd sah, wie seine Lippe bebte, als er die letzten Worte sprach, offenbar fürchtete er die nächste Frage. – Der Coroner zog es aber, wie es schien, vor, sein Ziel auf einem Umweg zu erreichen.

In welchem Zimmer fand die Unterredung statt und durch welche Tür betraten und verließen Sie dasselbe? forschte er.

Ich war durch die Vordertür eingetreten, und wir standen in jenem Zimmer – der junge Mann deutete auf die Wohnstube, aus welcher er kam.

Sie standen? – Sie nahmen gar nicht Platz, sondern standen die ganze Zeit über in dem Zimmer?

Ja, lautete die Antwort, deren Ton dem Coroner wohl nicht gefallen mochte, denn er sah Herrn Hildreth lange und prüfend an.

Sind Sie auch auf Ihrem Rückweg niemandem begegnet?

Nicht daß ich wüßte, ich habe mich nicht umgesehen.

Sie gingen also auf dem gewöhnlichen Weg nach der Hauptstraße und von da – wohin?

Nach dem Bahnhof; ich wollte die Stadt verlassen, wo ich nichts mehr zu tun hatte.

Wohin reisten Sie zunächst?

Nach Albany, mein Gepäck war dort geblieben.

Demnach fuhren Sie mit dem Mittagszug, der fünf Minuten nach zwölf abfährt?

Ich glaube, ja.

Haben Sie das Billett am Schalter gekauft?

Nein, dazu war keine Zeit.

War denn der Zug schon eingefahren?

Herrn Hildreths Geduld – oder sein Mut – war offenbar erschöpft durch die sich Schlag auf Schlag folgenden Fragen.

Das kann doch unmöglich hierhergehören, entgegnete er unwillig. Der Zug war sogar schon im Abfahren; ich mußte laufen, ihn zu erreichen. Mit Lebensgefahr sprang ich gerade noch in den hintersten Wagen.

Er biß die Lippen zusammen und sah aus, als wünschte er, daß der gefährliche Sprung ihm damals mißlungen wäre. Die neugierigen Blicke, die von allen Seiten auf ihn eindrangen, schienen ihn wie spitze Dolche zu durchbohren, ihm seine Lage mit jeder Sekunde unerträglicher zu machen; aber der Coroner, streng in Ausübung seiner Pflicht, gab sein Opfer nicht wieder frei.

Sie sind der einzige Mensch, Herr Hildreth, sagte er, von dem wir wissen, daß er während der letzten halben Stunde vor dem Mordanfall im Hause der Witwe anwesend war. Alles, was Sie uns über Ihren Aufenthalt dort sagen können, ist daher von der größten Wichtigkeit. Haben Sie irgend etwas gesehen oder gehört, was zu der Vermutung Anlaß geben konnte, daß die Witwe nicht allein war, daß sich sonst jemand im Hause befand? – Ueberlegen Sie wohl, ehe Sie antworten!

Byrd glaubte, der Zeuge werde den Wink verstehen und sich an diese Möglichkeit einer Entlastung klammern, wie der Ertrinkende an das Rettungsseil. Vielleicht hielt Hildreth aber seine Sache bereits für verloren und jeden Ausweg für abgeschnitten; er schüttelte nur langsam den Kopf und sagte mit düsterem Ausdruck:

Wenn jemand im Hause war, so habe ich ihn weder gesehen noch gehört. Ich dachte, wir seien allein.

Dies offene Zugeständnis sprach zu seinen Gunsten, aber die Unruhe und Verwirrung, die er dabei verriet, zeigten deutlich, daß er sich der Tragweite seiner Antwort wohl bewußt war. Dem unerbittlichen Dränger trotzend richtete er sich stolz empor.

Jetzt tat der Coroner einen ganz unerwarteten Schachzug, indem er den Zeugen ersuchte, ihm in das Nebenzimmer zu folgen. Verwundert kam dieser der Aufforderung nach, während die Anwesenden in atemloser Spannung den Vorgang beobachteten. Tredwell schritt bis in die Mitte des Wohnzimmers.

Ich wünsche zu wissen, sagte er, auf welcher Stelle Sie während Ihrer Unterredung mit Frau Klemmens standen. Nehmen Sie womöglich genau denselben Platz ein!

Es sind zu viele Leute im Zimmer, warf der Zeuge ein, den dies Verlangen, dessen Zweck er nicht einsah, mit Mißtrauen erfüllte.

Das Publikum wird sich zurückziehen. So, nun können Sie leicht die Stelle finden, an der Sie neulich standen.

Gut, hier also, rief der junge Mann.

Und die Witwe?

Stand mir gegenüber.

Der Coroner deutete nach den Fenstern.

Frau Klemmens stand also mit dem Rücken nach dem Hof, und Sie mit dem Gesicht.

Schnell wieder ins Gerichtszimmer zurücktretend, fragte er Hildreth:

Sahen Sie, während Sie dort standen, niemand um das Haus herum nach der Hintertür kommen und sich wieder zurückziehen, ohne zu klopfen?

Jener runzelte die Brauen, er schien nachzudenken.

Antworten Sie! drängte der Coroner, es ist nichts zu überlegen.

Nein, rief der Zeuge, ihm fest ins Auge blickend, ich habe niemand gesehen.

Auch nicht den Hausierer, der nach der Küchentür ging?

Nein.

Jetzt begann der Coroner auf ein Stück Papier allerlei Zahlen zu schreiben und sie zusammenzurechnen. Der junge Mann beobachtete sein Tun mit fast wilden Blicken, holte tief Atem und ward bleich, als jener endlich wieder aufblickte.

Und doch müssen Sie den Hausierer gesehen haben, der des Weges kam, wenn Sie wirklich an der Stelle standen, die Sie mir bezeichneten, fuhr Tredwell fort, als hätte gar keine Pause in dem Verhör stattgefunden.

Diese mit unumstößlicher Gewißheit behauptete Tatsache brachte den Zeugen aus der Fassung. Wie hilflos blickte er um sich, als suche er jemand, der ihm Beistand leisten werde in dieser Not. Da ihm aber keiner half, raffte er alle seine Kraft zusammen.

Ich verstehe nicht, sagte er, wie Sie das beweisen wollen? – Seine Stimme bebte vor innerer Angst. – Woher wissen Sie so genau, daß jener Hausierer an die Tür kam, während ich im Hause war? Kann er nicht vorher dagewesen sein? Oder – noch besser – erst gekommen sein, nachdem ich fort war? –

Die letzten Worte sprach er laut und eindringlich; sie hallten erschütternd in aller Herzen wieder. Viele wurden milder gestimmt, und selbst Byrds Gesicht verriet einen Umschwung seiner Gefühle.

Nur der Coroner blieb unbewegt. Er reichte dem Zeugen das beschriebene Papier und sagte in trockenem Ton:

Die Rechnung ist sehr einfach, Herr Hildreth. Sie sagen, daß Sie von hier aus geradeswegs nach dem Bahnhof gingen und nur noch Zeit hatten, in den Zug zu springen. Das kann kaum sieben Minuten in Anspruch genommen haben. Folglich waren Sie zwei Minuten vor zwölf Uhr noch hier im Hause. Der Hausierer aber kam um fünf Minuten vor zwölf in den Hof der Witwe, mit der Sie noch im Gespräch gewesen sein müssen. Doch behaupten Sie, ihn nicht gesehen zu haben, obgleich Sie mit dem Gesicht nach dem Hof zu standen.

Der junge Mann bezwang sich nicht länger.

Handelt es sich etwa um astronomische Tabellen, brach er heftig los, daß Sie meinen, die Zeit so genau bestimmen zu können? Wie wissen Sie, daß die Angaben der Zeugen auf die Minute richtig gewesen sind? Der kleinste Irrtum in der Zeit wirft Ihre ganze Rechenkunst über den Haufen.

Die Genauigkeit der Zeugenaussagen ist in diesem Fall kaum zu bezweifeln, entgegnete Doktor Tredwell gelassen. Die vier Herren vor dem Gerichtsgebäude haben die Stadtuhr zwölf schlagen hören, gerade als der Hausierer aus dem Heckenweg in die Straße bog; auch hat eine höchst glaubwürdige Zeugin eidlich versichert, sie habe eben gesehen, daß es auf der Stadtuhr fünf Minuten vor zwölf war, als sie den Hausierer bemerkte, der durch das Tor auf das Haus der Witwe zuging. – Damit wir aber vor jedem Irrtum sicher sind, kann ich die Sache auch noch von einer andern Seite beleuchten: um wieviel Uhr verließen Sie Ihr Hotel, Herr Hildreth?

Das weiß ich nicht, war die unwillige Antwort.

Ich kann es Ihnen sagen, behauptete der Coroner; es war etwa zwanzig Minuten vor zwölf; möglicherweise noch früher, aber nicht später. Ich weiß das, weil Frau Daytons Kinder aus der Nachbarschaft noch wenige Minuten, ehe der Hausierer vorbeikam, hier vor dem Hause spielten. Da Sie die Kinder nicht sahen, müssen Sie das Haus betreten haben, ehe jene ihr Spiel anfingen, also mindestens um dreiviertel auf zwölf.

Nun, und wenn dem so wäre? – Die Blicke des Zeugen fuhren wild im Kreise umher.

Wenn Sie um dreiviertel auf zwölf hier im Hause waren und es erst zwei Minuten vor zwölf verließen, fuhr der Coroner fort, wenn Ihr Gespräch mit der Witwe nur aus den wenigen Worten bestand, die Sie erwähnten, und also kaum zwei Minuten gedauert haben kann, so entsteht die Frage: wo waren Sie in der Zeit, die zwischen Ihrer Unterredung liegt und dem Moment, als Sie das Haus verließen?

Hier galt keine Ausflucht. Der feine junge Herr, der bisher so aufrecht dagestanden bei all den peinlichen, ja demütigenden Fragen, die ihm gestellt wurden, verlor seine stolze Haltung und beugte das Haupt, als habe ihn ein wuchtiger Schlag getroffen. Er murmelte einen unterdrückten Fluch, die Adern auf seiner Stirn schwollen ihm zum Zerspringen, und sein ganzes Gebaren trug so deutlich den Stempel der Schuld, daß sich manches Auge von dem peinvollen Anblick abwandte.

Der Coroner wartete eine Weile schweigend. Antworten Sie! sagte er dann.

Herr Coroner, rief jener so laut und zornig, daß ängstliche Gemüter zusammenschraken, es ist für einen anständigen Menschen ein ganz verdammtes Gefühl, so in die Enge getrieben zu werden. Doch Sie sollen die Wahrheit hören: ich habe das Haus der Witwe nicht so schnell verlassen, als ich vorhin angab; ich blieb noch etwa fünf Minuten in dem kleinen Vorsaal stehen, der zur vorderen Haustür führt. Währenddem muß wohl der Hausierer nach der Küchentür gegangen und wieder zurückgekommen sein. – Der Blick, den Hildreth dem Coroner zuwarf, schien zu sagen, daß nun die Sache doch wohl erledigt sei. Dieser aber verzog keine Miene.

Was taten Sie auf dem Vorplatz? fragte er mit Eiseskälte.

Der andere sah zu Boden. Was ich tat? – das will ich Ihnen sagen: ich überlegte. – Nimmt Sie das Wunder? rief er, sich erregt zu den Geschworenen wendend. Ich versichere Sie, ich hatte alle Ursache dazu, nach einer Unterredung, die mir die letzte Hoffnung raubte. Noch klüger wäre es vielleicht gewesen, ich hätte mich gleich ins Wasser gestürzt oder meinem Leben auf eine andere Weise ein Ende gemacht.

Wie hätte er die verzweifelte Stimmung, in der er sich in jenem verhängnisvollen Moment befand, besser schildern können? Er erkannte das selbst, als es zu spät war; der Schweiß trat ihm auf die Stirn, und er raffte sich zusammen wie jemand, der sich auf das Schlimmste gefaßt macht. Noch ermannte er sich noch zu einem letzten Wort:

Einserkläre ich noch der Wahrheit gemäß: ich habe die Witwe nicht wieder gesehen, nachdem wir beide das Zimmer verließen. Vielleicht war, ohne daß ich es wußte, die Hand, die den Schlag gegen sie geführt hatte, schon erhoben, während ich auf dem Vorplatz stand; aber ich habe nichts davon gesehen und ahne nicht, wer der Täter ist.

Dieser erste Versuch Hildreths, die Schuld von sich abzuwälzen, blieb nicht ohne Eindruck. Des Coroners Strenge ließ nach, und die Geschworenen sahen einander erleichtert an. Die günstige Stimmung verflog jedoch bald wieder; der Verdacht gegen den jungen Mann war zu schwer, und sein Auftreten hatte nur dazu gedient, ihn zu verstärken.

Dies war klar ersichtlich aus den Fragen, welche jetzt von einzelnen Geschworenen an ihn gerichtet wurden.

Wollen Sie mir sagen, forschte der eine, aus welchen Gründen Sie nach Sibley zurückgekommen sind, nachdem Sie es so eilig verließen?

Die Antwort erfolgte ohne Zaudern:

Ich las von dem Tod der Witwe in der Zeitung, und es ließ mir keine Ruhe, bevor ich nicht alle Einzelheiten des Ereignisses kannte.

So war es wohl Neugier, was Sie veranlaßte, bei der heutigen Verhandlung zu erscheinen?

Nichts anderes.

Und was bewog Sie, sich mit falschem Namen in das Fremdenbuch zu schreiben? fiel hier der Coroner ein.

Wie das kam, weiß ich selbst kaum. Es mag mir unter den Umständen wohl geraten erschienen sein, den meinigen zu verschweigen.

Mit andern Worten: Sie hatten Furcht! –

Das war schwer zu ertragen. Der junge Hildreth war unter seinen Genossen wegen seines persönlichen Mutes bekannt. Stolz und Wut kämpften in seinen Zügen um die Herrschaft. Er erwiderte kurz:

Ich war mir keiner Furcht bewußt. Freilich ahnte ich nicht, welcher Behandlung ich hier ausgesetzt sein würde.

Der Coroner und die Geschworenen sahen einander zweifelnd an, was in dieser peinlichen Angelegenheit weiter zu tun sei. Der junge Mann kam jedoch ihrem Entschlusse zuvor.

Meine Herren, sagte er so beherzt und kräftig, wie er bisher noch nicht gesprochen hatte, wenn Sie mich auch bisher noch nicht des Verbrechens beschuldigt haben, so hegen Sie doch offenbar den Verdacht, daß ich der Täter bin. Mich darf das nicht wunder nehmen. Wer sollte bei den belastenden Beweisen, die gegen mich vorliegen, an meine Unschuld glauben? Meine eigenen Worte haben wider mich gezeugt. Zögern Sie nicht, Ihre Pflicht zu tun! Der Gedanke, dieses furchtbaren Mords verdächtig zu sein, erschreckt mich jetzt nicht mehr. Ich bin bereit, ins Gefängnis zu gehen. Nach dem, was hier stattgefunden hat, kann mir die strengste Untersuchung nur willkommen sein, damit ich Gelegenheit finde, vor aller Welt meine Unschuld zu beweisen.

Die Wirkung seiner Rede in einem so entscheidenden Augenblick war groß. Viele Zuhörer waren tief ergriffen und zollten ihm Teilnahme und Beifall. Die Tatsachen sprachen jedoch allzu sehr zu seinen Ungunsten, als daß noch viel für ihn zu hoffen gewesen wäre.

Die Verhandlung schien sich noch weiter in die Länge ziehen zu wollen, Hildreths Verhör ward fortgesetzt, ohne daß Wesentliches dabei heraus kam; einige der früher bereits vernommenen Zeugen wurden nochmals aufgerufen, doch war aus der ganzen Haltung des Vorsitzenden deutlich zu sehen, daß die Festnahme des Verdächtigen nur eine Frage der Zeit sei.

Unter diesen Umständen beschloß Byrd, der sich sehr ermüdet fühlte, den Schluß der Verhandlung nicht abzuwarten Er gab seinen Platz am Fenster auf und schlich sich geräuschlos fort.

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