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Hahnenschrei

Hans Leifhelm: Hahnenschrei - Kapitel 5
Quellenangabe
typepoem
booktitleHahnenschrei
authorHans Leifhelm
year1926
firstpub1926
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart / Berlin / Leipzig
titleHahnenschrei
pages69
created20180323
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Erinnerung an die Heimat

        O wiederkehren auf Traumespfaden,
Die Mühlenwehre rauschen im Land,
Im Bruche stehen die Nebelschwaden,
Am Wege rieselt der weiße Sand,
Die Schwalben schnellen entlang am Raine,
Und die Libellen schwirren im Ried,
Und königseinsam im Morgenscheine
Der sonnbeglänzte Seeadler zieht.

Es weht im Winde wie Ruch der Waben
Der Duft der Linde vom Weiler her,
Eichhörnchen zierlich im Hohlweg traben,
Holunder neigen die Zweige schwer,
Das Laub der Espen zuckt hell im Strahle,
Die goldnen Wespen stehn still im Flug,
Und hinterm Walde, von Mal zu Male,
Klingt auf des Wassers strömender Zug.

O Mittagstunde im Wald der Buchen
Wie auf dem Grunde der grünen Flut,
Die Stämme streben, das Licht zu suchen,
Die Wipfel wiegen die junge Brut,
Wie Geisterreigen so weht ein Sausen
Im Waldesschweigen, so hoch und hohl,
Dann geht wie Echo ein fernes Brausen,
Und aus dem Laube ruft der Pirol.

O heimzukehren durch sandige Felder,
Die Mühlenwehre rauschen im Land,
Die Krähen tauchen schon in die Wälder,
Im Bruche winkt es mit Nebelhand,
Auf goldnen Stufen versinkt die Helle,
Die Frösche rufen im feuchten Moor,
Der Herdrauch wirbelt schon vor der Schwelle,
Und eine Schwalbe schlüpft mit ins Tor.

 


 

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