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Hahnenschrei

Hans Leifhelm: Hahnenschrei - Kapitel 33
Quellenangabe
typepoem
booktitleHahnenschrei
authorHans Leifhelm
year1926
firstpub1926
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart / Berlin / Leipzig
titleHahnenschrei
pages69
created20180323
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Industriesonntag

        Zechen, Hochöfen und Hütten in loderndem Feuerschein
Donnern sechs Tage Gewitter in den grauen Himmel hinein,
Flammen wie Gottes Zorn in Nächten gelblich und fahl,
Flammen sechs Nächte in fressendem, zuckendem Strahl.

Rauch wühlt wie sturmzerfleischte Seevögel über dem Land,
Schlacken liegen verglimmend wie Wracks am dampfenden Strand,
Sturm heult in tausend Sirenen, schwarz wogt der Dünste Schwall,
Wellen von Menschen branden am steinernen Wall.

Arbeit rast riesengroß, verzerrt sich furiengleich,
Nieder auf hagre Leiber saust pfeifender Geißelstreich,
Stechend und zuckend züngeln die Flammen bläulich und grün,
Wie einer lohenden Hölle giftiges Sprühn.

Sonntag dämmert ganz still, Gewitterbrunst ist verloht,
Tausend Wünsche segeln hinaus in blinkendem Boot,
Weithin über das arme, feuerzerfressene Land
Hält die Sehnsucht den blauen Himmel gespannt.

 


 

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