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Hahnenschrei

Hans Leifhelm: Hahnenschrei - Kapitel 22
Quellenangabe
typepoem
booktitleHahnenschrei
authorHans Leifhelm
year1926
firstpub1926
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart / Berlin / Leipzig
titleHahnenschrei
pages69
created20180323
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Das alte Lied

(Niederrhein)
 

    An heißen Sommertagen,
Wenn still die Straßen lagen,
Dann saßen sie im Schatten
Nach wilden Spiels Ermatten.
Wie hell die Stimmen gingen,
Ich hör das Lied verwehn,
Das ich im Traum vernehm,
Ich hör des Kehrreims Singen
»Wo löpt, wo löpt de Steen,
De Steen, dä löpt no heem.«

Die Kinderjahre schwanden,
Der Krieg war in den Landen,
Nun saßen sie im Schatten
In Englands Kasematten,
Nun waren sie gefangen
Und hatten schon gesehn
Das Massengrab im Lehm –
Nun saßen sie und sangen.
»Wo löpt, wo löpt de Steen,
De Steen, dä löpt no heem.«

Der Krieg, der war verloren,
Sie zogen aus den Toren
Des Vaterlands von dannen,
Wo sie kein Glück gewannen.
Am Helgoländer Riffe,
Da sahn sie untergehn
Der Heimat Diadem –
Sie sangen auf dem Schiffe
»Wo löpt, wo löpt de Steen,
De Steen, dä löpt no heem.«

 


 

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