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Gutmanns Reisen

Wilhelm Raabe: Gutmanns Reisen - Kapitel 25
Quellenangabe
typefiction
authorWilhelm Raabe
booktitleGutmanns Reisen
titleGutmanns Reisen
publisherVerlagsanstalt Hermann Klemm A.G.
seriesWilhelm Raabe Bücherei
volumeZweite Reihe ? sechzehnter Band
printrunVierte Auflage 8.-9. Tausend
year
correctorreuters@abc.de
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Dreiundzwanzigstes Kapitel.

Auch er stieg die Treppe hinauf in seinem Koburger Gastquartier beim Schneidermeister Daniel. Er fand sich daselbst allein mit sich und seinen Gedanken: Herr Daniel hatte nicht das Geringste gesehen von seinem Vater und seinem Mädchen, wußte gar nicht, wo sie sich aufhalten könnten. Sollte er, Willi, sie suchen? Ja, wo sollte er sie suchen? Kannte er seinen Papa nicht? Das heißt, hatte er ihn nicht viel genauer als vorher kennen gelernt auf dieser Reise zur Feststellung des deutschen Znkunftsprogramms? Ja, Feststellung! Bei dem Worte saß der junge Mann schon auf dem besten Sofa der Frau Daniel und starrte noch mal auf den Herzog Ernst an der Wand, wie der die Gefion nahm und den Christian den Achten in die Luft sprengte, und blieb – selig, trotzdem daß er zugleich zerschlagen, schwindelnd, sehr voll Unruhe und ganz unfähig war, »jetzt aufs Geratewohl nach dem Alten, ihr und dem Onkel Poltermann in der Stadt herumzulaufen.« – Nach Hause mußten sie ja einmal kommen und dann mußte sich alles, alles lösen! Er hatte sie ja! er hatte sie fest! Lächerlich, sie an diesen dicken, guten alten Alois abgeben zu sollen – bloß weil ihre Eltern es vielleicht wünschten! . . . Hatte er nicht auch Eltern, die schon längst gewünscht hatten, daß er sich wie der wackere Hermann in Hermann und Dorothea aus den Jungfrauen des Landes ein gutes liebes Kind hole und ihnen bringe? . . . Ja, Donnerwetter, aus den Jungfrauen des Landes! Und seine Frau Mutter? Hatte die nicht in dieser Hinsicht vielleicht doch auch ihren Kopf, trotz dem, was er vorhin darüber geschwatzt hatte? Die Mama in Wunsiedel konnte er sich bis jetzt nur vorstellen; aber seine eigene Mama, die kannte er doch schon ziemlich genau. – – –

»O, mein Lieb!« stammelte er, was bei jungen Leuten in seinem Falle und bei ähnlichen verworrenen Verhältnissen gewöhnlich so die Regel sein soll, und so lassen wir ihn denn in seiner Sofaecke, mit den Händen unterm Hinterkopf seinerseits zu Pferde die Gefion nehmen und den Christian den Achten in die Luft sprengen; das Glück ist bei allem die Hauptsache; was sein soll, wird; was nicht sein soll, wird nicht – einerlei, ob es sich um die Neugründung des deutschen Volkes und Reiches, oder um die Gründung eines jungen, neuen, deutschen Haushalts für das neue deutsche Reich handelt.

Landes- und Familienväter, Vormünder, verschmähte Liebhaber, Tanten, Onkel und dergleichen fragt das Schicksal wahrhaftig wenig dabei. Ob das europäische Gleichgewicht und das Legitimitätsgefühl verletzt wird, oder die Tante Adele in Immelborn, ist ihm völlig gleichgültig; und also im Grunde ist nicht nur diese Geschichte, sondern auch die Weltgeschichte, »wenn man sie genau betrachtet, einfach scheußlich!« – – – – –

Auf dem Sofa hielt er es nicht lange aus. Er legte sich ins Fenster. Nach Hause, nach der Zwiebelmarktgasse mußten sie doch kommen! und dann – dann konnte sich, mußte sich ja wohl noch alles leichter wieder ins Gemütliche wenden, als er es für jetzt selber für möglich hielt! Dann, dann gab es sich vielleicht ganz von selber, denn dann, wenn er nur erst einmal zu Worte gekommen war, dem Vater Blume gegenüber, gab er es wahrhaftig nicht eher wieder ab, bis er alles, alles von der Seele los war, bis er ihn, seinen Schwiegervater Blume, den Major Blume aus Wunsiedel, tränenübergossen in den Armen hielt – sie natürlich auch, und den Freund Alois, wenn der wollte, gern, aber ein wenig später, gleichfalls. –

Sehr schön! aber wann und wie erfüllen sich die Phantasien des Menschen?

»Es kommt immer ganz anders!« Das ist das wahrste Wort und im Grunde zugleich auch der beste Trost, der ihm, dem Menschen, in seinem Erdenleben mit auf den Weg gegeben worden ist. Herr Wilhelm Gutmann hatte während seines Wartens im Fenster auf die Erfüllung seiner Hoffnungen die Rechnung im wörtlichsten Sinne ohne den Wirt gemacht. Daß der Wirt diesmal sein Vater gewesen war, das war eben das, ausnahmsweise mal durchaus gutmütig lächelnde, ohne Hinterhalt Gewährung nickende Schicksal.

Er, Willi, war ja persönlich entschuldigt. Er brauchte auf der Bank im herzoglichen Park und nachher in den Gassen von Koburg nicht daran zu denken, daß jeder – ja jeder Mensch auch essen will. Das war um die seligen erdentrückten Stunden sein ewiges und nicht bloß aus Wunsiedel, aus dem Jean Paul Friedrich Richter stammendes Verliebungs- und Verlobungsrecht! Ihn ging es nichts an, daß die Jungfrau, die Göttin auch einen Magen besitze; aber ihr Vater, der Vater Blume aus Wunsiedel, und sein und ihr Freund, der Weingroßhändler von Pärnreuther aus Wien, daß die nicht daran gedacht hatten, daß das Mädchen auch Hunger haben konnte, das war schlecht, das war unverzeihlich und sprach bedeutend gegen die väterliche Liebe und ganz und gar gegen die Liebenswürdigkeit des Herrn von Pärnreuther, wenngleich noch so sehr für ihr Aufgehen in den Verhandlungen in dem herzoglichen Reithause und ihre Sorgen fürs allgemeine deutsche Vaterland und die Zukunft desselben.

Was den Onkel Laurian anbetraf, nun so nährte sich der, wie wir schon wissen, von Licht und Luft und Schönheit und Zartheit und gutmütigem Aufgehen in den Stimmungen der anderen, aber am liebsten der jungen anderen. Wenn er ein Mädchen gewesen wäre und auch in den Büchern seiner Lieblingsdichter vorgekommen wäre, hätte er in dieser Hinsicht auch Liane oder sonst so heißen können. Daß er eine schlechte Verdauung und gewöhnlich nicht den geringsten Appetit hatte, kam ihm freilich dabei zu Hülfe. Zu Tische pflegte er aus letzterem Grunde gewöhnlich erst dann zu kommen, wenn man ihn dreimal gerufen hatte. – – –

Wir haben uns nun um einige Stunden rückwärts zu versetzen.

»Was du hier draußen angerichtet hast, werde ich ja nun herauszubringen suchen; – daß du mir aber jetzt da drinnen für mich mit achtgibst und keine Dummheiten machst, Junge!« das war das letzte Wort gewesen, was der Sohn von dem Vater vernommen hatte vor dem Tor der herzoglichen Reitbahn. Daß der Sohn drinnen gleich unfähig sich erwiesen hatte, sowohl bei Klugem wie bei Dummem mitzuraten, geschweige selber Kluges oder Dummes anzuraten, wissen wir. Was der alte Herr, der fröhlich wieder aufgelebte »Reisende«, Vater Gutmann, draußen für seine Firma ausgerichtet hatte, werden wir jetzt erfahren. Auf seine Spesen war der listige alte Landstraßenfuchs sicherlich gekommen, was der Kompagnon der Firma daheim, Frau Lina Gutmann darüber zu buchen hatte – darüber freilich später. –

Den jungen Sünder hatte er abgeschüttelt, die Sünderin nahm er fester an sich, indem er ihren Arm noch mehr durch den seinigen zog.

»Kinder, und Sie vor allem, Onkel Poltermann, nehmt wenigstens die Rücksicht auf mich, daß ihr mein Zartgefühl schont! So was läßt sich wirklich nicht hier in der Öffentlichkeit, vor allem deutschen Volk und der Bevölkerung von Koburg dazu, ins einzelnste bereden. Ich sage also: fürs erste nur einen Platz, wo wir unter uns sind, wo uns die ganze deutsche Zukunft nicht zugafft und ihr Ohr herhält. Ein stilles Plätzchen, mein liebes Mäd – liebes Fräulein! Einen stillen Ort, wo ich alles in Ruhe erfahren kann, wie dies alles gekommen ist und mein stilles Schaf von einem Jungen das fertig gebracht hat!«

»Es war ein Zufall, Herr Gut – Papa – auf einer Bank im herzoglichen Schloßgarten! Ich konnte nichts dafür,« schluchzte Klotilde immer mehr nicht nur vor der Bevölkerung der Stadt Koburg und dem deutschen Volk, sondern auch vor »Gottes ganzer Welt« sich in sich selber hineinkauernd.

»Natürlich!« sagte der Vater Gutmann. »Da werdet ihr euch wohl einen stillen Platz ausgesucht haben! Also auf einer Bank im herzoglichen Schloßgarten? so recht hübsch hinter den Leuten, mein armes Herzchen? Ha, hm, natürlich! Der Junge hat sich hier wenigstens eine Warnung an mir genommen. Meinen Dra– mein Erdenglück habe ich mir in einem Kotillon – im Ballsaal eingefangen. Ha, ha, sehr passend von euch gewählt für solch ein Geschäftchen; aber – non bis in idem sagt mein lateinisch-gelehrter Schlingel, was auf deutsch heißt: nicht zweimal derselbe Imbiß! Kindchen, was meinst du, wenn du jetzt auch den guten alten Papa Gutmann an so ein stilles Plätzchen führtest, um ihn menschlich-milder gegen dich allerliebste Sünderin zu stimmen? Lieber Poltermann, da drinnen war das doch ein ziemlich nüchternes und trockenes Geschäft! wenn wir wenigstens bei einer anständigen Speise- und Weinkarte –«

»O Gott, ja!« rief das zitternde Bräutchen mit solchem Eifer in dem gemütlichen Vorschlag aufgehend, daß der jüngste Schwiegerpapa der ersten Generalversammlung des deutschen Nationalvereins ganz betroffen stammelte:

»O Gott, ja! sagst du? . . . Höre ich dies mit meinen Ohren? Mein Gott, Kindchen, du bist hungrig? . . . Du, du, ganz bedeckt mit dem Blütenstaub, vollgefüllt mit dem Blumenhonig deiner jungen Liebe? Dir sagt dein Magen sonst noch was? Das ist ja –«

»Ja, ja! Aber, Papa, seit dem frühesten Morgen irre ich ja nicht nur verlassen, sondern auch nüchtern hier in Koburg herum! Kein Mensch hat sich um mich bekümmert, und es war nur Zufall, daß Willi mich fand, und – und –«

Der Vater Gutmann nahm trotz dem Koburger Volk umher seine Schwiegertochter ganz in die Arme. Zärtlich, mitleidigst faßte er sie fester und fester, küßte sie, strich ihr die Haare aus der Stirn und ächzte:

»Das ist einfach unglaublich! Mein Junge ist wenigstens etwas entschuldigt; aber was Sie anbetrifft, Onkel Poltermann, so hört da doch alles auf. O, mein Herz, weshalb bist du nicht schon längst mein Nichtchen gewesen! Das war ja wahrhaftig die höchste Zeit, daß du mein Töchterchen wurdest!«

»Ja, ja, ja!« lachte und schluchzte Klotildchen. Der Onkel Laurian, auch halb lachend und halb schluchzend, wußte nichts zu seiner Entschuldigung vorzubringen als natürlich seinen »schlechten Magen«. Mit seinem großen Wunsiedler Landsmann wäre er diesmal wieder weder bei seiner Nichte noch bei dem neuen Herrn Vetter aus Niedersachsen durchgekommen.

Der letztere murmelte übrigens, ohne weiter auf ihn zu achten:

»Hier unten in der Stadt sind alle Kneipen voll. Da kommen wir nicht zu dem Platz, wie wir ihn brauchen. Aber auf der Feste Koburg sitzt wahrscheinlich augenblicklich kein Mensch; – die hätten wir ganz für uns allein.«

Laut rief er:

»Kind, Schatz, Schätzchen, es soll bloß eine Viertelstunde bergan sein, hast du noch die Kraft dazu?«

»Ja, ja, ja!« schluchzte und lachte Klotilde, warf aber dabei noch einen Blick nach dem herzoglichen Reithause.

»O, Papa, aber könnten wir nicht Willi –«

»Den Jungen herausholen? mit uns nehmen? . . . Ne, ne, ne, mein Engelchen, den lassen wir für jetzt ruhig da drinnen. Das wäre ja eine Sünde, den jetzt in seinem Eifer und seiner Begeisterung fürs deutsche Vaterland zu stören! Und dann, mein Fräulein, handelt es sich im Grunde fürs erste doch noch um eine etwas genauere Auseinandersetzung zwischen uns beiden! Sage mal, du niedliches Kätzchen, hast du eigentlich, hast du wirklich schon meine Einwilligung, meinen väterlichen Segen zu eurem Geniestreich da auf der stillen Bank im Himmelblau und Erdengrün? Sauber habt ihr unsern deutschen Zusammenlauf in der herzoglichen Reitbahn ausgenutzt! Aber hast du auch wohl bedacht, daß da auch so etwas weiter dem Nordpol zu, so was wie eine mögliche böse Schwiegermutter sitzen könnte, die ihr auch nicht vorher um ihre Meinung gefragt habt? Und dann hier in der Reitbahn der Herr Papa, mein intimster Gegner in betreff der Zuspitzung der deutschen Frage, und in Wunsiedel die Frau Majorin, und – Poltermann, in Katzenbergers Namen, das Kind wird uns ohnmächtig, und wir haben noch eine gute Viertelstunde bergan! Sie sind mir ein schöner Onkel, Vetter Poltermann! Komm rasch zu Tische, Kind, Theoda, und nachher laß den Vater Gutmann dafür sorgen, Klotilde, daß dir endlich das dir in Koburg versprochene Vergnügen gemacht wird!«

Halb schluchzend, halb lachend trippelte die junge Braut zwischen den zwei liebenswürdigsten älteren Herren aus der ersten Generalversammlung des deutschen Nationalvereins wieder bergan, himmelan, und es wies sich so aus, wie es der schlaue, alte, neuaufgelebte Weltfahrer Vater Gutmann vermutet hatte: auf der Feste Koburg hatten sie das Reich, die Speisekarte und den Nachmittag für sich allein; – drunten im Tal konnten sie lange nach ihnen suchen – auch der Bräutigam. –

Ward je in solcher Weise einem Schwiegertöchterchen auf den Zahn gefühlt, wie es nunmehr der Vater Gutmann tat – zuerst auf der Feste Koburg und sodann noch an verschiedenen anderen Orten rund um Koburg herum. »So ganz das Kätzlein im Sack kaufen, ging doch nicht, schon meiner Alten wegen,« äußerte er sich nachher darüber. »Ich kannte das Liebchen wohl schon von Immelborn und von der Tante Adele her; aber besser war doch besser!«

Es ging daher ziemlich spät in den Nachmittag hinein, als der graue Schlauberger mit einem Seufzer wonnigster Befriedigung seufzte:

»So! Du! Also ein Weinzünglein besitzest du auch; nicht bloß ein Honigzünglein! Wir beide sind denn vollkommen einig, der Onkel Poltermann natürlich immer eingeschlossen. Onkel, heute ist die Gelegenheit noch nicht ernst genug dazu; aber später biete ich Ihnen in einer feierlichen Stunde als ihrem Haupterzieher das Du an! – Deiner Schwiegermutter gefällst du auch, mein Herz! ich werde euch zwei bald genug in Waffen gegen mich haben, also Punktum! Und nun ganz vergnügt, Perlenzähnchen! Vom Hungertode habe ich dich errettet, vor unserm guten gemeinschaftlichen Freund Alois mein diesmal überraschend gescheiter dummer Junge! Also – Onkel Laurian, hinein in Ihren ganzen Jean Paul! Vivat, er lebe hoch! und du, mein Mäuschen, kümmere dich um gar nichts mehr, weder um meinen Jungen, noch um deinen Alten; und um deinen – meinen – unsern alten, guten, lieben Pärnreuther gar nicht! Bei der Hochzeit finden wir uns alle wieder zusammen, darauf gebe ich dir mein Wort, und nun widme dich zum erstenmal in deinem Leben auch deinem alten, wohlmeinenden Schwiegerpapa, meine Tochter! Sitze du mal, wie ich gestern und heute morgen gesessen habe fürs Vaterland und sehne dich nicht nach dem Vaterland, wie's da unten im Sonnenschein um uns herumliegt! Onkel Laurian, wirklich geheimer grauer Göttersohn, ja drehen Sie nur Ihre Dichter-Daumen umeinander – was Sie und der Major nur versprochen haben, das führt der Vater Gutmann jetzt aus. Wir machen der Kleinen ein Vergnügen, Onkel Poltermann! Nach der Rosenau fahren wir jetzt. Dem alten Rückert in Neuseß machen wir einen Besuch oder gucken ihm wenigstens über den Zaun. Den fragen wir, was er von dieser Geschichte der Neugründung des deutschen Volkes und vom deutschen Nationalverein überhaupt hält! Was meinen Sie, Onkelchen Laurian?«

»Ich meine gar nichts mehr!« rief der Apotheker Poltermann aus Wunsiedel, halb lachend, halb schluchzend die Hände über den Kopf erhebend. »Ist denn so etwas nur möglich aus dem Preußen her, aus dem norddeutschen Bruderlande?«

»Alles ist vom Nordpol her möglich, wenn sich so ein alter, frischaufgelebter Handlungsreisender in Politik-Tran daran gibt!« rief Vater Gutmann. »Na, wie ist's, Kindchen, gehst du mit? fährst du mit nach der Rosenau? Fragst du mit den alten Rückert um Rat?«

»O Gott, sie werden sich ja da unten nach mir zu Tode suchen.«

»Da unten?!« rief der Onkel Poltermann. »Gutmann, feierlicher kann die Gelegenheit werden, besser kann sie nicht kommen, da – da hast du meine Hand, Bruder. So hat mir ja noch kein anderer Mensch den Werktag in den Sonntag verwandelt, wie du, Bruder Gutmann!«

»Bon!« rief der alte Kommis dagegen, halb schluchzend, halb lachend. »Habe ich es dir nicht gleich an der Nase angesehen, daß wir zueinander gehören, Bruder Poltermann?«

Die junge Braut, ganz schluchzend und ganz lachend, sagte nichts, rief nichts, sondern dachte nur:

»O, wenn ich doch meine Mutter jetzt hier hätte!«

 


 

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