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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 9
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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b. Phoroneus.

Mit dem Inachos paarte die Landessage eine Okeanine Melia d. h. Esche, welche Nymphe in demselben Sinne die Mutter des ersten Menschen von Argos genannt wurde, wie sonst die Menschen überhaupt oder einzelne Geschlechter aus Bäumen oder durch Baumnymphen entstehenApollod. 2, 1, 1, Schol. Il. 1, 22, Schol. Eur. Or. 920. 1239, Tzetz. Lykophr. 177, wo Aegialeus und Phegeus aus den Genealogieen von Sikyon und Psophis hinzugefügt sind, s. Paus. 2, 5, 5, Steph. B. v. Φήγεια. Ueber Μελία und verwandte Sagen s. Unger Theb. Parad. 227,Schoemann op. 2, 132.. Der Sohn des Inachos und der Melia ist Phoroneus, seinem Namen nach der Repräsentant des fruchtbaren Ackergrundes der Landschaft, nach der argivischen Sage der erste Mensch schlechthin, wie die Argiver denn die ältesten von allen Griechen zu sein behaupteten, daher verschiedene Genealogieen der Umgegend bei demselben Stamme anknüpften’Ακουσίλαος γὰρ Φορωνέα πρω̃τον άνθρωπον γενέσθαι λέγει, όθεν καὶ ο τη̃ς Φορωνίδος ποιητὴς ει̃ναι αυτὸν έφη πατέρα θνητω̃ν ανθρώπων Clem. Al. Str. 1 p. 380 P. Vgl. Plato Tim. p. 22 περὶ Φορωνέως τε του̃ πρώτου λεχθέντος καὶ Νιόβης, Soph. El. 4 παλαιὸν ’Άργος, Aristid. 1 p. 307 ’Αργει̃οι παλαιότατοι τω̃ν ‛Ελλήνων αξιου̃σιν ει̃ναι. Dichter nennen die Argiver überhaupt Phoroniden, Theokr. 25, 200, oder Inachiden, Hes. χθονίους ’Ιναχίδας, αυτόχθονας καὶ ουκ επήλυδας. Der Name Φορωνεὺς von φέρω φορά s. Pott Z. f. vgl. Spr. 11, 340 ff.. Zugleich galt er für den ersten Begründer der 37 Cultur des Landes und der Stadt Argos, daher man ihm namentlich die Stiftung des Heradienstes am Berge Euboea und die erste Ansiedlung der Stadt zuschrieb, endlich überhaupt die Anfänge der bürgerlichen Ordnung und des GottesdienstesPaus. 2, 15, 4; 19, 5. Schol. Soph. El. 4 u. 6, Steph. B. ’Άργος, Clem. Protr. p. 38 u. 184, Hygin f. 143 u. A. Ueber das H. des lyk. Apollo Bd. 1, 195, [530]. Das Wort άστυ hängt zusammen mit εστία, ib. 327.. Jene erste Ansiedlung nannte man das άστυ Φορωνικόν, welcher Ausdruck nichts Andres zu bedeuten scheint als die erste Hestia von Argos mit der heiligen Lebensflamme des ewigen Feuers, welches man im Heiligthume des lykischen Apollo am Markte zeigte; daher man Phoroneus in Argos anstatt des Prometheus für den Urheber des Feuers hielt, welches er zuerst vom Himmel auf die Erde gebracht habe. Seine Frau heißt bald Kerdo d. h. die Kluge, die Gewinnende, bald Telodike d. h. die das Recht weithin Verbreitende, bald Peitho d. i. die Macht der UeberredungΚερδὼ nach Paus. 2, 21, 1, Τηλοδίκη nach Schol. Plat. Tim. 22, Tzetz. Lyk. 177, nach welchen auch bei Apollodor dieser Name herzustellen ist, Πειθὼ nach Schol. Eur. Or. 1239, während Pherekydes nach Schol. Eur. Phoen. 1116 die Frau des Argos so genannt hatte. Vgl. Bd. 1, 399, [1222].: lauter neue Züge zu diesem Gesammtbilde der bürgerlichen Ordnung und des städtischen Verkehrs. Seine Kinder sollen gewesen sein Apis und Niobe, jener, nach welchem das Land den Namen Apia erhalten habe, eine Gestalt an welcher sich Ueberlieferungen der Apollinischen Sühne anlehntenAesch. Suppl. 260 ff. kennt ihn noch nicht als Sohn des Phoroneus, wie Apollod. 1, 7, 6, von dem wieder Paus. 5, 1, 6 abweicht. Auch in den sikyonischen Sagen wurde er genannt, vgl. Apollod. 2, 1, 1, wo dieser peloponnesische Apis nach dem Vorgange Andrer mit dem aegyptischen Sarapis identificirt wird, vgl. Clem. Str. 1 p. 383, Röm. Myth. 727, 1. ’Α̃πις scheint zusammenzuhängen mit ήπιος. Man leitete davon sowohl den Namen ’Απία ab als den der ’Απιδόνες, Str. 8, 371, Steph. B. ’Απία, Meineke Anal. Al. 182., diese galt für die erste Sterbliche welche Zeus seiner Liebe gewürdigt. Sie gebiert von diesem Gotte den Argos, nach Einigen auch den sonst für einen Autochthonen geltenden PelasgosHesiod u. Akusilaos b. Apollod. 2, 1, 1, vgl. Aesch. Suppl. 250 ff., Sophokl. oben S. 35, [Anmerkung 88]., die beiden Repräsentanten von Stadt und Land, an welche sich die übrigen Genealogieen anschlossen. Niobe, welches auch der Name einer argivischen Quelle war, 38 wurde in anderen Genealogieen die Mutter von fünf Töchtern genannt, von welchen, so hieß es, die Nymphen des Gebirgs und die nichtsnutzigen Satyrn und die tanzlustigen Kureten abstammtenHesiod b. Str. 10, 471 vgl. Bd. 1, 515, [1609] u. Plin. 4, 17..

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