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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 89
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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m. Iason und Medea in Korinth.

Nach Hesiod th. 997 ff. vermählten sich Iason und Medea in Iolkos und blieben dort, obwohl Akastos immer für den Nachfolger des Pelias gegolten zu haben scheint. Nach den Späteren überläßt Iason diesem die Regierung oder beide, Iason und Medea, werden nach dem schrecklichen Ende des Pelias von Akastos vertrieben und wenden sich darauf nach Korinth. Das dortige Schicksal der Medea wird durch den Tod ihrer Kinder und die Trennung vom Iason bestimmt, worüber verschiedene Erzählungen umliefen, bis die Tragödie sich des Stoffes bemächtigteVor Euripides hatte ein sonst wenig bekannter Tragiker Neophron aus Sikyon eine ähnliche Tragödie gedichtet, nach ihm behandelten denselben Stoff Ennius, Ovid, Seneca u. A.. Durch Euripides ist sie zu jenem großartigen Charakterbilde der Leidenschaft, des Stolzes und der Rache geworden, wie nur er es schaffen konnte, neben ihr freilich Iason zu einem recht erbärmlichen Helden. Um sich mit der GlaukeAndre nannten sie Kreusa, Schol. Eur. Med. 19, Hygin f. 25., der Tochter des Königs Kreon zu verbinden verläßt er die Medea, durch die er Alles gewonnen, die für ihn Alles geopfert hatte. Nachdem Aegeus dieser ein Asyl versprochen schreitet sie zur Rache, die eben so ausserordentlich ist wie ihre frühere Hingebung. Der Nebenbuhlerin sendet sie als Brautgeschenk ein prächtiges Gewand und einen kostbaren Kranz, beide vergiftet, worüber Tochter und Vater unter den gräßlichsten Qualen verscheiden. Um Iason ganz zur Verzweiflung zu bringen, tödtet sie dann selbst ihre KinderEine Ueberlieferung welche für noch alterthümlicher gelten darf als die von dem Tode der Kinder durch die Korinthier s. oben S. 320, [Anmerkung 1154]. Medeas Mord der Kinder und ihre Flucht auf dem Drachenwagen (sic fugere soleo sagt sie b. Seneca 5, 1022) auf der jetzt in München befindlichen Vase aus Canosa b. Millin tomb. de Canose t. 7 u. O. Jahn Archäol. Ztg. 1847 n. 3 t. 3, Münchn. Vasens. n. 810, vgl. die Beschreibung einer ähnlichen Vase im Bullet. Nap. 1853 n. 32 p. 61 sqq. und über andre Vorstellungen dieses Kindermordes R. Rochette choix d. peint. d. Pompei t. 22., 341 flüchtet auf einem geflügelten Drachenwagen, den Helios gesendet, nach Athen und vermählt sich hier dem Aegeus, bis sie auch von dort wegen der dem Theseus bereiteten Nachstellungen flüchtig wird und sich nach dem Orient begiebtMedeas Flucht von Iolkos nach Korinth und von da nach Athen b. Ovid M. 7, 350 ff. Bei Diod. 4, 54 ff. flüchtet sie von Korinth zunächst nach Theben zum Herakles, den sie durch ihre Mittel vom Wahnsinn heilt, dann nach Athen zum Aegeus, dann mit dem Medos, ihrem Sohne vom Aegeus nach Medien, dessen Königsstamm also eigentlich attischer Abkunft war. Vgl. Hygin f. 26. 27.. Von Iasons Ende wurde gewöhnlich erzählt daß er auf dem Isthmos durch die von ihm dahin geweihte Argo umgekommen seiEr sucht Ruhe unter dem Schiff, da fällt die puppis herunter und erschlägt ihn, s. Eur. Med. 1385 Schol. u. das Argument zu diesem Stücke. Nach Neophron nahm er sich selbst das Leben.. Obwohl auch hier die mythische Völkerkunde der Griechen ihr Möglichstes gethan hat um gleichartige Namen und Ueberlieferungen des Orients mit den einheimischen zu verschmelzen. Pflegte man doch später nicht allein den Königsstamm in Kolchis und Medien, sondern auch den von Armenien von Iason und Medea oder begleitenden Argonauten abzuleiten, die man nun nach dem Tode des Pelias von neuem nach Kolchis aufbrechen und von dort in das innere Asien erobernd vordringen ließIustin 42, 2. 3 vgl. Str. 1 , 45; 11, 503. 530, Vater Argonautenz. 1, 38 ff..

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