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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 73
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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e. Seine Stiftungen in Athen.

Wenn man Theseus den Gründer von Athen (οικιστὴς) nannte, so galt dieses vorzugsweise dem sogenannten Synoekismos, mit Beziehung auf welchen man kurz vor den Panathenaeen die Συνοίκια d. h. das Fest des allgemeinen Umzugs nach einem Punkte feierte (1, 168, [444]). Da nehmlich Attika bisher in vielen 298 zerstreuten Ortschaften (σποράδην), von denen die bedeutenderen ihre besondern Hestien und Prytaneen hatten, bewohnt gewesen war, so entstand jetzt durch Theseus die eine Hauptstadt (ὲν άστυ) mit einer städtischen Gemeinde und einem centralen Prytaneum, welches nördlich unter der Burg lag: eine in der Geschichte der Stadt Athen und in der des attischen Gesammtstaates ein für allemal Epoche machende VeränderungUeber Cic. de leg. 2, 2, 5 s. Schoemann opusc. 1, 170 sqq.. Eben deshalb galt er auch für den wahren Stifter der Panathenaeen, die von jetzt an wirklich das Centralfest des ganzen attischen Staates zu Ehren der obersten Landesgöttin und der übrigen sie umgebenden Landesgottheiten wurden. So weit liegen geschichtliche Vorgänge aus der Zeit der ionischen Stammesherrschaft in Attika zu Grunde, wie dieses namentlich daraus erhellt daß die ionischen Colonieen in Asien ihr Feuer von dem Prytaneum in Athen mitnahmen. Was aber nun weiter von demokratischen Anordnungen des Theseus erzählt wird daß er freiwillig auf die königliche Würde verzichtet und statt der βασιλεία eine πολιτεία eingeführt habe und daß er die ganze Gesetzgebung des Landes neu begründet, auch die ersten Münzen geschlagen habe, darin erkennt man deutlich genug die Zustände und Vorstellungen der Zeit unter Kimon und Perikles, welche den wiedergefundenen Urheber des attischen Staates auch für dessen weitere Entwickelung verantwortlich machen wollten. Doch pflegten die attischen Dichter und Künstler auch in dieser Beziehung an den einmal gegebenen Traditionen festzuhalten, wie Theseus denn namentlich in den Schutzflehenden des Euripides ein ganz entschiedener Demokrat istEurip. Suppl. 403 ff. vgl. Theophr. charact. 26, Paus. 1, 3, 2. Auch Aristoteles hatte sich in diesem Sinne ausgesprochen, Plut. Thes. 25. Man berief sich auf Il. 2, 547, wo Athen und diese Stadt allein δη̃μος genannt werde.. Im Cultus des Theseus hatte dieser Glaube dadurch einen Ausdruck gewonnen daß sein mitten in der Stadt gelegenes Grab und Heiligthum eine Zuflucht für die ihrer Herrschaft entlaufenen Sklaven und andre Bedrängte und Schutzflehende der niederen Klassen geworden warPlut.Thes. 36, Philochor. b. Et. M., Hesych v. Θησει̃ον, Schol. Arist. Eq. 1312. Am Feste der Theseen scheinen die Alten und Armen gespeist worden zu sein, Arist. Plut. 627 Schol..

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