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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 71
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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c. Androgeos und der Marathonische Stier.

Die Gegend von Marathon und Aphidnae scheint wie bemerkt das eigentliche Stammland der attischen Theseussage zu sein. Den letzteren Ort nennt die Sage vom Raube der Helena als die feste Burg des Theseus (S. 113) und dieses wiederholt sich in einer Erzählung, nach welcher Theseus zum Zuge nach Kreta von Aphidnae nach Athen kamSchol. Il. 18, 590.. Bei der Schlacht bei Marathon rief sich der Held zuerst aus der Erde aufsteigend seinen Landsleuten ins Gedächtniß zurück (Paus. 1, 15, 4) und der Freundschaftsbund mit Peirithoos so wie der Aufenthalt der Herakliden wird gleichfalls vorzugsweise in diese Gegend verlegt. So ist auch die Sage vom Marathonischen Stier in dieser Hinsicht bemerkenswerth, zumal da er ein Symbol orientalischen Ursprungs zu sein scheint und mit alten Erinnerungen an die Abhängigkeit von Kreta verbunden war. Ausdrücklich wird er mit dem Sonnenstier des Minos identificirt, welcher vom Herakles gebändigt in jene Gegend sich verlaufen habe, eine verheerende Plage für Menschen und Vieh (S. 200). Schon waren andre Helden demselben erlegen, da zieht Theseus gegen ihn, bändigt ihn wie früher Herakles gethan, führt ihn lebendig nach Athen und opfert ihn dort dem Apollo Delphinios, dessen Dienst und Heiligthum in Athen auch sonst wiederholt in der Geschichte des Aegeus und Theseus genannt wirdNach Plut. 12 wohnte Aegeus beim Delphinion. Nach Paus. 1, 27, 9 opferte Theseus den Stier der Burggöttin Athena, auch sah man auf der Burg eine Gruppe von Erz, Theseus mit dem Stier. Vgl. die Metope vom Theseustempel und Gerhard A. V. t. 162, Antiq. du Bosph. Cimm. t. LXIII a. 2.. 293 An die Erzählung von diesem Abenteuer knüpfte sich als Episode, wie bei dem Kampfe des Herakles mit dem Löwen die vom Molorchos, die von Kallimachos in einem besondern Gedichte ausgeführte Fabel von dem guten alten Mütterchen Hekale, die den schönen Jüngling, ehe er gegen den wilden Stier zieht, mit großer Liebe aufnimmt und pflegt und für seine glückliche Rückkehr dem Zeus Soter Opfer gelobt. Doch stirbt sie vor dem Wiedersehn, worauf Theseus ihr heroische Ehren und dem Zeus Hekaleios einen Dienst stiftete, zu welchem sich die umliegenden Demen bei gemeinschaftlichem Opfer zu versammeln pflegtenPlut. Thes. 14, Naeke Callimachi Hecale, Bonn. 1845 (Opusc. 2). Ueber den Demos ‛Εκαλὴ am Wege von Athen nach Marathon s. Roß a. a. O. 67..

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