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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 7
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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3. Argos.

Auch diese Landschaft ist außerordentlich reich an Sagen, ja sie ist so reich wie keine andre, man bedenke die ganze Folge der Mythenbildung, welche sich von Inachos und Io durch die Heraklessage bis Agamemnon und Diomedes hinabzieht. Pindar giebt Nem. 10 eine gedrängte Uebersicht dieses Reichthums, welcher seit dem alten Sagenschreiber Akusilaos von vielen Genealogen und Mythographen in der allgemeinen griechischen Sagengeschichte oder in besonderen localen Erörterungen vorgetragen wurde. Aeltere und jüngere Elemente sind dabei zu einem fortlaufenden Ganzen geschickt verwebt worden. Zu jenen gehören vorzüglich die symbolischen Grundzüge der Fabel von der Io, von Danaos und den Danaiden, von Perseus und seinen Abenteuern, welche auf die alten Culte der Landesgötter, den Zeus von Argos und Nemea, die Hera am Berge Euboea, die Athena von Argos, den lykischen Apollo und die auf vielen Höhen verehrte Artemis zurückweisen. Für etwas Jüngeres ist namentlich jene merkwürdige Beziehung der Io- und Danaossage auf Aegypten zu halten, welche als Merkmal einer späteren Sagenbildung 35 der Beziehung der thebanischen Kadmossage auf Phoenikien genau entspricht. Denn die schon bei Herodot so ausgemachte Gleichsetzung der argivischen Io und der aegyptischen Isis kann doch erst erfolgt sein nachdem Aegypten den Griechen näher bekannt geworden war, wie dieses für die Griechen überhaupt erst seit den Zeiten des Psammetich und Amasis der Fall war, worauf dieser Verkehr von den Argivern insbesondere durch Vermittlung ihrer Colonieen auf Rhodos betrieben wurdeHerod. 2, 154. 178. Vgl. O. Müller Orchom. 109 ff.. Und so ist auch die Verschmelzung der verschiedenen örtlichen Sagen von Argos, Tiryns und Mykenae offenbar erst durch die auf Chronologie und Genealogie bedachte Hand der Logographen erfolgt. Denn die Traditionen dieser drei alten, neben einander bestehenden Städte und Burgen von Argos, mit welchem Namen eigentlich die Landschaft und ein großer Theil des Peloponnes benannt wurde, lassen sich in den argivischen Fabeln noch sehr deutlich unterscheiden. Nach Argos gehören namentlich die Sagen vom Phoroneus und Danaos, nach Tiryns die vom Proetos, nach Mykenae die vom Perseus.

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