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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 69
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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a. Geburt und Jugend.

Sein Vater Aegeus d. i. eigentlich Poseidon wurde gewöhnlich ein Sohn des Pandion genannt (S. 156), aber von Einigen ein Sohn des Skyrios, was sehr bemerkenswerth ist, da es auf die Insel Skyros hinweist, wo demnach höchst wahrscheinlich ein alter Dienst des ionischen Poseidon bestanden hatApollod. 3, 15, 5, wo Heyne die Lesart Σκυρίου ohne Grund bezweifelt, s. Tzetz. Lykophr. 404 u. Plut. Thes. 35 ούσης αυτω̃ πρὸς τοὺς εκει̃ φιλίας καὶ χωρίων εν τη̃ νήσω πατρώων. Auch der Sturz des Theseus oder eines Sohnes des Poseidon ins Meer beruht vermuthlich auf alter Sage, desgleichen der des Aegeus, von welchem der Name des Aegeischen Meeres abgeleitet wurde, quod eo Aegeus pater Thesei se praecipitaverit, Paul. D. p. 24.. Nachdem die Pandioniden die Metioniden vertrieben haben, herrscht Aegeus in Athen. Aber seine Ehe bleibt ohne Kinder, daher er sich an das Orakel zu Delphi wendet, welches mit einem bildlichen Spruch antwortetNach Apollodor: ασκου̃ τὸν προύχοντα ποδάονα φέρτατε λαω̃ν μὴ λύσης πρὶν ες άκρον ’Αθηναίων αφίκηαι, vgl. Eurip. Medea 663 ff., Plut. Thes. 3. Aegeus in Delphi, Themis als Pythia b. Gerhard A. V. t. 328.. Da Aegeus diesen nicht versteht, wendet er sich an den weisen Pittheus in Troezen. Dieser macht ihn trunken und legt ihn seiner Tochter Aethra bei, einer Geliebten des Poseidon, die in derselben Nacht von diesem Gotte 288 empfängt, der eigentlich für den Vater des Theseus gehalten wurdeDie Sage von Troezen b. Plut. 6, vgl. Hygin f. 37. Poseidon in ionischer Bekleidung die Aethra verfolgend auf einem Vasenbilde bei Gerhard A. V. t. 12.. Er gab ihm die Macht von drei Wünschen, die nicht unerhört bleiben sollten (Eurip. Hippol. 46), und als Minos auf Kreta Zweifel in seine Abkunft von Poseidon setzte und um ihn zu prüfen seinen Ring ins Meer warf, tauchte Theseus alsbald unter und kam wieder herauf mit dem Ringe und einem goldnen Kranze, den ihm Amphitrite geschenkt hattePaus. 1, 17, 3, Hygin P. A. 2, 5, wo dieser Kranz identisch ist mit dem an den Himmel versetzten der Ariadne, die ihn vom Theseus bekommen habe..

Er bekommt den Namen Θησεύς, der verschieden erklärt wird, aber immer durch τιθέναι. Sein Erzieher ist Pittheus, dessen Sprüche der Weisheit und Tugend bei den Alten berühmt warenSchneidewin de Pittheo Troezenio, Gott. 1842. Für seinen Pädagogen galt Konnidas, dem in Athen am Tage vor den Theseen ein Bock als Todtenopfer dargebracht wurde, Plut. 4.. Die Palaestra übte seine Glieder und auf der Laute brachte er es bald zur Meisterschaft. Die Locken seines Vorderhauptes weihte er dem delischen ApollSchol. Il. 2, 11. Andre nannten den Apoll zu Delphi, wo es einen Platz Θησεία gab, und allerdings war auch dieser Apoll ionischer Nationalgott, s. S. 154. Diese Art das Haar zu scheeren hieß Θησηίς. Auf Bildwerken älterer Zeit findet sie sich auch oft bei andern Heroen., die des hintern Hauptes trug er lang, wie bei Homer die Abanten von Euboea das Haar tragen und wie es vermuthlich auch die ältere ionische Nationalsitte war. Als Aegeus in Troezen von der Aethra Abschied nahm, legte er sein Schwerdt und seine Sohlen unter einen schweren Felsen im Gebirge zwischen Troezen und Hermione. Sobald sein Sohn im Stande sei diesen Felsen zu heben, solle sie ihn mit dem Schwerdt und den Sohlen nach Athen schicken. Als Theseus sechszehn Jahre alt war, führte ihn die Mutter zu dem Felsen, nannte den Namen seines Vaters, und der Jüngling hob mit leichter Mühe den FelsenEin oft von den Künstlern gebildeter und gemalter Act, auf der Burg von Athen in einer Gruppe von Erz, Paus. 1, 27, 8. Das Vasenbild bei Gerhard t. 158 scheint den Abschied von der Aethra auszudrücken. Das Oertliche b. Paus. 2, 32, 7, nach welchem diese s. g. πέτρα Θησέως früher βωμὸς Σθενίου Διὸς genannt wurde und der dort entspringende Fluß Ταύριος.. 289

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