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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 67
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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VII. Die Herakliden.

So viele Herakliden es auch in späteren Zeiten gab, man zählte ihnen zu Liebe gegen siebenzig Söhne des HeraklesNach Plut. de frat. am. 21 waren es 68 Söhne, nach Antigon. Mirab. 111 (120) 71 Söhne und eine Tochter, nehmlich Makaria. Vgl. Apollod. 2, 7, 8., so war der Ruhm dieser Geschlechter doch bei weitem nicht so alt wie der der Aeakiden und Pelopiden, mit denen das älteste Epos sich so viel beschäftigt. Vielmehr scheint Herakles als Stammvater edler Geschlechter erst in den Stammbäumen der jüngeren Generationen figurirt zu haben und jedenfalls sind die dorischen Herakliden und die Erzählungen von ihrer sogenannten Rückkehr nach dem Peloponnes mit dem Rechtsanspruch an das Erbe oder die Eroberung ihres großen Ahnen ein Product erst der nachhomerischen Zeit.

Die Ilias weiß nur von Herakliden in Tiryns, auf Rhodos und auf Kos. In Tiryns leben nach dem Tode des Herakles seine Söhne und Enkel wie eine Familie. Da hat Tlepolemos, der Sohn der Astyocheia aus Ephyra am Flusse Selleeis, das Unglück den alten Likymnios, einen Halbbruder der Alkmene, aus Versehn zu erschlagenSein Name hängt zusammen mit dem der alten Feste Λίκυμνα s. Str. 8, 373, oben S. 55, [Anmerkung 168].. Also meidet er das Land, indem er sich mit vielem Volk einschifft und nach großen Beschwerden auf Rhodos landet, das er nun nach drei Stämmen mit den drei Städten Lindos Ialysos und Kameiros colonisirt und als glücklicher und 279 vom Zeus gesegneter König beherrschtIl. 2, 653–670. Nach Schol. Pind. Ol. 7, 42 wäre als Vater der Astyocheia nicht Phylas zu denken, sondern der Il. 2, 513 erwähnte Aktor.. Zum Zuge gegen Troja führte er neun Schiffe. Als er dort geblieben, wurden seine Gebeine nach Rhodos gebracht und ein Gegenstand religiöser Verehrung. So erzählt Pindar, welcher seine Mutter mit andern alten Schriftstellern nicht Astyocheia nennt, sondern Astydameia und eine Tochter des Amyntor aus der Gegend von PheraePind. Ol. 7, 20 ff. 77 ff., Schol. v. 36. 42, wo noch mehr Namen und Ueberlieferungen über die Mutter, 141 ff. von einem in Rhodos gefeierten Agon Τληπολέμεια., während man bei jener Stadt Ephyra am Flusse Selleeis gewöhnlich an die alte und berühmte Stadt in Epiros d. h. am Acherusischen See gelegene (1, 631) und ihren König Phylas dachteApollod. 2, 7, 6; 8, 2, Diod. 4, 36, Steph. B. ’Εφύρα, obwohl Andre bei dieser Stadt an die in Elis dachten, Str. 8, 338, vgl. Müller Proleg. 363 ff. Auch die Geschichte vom Tode des Likymnios wurde verschieden erzählt, vgl. Schol. Il. 2, 662, Schol. Pind. Ol. 7, 36. 46. 49. Er galt für einen Sohn des Elektryon und der Midea , der Eponyme der alten Burg Midea, welche wiederholt neben Tiryns genannt wird und b. Plin. 4, 17 für Mantinea herzustellen ist. Ueber den Inhalt des Euripideischen Likymnios ist nichts Näheres bekannt.. So unsicher blieben diese durch sehr verschiedene Rücksichten bestimmten genealogischen Ueberlieferungen.

Die Herakliden von Kos sind die beiden Söhne des Thessalos, Pheidippos und Antiphos, welche von Kos und den benachbarten Inseln mit dreißig Schiffen gegen Troja ziehenIl. 2, 676–680.. Gewöhnlich galt dieser Thessalos für einen Enkel des Königs Eurypylos, dessen Tochter Chalkiope nach dem Tode des Vaters die Beute des Herakles geworden (S. 237). Doch gingen Andre auch hier auf Epiros und Ephyra zurück, indem sie beide Söhne des Thessalos oder einen von ihnen nach der Rückkehr von Troja dahin verschlagen und später einen jüngeren Thessalos über den Acheloos nach Thessalien einrücken lassen, dessen der Homerischen Dichtung unbekannter Name auf diese Weise durch jenen Herakliden erklärt wurdeStr. 10, 444, Vell. P. 1, 3, Polyaen 8, 44, Schol. Apollon. 3, 1090 u. A. Der Peplos des Aristoteles 39 (27) kennt sogar die Grabschrift von beiden in Ephyra. Andre nannten den Eponymen von Thessalien einen Sohn des Haemon, Steph. B. Αιμονία.. Auch gab es in Thessalien edle Geschlechter, namentlich das der Aleuaden, welche sich so gut wie die spartanischen Könige der Abkunft vom Herakles rühmtenPind. P. 10 z. A., Buttmann Mythol. 2, 247 ff. Auch der Thessaler Eurylochos, der Anführer im krisaeischen Kriege, galt für einen Herakliden, während sich auf Kos die beiden edlen Geschlechter der Asklepiaden und Herakliden vielfach verschwägert hatten, so daß Hippokrates sich der Abkunft sowohl vom Herakles als vom Asklepios rühmen durfte..

280 Die älteste Kunde von den dorischen Herakliden war die des jüngeren Hesiodischen Gedichtes AegimiosO. Müller Dor. 1, 28. Vgl. oben S. 252., wo von diesem mythischen Könige der Dorier erzählt wurde daß er aus Dankbarkeit gegen Herakles dessen Sohn Hyllos adoptirt und nach diesem und seinen beiden eignen Söhnen Pamphylos und Dymas die drei dorischen Phylen benannt habe. Hyllos galt für den Sohn der Deianeira, der sich nach dem Tode des Vaters mit der Iole, der Tochter des Eurytos von Oechalia vermählt und mit dieser den Kleodaeos zeugtAuch von diesem wußte Hesiod, Schol. Apollon. 1, 824. Den Namen ‛Ύλλος hielten die Alten für einen lydischen, Paus. 1, 35, 6, Schol. Il. 24, 616 vgl. den Ζεὺς ‛Ύλλος einer karischen Inschrift Bullet. Arch. 1853 p. 143. Müller combinirt ihn bekanntlich mit dem der illyrischen Hylleer, Dor. 1, 11.. Dessen Sohn war Aristomachos, der Vater der drei Herakliden Temenos Aristodemos und Kresphontes, unter denen die Dorier den Peloponnes eroberten. Eine der wichtigsten Thatsachen der älteren griechischen Geschichte, von welcher es eine einfach historische Ueberlieferung giebtHerod. 1, 56, Thukyd. 1, 12, Ephor. b. Steph. B. v. Δυμα̃νες, Str. 9, 427, Schol. Pind. P. 1, 121. und eine mythische, in welcher das Geschichtliche mit oetaeischen, attischen und thebanischen Fabeleien seltsam vermischt ist. Nach denselben fanden alle Herakliden oder der größere Theil derselben nach der Apotheose des Herakles zunächst Aufnahme bei dem guten Könige Keyx in TrachisNach Soph. Tr. 1151 ff. befand sich Alkmene mit einigen Herakliden in Tiryns, andre befanden sich in Theben, endlich Hyllos u. A. am Oeta. Nach Pherekydes b. Anton. L. 33 wurden die Herakliden vom Eurystheus aus Tiryns vertrieben. Hekataeos b. Longin de subl. 27 weiß von ihrer Vertreibung aus Trachis., welcher sie aber auf die Länge gegen die Nachstellungen des noch immer feindseligen Eurystheus nicht zu schützen vermochte. Sie suchten und fanden also nun Schutz in der attischen Tetrapolis, wo man vorzüglich in Marathon, dem Orte eines alten Heraklesdienstes (S. 259) und in Trikorythos von ihren Niederlassungen erzählteDeshalb verschonten die Spartaner im peloponnesischen Kriege die Tetrapolis, Diod. 12, 45, Schol. Soph. O. C. 701.. Als Eurystheus sie auch da nicht leiden will, kommt es unter dem Oberbefehl des Theseus oder seines Sohnes Demophon, nachdem 281 Makaria, eine Tochter des Herakles und der Deianeira, sich freiwillig geopfert, zu einem Treffen mit jenem alten Gegner des Herakles, im welchem Iolaos Wunder der Tapferkeit verrichtet und seinen endlichen Tod findetStr. 8, 377. Nach der thebanischen Sage fiel Eurystheus durch Iolaos, welcher schon gestorben zu diesem Kampfe noch einmal aus seinem Grabe aufersteht, Pind. P. 9, 79 ff. Schol.. Eurystheus wird auf der Flucht bei den skironischen Felsen vom Hyllos ereilt und erschlagen, der Kopf des Erbfeindes von ihm der Alkmene gebracht, welche seine Augen mit ihren Haarnadeln ausgräbt. So dichtete Euripides in den Herakliden sammt andern Tragikern und Lobrednern Athens, bei denen der Schutz, welchen Theseus den bedrängten Kindern seines Freundes gewährt habe, bald zu den stehenden Phrasen gehörte. Doch ist es sicher daß die Grundzüge der Sage zur Zeit der Perserkriege bereits feststandenHerod. 9, 27. Vgl. Paus. 1, 32, 5; 44, 14, Apollod. 2, 8, 1, Diod. 4, 57, Müller Dor. 1, 54 ff. Der Altar des Mitleidens (βωμὸς ’Ελέου), bei welchem die Herakliden in Athen Schutz gesucht haben sollen, stand auf dem Markte in der Nähe des Altars des Zeus Agoraeos..

Nach dieser Schlacht und dem Tode des Eurystheus sollen die Herakliden eine Zeitlang in Theben gewohnt haben, wo Alkmene ihren Tod fand und auf wunderbare Weise vom Zeus nach Elysion entrückt wurde, um dort mit dem frommen Rhadamanthys vermählt zu werdenPherekydes b. Antonin. L. 33. Ein Epigramm auf den verklärten Herakles, wie er seine verklärte Mutter nach Elysion führt, um sie dem Rhadamanthys zu vermählen, Epigr. Cyzic 13. Vgl. Marcell. ad Regill 59 ff., wo Alkmene neben der Semele in Elysion genannt wird. Im Kynosarges ein Altar der Alkmene und des Iolaos Paus. 1, 19, 3, Hebe und Alkmene in der Nähe des attischen Demos Aexone C. I. n. 93. 214., die Hocherhabene, in vielen Liedern als Zierde der Frauen Gefeierte, in der Nähe von Theben und in andern Gegenden gleich einer Göttin Verehrte. Andre dachten sie sich auf dem Olymp mit ihrem Sohne vereint, wie Semele mit dem DionysosGerhard hyperb. röm. Stud. 1, 304. Alkmene auf dem Scheiterhaufen um gleich dem Herakles erhöht zu werden, Nouv. Ann. de l'Inst. 1 pl. 10.. Aus jener Sage ist mit der Zeit die Landessage von einer Niederlassung des Rhadamanthys in Boeotien und von einer zweiten Vermählung der Alkmene mit ihm gewordenPlut. Lys. 28, Apollod. 2, 4, 11.. In Theben soll das alte Geschlecht der Aegiden sich der Rückkehr der Herakliden in den Peloponnes angeschlossen habenEphoros b. Schol. Pind. P. 5, 92. 101, I. 6, 18..

282 Da das delphische Orakel befohlen hatte »die dritte Frucht« abzuwarten, versucht Hyllos nach Ablauf von drei Jahren die Rückkehr auf directem Wege über den Isthmos. Doch wird er vom Atreus, dem Nachfolger des Eurystheus zurückgeschlagen und fällt selbst im Zweikampfe mit Echemos, dem tapfern Könige von Tegea, an der megarisch-korinthischen GrenzeEine alte Ueberlieferung, Herod. 9, 26, Schol. Pind. Ol. 11 , 79, Paus. 1, 44, 14.. Das Orakel hatte nicht die dritte Frucht des Landes, sondern die des Geschlechts gemeint, daher der Enkel des Hyllos, Aristomachos, der Sohn des Kleodaeos, von neuem in den Peloponnes einzudringen versucht, jetzt mit einem Orakel ausgerüstet welches ihm auf der »Wasserenge« den Sieg verheißen hatte. Neuer Irrthum, denn das Orakel hatte nicht den Isthmos gemeint, sondern die Meeresenge von Rhion und Antirrhion, daher auch Aristomachos zurückgeschlagen und selbst von Tisamenos, dem Sohne des Orest, der jetzt in Myken herrscht, getödtet wird. Also zieht sein Sohn Temenos mit seinen beiden Brüdern Aristodemos und Kresphontes über Lokris, indem er sich in Naupaktos einzuschiffen versucht, aber auch dabei wegen der Erschlagung des Weissagers Karnos durch den Herakliden Hippotes (1, 198) vom Unglück verfolgt wird. Das Orakel legt diesem die gewöhnliche Flucht von neun Jahren auf und befiehlt zugleich »den Dreiäugigen« zum Führer zu nehmen, der sich im Oxylos von Elis findet, da dieser ihnen aus seiner Heimath flüchtig auf einem einäugigen Pferde begegnetPaus. 5, 3, 5, Polyaen 1, 9. Nach Apollodor war Oxylos selbst der Einäugige. Er bekam zum Lohne für seinen Dienst die Landschaft Elis. Ueber die Ueberfahrt bei Naupaktos Str. 9, 427, Steph., Suid. v., Bekk. Anekd. 305 σταμματιαι̃ον, μίμημα τω̃ν σχεδίων, αι̃ς έπλευσαν οι ‛Ηρακλει̃δαι τὸν μεταξὺ τω̃ν ρίων τόπον, vgl. Hesych v. στεμματιαι̃ον, Müller Dor. 2, 344, 2.. Jetzt kommt es von neuem zur Schlacht, in welcher die Herakliden siegen und Tisamenos fällt. So geht der Zug weiter durch Arkadien in das Herz der Halbinsel, achtzig Jahre nach der Zerstörung von Troja. Endlich die Theilung, bei welcher die drei Herakliden drei Altäre des Zeus Patroos errichten, auf diesen opfern und darauf um die drei Haupttheile loosen, Argos Lakedaemon und Messene. Jeder wirft ein Loos in ein mit Wasser gefülltes GefäßEine gewöhnliche Art zu loosen, s. O. Jahn b. Gerhard D. u. F. 1860 S. 83., Temenos und die beiden Söhne des Aristodem, welcher unterwegs gestorben warDie Spartaner wollten von dieser Ueberlieferung »der Dichter« nichts wissen, sondern behaupteten daß Aristodemos selbst, der Sohn des Aristomachos, sie in ihr Land geführt habe, Herod. 6, 52., einen Stein, 283 Kresphontes eine Erdscholle, die sich im Wasser auflöst. Daher fällt ihm der fetteste Theil d. h. Messene zu, Argos dem Temenos, Lakedaemon dem Eurysthenes und Prokies, von denen sich die beiden Königsstämme in Sparta ableitetenAuf den drei Altären sollen sich drei Thiere gefunden haben, welche die Eigenthümlichkeit der drei Theile sinnbildlich darstellten, eine Kröte als Sinnbild von Argos, dessen Herrscher am besten thun würden zu Hause zu bleiben, ein Drache als das von Sparta und seinen furchtbaren Angriffen, ein Fuchs als das der listigen Messenier. In Sparta war das Andenken und der Cult des Herakles αρχηγέτης sehr lebendig, s. Xenoph. Hellen. 6, 3, 6, Diog. L. 1, 117, Tyrtaeos fr. 2 u. 11 ‛Ηρακλη̃ος γὰρ ανικήτου γένος εστέ.. Endlich erzählte die Sage von düstern Katastrophen in dem Hause des Temenos und in dem des Kresphontes, welche Euripides gleichfalls in Tragödien behandelt hatteEr dichtete einen Kresphontes, eins seiner vorzüglichsten Stücke, dessen Heldin die auch durch Vasenbilder und andre Bildwerke gefeierte Merope war, O. Jahn b. Gerhard D. u. F. 1854 n. 66, Temeniden und einen Archelaos, s. Nauck tr. gr. p. 339. 395. 463., sammt der wunderbaren Geschichte des Archelaos, eines Sohns des Temenos, der von seinen Brüdern vertrieben nach Makedonien kam und dort durch seine außerordentlichen Thaten die Krone gewann. Daher die Herakliden in Makedonien, zu denen sich nicht allein der königliche Stamm mit Alexander d. Gr. rechnete, dessen Münzen das Bild des Herakles durch alle Welt trugen, sondern auch die Ptolemaeer in AlexandrienUeber den Herakleskopf auf den M. Alexanders d. Gr. s. L. Müller Numism. d' Alex. le Grand p. 12 sqq., nach welchem dieser Kopf sein eignes Porträt nicht auf den von ihm selbst, sondern erst auf späteren, namentlich nach seinem Tode von einigen Städten geschlagenen ist. Der Stammbaum der Ptolemaeer b. Meineke Anal. Al. 346..

Ferner gab es verschiedene Stämme von Herakliden in Kleinasien, in Lydien das alte Königsgeschlecht, welches sich vom Herakles und der Omphale ableitete, in Mysien die vom Stamme des Herakles und der Auge und ihrem Sohne Telephos, und noch andre in KarienSteph. B. Βάργασα. Ein Heraklide aus Mylasa Herod. 5, 121.. Die Ueberlieferungen von der Nachkommenschaft des Herakles und der Omphale standen in späterer Zeit keineswegs festHerod. 1, 7 nennt den Sohn des Herakles ’Αλκαι̃ος, die Schol. Il. 24, 616 ’Αχέλης, Steph. B. ’Ακέλης nach Hellanikos ’Ακέλης, Apollod. 2, 7, 8 ’Αγέλαος mit dem Zusatze όθεν καὶ τὸ Κροίσου γένος, Steph. B. v. Βάργασα nennt ihn Λάμος, Palaeph. 45 Λαομήδης. Zwei Städte in Lydien Namens Herakleia kennt Steph. B., ja man dehnte diesen Stamm 284 im Widerspruch mit den Angaben des Herodot auch über die ältere und jüngere Dynastie von Sardes aus, so daß nun auch Tyrrhenos oder Tyrsenos, der Eponym der Tyrrhener in Griechenland und Italien, zu diesem Stamme gerechnet werden konnte. Daher es später in Argos hieß daß bei der Rückkehr der Herakliden ein Abkömmling des Herakles und der Omphale, Hegelaos, der Sohn des Tyrsenos, die Feinde durch den Schall seiner Trompete erschreckt und das Heiligthum der Athena Salpinx gegründet habePaus. 2, 21, 3, Schol. Il. 18, 219, wo Μάλεως herzustellen ist vgl. Hesych v. αιώρα u. Str. 5, 225, wo der Ort Regis villa in Etrurien so heissen soll von Μάλεως, einem Sohne des Pelasgos, welcher sich mit seinen Pelasgern von dort nach Athen gezogen habe., während in Italien Tyrrhenos bald ein Sohn des Herakles und der Omphale genannt wurde, bald ein Sohn des mysischen TelephosStr. 5, 219, Dionys. H. 1, 28, Röm. Mythol. 641. 666..

Endlich rühmte sich auch die Insel Sardinien ein Erbe des Herakles und von Herakliden bevölkert zu sein, und zwar von den Söhnen der funfzig Thespiaden zu Thespiae in Boeotien, von denen sieben in Thespiae, drei in Theben geblieben, die übrigen vierzig aber unter der Anführung des Iolaos von Herakles nach Sardinien gesendet worden seien, wo Herakles und Iolaos eifrig verehrt wurdenS. oben S. 180 u. Diod. 4, 29. 30, Apollod. 2, 7, 6, Paus. 7, 2, 2; 10, 17, 4, Aristot. Mirab. 100. Eine Stadt Herakleia auf Sardinien kennt Steph. B., einen Portus Herculis gab es im Süden der Insel, im Norden hieß die Insel Asinara sonst Herculis Insula. In dem alten Olbia, jetzt Terranova, wo man sich attischer Ansiedlung rühmte (Thespiae ward zu Attika gerechnet und Thespios galt für einen Sohn des Erechtheus), ist neuerdings ein bärtiger Herakles in Bronze gefunden, vgl. Bullet. Arch. Rom. 1858 p. 42. Auch zu Cumae in Italien fabelte man von den Thespiaden, Fest. p. 266 Romam.. Indessen ist diese Sage zu einer griechischen offenbar erst durch Verwechselung des libyphoenikischen Iuba oder Iubal mit dem griechischen Iolaos geworden, dessen Name sehr verschieden ausgesprochen wurdeAuf einer Vase heißt er Fιόλαfος, bei Terentian Violeus, auf einem etrusk. Spiegel Vilae, im attischen Dialekt ’Ιόλεως. Ueber den libyphoenikischen Iuba, Iubal, Iarbal, welcher dem griechischen Asklepios entspricht, s. Movers Phön. 2, 2, 506, Stark. Leipz. Ber. 8, 32 ff., wie denn auch der Herakles, als dessen Sohn der Eponym und Ktistes der Insel Sardus Pater auf Sardinien verehrt wurde, sicher der phoenikische und punische warPaus. 10, 17, 2, wo der Führer der libyschen Ansiedlung auf Sardinien heißt Σάρδος ο Μακήριδος, ‛Ηρακλέους δὲ επονομασθέντος υπὸ Αιγυπτίων τε καὶ Λιβύων d. i. Makar, ein andrer Name für Melkart s. oben S. 169, [Anmerkung 612]. Vgl. Sil. Ital. 12, 359 und den Sardus Pater auf sardinischen Münzen b. Eckhel D. N. 1 , 270; 5, 245, R. Rochette Herc. Assyr. pl. 5. Σαρδοπάτορος ιερὸν Ptolem. geogr. 3, 3.. Also wird auch der auf Sicilien in 285 verschiedenen Gegenden und namentlich von den eingebornen Hirtenstämmen verehrte Iolaos, wie der Heraklesdienst an vielen Stellen, für eine Folge der phoenikischen und punischen Cultur zu halten seinDiod. 4, 24. 30..

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