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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 4
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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2. Theben.

Das hohe Alterthum und die außerordentliche Bedeutung dieser alten Hauptstadt von Boeotien tritt nirgends so sehr als in der griechischen Sagengeschichte hervor; sie ist in dieser neben Argos im Peloponnes durchaus die erste Macht und die fruchtbarste Mutter der verschiedensten Ueberlieferungen. Auch die Blüthen der heroischen Cultur, Musik und Dichtkunst, müssen hier sehr früh gereift sein, da die thebanischen Sagen z. B. von Kadmos und Harmonia, von Amphion und Zethos, von Dionysos und Semele, vom Aktaeon, vom Pentheus u. A. eine alte Schule des lyrischen Gesanges verrathen und immer zu den beliebtesten gehörtenPindar dichtete einen Hymnos an die Thebaner, in welchem viele von diesen Sagen berührt wurden. Vgl. auch den Eingang zu Isthm. 7 und Stat. Theb. 8, 227 ff. Unter den speciellen Bearbeitungen der thebanischen Sagen war die des Alexandriners Lysimachos viel im Gebrauch. Neuerdings sind sie mit großer Gelehrsamkeit bearbeitet worden von R. Unger Thebana Paradoxa 1. Hal. Sax. 1839.. Und so ist auch das thebanische Epos ein sehr reiches, woran sich wieder die vielen Tragödien verwandten Ursprungs anschließen. Doch werden wir auf diese von dem Epos durchgearbeiteten Stoffe erst später zurückkommen und hier nur die Sagen berühren, welche sich auf die Ursprünge Thebens beziehen. Es sind dieses die vom Kadmos und die von Amphion und Zethos. Jener galt für den Urheber der Kadmeia d. h. der ältesten Stadt und aller ältesten Landescultur, auch für den ersten König und den Stammvater des königlichen Geschlechts der epischen Sage, neben welchem die Geschlechter der Sparten auch wenigstens durch ihn entstanden waren, endlich für den Vater jener berühmten Heroinen, der Semele, der Ino, der Autonoe, der Agaue, mit welchen sich die Sagen und Gottesdienste des Landes, namentlich die des bacchischen Kreises so viel beschäftigten. Amphion und Zethos, die Söhne der Antiope, einer Tochter des Asopos, sind keine eigentlichen Thebaner, da ihre Heimath vielmehr die Gegend von Eleutherae und Hysiae am Kithaeron und an der attisch-boeotischen Grenze ist. Doch war ihre wesentliche Bedeutung in der Landessage die, daß sie die Stadt Theben, welche von der Kadmeia, der Burg und Altstadt, wohl zu unterscheiden ist, zuerst mit Mauern und den berühmten sieben Thoren umgeben hatten. 22

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