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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 39
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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h. Pandion und sein Geschlecht.

Dieser Pandion, der mehr der megarischen als der attischen Sage angehörte, galt in Athen für den Sohn des Kekrops, jenes eingeschobenen ältesten Sohnes des Erechtheus, der von seinen Vettern, den Metioniden, vertrieben sich nach Megara geflüchtet habe. Hier wird er erst Gemahl der einheimischen Königstochter, dann selbst König und Vater des Aegeus, Pallas, Nisos und Lykos, von denen aber Aegeus nicht für einen ächten Sohn des Pandion gehalten wurde. Diese vier Pandioniden ziehn darauf gegen die Metioniden in Athen, vertreiben sie und theilen sich in Attika, so daß dieses nun in vier Theile zerfiel: eine der wenigen Thatsachen, worüber alle gewichtigeren Atthidenschreiber einig waren, obwohl die Grenzen jener vier Gebiete sehr verschieden angegeben wurdenApollod. 3, 15, 5, Strabo 9, 392, Schol. Arist. Lysistr. 58. Nach Sophokles b. Philoch. bekam Aegeus ακτὰς τη̃σθε γη̃ς d. h. Athen und sein Gebiet mit der Küste, Lykos τὸν αντίπλευρον κη̃πον Ευβοίας, Nisos τὴν όμαυλον χθόνα Σκείρωνος ακτη̃ς, endlich Pallas τὸ πρὸς νότον. Philochoros bestimmte das Gebiet des Nisos απὸ ’Ισθμου̃ μέχρι του̃ Πυθίου, womit die Angabe b. Schol. Arist. übereinstimmt, Aegeus habe bekommen τὴν παρὰ τὸ άστυ μέχρι Πυθίου. Andron gab als Grenze an das Thriasische Gefilde, welches gleich jenseits des Passes beim Kloster Dafni begann.. Aegeus bekam Athen mit der Kephissosebene und dem Küstenstrich bis zum Pythion d. h. wahrscheinlich dem Heiligthume des Apollo beim Kloster DafniBd. 1, 206, [570]., Pallas den Süden der Halbinsel, Lykos die Diakria mit der Tetrapolis und den dortigen Apollinischen Heiligthümern, welche 157 die Sage von ihm wie die vom Xuthos erklärenPythion zu Oenoe, Delion und ein Altar des pythischen Apoll zu Marathon, dessen Eponym für einen Sohn Apollons galt, Schol. Soph. O. C. 1047, Suid. Μαραθών. Lykos ist ein Sinnbild des lykischen Apoll wie Xuthos das des pythischen, Bd. 1, 195, [530]., endlich Nisos den Isthmos und Megara. Doch sollten sich die Brüder dieser neuen Ordnung nicht lange erfreuen, da Lykos von Aegeus vertrieben nach Kleinasien flüchtete, Nisos und Megara dem Minos fiel, endlich Aegeus sowohl durch die Pallantiden als durch Minos in schwere Bedrängniß gerieth, aus welcher ihn erst sein Heldensohn Theseus zu befreien vermochte. Die Metioniden d. h. die Nachkommen des Metion, des jüngsten Sohns des Erechtheus, zu denen auch Daedalos, der Repräsentant der attischen Hand- und Kunstarbeit gehörte, scheinen eigentlich die Handwerker in der Bedeutung eines eignen politischen Verbandes zu sein, wie diese in den alten attischen Ueberlieferungen denn auch sonst in solchem Sinne erwähnt werdenΜητίων von μη̃τις. Bei Plato Ion 533 A ist Daedalos Sohn des Metion, b. Diod. 4, 76 dieser Sohn des Eupalamos d. h. des geschickten Handarbeiters, und Eupalamos S. des Erechtheus. Aber bei Apollodor u. A. ist die Folge diese: Erechtheus, Metion, Eupalamos, Daedalos. Apollod. 3, 15, 5 kennt auch eine T. des Eupalamos Namens Μητιάδουσα, als Mutter des Pandion. Vgl. den Demos der Δαιδαλίδαι und die ionische Phyle der ’Εργάδεις d. h. δημιοεργοί..

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