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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 30
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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h. Atymnos und Miletos.

Hat uns die Sage vom Sarpedon nach Lykien geführt, so gehören diese beiden dem Volke der Karer, obgleich auch die Sage von ihnen bei den Alterthümern von Kreta und bei der Geschichte der Europa und ihrer Söhne anknüpft. Atymnos oder Atymnios wurde in Gortys als Bruder der Europa verehrt und als einer welcher sich sichtbar darstelle, vorzüglich am Abend, wo seine Erscheinung die erhabenste seiSolin 11. Idem Gortyni et Atymnum colunt Europae fratrem, ita enim memorant. Videtur hic et occurrit, sed die iam vesperato augustiori se facie visendum offerens. Ein Bruder der Europa, sofern auch diese gewöhnlich zwar eine T. der Telephassa, aber von Einigen die der Kassiepeia genannt wurde, Eustath Il. 989, 35.: das ist deutlich genug der Abendstern, welcher unter dem Namen Phaethon neben der kyprischen Aphrodite, einer andern Gestalt der Astarte, verehrt wurde (, 267). Man nannte den Atymnos einen Sohn der Kassiepeia und des Phoenix, oder vielmehr eigentlich des Zeus in der Gestalt des PhoenixSchol. Apollon. 2, 178, Clem. Homil. 5, 13 vgl. Recognit. 10 p. 54 ed. Burs.. Auch kannte man ihn als Liebling des Sarpedon, der seinetwegen mit Minos zerfallen seiApollod. 3, 1, 2., oder des Apollo, der ihn als einen früh Verstorbenen mit bitterem Weh beklagt habe, wie man denn auf Kreta dem Atymnos ein eignes Trauer- und Klagefest feierteNonnos 19, 180 vgl. 12, 217 und 11, 131. 258, wo Φοι̃βος ’Ατύμνιος mit diesem Beinamen, Clem. Ro. Hom. 5, 15 (1, 208, [577]), wo Τύμνιος d. i. ’Ατύμνιος unter den Lieblingen des Apoll genannt wird.. Doch war seine 134 Verehrung auch in Karien einheimisch, da ohnehin der Name ein wesentlich karischer ist’Ατύμνιος und Μάρις, Söhne des Amisodaros , im Gefolge Sarpedons vor Troja, Il. 16, 317 ff. Sonst war Τύμνης ein karischer Name Herod. 5, 37; 7, 98, auch Τύμνος und Τυμνησὸς für Städte, Steph. B. Der in Karien ansässige und verehrte Kreter vom Stamm des Rhadamanthys Namens Αθύμβρος oder Θύμβρος b. Et. M. ’Άκαρα ist wahrscheinlich Atymnos, Höck Kreta 2, 327.. Auch ist er höchst wahrscheinlich identisch mit dem schönen Knaben Miletos, von dem man gleichfalls sowohl auf Kreta als im kleinasiatischen Karien erzählte; denn auch auf Kreta gab es eine Stadt Miletos oder MilatosIl. 2, 647, Strabo 10, 479; 12, 573; 14, 634, nach welchem diese Stadt von Lyttos zerstört wurde. Doch existiren οι Μιλάτιοι neben den Lyttiern noch in der Inschrift von Dreros aus makedonischer Zeit, wo Milet und Dreros in einem Grenzstreit begriffen sind, s. Philol. 9, 709., welche sich des Milet als ihres Urhebers rühmte und für die Metropole des berühmteren Milet am Maeander galt. Den Knaben Miletos aber hielt man für einen Sohn des Apollo und der Areia oder der Akakallis und für die Ursache der Entzweiung zwischen Minos und Sarpedon, weil beide Brüder ihn gleich sehr geliebt hättenAreia eine T. des Kleochos, Akakallis die des Minos, s. Apollod. 3, 1, 2, Antonin. Lib. 30, nach welchem Milet von der Mutter im Walde ausgesetzt und dort von Wölfen, den Thieren seines Vaters Apoll, genährt wurde, vgl. die M. von Kydonia b. Eckhel D. N. 2, 310. Nach Schol. Apollon. 1, 186 galt er für einen Sohn des Euxantios s. oben S. 127, [Anmerkung 450], nach Ovid M. 9, 443 für einen S. des Apoll und der Deione. Den Namen erklärte man ότι εκρύβη απὸ τη̃ς μητρὸς εν μίλακι.. Er aber habe sich zum Sarpedon gehalten, daher er mit diesem oder mit seiner Unterstützung von Kreta entflieht, bei nächtlicher Weile und auf einem Kahn, zunächst nach Samos, wo es auch eine Stadt Milet und eine Sage von der Europa gabAsios hatte nach Paus. 7, 4, 2 gedichtet ως Φοινικι εκ Περιμήδης τη̃ς Οινέως γένοιτο ’Αστυπάλαια καὶ Ευρώπη. Vgl. Schol. Apollon. l. c., darauf nach Karien. Hier wurde sein Name verewigt durch die Gründung jener gewaltigen Handelsstadt, die man bald ihm bald seinem Sohne bald dem Sarpedon zuschrieb, des berühmten Milet mit seinen vier Häfen und seinen über den ganzen Pontos Euxinos und die Propontis und viele andre Gegenden verbreiteten Colonieen, welche den Namen des Gründers zu einem der berühmtesten in der Geschichte des alten Handels gemacht haben. Schon zur Zeit der Karer und Leleger war dieses Milet eine ansehnliche Stadt gewesenIl. 2, 867 ff. Aelian V. H. 8, 5., doch gelangte es erst durch die Ionier auf die 135 Höhe seines Ruhms im gewerblichen Verkehr sowohl als in der Wissenschaft und Kunst. Nach karischen Legenden erzählte man daß in dieser Gegend zuerst Anax d. h. der Herr, ein Sohn der Erde, darauf dessen Sohn Asterios als König geherrscht habePaus. 1, 35, 5; 7, 2, 3, Steph. B. v. Μίλητος.. Dann sei Miletos von Kreta gekommen und habe die Stadt gegründet, oder, wie Andre erzählten, er habe Oikus mit einem berühmten Heiligthum der Aphrodite und erst sein Sohn Keladon habe Milet auf einer Insel gegründet, welche darauf mit Oikus durch eine Brücke verbunden wurdeSchol. Dionys. P. 825. Als Geliebte des Milet wird hier genannt Δοίη η Μαιάνδρου, wofür wohl zu lesen Ειδοθέα. Κελάνδων ist der Rauschende, also der Maeander bei Milet. Ueber Οικου̃ς und das H. der Aphrodite s. Bd. 1, 266, [760]; 283, [821].. Die andern Kinder des Milet, ihm von einer Tochter des Flusses Maeander geboren, sind das durch seine unglückliche Liebe bekannte Zwillingspaar Kaunos und Byblis, von welchen jener die Schwester und das Haus des Vaters meidend nach Lykien auswanderte und die Stadt Kaunos gründete, Byblis aber, nachdem sie lange in wilder Verzweiflung den Bruder gesucht hatte, in Thränen schmelzend zur Quelle Byblis und eine Gespielin der Hamadryaden wurdeAntonin. Lib. 30 nach Nikander, wo Ειδοθέα η Ευρύτου d. h. des Wohlströmenden wieder die T. des Maeander ist, Parthen. 11 (Meineke Anal. Al. 313), Ovid M. 9, 453–665, welcher Cyanee f. Maeandri als Mutter nennt, Konon 2, Schol. Theokr. 7, 115..

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