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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 19
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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a. Tyndareos und Leda.

Tyndareos ist seinem Namen nach der Schläger, StößerΤυνδάρεος oder Τυνδάρεως von demselben Stamme wie Τυδεύς, G. Curtius Grundz. 1, 192. Vgl. Iupiter Pistor Röm. Myth. 173., vielleicht nur ein alter Beiname des Zeus vom Taygetos. Der der Leda (Λήδα) erklärt sich am natürlichsten durch ein in lykischen Inschriften wiederholt gebrauchtes Wort lada d. i. Weib oder Frau, ein Wort des karisch-lelegischen Sprachstammes, wie es scheint, welches vermuthlich auch bei dem Namen der Leto, der Mutter des Apollo und der Artemis, zu Grunde liegtFellows discov. in Lycia 475. Auch die karische Insel Λάδη, früher Λάτη (Plin. 5. 135), wird daher ihren Namen haben, desgleichen der Fl. Ληθαι̃ος in Karien und auf Kreta. Ueber Λήτω s. Bd. 1, 184.. Also wird Leda, die Mutter der Tyndariden und der Helena, ursprünglich eine Göttin gewesen sein, welche erst später zur Heroine geworden ist, sie und ihre Kinder; wobei zu bedenken daß jene ältere Bevölkerung lelegischen Stammes dereinst auf den Inseln und an den Küsten von Griechenland weit verbreitet und mächtig gewesen war, später aber den Hellenen weichen mußte. Daher die Erzählungen von diesen über beide, Tyndareos und Leda, 91 wenig Aufschluß geben. Tyndareos gilt immer für den Bruder des Ikarios, seltner für den des HippokoonApollod. 3, 10, 4, Diod. 4. 33. Ueber ’Ικάριος oder ’Ικαρίων s. Bd. 1, 525.. Dieser, ein gleichfalls alter Name in den lakonischen Ueberlieferungen, dem wir in der Heraklessage wieder begegnen werden, soll Tyndareos vertrieben haben, worauf derselbe in Messenien oder in Aetolien eine Zuflucht suchte und sich hier mit der Leda vermählte, welche nach der gewöhnlichen Ueberlieferung für eine Tochter des aetolischen Königs Thestios galtPaus. 3, 1, 4, Apollod. 3, 10, 5, Schol. Apollon. 1, 146. Daher auch Helena hin und wieder für eine Aetolerin gilt, Lykophr. 143 τη̃ς πενταλέκτρου θυιάδος Πλευρωνίας vgl. Paus. 3, 13, 5.. Erst nachdem Herakles den Hippokoon und seine kriegerischen Söhne, die Hippokoontiden vernichtet hat, kehrt Tyndareos wieder nach Lakonien zurück, wo er also erst durch Herakles König wird, nach Einigen unter der Bedingung daß er diese Würde für die Herakliden aufbewahreDiod. 4, 33.. Also offenbar eine Combination der Zeit nach der Heraklidenrückkehr. Doch hatten sich von dem Streite der Tyndariden und Hippokoontiden auch sonst einige Spuren in der Landesüberlieferung erhaltenAm Amyklaeischen Thron u. A. Τυνδάρεω πρὸς Εύρυτον μάχη P. 3, 18, 1, d. i. wahrscheinlich der Hippokoontide Apollod. 3, 10, 5. Helena bedrängt von dem Hippokoontiden ’Εναρσφόρος d. i. εναροφόρος spolia ferens Plut. Thes. 31. Die Hippokoontiden αντιμνηστη̃ρες τω̃ν Διοσκούρων b. Euphorion, Schol. Clem. Al. Pr. p. 108 Klotz.. Selbst der Name Thestios oder Thespios und das Andenken seiner Töchter wird mit besserem Rechte für ein altes Erbtheil der lakonischen Sage als für eine Entlehnung aus der aetolischen gelten dürfenPaus. 3, 19, 4 εισὶ δὲ καὶ αι Θεστίου θυγατέρες επὶ τω̃ βωμω̃ (unter dem Amyklaeischen Thron) καὶ Μου̃σαι τε καὶ ‛Ω̃ραι. Der Name Θέστιος ist identisch mit Θέσπιος und scheint einen göttlich Begeisterten zu bedeuten, vgl. die funfzig Töchter des Thestios d. h. die Thespiaden in Thespiae in der boeotischen Heraklessage. Eumelos in seinen korinthischen Geschichten nannte Leda eine Tochter des Glaukos, des Sohns des Sisyphos, und der Panteidyia d. h. der Allwissenden, Schol. Apollon. 1, 146..

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