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Griechische Mythologie II - Heroen

Ludwig Preller: Griechische Mythologie II - Heroen - Kapitel 107
Quellenangabe
typetractate
booktitleGriechische Mythologie II - Heroen
authorLudwig Preller
year1861
firstpub1861
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleGriechische Mythologie II - Heroen
pages503
created20090607
sendergerd.bouillon@t-online.de
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b. Die Odyssee.

Der kurze Inhalt dieses unvergleichlichen Gedichts ist folgender.

Odysseus wird mit seinen zwölf Schiffen zunächst zu den Kikonen an der thrakischen Küste verschlagen, wo der Apollonspriester Maron ihm den köstlichen Wein giebt, der ihm hernach so gute Dienste beim Kyklopen Polyphemos leisten sollte. Nach der Plünderung eines Ortes werden seine Gefährten beim Zechgelage am Meeresstrande von den Kikonen überfallen und viele getödtet.

Als sie weiter fahren werden sie von einem heftigen Sturme aus Norden verschlagen, dann auf der Höhe von Malea von Neuem durch Nordwind von der Küste ins weite Meer hinausgetrieben, wo sie neun Tage lang planlos umherirren. Am zehnten kommen sie an die (libysche) Küste der Lotophagen, deren gewöhnliche Speise, der Lotos, auf die Genießenden die Wirkung hatte daß sie Rückkehr und Vaterland darüber vergaßen.

Sie schiffen weiter und kommen zu den Kyklopen, mit denen diese Fahrt sich schon ganz in die Märchenwelt des westlichen Oceans verliert, wo geographische Bestimmungen nicht mehr möglich sind (1, 486 ff.). Die Mehrzahl der Schiffe bleibt bei einer kleinen Insel am Strande. Odysseus fährt mit dem seinigen ans Land, geräth dort in die Höhle des Polyphem, blendet diesen und entkommt glücklichAuf die bekannte Weise, die manche Vasenbilder veranschaulichen, s. Overbeck 760 ff., zu dessen die Odyssee betreffender Sammlung von Bildwerken s. die Nachträge von Welcker Arch. Ztg. 1853 n. 57. 58, O. Jahn Leipz. Ber. 1854 S. 49., zieht sich aber durch diese That den Zorn des Poseidon zu, der ihn von nun an unerbittlich verfolgt.

Dann kommen sie zum Aeolos und der Aeolosinsel, wo sie einen ganzen Monat verweilen (1, 495). Neun Tage waren sie von dort gefahren und schon sahen sie die Küste von Ithaka, da begiebt sich Odysseus unglücklicherweise zur Ruhe, seine Kameraden öffnen den Schlauch, und rückwärts geht es wieder bis zum Aeolos, welcher sie nun barsch abweist.

Nach einer abermaligen Fahrt von sechs Tagen kommen sie zu der Küste der Laestrygonen und der Stadt des Lamos mit einer Bevölkerung von Riesen und Menschenfressern, in 459 einer Gegend wo Tag und Nacht sich so nahe kommen, daß ein Mann der nicht zu schlafen brauchte doppelten Tagelohn verdienen könnteSchon Krates erkannte darin eine Andeutung der hellen Nächte des Nordens, s. Nitzsch z. Od. 10, 81 ff., Lauer Gesch. der Hom. Poesie S. 293 ff. Λάμος ist Schlund, Abgrund, Höhle, s. Bd. 1, 484. Später setzten die Griechen die Laestrygonen nach Sicilien bei Leontini, die Römer nach Italien bei Formiae, vgl. Röm. Myth. 664, 3. Auf diese letztere Gegend sind auch die neuerdings in Rom bekannt gewordenen Wandgemälde zu beziehen.. Arglos gehen einige Griechen von dem schönen Hafen hinauf zur Stadt, wo der eine gefressen wird, während die andern davonlaufen. Die Laestrygonen eilen ihnen nach und zerstören im Hafen alle Schiffe bis auf das eine des Odysseus.

Trauernd setzt das vereinsamte Schiff seine abenteuerliche Bahn fort und kommt nach dem Sonneneilande Aea (1, 338), wo die schöne Kirke, die Schwester des Aeetes wohnt, eine böse Zauberin, die alle verborgenen Kräuter kenntVgl. Hom. Κάμινος ὴ Κεραμει̃ς v. 15 δευ̃ρο καὶ ’Ηελίου θυγάτηρ, πολυφάρμακε Κίρκη, άγρια φάρμακα βάλλε, κάκου δ' αυτούς τε καὶ έργα. und die Menschen in Thiere verwandelt, welche bei veränderter Gestalt ihr menschliches Bewußtsein behalten. Einsam wohnt sie in ihrer geräumigen Höhle im schattigen Grunde der Insel, bedient von Nymphen der Flüsse und der Berge, wo sie unter reizenden Gesängen wunderschöne Gewänder webt, wie die Götter sie tragen. Als die Gefährten des Odysseus dahin gelangen, finden sie sie umgeben von Wölfen und Löwen, die den fremden Männern wedelnd entgegenkommen. Sie selbst werden in Schweine verwandelt. Nur Eurylochos entkommt und erzählt seinen Freunden bebend von dem neuen Wunder. Odysseus geht dennoch hin, trifft unterwegs den freundlichen Hermes, der ihn mit einem kräftigen Gegenzauber ausrüstet und überwindet damit die Kirke. Gleich erkennt sie nun den Odysseus, denn Hermes hatte ihr seinen Besuch bei der Rückkehr von Troja angekündigt. Sie theilen also das Lager und Kirke verwandelt seine Kameraden wieder in Menschen. Alle leben bei ihr ein ganzes Jahr lang herrlich und in Freuden. Dann dringt Odysseus auf die Rückkehr und wird von der Kirke zunächst auf die Unterwelt verwiesen, wo er den abgeschiedenen Seher Teiresias wegen seiner Zukunft befragen sollOdysseus und Kirke als Paar, von Nymphen bedient, auf dem Kypseloskasten Paus. 5, 19, 2. Andere Bildwerke mit verschiedenen Scenen der Handlung bei Overbeck 778 ff. Odysseus und der Schatten des Teiresias Mon. d. I. 4, 19 vgl. Welcker A. D. 3, 452 ff..

460 Es folgt die bekannte Nekyia der Odyssee (1, 633). Das Schiff wird von einem Nordwinde durch den Okeanos an eine niedrige Küste getrieben, wo die Haine der Persephone und die Wohnung des Aïdes ist. Odysseus gräbt eine Grube, schüttet in diese die Todtenopfer und gelobt andere nach seiner Rückkehr. Von Teiresias erfährt er die Wege und Bedingungen seiner Rückkehr und daß der Zorn des Poseidon ihm dieselbe sehr erschweren werde. Wenn er und seine Gefährten sich nicht an den Heerden des Sonnengottes vergreife, so würden sie die Heimath doch noch erreichen. Wo nicht, so steht ihnen das Schlimmste bevor. Er selbst kann vielleicht gerettet werden, wird aber erst sehr spät, nach dem Verluste aller Gefährten und auf einem fremden Schiffe zurückkehren und daheim Alles ganz zerrüttet und beschädigt vorfinden, seine Frau von übermüthigen Freiern umlagert. Sollte es ihm gelingen diese zu tödten, so soll er gehen und ein Ruder auf seine Schulter nehmen, bis er zu solchen Leuten komme die nichts vom Meere noch von der Kost des Meeres (Salz) noch von Schiffen und Rudern wissen. Wenn ihn dann Jemand frage was er mit der Wurfschaufel da auf seiner Schulter wolle, dann werde er zur Stelle sein, solle dort sein Ruder in den Boden stoßen, dem Poseidon ansehnliche Opfer bringen, heimkehren und allen Göttern nach der Reihe Hekatomben darbringen. Das heißt er solle dann dem Meere und seinen Werken und Göttern für immer entsagen, so werde er zuletzt noch ungeschoren vom Meere (εξ αλός) in hohen Jahren eines sanften Todes sterben. Odysseus sieht dort auch seine Mutter, die ihm von der unerschütterlichen Treue seiner Penelope erzählt, vom Telemachos, von den Leiden seines Vaters und ihren eignen Sorgen die sie ins Grab geführt haben, er sieht die Heldenfrauen der Vorzeit, die verstorbenen Helden von Troja und andre Gestalten der Unterwelt.

Als er zurückkehrt giebt ihm Kirke noch guten Rath für die nächsten Abenteuer, dann schiffen sie weiter, zunächst bei den Sirenen vorbei (1, 4811, 481), darauf durch die Skylla und Charybdis (1, 483), endlich zu der Insel Dreispitz wo die Heerden des Helios weiden (1, 335). Hier werden sie einen ganzen Monat durch widrige Winde aufgehalten, so daß sich zuletzt böser Hunger einstellt. In der Verzweiflung schlachten sie von den 461 heiligen Thieren, als Odysseus grade abwesend ist. Als sie dann weiter segeln, überfällt sie ein furchtbares Ungewitter, Zeus wirft seinen Blitz unter die Ruchlosen, nur Odysseus rettet sich auf dem Mastbaume, auf dem er abermals durch die Skylla und Charybdis hindurch getrieben wird, worauf er noch neun Tage in der weiten See umherirrt. Am neunten gelangt er zur Insel Ogygia »wo der Nabel des Meeres ist«, der ganz einsamen Wohnung der Okeanine Kalypso, wo Niemand hinkommt, weder ein Gott noch ein Sterblicher (1, 439).

Hier weilt Odysseus sieben Jahre lang wie in einem Venusberge. Kalypso will den Helden nach Nymphenart nicht von sich lassen, thut ihm Alles zu Liebe, will ihn unsterblich machen. Er aber will davon nichts hören, sondern immer sitzt er am Strande und schaut ins weite Meer hinaus und netzt die weichen Gewänder, die ihm Kalypso angezogen, mit den heißen Thränen seines Heimwehs. Wohl sucht sie ihm mit zärtlichen und schmeichelnden Worten die Gedanken an Ithaka auszureden. Er aber wünschte sich den Tod vor Sehnsucht auch nur den aufsteigenden Rauch seines Landes zu sehen.

Und auch daheim auf Ithaka war große Noth und große Sehnsucht. Ein Jahr verdrängte das andre und kein Odysseus kam, keine sichere Nachricht von ihm. Also meldeten sich neue Freier um die schöne und durch alle Welt berühmte Penelope, die sie lange hinhielt mit Versprechungen und mit listigen Anschlägen, wie mit dem Sterbekleide für den alten Laertes, woran sie Tags webte um in jeder Nacht die Arbeit jedes Tages wieder aufzutrennen. Drei Jahre hatte sie dadurch die Entscheidung aufgeschoben, da verriethen es treulose Mägde und die Freier wurden zahlreicher und dringender. Sie nisteten sich ein in dem reichen Hause, praßten von seinem Ueberfluß, verzehrten seine Heerden, verführten seine Knechte und Mägde, drückten den heranwachsenden Telemachos. Penelope hoffte und harrte von Jahr zu Jahr, fragte nach jeder Botschaft, konnte und wollte sich nicht scheiden von der Hoffnung den Odysseus wiederzusehen, noch von seiner Wohnung und von seinem Sohne. Und dennoch mußte sie einsehen daß auf diese Weise Haus und Hof des Sohnes, das Einzige was ihm vom Vater geblieben, zu Grunde gerichtet werden würde.

So vergingen sieben bange Jahre, da hatten endlich die Götter ein Einsehn, vor Allen Athena die dem Odysseus immer sehr hold gewesen war und nur aus Rücksicht auf Poseidon bis jetzt zurückgehalten hatte. Dieser war zu den Aethiopen 462 gegangen als sie in der Götterversammlung an den Odysseus erinnerte, an den sich Zeus gerne erinnern ließ. Rasch wurde nun Hermes zur Kalypso gesendet daß sie den Helden endlich entlasse, während Athena nach Ithaka eilte um dem allmälich zum Jüngling gewordenen Telemach kühne Gedanken und feste Entschlüsse einzuflößen, daß er den Freiern die Stirn biete und sich in der Welt nach seinem Vater umsehe.

Also beruft der Jüngling eine Versammlung, macht seinem Schmerz in männlichen Worten Luft und erhält ein Schiff um nach Pylos zu fahren, wo er den alten Nestor nach seinem Vater fragt, immer begleitet von der gütigen Athena, die ihn wie ein älterer Freund den jüngeren behütet und beräthWährend Od. 3, 464 Polykaste, die jüngste Tochter Nestors, den Telemach nach heroischer Sitte badet und salbt, wußte Hesiod schon von einer Verbindung zwischen beiden, welcher ein Sohn Perseptolis entsprossen sei, den Hellanikos und Aristoteles als Sohn des Telemach und der Nausikaa kannten. Der attische Redner Andokides leitete sein Geschlecht von ihm ab. Vgl. Eustath. 1796, 40, Suid. ’Ανδοκίδης. Unter dem Kaiser Hadrian wurde der Dichter Homer durch einen pythischen Spruch für einen Sohn des Telemach und der Polykaste oder Epikaste erklärt, s. das Certam. Homer. et Hesiod. b. Westerm. Biogr. p. 35, 31 u. Suid. v. ‛Όμηρος.. Von Pylos fährt er mit einem Sohne Nestors nach Sparta zum Menelaos um auch dort Kundschaft zu holen. Er sieht Helena, das Wunder der Welt, wird reichlich beschenkt, eilt zurück, schifft sich rasch in Pylos ein und entkommt glücklich den Nachstellungen der Freier, denen seine Kühnheit doch bedenklich geworden.

Und siehe auch der Vater war inzwischen in der lange ersehnten Heimath angelangt, auf eben so wunderbaren und abenteuerlichen Wegen wie er bisher vom Schicksal geführt worden war. Auf einem Flosse, das er sich selbst gezimmert, wagte er sich von Ogygia in die See und fuhr siebzehn Tage lang, bis er in der Ferne die Berge der Phaeaken sah. Da kommt Poseidon von den Aethiopen zurück, sieht ihn und erregt solchen Sturm daß das Floß gleich eine Beute der Wellen wird. Leukothea hilft mit ihrem Schleier, der ihm Kraft giebt zwei Tage und zwei Nächte zu schwimmen, bis es ihm gelingt die Küste von Scheria zu erreichen. Hier findet ihn Nausikaa, kleidet ihn und führt ihn in die Stadt zu ihrem Vater Alkinoos. Freundlich aufgenommen erzählt er von seinen Abenteuern, wird reichlich beschenkt und endlich durch das wunderbare Phaeakenschiff in der Nacht heimgebracht.

463 Schlafend war er heimwärts geführt, schlafend an den Strand der Insel getragen, die er nun aufwachend nicht erkannte, bis Athena ihm die Augen öffnete und ihren Rath für das noch Bevorstehende gab. In der Gestalt eines alten, verkümmerten, zerlumpten Bettlers, so hatte die Göttin ihn entstellt, geht er in das Gehöft des biedern Sauhirten Eumaeos, eines der Wenigen deren Treue allen Versuchungen der Ungeduld, der Ungewißheit, des Wohllebens der Freier widerstanden hatte. Treuherzig aufgenommen bleibt er dort bis Athena auch seinen Sohn zurückführt und seine Schritte in dasselbe Gehöft leitet. Nun finden sich Vater und Sohn wieder und schmieden die Plane ihrer Rache an den leichtsinnigen, ganz übermüthigen und arglistigen Freiern. Es waren über hundert, lauter blühende Jünglinge, aus den besten Häusern Ithakas und der umliegenden Inseln.

Der neue Morgen war angebrochen als zuerst Telemachos in dem Männersaale erschien, dann Odysseus, verhöhnt von seinen eignen Leuten und von den Freiern, begrüßt und erkannt nur von einem sterbenden Hunde. Bettelnd besieht er sich die zudringlichen Gäste und die Gelegenheit seines Hauses. Der unverschämte Iros macht ihm die eigene Schwelle streitig, aber er wirft ihn nieder mit einem Schlage. Da erschien Penelope und erregte von Neuem die Hoffnung der Freier, schon mit dem letzten Entschlusse des Nachgebens kämpfend. Sie hört von dem fremden Manne, der im Saale sei, hat eine Unterredung mit ihm und läßt ihm die Füße waschen von der treuen Eurykleia, die Odysseus als Kind gepflegt hatte. Diese erkennt ihn an einer Narbe am Beine, die er sich auf einer Jagd am Parnaß geholt hatte, wird aber von ihrem Herrn verhindert ihre Freude laut werden zu lassenSchöne Bilder der Penelope und dieser Scene s. Thiersch Epochen 2. Ausg. S. 430 ff. Penelope wie sie den Freiern den Bogen des Odysseus bringt, schamhaft zagend und gedankenvoll, Wandgem. aus Stabiae b. Zahn 3, 46..

Schon wird die That der Rache vorbereitet. Die Zeichen sind günstig, die Freier hätten sich durch manches Unheimliche warnen lassen, wären sie nicht ganz verblendet gewesen. In der Stadt wurde ein Fest des Apollon gefeiert, da brachte Penelope den verhängnißvollen Bogen des Eurytos, den Iphitos einst dem Odysseus geschenkt hatte (S. 226), damit wer ihn spannen und damit den Meisterschuß thun könne ihr Gemahl werde. Odysseus, der sich nun auch dem Eumaeos und dem gleichfalls 464 bewährten Rinderhirten Philoetios zu erkennen gegeben, bekommt ihn in seine Hände, spannt ihn, schießt erst durch die Beile, schießt dann nach den Freiern, und nun beginnt das Würgen, bei welchem Telemachos und die beiden Hirten an seiner Seite stehn, Athena ihre Aegis schüttelt, bis alle Freier in ihrem Blute liegen.

Der Saal ist gereinigt als Penelope aus einem tiefen Schlafe, den die Götter über sie gebreitet hatten, erwacht und die Botschaft von der Rückkehr des so lange ersehnten Gemahles empfängt. Noch kann sie es nicht fassen, mag nicht daran glauben, auch dann noch nicht als Athena ihm seine wahre, seine schöne und blühende Gestalt zurückgegeben hatte. Erst als sie an sichern Zeichen merkt daß es kein Andrer sein kann, giebt sie sich dem Entzücken des Wiedersehens hin, die treue, die kluge, die oft getäuschte Penelope, deren ruhige Besonnenheit zugleich der wahre Grund und das unverwüstliche Unterpfand ihrer Treue war. »Aus Uebereilung, mit diesen Worten rechtfertigt sie sich, folgte Helena dem fremden Manne und das war der Anfang alles Unheils für uns und für alle Andern«.

Nun ruhte Odysseus wieder bei seinem lieben Weibe, nun sah er seinen alten Vater Laertes wieder, nun durfte er sich seiner Heimath, seiner Habe, seiner Unterthanen wieder erfreuen, die es unter ihm immer so gut gehabt hatten.

Sowohl Aeschylos als Sophokles hatten der Odyssee einen Cyclus von Dramen abgewonnen. Von Aeschylos gehörten dahin die Todtenbeschwörer, in welchem Stücke Teiresias schon den Tod des Odysseus nach der späteren Deutung d. h. durch den Stachel eines Seethiers weissagte, eine Penelope und die Sammler der Gebeine d. h. die Bestatter der getödteten FreierΨυχαγωγοί, Πηνελόπη, ’Οστολόγοι, vgl. fr. 269 u. Nitzsch Sagenpoesie 595 ff., von Sophokles, welcher sich besonders gerne mit den Homerischen Gedichten und Sagen befaßte, eine Nausikaa, die Phaeaken und das Stück Niptra d. i. das bekannte Fußbad der EurykleiaΝαυσικάα ὴ Πλύντριαι, Φαίακες (vielleicht identisch mit der Nausikaa), Νίπτρα, Schöll Tetralogie 119 ff. Auch von Pacuvius gab es Niptra..

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