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Grashalme

Walt Whitman: Grashalme - Kapitel 5
Quellenangabe
typepoem
authorWalt Whitman
titleGrashalme
publisherVerlag Deutsche Volksbücher GmbH.
yearo.J.
translatorJohannes Schlaf
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140424
projectid2faf22c8
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Als ich mit stillem Sinnen

Als ich mit stillem Sinnen
Zu meinen Dichtungen mich zurückwandte, und in Betrachtung lang' verweilte,
Erhob sich mit zweifelvoller Miene vor mir ein Phantom,
Schrecklich in Schönheit, Alter und Kraft,
Der Genius der Dichter der alten Länder;
Und seine Augen wie zwei Flammen auf mich richtend
Wies er mit seinem Finger auf so manche unsterbliche Dichtung
Und sprach mit drohender Stimme dies: »Was singst Du da?
Weißt Du nicht, daß es nur einen Stoff gibt für unsterbliche Sänger?
Den Krieg, das Geschick der Schlachten,
Und wie vollkommene Krieger herangebildet werden?«
»Sei es so«, gab ich zur Antwort;
»Auch ich, hochmütiger Schatten, singe den Krieg; und einen langwierigeren und gewaltigeren als irgendeinen sonst;
Mit wechselndem Glück wogt er in meinem Lied; mit Flucht, Angriff, Rückzug, verzögertem und ungewissem Sieg,
(Der dennoch, denk' ich, schließlich sicher oder so gut wie sicher ist), auf dem Schlachtplan der Welt,
Um Tod und Leben, Leib und ewige Seele.
Wohl! auch ich bin gekommen, den Sang der Schlachten zu singen,
Und auch ich fördere vor allem tapfre Krieger.«

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