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Grashalme

Walt Whitman: Grashalme - Kapitel 47
Quellenangabe
typepoem
authorWalt Whitman
titleGrashalme
publisherVerlag Deutsche Volksbücher GmbH.
yearo.J.
translatorJohannes Schlaf
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140424
projectid2faf22c8
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Einem Sterbenden

Aus allen andern wähle ich dich und habe eine Botschaft an dich.
Sterben mußt du – laß andre reden, was sie wollen, ich kann's dir nicht verhehlen;
Ich bin ehrlich und unbarmherzig; doch lieb' ich dich – es gibt kein Entrinnen für dich.
Sanft leg' ich meine Rechte auf dich, du mußt sie fühlen.
Ich rede nicht auf dich ein, ich beuge mein Haupt und verhülle es halb.
Ruhig sitz' ich bei dir, bleibe dir treu;
Bin mehr als Wärter, mehr als Vater oder Nachbar;
Spreche dich los von allem, außer von dir selbst und deiner ewigen Geistigkeit und Körperlichkeit; du selbst wirst sicherlich entrinnen.
Der Leichnam, den du zurücklässest, ist nichts als Unrat.
Die Sonne dringt ein nach unsichtbaren Richtungen;
Starke Gedanken erfüllen dich und Vertrauen; du lächelst.
Du vergißt, daß du krank bist, wie ich es vergesse.
Du siehst nicht die Arzneien; nicht kümmern dich die weinenden Freunde: ich bin bei dir.
Ich schließe die andern von dir ab, denn hier gibt's nichts zu bejammern,
Ich bedauere dich nicht, ich wünsche dir Glück.

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