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Goldköpfchen als Mutter

Magda Trott: Goldköpfchen als Mutter - Kapitel 7
Quellenangabe
typefiction
authorMagda Trott
titleGoldköpfchen als Mutter
publisherPaul Franke Verlag
yearo.J.
firstpub1932
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorRegine Kreutz
senderwww.gaga.net
created20160801
modified201802121
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6.
Selige, goldene Backfischzeit

Es hatte ein ganzes Weilchen gedauert, ehe in Bärbel das seelische Gleichgewicht wiederhergestellt war. Harald hatte nichts Besseres gewußt, als Großmama Lindberg zu benachrichtigen, die noch am selben Abend von Dresden nach Heidenau gekommen war, um dort für die nächsten Wochen Wohnung zu nehmen. Frau Lindberg war längst der Ansicht, daß sich Bärbel zu ihrer Entlastung noch eine zweite Hilfe nehmen mußte. Viele andere Mütter hatten das nicht nötig; da aber Bärbel nach jeder Richtung hin ihre Pflichten übertrieb und sich viel zuviel zumutete, war es gut und richtig, wenn ihr jemand einen Teil ihrer Arbeiten abnahm.

Zunächst wollte die gute Großmama diese Pflichten übernehmen, dann aber war sie vielleicht auch die Geeignete, um ihre aufgeregte Enkelin zu beschwichtigen. Hier nützten natürlich keine Vorwürfe, nicht einmal sanfte Ermahnungen, hier konnte sie Bärbel nur ganz allmählich dazu erziehen, vorsichtiger zu sein.

Als Frau Lindberg nun Bärbels Hand in der ihren hielt und das blasse Gesicht der jungen Mutter streichelte, wurde Bärbel langsam ruhiger. Wenn sie sich aber nun die Episode des heutigen Nachmittags ins Gedächtnis zurückrief, überflog ein Zittern ihren schlanken Körper. So versuchte die gute Großmama immer wieder durch fröhliche Geschichten die Gedanken ihrer Enkelin abzulenken, denn Bärbel mußte möglichst rasch innerlich wieder zur Ruhe kommen.

Ganz besondere Sorgfalt verwandte die Großmutter auf den Ältesten. Sie hatte schon lange erkannt, daß Hermann ein schwer erziehbarer Knabe war. Auch Bärbel war in ihrer Jugend ein kleiner Eigensinn gewesen, doch bei diesem Knaben trat diese Charaktereigenschaft noch stärker hervor, und es bedurfte aller Energie und Überlegung, um Hermann im Zaume zu halten. Zu diesem Eigensinn gesellte sich eine ungeheure Wissensgier. Über jedes Wort, das der Knabe irgendwo hörte, wollte er Aufklärung haben, und Frau Lindberg unterdrückte manchen Seufzer, wenn das beständige Fragen gar nicht aufhören wollte. Schon der Name ›Urgroßmutter‹ hatte den Knaben zu reiflichem Nachdenken veranlaßt. Und als Frau Lindberg eines Tages eine große Uhr an einer Kette um den Hals trug, sagte Hermann wie befreit:

»Jetzt weiß ich endlich, warum sie dich Urgroßmutter nennen. Hast du noch mehr Uhren?«

»In meiner Wohnung, – ja!«

»Die Mutti hat auch mehrere Uhren. Ist die Mutti denn auch eine Uhrmutter?«

»Nein, mein Junge.«

»Da gibt es wohl nur alte Uhrgroßmütter? Uhrgroßmütter müssen wohl immer weiße Haare haben?«

Es war schwer, dem Knaben die Bedeutung dieses Wortes zu erklären. Aus einer Antwort wurden zehn neue Fragen, die Frau Lindberg mit unendlicher Langmut und Güte immer wieder beantwortete.

Harald und Bärbel empfanden die Anwesenheit Frau Lindbergs als eine große Wohltat. Bärbel wußte, daß sie ihre Kinder in keinen besseren Händen lassen konnte als in deren, und so machte sie auch mehrfach mit dem Gatten die von diesem gewünschten Spaziergänge. Es dauerte nicht lange, da hatten ihre Blauaugen wieder den alten strahlenden Glanz erhalten, und jenes schreckliche Ereignis am Teiche warf nur noch hin und wieder einen Schatten auf Bärbels Lebensweg.

Aber ein Gutes hatte der Schreck doch gehabt. Bärbel gab sich jetzt Mühe, ruhiger und gemäßigter zu sein, über ihrem Wesen lag viel mehr frauliche Würde als bisher, und die Antworten, die sie ihrem Sohne gab, wurden erst vorsichtig überlegt, damit sie dem auf alles spannenden Knaben nicht Anlaß zu neuen Streichen gab.

Es gelang auch Frau Lindberg, Bärbel davon zu überzeugen, daß entweder eine tüchtige Kinderfrau oder eine geprüfte Kindergärtnerin ins Haus genommen werden sollte. Bärbel hatte mehr Meinung für eine Geprüfte, aber Frau Lindberg riet doch zu einer älteren Frau, denn sie war aus der alten Schule und meinte, daß zwei junge Dinger in einem Haushalte nicht gut täten. Außerdem kannte sie eine zuverlässige Frau, die vierzehn Tage später ihren Einzug in der Villa in Heidenau hielt.

Der erste Oktober rückte näher – ein Tag des Gedenkens. Auf jedem neuen Kalender war stets von Bärbels Hand eigenhändig vermerkt worden: Ersten Oktober 19.., nachmittags zwischen drei und vier Uhr, in der zoologischen Abteilung des Zwingers, Treffpunkt aller Mitschülerinnen.

So war es zehn Jahre lang gehandhabt worden, denn beim Schulabgang hatten sich die damaligen Sekundanerinnen feierlich gelobt, im Zwinger ein Zusammentreffen herbeizuführen. Keine sollte sich abhalten lassen, jede müsse kommen, es würde ein Tag von allergrößter Bedeutung sein.

Die wenigen Mitschülerinnen, mit denen Bärbel später noch in Fühlung geblieben war, hatten oft dieses Zusammentreffen erwähnt, und erst kürzlich hatte Bärbel mit Edith darüber gesprochen, um deren Meinung bezüglich des Zusammentreffens kennenzulernen.

»Du kommst doch bestimmt hin, Edith?«

»Nun ja, – wir haben es uns damals fest versprochen, aber viel Zweck hat es nicht. Wir sind uns fremd geworden. In zehn Jahren ist doch eine jede von uns eigene Wege gegangen, hat sich nach dieser oder jener Seite entwickelt, ich glaube, wir erleben nur Enttäuschungen, Bärbel.«

»Ich denke es mir wunderschön, Edith, – was werden wir alle zu berichten haben!«

»Du liebe Zeit, wir werden unser Innerstes den anderen gewiß nicht öffnen. Wir sind heute keine Backfische mehr, Bärbel. Damals, als wir hinter dem Schauspieler herstiegen, als wir gemeinsam Dr. Hering ärgerten, als wir den Klub Blau-Blümelein gründeten, ja, – damals lag das Leben noch vor uns, da hofften wir. Heute ist die Ernüchterung über uns gekommen.«

»Ach, Edith, sei nicht undankbar! Ach ja, es waren herrliche Zeiten, du glaubst gar nicht, wie oft ich es meinem Harald erzähle. Es sind ja so schöne Erinnerungen. Du hast doch auch immer mitgemacht, gerade du warst mir immer die Liebste von allen. Und jetzt bist du so ganz anders geworden, Edith.«

Die andere zuckte die Achseln. »Wenn man so wenig Freuden im Leben hat wie ich.«

»Vielleicht geht es anderen unserer Mitschülerinnen viel schlechter, Edith. Sieh, du hast doch einen guten Mann, der für dich sorgt, du kannst dir Zerstreuungen schaffen. – Bedenke doch, liebe Edith, ein jeder ist seines Glückes Schmied.«

Es tat Bärbel unendlich leid, daß gerade Edith, mit der sie in der Backfischzeit so viele tolle Streiche ausgeführt hatte, griesgrämig geworden war. Wie gern hätte sie ihr geholfen. Aber vielleicht fehlte dieser Ehe das Beste. Wenn auch bei Edith ein kleiner Quälgeist im Hause geweilt hätte, wäre alles vielleicht ganz anders. Dann hätte Edith heilige Mutterpflichten, Aufgaben, die sie ganz ausfüllten, die ihr das Leben nicht so zwecklos erscheinen ließen.

Sogar Harald freute sich auf die Zusammenkunft. Wieviel neue Eindrücke würde sein geliebtes Goldköpfchen mit heimbringen! Er erinnerte Bärbel häufig an den ersten Oktober, und oft genug tauschte man Vermutungen aus, wer wohl am nächsten Donnerstag nachmittags zwischen drei und vier Uhr im Zwinger erscheinen werde.

»Aus deinen Erzählungen kenne ich alle deine Freundinnen recht gut, mein kleines Frauchen, du mußt mir also genau berichten, was aus einer jeden von ihnen geworden ist.«

»Ob auch Hella Brodowin kommen wird? Vor fünf Jahren habe ich zum letzten Male von ihr gehört. Weißt du, Harald, das ist die, die im Klub Blau-Blümelein immer das Geld kassierte, die uns aufhetzte und uns in der Schule so schlechte Dienste leistete. Niemand mochte sie recht leiden. Aber schließlich gehörte sie doch zur Sekunda.«

»Natürlich kenne ich Hella Brodowin aus deinen Berichten, mein Goldköpfchen: unter dem Namen Alla Brodowi ist sie doch zur Bühne gegangen. Dann hat man nichts mehr von ihr gehört.«

»Vielleicht ist sie jetzt beim Film, steckt drüben in Amerika und kann am Donnerstag nicht kommen.«

»Koste nur das Zusammensein recht gründlich aus, mein geliebtes Bärbel. Großmama hat versprochen, herzukommen, außerdem haben wir in Frau Leuschner eine so zuverlässige Kraft, daß du unbesorgt mit deinen Schulfreundinnen feiern kannst. Und wenn dir diese oder jene besonders zusagt, so halte die Beziehungen aufrecht, lade dir die einstigen Schulgefährtinnen ein, denn auch ich würde mich freuen, zu hören, was aus allen den übermütigen Backfischchen geworden ist.«

So kam der erste Oktober heran. Bärbel war schon am Morgen erregt, das Mittagessen wurde heute sogar etwas früher als üblich angerichtet; und als gegen zwei Uhr Frau Lindberg eintraf, stülpte sich Bärbel den neuen Hut auf die goldenen Locken.

»Ei, ei, Bärbel,« neckte die Großmama, »ein klein wenig Eitelkeit steckt also doch in meinem Enkelkind. Ein neues Kleid, und sogar ganz modern.«

»Daran hat Harald schuld. Er sagte, er wünscht, daß seine Frau vor den Freundinnen bestehen kann. Er ist der Eitle, Großmama.«

Mit viel Stolz schaute Frau Lindberg ihrer Enkelin nach. Was war doch Bärbel für eine anmutige junge Frau! Der kindliche, treuherzige Ausdruck ihres Gesichtes war auch in der Ehe nicht verlorengegangen, man hätte kaum glauben mögen, eine Mutter von zwei lebhaften Knaben vor sich zu haben.

Es war noch lange nicht drei Uhr, als Bärbel den Zwinger betrat.

Suchend schaute sie sich um. Niemand war anwesend. Eine große Enttäuschung malte sich auf ihrem Gesicht. Sie sah nach der Uhr. Noch immer war es nicht drei. Nun ja, da mußte sie eben noch warten. Aber alle die wertvollen Tiere erregten heute ihr Interesse nicht, Bärbel wartete sehnsüchtig auf die einstigen Schulfreundinnen.

Als sie zum dritten Male die wenigen Säle durchschritten hatte, hellte sich ihr Gesicht auf. Dort, jene Dame, in dem schlichten, aber immerhin ganz netten Mantel, das war doch Gabriele Langen?

»Gabriele, bist du es?«

Ein stürmisches Händeschütteln.

»Ich dachte, ihr hättet es vergessen. – Ach, Bärbel, wie ich mich freue!«

Nun ging es sofort ans Erzählen. Gabriele Langen war unverheiratet, hatte sich zur Röntgenschwester ausbilden lassen und fühlte sich in ihrer Stellung am Dresdener Städtischen Krankenhause sehr wohl und zufrieden. Neidlos hörte sie Bärbels Bericht an, der jetzt von einem lauten Ausruf unterbrochen wurde:

»Bärbel Wagner, – bist du es? Na natürlich, –«

»Valeska – Valeska Meißner!«

»Jetzt Valeska Wolten genannt. Schon sechs Jahre verheiratet! Ach, liebe Freundinnen, wie freue ich mich! Ich hätte fast nicht kommen können, aber der Chef hatte ein Einsehen, daß solch ein Zusammentreffen wichtig ist.«

»Ich denke, du bist verheiratet?« fragte Goldköpfchen zögernd.

»Ja, – freilich, ich habe einen guten Mann und zwei liebe Kinder. Leider hat mein Fritz seit langem keine Stelle. Ich habe Glück gehabt, ich habe mich in Buchführung ausbilden lassen und nun eine Vertrauensstellung inne, muß allerdings von früh bis abends tätig sein. Das macht aber nichts, schlimm dabei ist nur, daß man so wenig von seinen Kindern hat.«

Mit großen Augen schaute Bärbel ihre einstige Mitschülerin an.

»So mußt du alles verdienen, was ihr zum Leben braucht?«

»Hoffentlich findet Fritz bald wieder eine Stellung. Es ist heute doch recht schwer. Ach ja, mitunter wird es einem doch recht sauer. Aber mein Fritz hat mich lieb, die Mädelchen sind reizend, so muß man zufrieden sein. Denke doch, wie schlimm es wäre, wenn ich nichts verdienen könnte.«

Inzwischen hatte sich auch Edith Rindermark eingefunden, die ebenfalls stürmisch von den Anwesenden begrüßt wurde.

»Mir scheint, es kommt nun keine mehr,« sagte Bärbel, »aber bis vier Uhr wollen wir doch warten. Dann gehen wir zusammen in eine Konditorei.«

»Kinder,« rief Gabriele, »die kleine Konditorei vom Blau-Blümelein-Klub ist noch vorhanden, da gehen wir hin.«

»Das ist doch – die elegante Dame dort drüben, mit den funkelnden Brillanten, – Kinder, das ist doch Helene Almer?«

Ein kurzes Zögern, dann kam die Fremde auf die Gruppe der Wartenden langsam zugeschritten.

»Bärbel? – Gabriele?«

»Helene, – du bist es also wirklich? Ach, wie ist das nett! Von dir hat man ja gar nichts mehr gehört. Wie herrlich, daß so viele von uns den ersten Oktober nicht vergaßen. – Wie geht es dir denn?«

»Das braucht ihr doch nicht erst zu fragen,« warf Edith Rindermark dazwischen, »allein schon deine Ohrringe schätze ich auf mindestens fünftausend Mark.«

Gleichmütig zuckte die Angeredete die Schultern. Das schöne, ebenmäßige Gesicht wurde von einem Schatten verdunkelt.

»Es geht mir gut,« sagte sie mit müder Stimme. »Ich leide freilich keine Not.«

»Von dir habe ich doch gehört, Helene!« sagte Gabriele nachdenklich. »Mir ist es, als hätte ich vor Jahren deine Verlobungsanzeige gelesen. – Bist du nicht im Rheinland verheiratet?«

»Ja, – ich heiße jetzt Helene Werffen.«

»Also doch,« sagte Gabriele, »irgendjemand erzählte mir 'mal, daß du eine geradezu fabelhafte Partie machtest. Einer der größten Hüttenbesitzer, ein sogenannter Schlotbaron. – Na, stimmt es?«

»Ja, mein Mann besitzt mehrere Eisenhütten.«

»Da bist du aber zu beneiden. Wo hast du ihn denn kennengelernt?« fragte Edith neugierig.

»Bin ich wirklich zu beneiden, Edith? Ich weiß freilich nicht, wie es dir geht, das werde ich nachher hören. Aber ich glaube, ich tauschte gerne mit allen von euch.«

»Ich tauschte sofort mit dir!« rief Edith.

»Willst du einen ständig kranken Mann und ein Kind haben, das mit vier Jahren noch nicht das Wort ›Mutter‹ sprechen kann?«

Das lebhafte Lachen und Schwatzen verstummte jäh. Durch die Stimme Helenes klang tiefes Leid.

»Ich glaube, es kommt nun niemand mehr,« sagte Bärbel, nur um die drückende Stille zu unterbrechen. »Seid ihr damit einverstanden, daß wir zu den Blau-Blümelein gehen?«

»Oh, meine geliebten Freundinnen, – oh, ihr einstigen Blau-Blümelein, ich grüße euch! Tausendmal herzlich willkommen, – ja ja, da seid ihr ja alle! Das goldhaarige Bärbel, das braunäugige Helenchen, die übermütige Edith. Willkommen, ihr Geliebten! – Wie doch mein Herz vor Freude schlägt, euch alle wiederzusehen!«

»Hella Brodowin,« ging es flüsternd durch die kleine Schar.

Die Neuangekommene war sehr auffallend gekleidet. Bärbel stellte mit gerümpfter Nase fest, daß Hella nach einem ganzen Parfümerieladen roch, daß ihr Gesicht geschminkt, die Lippen gefärbt waren.

»Ich habe den Tag nicht vergessen, wie könnte ich auch? Zu jeder Stunde habe ich daran gedacht. – Oh, ihr Lieben, nun wollen wir den Tag gemeinsam feiern und Erinnerungen austauschen. Es wird unendlich viel zu erzählen geben. Auch mein Leben ist ein einziger Roman. Kinder, Kinder, ich muß euch erzählen. – Als ich auf der Bühne stand, die Blumensträuße flogen um mich herum, – so ein Applaus umbrandet einen wie eine Welle. – Hat mich einer von euch schon auf der Bühne gesehen?«

»Nein.«

»Aber, – das finde ich nicht nett. Ihr müßt doch kommen, – ich spiele zwar im Augenblick keine große Rolle, aber das kommt demnächst. Ich sage euch, was es an hervorragenden Rollen nur gibt, habe ich bereits gespielt. Mein Name ist berühmt.«

»Ich habe ihn noch nicht gehört,« erwiderte Bärbel trocken.

»Ach, du in deinem Dillstadt, in dem Nest. – Lebst du noch immer dort?«

»Du läßt uns ja nicht reden, Hella, – nein, ich bin nicht mehr da, ich bin verheiratet.«

»Auch an einen Pillendreher?«

»Diese gräßliche Person verdirbt uns doch wieder unser Zusammensein,« flüsterte Gabriele ihrer Freundin Edith zu. – »Wie schade, daß wir nicht schon fortgegangen sind.«

»Es ist doch sehr interessant für euch, einmal etwas aus der Bühnenwelt zu hören.«

»Von der werden wir nicht viel Vernünftiges hören. Aber, es ist bereits zehn Minuten nach vier, ich denke, wir können nun gehen.«

»Aber nicht in jenes elende kleine Café,« meinte Hella Brodowin. »Wir sind doch hübsche junge Damen, da ist es interessanter, wenn wir ein erstklassiges Musikcafé besuchen, wo ein Tanztee veranstaltet wird und es etwas Besonderes zu sehen gibt.«

»Ach nein,« meinte Bärbel, »wir wollen nicht tanzen, wir wollen doch Erinnerungen austauschen.«

»Das können wir auch im Café Nord. – Sei doch nicht immer so spießbürgerlich.«

Bärbel war für Abstimmung, und da nur Hella Brodowin für das Café Nord stimmte, mußte sie sich fügen.

»Ich denke, ihr steigt in mein Auto,« sagte Helene, »alle haben wir darin natürlich keinen Platz, doch wird mein Chauffeur noch einen zweiten Wagen heranrufen.«

»Hast du gehört,« flüsterte Edith neidvoll, »sie ist im eigenen Wagen von Düsseldorf nach Dresden gekommen. – Ach, muß die viel Geld haben!«

Als man draußen den prachtvollen Kraftwagen stehen sah, wurde Ediths Gesicht noch finsterer.

»Ach ja, wer es auch so haben könnte!«

»Aber, Edith,« sagte Bärbel fast kummervoll, »hast du denn nicht gehört, wie es ihr geht? Ich kann sie nicht beneiden.«

Hella Brodowin war die erste, die in dem eleganten Fahrzeug Platz nahm. »Ihr müßt mir das nicht verübeln,« sagte sie lachend, »ich fahre nur Limousine. Aber wenn ihr hineinsteigen wollt, so steige ich eben wieder aus.«

»Nein, nein, bleibe nur ruhig sitzen,« meinte Bärbel, »wir können uns einen Wagen allein nehmen.«

»Nun, habt ihr es euch überlegt? Nicht wahr, Café Nord?«

»Laß uns mit dem albernen Tanztee in Ruhe,« meinte Gabriele ein wenig ärgerlich. »Hast ja damals selbst das Blau-Blümelein ins Leben gerufen.«

»Du liebe Zeit, wie war man damals albern!«

»Ach, wie wunderschön war es damals,« sagte Helene, »wie gern denkt man an diese sorglose Zeit zurück. Es ist nur schade, daß man als Backfisch diese Zeitepoche gar nicht so zu würdigen versteht.«

»Sei nicht traurig,« tröstete Bärbel, die voller Mitleid nach der Hand der jungen Frau faßte; »es gibt schlimme und gute Jahre. Und auch für dich kommt es gewiß noch einmal besser.«

»Nein, Bärbel,« erwiderte Helene leise, »die Ärzte machen mir keine Hoffnung. Das zweite Kind kam tot zur Welt. – Nun habe ich nur das eine, das eigentlich auch nur ein halber Mensch ist.«

»Und bei deinem Manne ist auch keine Hoffnung auf Besserung?«

»Vom Rollstuhle aus leitet er die Geschäfte. Er hat Hunderte von Leuten, die genau wissen, was sie zu tun haben; er hat den Namen, er hat das Geld, er ist der in der Welt bekannte Großindustrielle und doch so bettelarm.«

Es gab noch einen Kampf, wer mit Hella Brodowin fahren sollte. Gabriele erklärte sich schließlich bereit, neben ihr Platz zu nehmen, Bärbel und Helene stiegen dazu. Unterwegs gab es zwischen Gabriele und der Schauspielerin heftige Differenzen.

»Wir lassen uns von dir den schönen Nachmittag nicht verderben, Hella! Wenn dir unsere Gesellschaft nicht paßt, so setzen wir dich am Café Nord ab.«

Ein Wort gab das andere, mit einem Jubel wurde der Entschluß Hellas begrüßt, an diesem Nachmittage nicht länger teilzunehmen, da sie sich in diesem Kreise unmöglich wohlfühlen könne.

Ohne sie begab man sich nach der kleinen Konditorei. Obwohl zehn Jahre verflossen waren, seit man sich hier zusammengefunden hatte, waren wenig Veränderungen vorgenommen worden. Lachend erkannten die Eintretenden die Bilder an den Wänden wieder, und aufs neue stiegen die Erinnerungen an die goldene Backfischzeit machtvoll in allen auf.

Bärbel, Gabriele und Valeska gedachten unermüdlich der vielen Jugendstreiche, während Edith und Helene sich ziemlich schweigsam verhielten. Trotzdem huschte ein Lächeln über das Gesicht der reichen, unglücklichen Frau, als Bärbel, lachenden Übermut in der Stimme, den einstigen Lehrer, Herrn Dr. Rollmops, kopierte. Immer wieder tönte es hin und her:

»Wißt ihr noch?«

Auch die anderen Schulkameradinnen wurden erwähnt. Man bedauerte, daß man sie aus den Augen verloren hatte.

»Unsere lustige Marion ist gestorben,« sagte Gabriele, »das habe ich erfahren, und Ilse ist ins Ausland gegangen. Mehr weiß ich auch nicht.«

»Was mag aus unseren Kavalieren geworden sein, aus dem Dichter, der stets seine Verse von Heine, Halm und Schiller abschrieb?«

»Habt ihr eigentlich eure Schwärmerei, den Schauspieler Armin Rabes öfter gesehen? Er ist bald von Dresden fortgegangen, lange in Wien gewesen und jetzt in Berlin tätig.«

»Ach, Gabriele,« sagte Bärbel mit einem tiefen Seufzer, »obwohl uns der Armin Rabes damals schwer enttäuschte, hat er doch noch lange in meinem Herzen gesessen.«

»Er war vor einem Jahr bei einer Gesellschaft unser Gast,« sagte Helene. »Er gastierte gerade in Düsseldorf, wir luden ihn ein.«

»Erzähle von ihm!« rief Bärbel gespannt. »Ist er noch immer so entzückend wie damals?«

»Bärbel, Bärbel,« drohte Gabriele, »ich sage es deinem Manne!«

»Wir wollen uns nun nicht wieder aus den Augen verlieren, wenigstens wir fünf wollen treu zusammenhalten und uns regelmäßig Briefe schicken. – Meint ihr nicht auch?«

»Hätte ich gewußt, daß du noch immer für Armin Rabes schwärmst, liebe Bärbel, hätte ich ihn um ein Bild gebeten,« sagte Helene, »ich fürchte aber, er würde dir heute nicht mehr so gefallen. Er ist recht stark geworden, auch hat er nicht mehr das schöne, klingende Organ von einst. Sonst lebt er ganz glücklich, er erzählte mir, sein größtes Vergnügen sei, in der Sofaecke zu sitzen, in einen warmen Schlafrock gehüllt und seine vier Rangen auf sich herumreiten zu lassen.«

»Der Armin, – derselbe Armin Rabes, – der Künstler?«

»Freilich!«

»Am Ende trägt er dann auch gestickte Morgenschuhe!« Bärbel schaute die Erzählerin entsetzt an.

»Das weiß ich nun leider nicht. Aber er raucht gern eine lange Pfeife, und sein Lieblingsgericht ist Eisbein mit Sauerkohl.«

»Das ist mir unverständlich! Wie kann ein Künstler Eisbein essen und einen Schlafrock tragen. Armin, Armin, wie hast du dich gewandelt!«

»Er ist doch auch ein Mensch, ein guter Familienvater, dessen Beruf es ist, auf der Bühne, im Rampenlicht zu stehen und dem Publikum etwas vorzugaukeln.«

»Daß er aber im Schlafrock in der Sofaecke sitzt und vier Kinder schaukelt, nein, liebe Helene, das hätte ich niemals von Armin Rabes erwartet.«

»Soll er vielleicht im Carlos-Kostüm in der Wohnung umhergeistern?« lachte Gabriele. »Ich sage dir, Bärbel, – auch nur ein Mensch! Ich bin keine Idealistin mehr, ich habe schon manchen Schauspieler, den unsere heutigen jungen Mädel anschwärmen, in meinem Röntgenkasten gehabt. Da bin ich längst zu der Erkenntnis gekommen, daß der Künstler ohne all den bunten Plunder auch nur ein gewöhnlicher Mensch ist.«

»Wie glücklich kannst du sein, Bärbel, daß du dir noch immer deine Ideale erhalten hast! Bei dir scheinen die zehn Jahre, die seit unserem Zusammensein vergangen sind, nicht viel zerstört zu haben. Wenn ich Edith gegen dich ansehe, die doch stets zu allen tollen Streichen bereit war, will man es kaum glauben, daß ihr beide einstmals ein Herz und eine Seele waret.«

»Warum sollen denn unsere Jugendideale zerstört werden?«

»Das Leben sorgt schon dafür, Bärbel. Daß es bei dir nicht der Fall war, darüber kannst du nicht glücklich genug sein. Du scheinst die einzige von uns allen zu sein, die innerlich glücklich und zufrieden ist.«

Ein träumerisches Leuchten trat in die Blauaugen Bärbels. »Ach ja, glücklich bin ich, – sogar sehr glücklich, ich möchte euch alle zu mir nehmen, damit ihr meinen Harald und meine beiden Jungens sehen könnt. Oft genug sage ich mir, ich verdiene das alles nicht. Ach, ich bin ja ein so dummes und unerfahrenes Ding. Aber mein Harald tröstet mich immer wieder, und wenn jemals ein Mann sein Weib vor allem Unbill und allen schlimmen Seiten des Lebens bewahrte, so ist er es. – Ach, kommt doch alle zu mir, ihr werdet wirklich froh sein, denn – bei uns wohnt das Glück.«

»Möge es dir allezeit erhalten bleiben, liebes Bärbel,« sagte Helene. »Ich bin sehr mißtrauisch geworden. Als ich mich damals verheiratete, erregte es geradezu Aufsehen. Und wenn meine Eltern auch in ganz guten Verhältnissen lebten, hätte niemand daran gedacht, daß sich mir einer der reichsten Männer Deutschlands in Liebe zuneigen würde. Das Glück war sehr kurz, mit seiner Krankheit ist wohl auch seine Liebe gestorben.«

»Ja, Bärbel, du hast in den Glückstopf gegriffen,« begann Valeska. »Auch ich war glücklich, als ich mich verheiratete, und noch glücklicher, als ich mein erstes Mädelchen bekam. Es war zwar immer ein wenig knapp bei uns, aber lachend haben wir alles eingeteilt, und es hat gereicht. Dann wurde mein Mann stellungslos, da haben wir die bittere Not kennengelernt. Ich denke noch mit Schrecken daran zurück, wie kein Brot im Hause war. Aber nun habe ich eine gute Stelle, heute verdiene ich so viel, daß ich uns ernähren kann und wenigstens die ärgste Not gebannt ist.«

»Was bist du für eine tapfere Frau, Valeska; aber ich denke, dieses Zusammensein soll auch für dich etwas Gutes bringen. Mein Mann hat in achtzehn deutschen Städten Niederlassungen. Ich werde mit ihm sprechen. Veranlasse deinen Gatten, daß er uns seine Zeugnisse zuschickt, ich werde dann persönlich seine Fürsprecherin sein, und ich denke, daß dann auch für euch bald bessere Zeiten kommen werden.«

»Ach, Helene,« rief Valeska stürmisch, »wenn du ihm eine Stelle verschaffen könntest! Er leidet darunter, daß er brotlos ist. Aber es ist auch ein wenig Egoismus dabei. Ich bin ja gern in meiner Stellung, aber noch viel viel lieber würde ich daheim bei meinen Kindern sein. Wie glücklich wäre ich, wenn ich wieder die Rolle der Hausfrau und Mutter übernehmen könnte.«

»Ich verspreche es dir, Valeska, und hoffe, daß wir deinem Gatten sehr bald einen geeigneten Posten zuweisen können.«

»Kannst du uns nicht auch helfen?« warf Edith verstimmt dazwischen.

»Ich bin heute seit langer Zeit wieder ein wenig froher,« sagte Helene, »und das verdanke ich euch. Die Jugenderinnerungen sind doch zu schön. Darum möchte ich mich euch gegenüber ein wenig dankbar zeigen. Du, liebe Edith, fragst mich eben, ob ich dir nicht auch helfen kann. Wenn du einen Wunsch hast, den ich dir erfüllen könnte, sprich ihn ohne Scheu aus. Ich bin heute viel froher als sonst, – also, heraus damit! Wen darf ich erfreuen?«

»Wenn mein Mann eine Stellung bekommt, liebe Helene, hast du uns für alle Zeiten sehr glücklich gemacht, mehr wünsche ich mir nicht.«

»Und ich fühle mich wohl in meinem Beruf,« sagte Gabriele, »aber wenn ich meinen nächsten Urlaub erhalte, komme ich einmal an den Rhein. Darf ich dann bei dir wohnen?«

»Bist herzlich eingeladen, Gabriele. Alles, was ich dir an Schönheiten der Gegend zeigen kann, will ich dir zeigen. Wir haben eine Jacht, mehrere Autos, du kannst auch in Wiesbaden in unserer Villa eine Zeitlang wohnen oder im Schlosse zu Düsseldorf, – also, ich verlasse mich fest darauf: im Sommer bist du mein lieber Gast. – Nun, Edith, jetzt bist du an der Reihe. Auch du sollst dein Herz ausschütten.«

»Ich hätte tausend Wünsche und weiß doch nicht, was ich zuerst wünschen soll. Ich fühle mich unbefriedigt im Leben, Helene. Mein Mann steckt den ganzen Tag über im Geschäft, des Abends ist er müde, hat keine Freude am Ausgehen, und ich bin furchtbar lebenshungrig!«

»Bälle und Gesellschaften befriedigen auf die Dauer auch nicht, Edith.«

»Ich wäre sehr glücklich darüber, aber natürlich, das kostet viel Geld, in plundrigen Kleidern mag man nicht hingehen, ich müßte Schmuck haben, – ach, ich finde, das Leben ist nicht wert, gelebt zu werden. Es ist ja gar zu eintönig und zu sehr grauer Alltag.«

»Willst du vielleicht auch für eine Zeit mein Gast sein? Ich bin gezwungen, Geselligkeiten aller Art mitzumachen. Auch dich lade ich herzlich zu mir ein, Edith, und für Kleider soll gesorgt werden. Du sollst gewiß nicht zurückstehen.«

Die Augen Ediths leuchteten auf. »Ist das dein Ernst, Helene?«

»Gewiß –«

»Oh, dann rede ich noch heute mit meinem Manne. Er hat sicherlich nichts dagegen, wenn ich für vier Wochen verreise. Bald beginnt die Wintersaison, – darf ich dann kommen?«

Helene reichte ihr die ringgeschmückte Hand über den Tisch.

»Also abgemacht, Edith, nur mußt du dich rechtzeitig anmelden. – Und nun zu unserem lieben Bärbel. Hast du dir inzwischen auch einen Wunsch ausgedacht?«

»Ja,« erwiderte Bärbel energisch, »ich hätte auch einen Wunsch, aber ich weiß nicht, ob er dir recht sein wird.«

»Wenn ich ihn dir erfüllen kann, mein kleines, liebes Bärbel, ist mir alles recht.«

»Wann fährst du wieder nach Düsseldorf zurück?«

»Das weiß ich noch nicht, vielleicht morgen, aber vielleicht bleibe ich noch einige Tage länger, um mir hier etwas anzusehen. Es kommt auf den Spielplan an.«

»Na, dann klappt es ja. Weißt du, Helene, du hast vorhin gesagt, wir hätten dich etwas froher gemacht. Dein Gesicht ist auch jetzt nicht mehr so ernst wie anfangs. Wir haben zwar kein Schloß draußen in Heidenau, aber eine niedliche Villa mit einem hübschen Fremdenzimmer. Bleibe für einige Tage bei uns! Wir haben uns ja noch so furchtbar viel zu erzählen, und wenn du meine beiden Jungen siehst, meinen Harald kennenlernst, wirst du noch viel froher werden.«

Beinahe heftig ergriff Helene die Hand der einstigen Schulkameradin.

»Für eine Stunde will ich zu dir kommen, liebes, liebes Bärbel,« sagte sie mit mühsam beherrschter Stimme, »aber nicht für länger.«

»Nicht für länger, Helene?«

»Nein. Bärbel, – es wäre zu schwer für mich. Ich neide dir dein Glück gewiß nicht, aber wenn ich deine beiden gesunden Jungen sehen würde, – nein, nein, liebes Bärbel, – ich kann es nicht.«

»Liebe, liebe Helene!«

»Wünsche dir irgendetwas anderes, kleines Bärbel, irgendetwas! Dir möchte ich ganz besonders gern etwas schenken.«

Sie überlegte eine ganze Weile, dann sagte sie: »So schenke mir dein Bild, Helene, und zwar ein Bild, das dich in ganz großer Toilette zeigt, mit viel Schmuck, mit kostbaren Pelzen. Das möchte ich von dir haben.«

»Und warum gerade solch ein Bild?«

»Es ist gut für mich, ich bin ja immer zufrieden, Helene, aber es könnte auch in meinem Leben einmal eine Stunde kommen, in der ich oder meine Kinder neidvoll auf jene blicken, die in Reichtum und Pracht einhergehen. Dann will ich die Augen zu diesem Bild erheben und werde still und bescheiden sein.«

»Ja, Bärbel, du hast recht, und auf die Rückseite dieses Bildes will ich dir einige Zeilen, eines deiner Lieblingslieder schreiben. Wenigstens hast du es als Backfisch so oft gesungen.«

»Was war das für ein Lied, Helene, ich habe eigentlich immer nur für sentimentale Lieder geschwärmt.«

»Ich weiß es, Bärbelchen, darum paßt auch dieses in dein Repertoire. – Wie du auch strahlst in Diamantenpracht, es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht. Das weiß ich längst, ich sah dich ja im Traume, ich sah die Nacht in deines Herzens Raume.«

Bärbel senkte den Blondkopf, und auch Edith schlug plötzlich die Augen nieder. Beide sahen im Geiste eine schöne Frau im Golde wühlen, aber neben ihr im Rollstuhl saß ein gelähmter Mann, und im Nebenzimmer lallte ein Kind unverständliche Worte. –

Es war gegen neun Uhr abends, als sich die Freundinnen endlich trennten. Mit festem Druck lagen die Hände ineinander.

»Nicht wahr, wir halten von nun an zusammen?«

Als Bärbel im Auto Helenes nach Heidenau hinausgefahren wurde, als beide Freundinnen nebeneinander saßen, griff Helene nach Bärbels Händen.

»Verlasse mich in Zukunft nicht, geliebtes Bärbel, du bist wie das Licht, und ich brauche Licht, das meinen dunklen Weg erhellt.«

»Kommst du jetzt mit zu uns?«

»Nein, Bärbel, ich komme morgen.«

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