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Gold und bunte Menschen

Richard Kühnelt: Gold und bunte Menschen - Kapitel 3
Quellenangabe
authorRichard Kühnelt
titleGold und bunte Menschen
publisherÖsterreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst
year1929
illustratorRudolf Linauer
firstpub1929
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Eis und Gold

Im großen Strom.

Ganz Vancouver Vancouver – Hafenstadt in der kanadischen Provinz Britisch-Kolumbien am Großen Ozean. Endpunkt der transkontinentalen Linie der Canadian Pacific von Montreal, Ausgangspunkt der Seelinien nach Japan, China, Australien und nach dem hohen Norden (Alaska, Klondyke). war in heller Aufregung.

Die Eisenbahngesellschaft hatte Sonderzüge angesagt mit Goldsuchern, die auf Gerüchte von unerhörten Vorkommen oben an der Alaskagrenze von allen Seiten herbeiströmten. Ein Komitee von angesehenen Bürgern hatte sich zur Aufrechterhaltung der Ordnung gebildet, Waffen und Munition wurden verteilt, vor die öffentlichen Gebäude, die Banken und die Geschäftshäuser wurden Wachen ausgestellt – vor dem Bahnhof und im Hafen, wo eine ganze Flotte zum Abtransport der Abenteurer unter Dampf bereit lag, wimmelte es von bis an die Zähne bewaffneten Polizisten.

Von Victoria Victoria – Hauptstadt von Britisch-Kolumbien, wunderschön auf der großen Vancouver-Insel gelegen. war ein hoher Regierungsbeamter gekommen und das Milizregiment, in dem die jungen Kaufmannssöhne und Bankbeamten sonst nur bei Sonntagsparaden in glänzenden Uniformen stolzierten, wurde feldmäßig einberufen. Die Stadt glich einem Kriegslager, wie wenn die Japaner wirklich einmal Miene machen würden, hier am Einfallstor in das britische Amerika einzubrechen.

Überall Menschen mit erhitzten Gesichtern, die unglaublichste Möglichkeiten erörterten. Die Handwerker hatten alle Hände voll zu tun, um Schlösser und Riegel, Eisenstangen und Vorlegbalken neu anzubringen oder in Ordnung zu setzen, und mancher würdige Kaufherr oder Reeder hatte, wenn er über die Granvillestreet ging, wo die Börse steht, in der Tasche, die sonst nur das Etui mit den Zigarren barg, einen kleinen Browning oder gar einen großen Colt.

An all dem Wirbel war Louis Lacrosse, der kleine quecksilbrige Franco-Kanadier aus Quebec, Schuld, der vor ungefähr sechs Wochen mit gefüllten Taschen vom Yukon heruntergekommen war und in Bill Sommers Lunchroom gegenüber dem Bahnhof Geschichten erzählt hatte, ehe er den Salonwagen im Expreßzug nach Montreal bestieg. Da war von Waschgold die Rede gewesen, zwölf Unzen die Pfanne, und von Nuggets, groß wie die Kinderköpfe, und von einer Ader in den Tlinkethbergen, daß man sich nur zu bücken brauche, um das Gold tonnenweise aufzuheben, und dabei sei die Gegend das reine Paradies, dort oben am Porcupine, so hundert und etliche Meilen scharf Nordwest vom Yukon. Und die Vermessungsleute in Dawson-City hätten das Land frei gegeben zum Claimen.

Durch die eigentümliche Telegraphie des Westens, die lang vor Marconi drahtlos funktionierte, war dieses Geheimnis bald über den ganzen Kontinent verbreitet worden. Durch Tramps Tramp – Landstreicher, Walzbruder., die in den Lastwagen oder den Radgestellen der Expreßzüge ohne Fahrkarten nach Osten rollten, durch Reiter, die über die weiten Prärien Manitobas und Albertas sprengten, durch Matrosen, die die Küste hinab bis ins mexikanische Kalifornien kamen, durch die Geheimzeichen der weitverzweigten internationalen Brüderschaft der Walz – – – – Gold, Gold, Gold!

In allen Bars und Salons an der Küste und die Bahnlinie entlang, weit über die Rocky Mountains hinüber, auf den Dächern und Plattformen der Bahnwagen bei nächtlicher, unkontrollierter Fahrt, in den Frachtschuppen, in denen Walzbrüder Freiquartier gefunden hatten, – an allen Lagerfeuern Britisch-Kolumbiens, in den Wäldern und auf den kalten Tundren – aber auch in den Hütten der Arbeiter in den Minendistrikten, bei allen Jägern, Waldläufern, Cowboys und Taglöhnern war nur von dem neuen Goldfund die Rede – – – – von Gold, Gold, Gold!

»Ich sag dir, Kamerad,« meinte der alte Miner, dem gegenüber ich im Waggon saß, »das ist wie mit dem Wasser. Erst sickern einzelne Tropfen von den Randbergen der großen Ebene hinunter, so einzelne Männer wie du oder ich, die schon wissen, wie die Arbeit mit Picke und Schaufel schmeckt, und bald ist es ein Bächlein, das da über die Felsen purzelt, einzelne Gruppen aus einer Gegend – unten dann, an den großen Straßen, da wird's zum Fluß, der über Stock und Stein springt, regengeschwollen alles mit sich reißt und gelegentlich auch über die Dämme geht. Und ist erst die Menge da – – wo über die Rockies der einzig mögliche Weg hinaufführt, – dann ist's ein breiter, hochgeschwollener Strom, der auch Schlamm und Bodensatz mit sich führt, den er bei Gelegenheit zurückläßt, – der vermurt dann die ganze Gegend.«

Rauhe abgearbeitete Hände stopften sich eine Pfeife.

»Ist wie ein Fieber, das über einen kommt, wenn da von Gold die Rede ist – – hat uns doch auch gepackt, uns beide – mich – – und dich auch, Kamerad.«

Ja, das Fieber hatte mich gepackt – mich, wie die andern alle, wenn es bei mir auch weniger das Goldfieber war, als die Lust am Leben, am Kampf mit der Natur, mit der Umgebung, mit mir selbst.

Und es hatte mich ja auch nicht geduldet als Chief Clerk der Maschinenfabrik J. B. Waterman & Co. in Chicago.

Eines schönen Samstags, als ich mir das Kuvert mit dem Wochenlohn beim Boss holte, hatte ich ihm eröffnet, daß Pit Smith, unser Zweiter, am Montag an meinem Platz sitzen würde. Bei welcher Konkurrenzfirma ich angemustert hätte – und wieviel mehr die zahlen würden, hatte der Alte wütend gefragt – – und er machte einen Luftsprung, als ich ihm lächelnd erklärte, daß ich noch heute Abend nach Winnipeg abdampfen würde, um von dort nach dem Norden in die Goldfelder zu gehen.

Mr. Waterman klingelte einem Boy, um für den armen Mr. Dick Dick – engl. Abkürzungs- und Kosename für Richard. Kühnelt ein Glas Sodawasser zu bringen, denn solche Anfälle pflegen im Winter bei plötzlich warmem Wind vorzukommen – aber ich hörte nicht mehr seinen letzten Fluch, ich raste weg, hinein ins Leben – – – hinein ins Abenteuer.

Und wenn ich in den Stationen auf der langen Fahrt über das Felsengebirge durch die Waggons ging, sah ich junge Leute, die, eine lebenslange Fron vor sich, begierig nach dem Strohhalm gegriffen hatten, den ihnen das Geschick hinreichte, sich aus der Arbeitssklaverei loszuringen durch das Gold, dessen Besitz ihnen alle Genüsse des Lebens geben könnte.

Starke Männer sah ich, die, an harten Dienst gewohnt, lohnende Beschäftigung zurückließen, verzehrt vom Durst nach Gold, das ihnen für ihren Lebensabend ein eigenes Stück Land verhieß – lediges Volk, das nach Gold lechzte, um es der Mary oder Susy daheim lachend und prahlend in den Schoß zu schütten, – Ehemänner, die Weib und Kind im Stich ließen vor Hunger nach dem Gold und der eigenen Freiheit – und mit ihnen all die zahllosen Vagabunden, Loafers und Tramps, Verzweifelnde, die nichts mehr zu verlieren, sondern nur zu gewinnen hatten – Verbrecher, ausgespien von Gefängnissen und Zuchthäusern aller Erdteile – die Kanalstierer dieses Lebens, für die es beim Festmahl des Goldes wohl einen Hyänenschmaus geben könnte.

21 Uhr 35 Pacific Time Pacific Time – die kanadische Zeit wird geteilt: Eastern Time (Ostzeit), 6 Stunden nach der Uhr mitteleuropäischer Zeit, reicht bis Fort William; Central Time, 1 Stunde nach, reicht bis Broadview, Mountain Time (Bergzeit), 1 Stunde nach, reicht bis Field; Pacific Time, 1 Stunde nach, Küstenzeit. In Vancouver ist es also 3 Uhr früh, wenn es in Wien 12 Uhr Mittag ist.. Der Überlandzug braust schnaubend in den Bahnhof von Vancouver. Die Bremsen kreischen, der Zug steht still.

Aus den langen braunen Kolonistenwagen, aus den ungepolsterten, rüttelnden, stoßenden, stinkenden Rauchwagen stürmt und drängt und wälzt sich eine fluchende, lärmende Menge von Männern jeden Alters, aller Völker und Rassen der Erde.

Sechs Fuß hohe rotköpfige Irländer, breitschultrige Schotten, näselnde Cockneys Cockney – Spitzname für den Londoner. aus den Slums Slums – die Proletarierwohnungen im Ostviertel Londons. von London, kleine bewegliche Franzosen, wild gestikulierende Italiener, stoppelbärtige Tramps aus der Union, blasse blondhaarige Deutsche, ruhig blickende Skandinavier, stumpfe Slawen, die Armee der Marodeure des Lebens, die der Ruf des Goldes hierher gelockt hat, wo die Pforte des geträumten Paradieses diesem babylonischen Völkergemisch sich weit und verheißend öffnet.

Genau um Mitternacht gehen die Dampfer hinauf nach der ersten Etappe auf dem weiten Wege in das neue Dorado, nach Skagway, dem Tor des Yukondistriktes.

Ein Bündel oder eine alte Tasche mit den wenigen Habseligkeiten in der Hand, Picke und Schaufel geschultert, die Pfanne zum Waschen des Goldes an der Seite, stapfen die Männer vorwärts, den Weg zum Hafen.

Dröhnende Bässe, tenorale Stimmen, weiche singende Rede, gutturale Laute – gellende Schreie und rohes Lachen – Fluchen, Drohen, Streiten – ein krächzend angestimmtes Lied, das im allgemeinen Getöse untergeht – heiße Tropfen in dem breiten Strom, der sich jetzt in die Eiswüste des Nordens ergießt, auf dem Weg schon zum guten Teil im mordenden Boden versickert, sich dann in zahllose Arme spaltet und doch endlich dort oben in den weiten, weiten Gebieten des Bärenvolkes in wilde unberührte Erde Fruchtbarkeit trägt, Arbeit, Plage, Erfolg – – – Not und Tod.

Wie Kriegsgefangene wälzt sich der Strom, den der Bahnhof ausgeworfen hatte, zwischen dem Spalier bewaffneter Ordnungshüter die breite Straße weiter, die zum Hafen führt. Wirbel und Strudel entstehen, wenn inmitten einer Gruppe eine Meinungsverschiedenheit durch einen Faustkampf entschieden wird – rückwärts wird nach vorne gedrängt – und vorne bricht sich die sich auftürmende Welle am Widerstand einer Polizeikette.

Flüche in allen Sprachen der Erde werden laut – – hier ein Lachen über das Zusammenbrechen eines Kraftlosen – – – dort ein Stöhnen unter den Tritten rücksichtslos Nachdrängender – – – ein Messer blitzt auf – – – eine Schießwaffe entladet sich – – das Geschrei und Getöse ebbt wieder ab und der breite Strom windet sich träge innerhalb der lebenden Kaimauern.

Über allem hängt schwer eine dicke Wolke von Tabak und Alkoholdunst, der Ausstrahlung von tausenden unsauberen Menschenleibern, von dicken Stoffen und alten Pelzen, vollgesogen mit der Feuchtigkeit des vergehenden Winters, dem Geruche der Erde, die noch an Stiefeln und Arbeitsgerät haftend Zeugnis gibt von der Gegend, aus der der Träger kommt.

Am Wege aber, den dieser qualmende, lebende Strom nimmt, lauern die Nutznießer menschlichen Elends und menschlicher Genußsucht, die Tröster der Verzweifelnden, die Befeuerer der Mutlosen – – – die zahllosen Barkeeper des Hafenviertels.

Im Nu sind alle Saloons und Kaschemmen überschwemmt. In den kleinen Stuben, überall herum an den winzigen Tischen, an der Bar lungern die wüsten Gesellen. Ein altes verstimmtes Orchestrion oder ein elektrisches Klavier brüllt oder ächzt einen Virginia Rigg. Ein paar zerlumpte Kerle stampfen mit unordentlichen Weibern gröhlend diesen Sklaventanz, der Boden ist schlüpfrig von ausgegossenen Getränken und das Ausgleiten und Hinstürzen einer Tänzerin wird von jubelndem Geheul begleitet.

Händereibend steht der schlaue Chinese hinter der Bar, denn der Fusel, der sonst mit fünf Cent teuer genug bezahlt wird, wird gern heute um das Doppelte begehrt.

Nicht nur mit dem Feuerwasser berauschen sich heute sonst ganz Nüchterne – am eigenen Wort entzündet sich lockende Phantasie auch bei denen, die sonst für nichts anderes als für kalte Tatsachen etwas übrig haben.

Vor den Türen aber wälzt sich ununterbrochen der breite unaufhaltsame Strom der Diggers Digger – Goldgräber. gegen den Hafen. – – –

In eine kleine Bar nahe dem Hafen fiel ich hinein. Ein Glas Whisky mit Ginger-Ale Ginger-Ale – Ingwerbier, d. h. Sodawasser mit Ingwer-Geschmack, ein alkoholloses, sehr erfrischendes, wohlschmeckendes Getränk, das in ganz Nordamerika sehr beliebt ist., meine Leibmischung, in der Hand, blickte ich mich um.

Da begegnete ich ein paar Augen, die mich nicht mehr losließen. Hilfloses Entsetzen – flehendes Bitten – – das Erkennen des Gleichkastigen lag darin, die Freimaurerzeichen gleicher Sphäre. Diese Augen gehörten einem gut gewachsenen, schlanken Mann mit scharfen Zügen, aus denen das Blut einer hochgezüchteten Rasse sprach. Seine Kleidung war abgetragen, aber seine Hände, die lang und schmal aus den Ärmeln eines schmutzigen, ehemals grauen Mantels hervorstießen, waren weiß.

Ich machte zwei Schritte gegen ihn – – und es war mir wie selbstverständlich, daß ich eine deutsche Anrede erwartete. Aber nur seine Augen sprachen, sein Mund blieb stumm.

Da sprach ich ihn an.

»Kamerad,« sagte ich, »kann ich etwas für dich tun?«

Ich hatte unwillkürlich deutsch gesprochen, nach Jahren wieder einmal in meiner Muttersprache.

Wie in jähem Entsetzen fuhr er zusammen – – – und die Augen, diese armen Augen starrten mich an.

Ich legte ihm die Hand auf die Schulter und hielt ihm mein Glas hin.

»Wir beide, Kamerad, sind in den großen Strom gesprungen – – und nun müssen wir schwimmen. Da sind Wirbel im Lauf, denen wir ausweichen müssen – da sind Strudel, die in die Tiefe ziehen können – da ist es gut, wenn man zu zweit ist, weil einer den anderen herausziehen kann. Trink, Kamerad!«

Der andere war aufgestanden und wie unwillkürlich hatte er die Absätze seiner zerrissenen Schuhe zusammengeklappt und eine eckige Verbeugung gemacht. Dann kam es langsam und in fast hoffnungsvollem Ton von seinen Lippen: »Landsmann?« – – –

Ich setzte mich zu ihm. Zwei große Beefsteaks, die der schmutzige Schwarze auf mein Geheiß vor uns hingestellt hatte, verschwanden in kurzer Zeit. Das kräftige blutende Fleisch und ein paar Schluck Schnaps legten ein wenig Farbe auf die Wangen meines neuen Gefährten.

Sirenengeheul – – – – ein Wirbel – – – – wie Gießbäche stürzen die Menschenknäuel aus den Wirtsstuben, und der Sturm auf das erste Schiff, das breit und schwarz am Pier liegt, beginnt.

Jeder will auf dieses kommen, denn es fährt früher weg als die anderen, es ist früher oben im Norden, wer es benützt, kann früher im Goldland sein, früher den ersehnten Reichtum besitzen.

Über die Bordwand klettern die einen, denen die Stauung an der schmalen Landungsbrücke zu lange dauert – an den Trossen, mit denen der Dampfer festgemacht liegt, erklettern ihn andere – der Lärm und das Gejohle werden zu einem einzigen Schrei wütender Ungeduld – – – und Vancouver erzittert vor Angst.

Im Augenblick ist das erste Schiff bis auf den letzten Platz besetzt. Unter der Bordwand – am Fuß der Signalmaste – im Schatten der kleinen Deckbauten – überall sitzen und liegen auf ihren Decken und Bündeln die Abenteurer, schwatzend und singend, die Flasche kreist – dort werden Hochs auf die neue Zeit ausgebracht – hier wird ein teuer erkaufter Rausch ausgeschlafen.

Picke und Pfanne werden argwöhnisch an den Körper gepreßt, die Säcke mit Nahrungsmitteln werden eifersüchtig bewacht – Keiner traut dem anderen – jeder ist jedes Feind – die Möglichkeit, daß der Nachbar vielleicht einen besseren Claim ausmachen könnte oder zuerst auf die ergiebige Ader stoßen – dieser Gedanke ist im Hirn dieser Besessenen so ungeheuerlich, daß blinder Haß jetzt, wo das Ziel nicht mehr fern scheint, einen gegen den anderen hetzt. Die Büchsen werden bereit auf die Knie gelegt und die Faust faßt das Messer oder den Revolver fester. Die Augen glühen – an allen Ecken und Enden entstehen Streit und Händel um Nichtigkeiten.

Ein Blick auf die Kleidung und Ausrüstung belehrt mich über die Zugehörigkeit des Trägers zu einer der beiden Gruppen – – – die der erfahrenen Goldgräber, die alles bei sich haben, was man da oben braucht – – – und die der Neuen, Unerfahrenen, die den Blutdünger dieses jungfräulichen Bodens zu bilden bestimmt sind. Von diesen hatten die einen zu viel, die anderen zu wenig Gepäck.

Es war uns gelungen, unter den ersten an Bord zu kommen.

»Vor allem einen Deckplatz sichern,« sagte ich zu meinem neuen Freund. »Denn unten im Raum wird es fürchterlich werden, wenn man erst hinter Alert Bay Alert Bay – Hafen in Britisch-Kolumbien am Ausgang des Charlotte-Sund, der die Insel Vancouver vom Festland trennt. Hier gewinnt man die offene See. ist und die Dünung vom offenen Ozean kommt – jetzt besaufen sich diese Bestien noch, aber wenn dann die Seekrankheit unter ihnen wütet – hier, hinter der Kombüse – da werfen wir unsere Decken hin – von da gehen wir nicht fort. Vor Spritzern schützt uns die hohe Bordwand und der Wind weht dann draußen von Achtern und kann uns hier nichts anhaben. Auch das Essen holen wir gleich hier am Schalter – aber vertreiben dürfen wir uns nicht lassen, denn das ist der beste Platz.« Aus dem Fenster der Kombüse lugte ein gelbes, verschmitztes Gesicht, die schiefen Schlitzaugen sahen den Platz vor der Kombüse besetzt – wie taxierend spielten sie von unseren Gestalten zu den wilden Figuren, die uns umgaben. Und der Chinese beugte sich weit vor aus seinem Küchenfenster, um die Entwicklung der Dinge zu beobachten.

Da stolperte, angetrieben von mahnenden Rufen der Hafenbeamten, noch ein letzter Trupp über die Landungsbrücke – – – – fünf oder sechs lästernde Gesellen – – unter ihnen als Führer, wie ein Turm über alle emporragend, ein Riese, dessen brandroter Schopf wie ein Fanal durch die Nacht leuchtete. Eine Schnapsbuddel in der Hand, torkelte er heran.

»Wo ist der verdammte Häuptling von diesem alten gesegneten Kahn? Warum steht er nicht hier, um einen echten Gentleman zu begrüßen? Wenn ich im Herbst herunterkomme von dort oben, den Gürtel prall von Nuggets und die Beutel voll Goldstaub im Kassenschrank beim Zahlmeister – – – –,« und er sah sich herausfordernd im Kreise herum. »Platz da, Jungens, damit meiner Mutter Sohn seine müden Glieder ausstrecken kann – – –,« und sein Blick fiel auf uns, meinen deutschen Gefährten und mich.

Der Deutsche hatte sich auf seine Decke gesetzt und verwundert und erschrocken den Trubel gesehen.

Der Riese trat auf ihn zu.

»Hat dieses verdammte Greenhorn Greenhorn – Spottname für Neueinwanderer (Grünnase), auch für jeden Neuling. von einem Dutchman Dutchman – verächtliche Bezeichnung der Deutschen. Dutch ist im Schriftenglisch der Holländer. sich da den besten Platz ausgesucht! Weg da, mein Junge, dieser feine Platz ist für einen Gentleman, wie ich einer bin!«

Er trat noch einen Schritt vor und stieß mit dem Fuß in den Rücken des Sitzenden.

Ich sah dem Burschen fest in die Augen. Ich hatte ihn sofort erkannt, den widerspenstigen, ewig besoffenen Irländer, der schon während der Bahnfahrt dem Eisenbahnpersonal viel zu schaffen gemacht hatte.

»Halloh, Mike,« sagte ich ruhig, »hier gilt's so wie beim Claim – – – wer zuerst kommt, steckt ab – – – und wenn's gerade ein Placer Placer – eine Goldtasche im Urgestein (spanisch bonanza). ist, um so besser für den, der früher da war.«

Der Irländer machte ein erstauntes Gesicht.

»Heilige Jungfrau von Galloway,« schrie er, »was ist denn das für ein Dandy?«

Er kam langsam näher und stand wie ein Berg vor mir.

»Scheint auch so ein damn'd Dutch – – – –,« weiter kam er nicht. Ich hatte eine rasche Bewegung gemacht – – – – und aufbrüllend fuhr der Goliath mit ausgekegeltem Arm zurück.

Ich hatte mich breitspurig vor meinen kalkweißen Gefährten gestellt. Der lange Irländer machte sich wutschnaubend los aus dem Kreis, der ihn bedauernd umgab, stürzte mit hocherhobener Linken auf mich zu, aber ehe er noch den Schlag, den er mir zugedacht hatte, anbringen konnte, traf ihn mein Stiefelabsatz in die Magengrube, so daß er wie ein gefällter Baum zusammenstürzte.

Totenstille vor Überraschung.

Ich trat vor und rief: »Wünscht einer von den Gentlemen ein paar Wochen Spitalsruhe? Dann her mit ihm!«

Ich trat knapp vor einen wildblickenden Burschen, der eine Bewegung gemacht hatte, und schaute ihm scharf in die Augen. Der brummte eine Verwünschung, drehte sich um und verschwand.

Von diesem Moment an hatten wir Ruhe.

Die Trossen wurden losgeworfen, das Schiff wendete seinen Bug gegen den Ausgang des Fjords und wir haben noch keine Schiffslänge zwischen uns und den Kai gelegt, wird schon der zweite Dampfer gestürmt. Und so geht es tagelang bei so einem Raid. Zug auf Zug bringt goldhungrige Männer und Schiff auf Schiff führt sie hinauf in die Eiswüsten des Nordens. – – –

Es war eine fürchterliche Fahrt. Noch waren die Winterstürme nicht vorbei, das Schiff schlingerte und stampfte und rollte, daß die Seekranken wie hilflose Bündel an Deck herumlagen – – – aber in den Momenten, wo die tückische Krankheit nur ein wenig nachließ und ihr armer Kopf einen Gedanken fassen konnte, war es immer nur der eine – – – Gold!

Sie hörten von denen, die nicht ihre erste Reise machten, vom weißen Tod, der oben lauert, – von Schneestürmen, – vom Kampf mit Bestien, die durch den harten Winter ausgehungert sind, von heimtückischen Überfällen vor Hunger irrsinniger Wilder, von härtester Arbeit, von Zeiten, da der Leibriemen aufs letzte Loch geschnallt werden muß, weil der Proviant ausgegangen ist oder reichen muß, bis er wieder erneuert werden kann – – – – aber sie lachen nur und vor ihren Augen steht strahlend das lockende Gold.

Mein Reisegefährte, der im Anfang der Fahrt ein willenloses Häuflein Mensch war und sich nur dann zu atmen getraute, wenn ich an seiner Seite stand, fing langsam an, wieder aufzuleben. Sein Auge wurde klarer, seine Gestalt straffer, seine Rede zusammenhängender – – – und ich entdeckte in ihm einen gebildeten, recht mutigen Menschen, der augenscheinlich nur durch Hunger und Seelennot zusammengebrochen war. Er hatte mir irgendeinen gleichgültigen Namen genannt, der sicher nicht sein echter war, ich nannte ihn bei seinem Vornamen Fred. Nach sechs Tagen fuhren wir langsam den Skagway hinauf. Dampfer auf Dampfer staute sich an der Einfahrt. Langsam nur kamen wir den Fjord hinauf, viel zu langsam für die Sehnsucht der Menge. Alle Mann standen an der Reeling, und es war merkwürdig:

War es die grandiose Szenerie, das Massiv des Mount Sitka Mount Sitka – markanter hoher vergletscherter Berg auf der dem Skagway Fjord vorgelagerten Baranoff-Insel., der schneebedeckt herübergrüßte, das tiefblaue Wasser der nordischen See – – – – war es die Angst vor dem Unbekannten, das Bewußtsein, daß es jetzt aus war mit der Freiheit, daß jetzt nur Arbeit, harte Arbeit in absolut fremden Verhältnissen das Leben überhaupt erhalten konnte – die lauten, lärmenden, prahlenden Burschen waren still, ganz still geworden und schauten mit großen ängstlichen Augen in die Zukunft – – – – und als der Agent der Vereinigten Staaten nach der Landung beim Verfrachten in den Zug, der nach White Horse ging, die Namen verlas, fehlten einige.

Langsam krochen die Züge, einer nach dem anderen, auf der kurzen Bahnstrecke nach White Horse. Mühsam bahnte sich von dort aus ein schwerfälliger Heckraddampfer seinen Weg den Lewis hinunter, der noch mit Eisschollen, die kreischend an den Flanken knirschten, bedeckt war – – – – und nur ein Thema beherrschte angesichts des ersehnten Landes alle Gespräche – – – – das Gold.

Es wurde besungen, es wurde ersehnt, es wurde angebetet – eine wilde Symphonie zu Ehren des einzigen Gottes, dessen Hochamt hier zelebriert wurde – – – des Goldes.

Dawson City war erreicht, die äußerste Grenze der Kultur. Bienenschwarmgleich ergoß sich die Menge über die Stadt, und die letzten Segnungen der Zivilisation, besonders Schnaps, wurden in ausgiebigster Weise genossen.

Hier fielen die Leichenfledderer über die Neulinge her, letzte Dollars wurden für wertlose, ausgepowerte Claims herausgepreßt, Schlitten, Hunde und Proviant, die nichts taugten, für teueres Geld verhandelt – – – und wieder blieb Bodensatz zurück.

Als ich mit Fred an Land ging, stand ich im ersten Augenblick fast ratlos da.

Das war nicht Dawson-City, wie ich es gekannt hatte, die zusammengedrängte Siedlung mit ihren rauchgeschwärzten Blockhütten, aus deren Fenstern ab und zu der dunkle Schein qualmender Petroleumlampen blinkte – – – – das war nicht die aufgewühlte, ausgefahrene Straße mit den tiefen Geleisen schwerer Wagen und zahllosen Hufspuren – – – – da stolperte man nicht jeden Augenblick über einen gefällten Waldriesen oder einen Stapel Schwemmholz – – – – das hier war eine Stadt mit ein- und zweistöckigen wohlgestrichenen Häusern, aus deren blanken Fenstern elektrisches Licht blitzte – auf gepflegten, gut beleuchteten Straßen mit gebohnten Bürgersteigen wandelte geschäftig eine ordentlich gekleidete Menschheit – – – – eine amerikanische Stadt war pilzartig emporgeschossen.

Wo ich meine alte Herberge vermutete, stand jetzt ein einfaches, aber schmuckes Gasthaus – und der dürre Arty Mac Allister, der mir vor zwei Jahren unrasiert, mit schmutzigen Pfoten einen gräulichen Fusel eingeschenkt hatte, stand jetzt mit glatten Wangen und blendend weißer Jacke hinter einer messingfunkelnden Bar mit Flaschen in allen Farben und hatte Ansätze zu einem Bäuchlein.

Herzlich begrüßte er mich und öffnete uns ein freundliches Zimmer mit sauberen Betten.

Abends saßen Fred und ich an dem schweren Holztisch im Gastzimmer – und es war doch wieder, wie wenn ich nie weg gewesen wäre.

Da war der alte einäugige Tom Sawyer, dem oben am Whitefish Whitefish – Weißfischfluß, kleiner Fluß, der in den Yukon mündet. das linke Auge von einem Indianerpfeil ausgeschossen worden war, da war Goulch-Teddy, der noch immer von der mächtigen Ader träumte, die am Südhang der Baker-Mountains Baker-Mountains – Bergzug an der Grenze zwischen dem Unionterritorium Alaska und dem britisch-kanadischen Yukongebiet. unbedingt vorhanden sein mußte, Charley Lefevre bettelte noch immer um einen heißen Gin – – – und als am späten Abend die Gäste gegangen waren, setzte sich Arty zu uns und erzählte mit geheimnisvoller Miene von einer Kunde, die ein Digger heute von der Alaskagrenze gebracht habe, von Waschgold, zwölf Unzen die Schüssel, und Nuggets, groß wie die Grapefruits Grapefruit – orangenähnliche, zwei Faust große Frucht, bitterlich-süß, sehr beliebt als Frühstücksfrucht.. Wir waren im besten Plaudern, als plötzlich die Türe aufgerissen wurde und eine Hünengestalt ins Zimmer taumelte. Eine sommersprossige behaarte Faust donnerte auf den Bartisch und eine schnapsheisere Stimme verlangte ungemischten Whisky. Durch die offen gebliebene Türe drang ein ganzer Schwarm betrunkener Kerle herein, alles alte Bekannte von mir – – – der rote Irländer vom Schiff und seine engeren Freunde.

Auch sie hatten uns erkannt, begannen zu lärmen, zu sticheln und zu stänkern. Arty ermahnte die späten Gäste in ruhigem Ton; als die Rowdies aber gegen unseren Tisch hin zu drängeln begannen und ihre Fäuste unter unseren Nasen herumfuhren, riß mir endlich die Geduld und ich fragte das lange Laster, ob sein Arm wieder eingerichtet sei. Mit einem Wutschrei warf der Vagabund sein Glas gegen mich, das mich zwar verfehlte, aber mit lautem Klirren an der Wand zerbrach. Da drang von der Bar her donnernd Artys Ruf: »Hands up Hands up! – Hände hoch!, gentlemen!« – – – und in seinen Händen erschienen urplötzlich zwei Schießeisen. Auch Fred und ich hielten den Burschen unsere Revolver entgegen. Vollständig ruhig versicherte ihnen Arty, daß er jedem, der es wagen würde, mit den erhobenen Händen auch nur zu zucken, den hellen Tag durch sein gesegnetes Fleisch schicken werde. Auch befahl er allen, im Krebsgang die Türe zu erreichen.

Als nur mehr der rote Ire übrig war, bat Arty Fred und mich, den wüsten Burschen im Schach zu halten, ging selbst zur Türe und schickte zwei laute Pfiffe in die Nacht hinaus.

»So, mein Junge,« sagte er, »für die erste Nacht in diesem alten Lande will ich dir Freiquartier verschaffen. Diese verdammten Loafers Loafer – Vagabund, Bezeichnung für die weniger harmlose Sorte. glauben hier bei uns wirtschaften zu können wie in einem Camp unter ihresgleichen.«

Der baumlange Polizist, der fast sofort eintrat, lud unseren Freund liebenswürdig grinsend ein, mitzukommen.

»All right, Mr. Mac Allister, schätze, Seine Ehren wird ihm 'nen Monat harte Arbeit aufbrummen wegen Exzeß und Eigentumsbeschädigung – – – ist recht, Gentlemen, solche Banditen gleich richtig behandeln. Halloh, mein Junge, gib die Arme her für diese niedlichen Armbändchen – – – – so – – – ob ich ein Gläschen? Besten Dank, Sir, ist eine kalte Nacht heute – – – ah, das wärmt – – – und jetzt, Marsch, my boy, vorwärts!«

Mit einem bösen Blick auf mich verschwand der Ruhestörer hinter der Türe. – – –

Wir hatten einen guten, festen Schlitten und sechs Hunde erstanden, die notwendige Kleidung, Betten, Arbeitsgerät und Proviant.

Am nächsten Morgen brachen wir auf, scharf Nordwest.

Die Peitsche aus Seehundsriemen knallte lustig in der kalten Luft, der Leithund zog an, wie ein Pfeil sauste der Schlitten über den Schnee, und wir beide, Fred und ich, stürmten auf unseren Schneeschuhen vorwärts, ich als Lenker vorne neben den Hunden, Fred als Aufpasser über die Last hinter dem Schlitten.

Wir waren später aufgebrochen als die große Menge, die mit uns heraufgekommen war, denn die Wahl unserer Ausrüstung hatte geraume Zeit in Anspruch genommen. Daher hatte ein großer Teil einen ziemlichen Vorsprung vor uns.

Tagesmarsch wechselte mit Nachtruhe, die wir in unserem Tepee, dem landesüblichen Zelt, beim qualmenden Feuer nassen Holzes hielten. Speck, Bohnen, Pamekan Pamekan – Dörrfleisch, in Riemen geschnittenes Rindfleisch, an der Luft getrocknet. Unentbehrlicher Proviant. und Tee waren unsere Nahrung, die Hunde bekamen getrocknete Fische. Ab und zu wurde, wenn wir an einen Flußlauf kamen, durch ein Loch im Eis auch ein frischer Fisch gefangen. Während der Ruhe lieferten uns die Wölfe und Füchse ein Konzert von Heulen und Bellen und ihre grünen Augen leuchteten oft durch die Nacht.

Wir hatten schon viele Partien überholt, Gruppen, die sich zusammengetan hatten, und einzelne, die Angst und Eifersucht zu Einsiedlern gemacht hatte. Schwer litt mancher, der auf der Vergnügungsfahrt von Vancouver herauf den Mund am weitesten aufgerissen hatte, unter der Unbill des harten Klimas und den Strapazen einer fremden Lebensweise bei ungewohnter schwerer Arbeit.

Viele hatten die Ausgabe für Hunde entweder aus Unkenntnis oder aus Unvermögen gescheut und zogen oder schleppten ihre Lasten selbst – – – und von diesen wußten wir fast sicher, daß sie nie ihr Ziel erreichen würden.

Eines Vormittags sahen wir in der klaren Luft einen feinen Rauch aufsteigen und fanden einen Mann halb erstarrt im Schnee sitzen. Eine Handvoll nasses Holz, einen Sack mit Bohnen und Mehl und eine Speckseite in Reichweite seiner klammen Finger. Nach einem Schluck Rum erzählte er uns, daß er mit einer Partie von Landsleuten hierhergekommen sei, die ihren Schlitten an langen Leinen selber zogen, daß er mit seinem rechten Fuß in eine Schneespalte gekommen sei und sich den Knöchel gebrochen habe. Seine Genossen weigerten sich, ihn weiter mitzuschleppen, denn das wäre nur auf Kosten eines Proviantsackes gegangen, diesen aber hätten sie nicht preisgeben wollen. Die letzte Nacht sei fürchterlich gewesen, die Wölfe wären im Kreis um ihre schon sichere Beute gesessen, und er habe sich der Angriffe einzelner kaum durch brennende Zweige erwehren können.

Wir luden den armen Teufel auf unseren Schlitten, schleppten ihn zwei Tage weit bis zu einem Dorf der Shiwahs Shiwahs – Indianerstamm im mittleren Yukongebiet. Reine Rasse ohne Eskimobeimischung., wo wir ihn gegen Opfer von ein paar Päckchen Tabak einer alten biederen Rothaut überantworten konnten.

Dort im Dorf hörten wir von Not und Tod so mancher, die wir vor Tagen in blühendem, kraftvollem Leben gesehen hatten, von wilden Kämpfen um kärgliche Nahrung, von brutalem Egoismus und von aufopferndem Heldentum.

Nach vier langen Wochen der Wanderung über Berg und Tal, über verwehte Ebenen, durch eisstarrende Wälder – nach vier langen Wochen des Irrens im wirbelnden Schneesturm oder unter glitzerndem Nordlicht erreichten wir den Oberlauf des Porcupine als erste, die dort ankamen.

Wir steckten an einer sanften Böschung des Ufers unseren Claim ab, in harter Mühe bauten wir eine primitive Hütte und warteten auf den Tag, da Eis und Schnee dem kurzen heißen Sommer jener Regionen weichen würde – – – um zu graben, zu wühlen, zu waschen – – – – in der Richtung auf das eine Ziel, das diesen ganzen mächtigen Strom warmen Blutes beseelt hatte, als er sich in diese Eiswüste ergoß – – – – Gold, Gold, Gold!

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