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Friedrich Gerstäcker: Gold - Kapitel 74
Quellenangabe
typefiction
booktitleGold
authorFriedrich Gerstäcker
year1989
publisherUnion Verlag
addressStuttgart
isbn3-8139-5652-0
titleGold
pages15-594
sendergerd.bouillon@t-online.de
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30. Schluß

Vier Wochen waren etwa seit diesen Vorfällen vergangen, und die bunte Färbung des Waldes, die fallenden Blätter kündigten schon den nahenden Herbst an. Auch der Himmel zeigte sich nicht mehr so rein und blau, wie er fast den ganzen heißen Sommer über war. Dichte Wolkenmassen zogen sich schon hier und da zusammen. Alle Anzeichen verrieten, daß die ›Regenzeit‹ hier bald beginnen würde. Im Paradies war inzwischen Ruhe und Sicherheit vollkommen hergestellt. Hetson hatte, unterstützt von Hale und einigen besser gesinnten Amerikanern, durchgesetzt, daß kein Spieltisch mehr im Camp geduldet wurde. Es gab zwar Widerstände, aber sie konnten sich dagegen durchsetzen. Dadurch verschwanden die Spieler, die ihre kostbare Zeit nicht an einem unnützen Platz vergeuden wollten. Auch von den Indianern wurden sie nicht weiter belästigt. Einzelne Trupps hatten sich gelegentlich in der Nähe gezeigt, ohne jedoch auch nur mit einem der Weißen zu sprechen, denen sie überall aus dem Weg gingen. Die Frauen suchten Eicheln, Haselnüsse und andere wilde Waldfrüchte, um davon Wintervorräte anzulegen. Die Männer bildeten ihren Begleitschutz, denn das Wild in den Bergen war schon längst getötet oder vertrieben. Einige der Mexikaner fanden sich wieder ein, doch sie mieden den Platz wieder, als die jetzt streng eingehaltene Taxe monatlich von ihnen gefordert wurde. Sie dachten aber auch nicht mehr daran, Widerstand zu leisten. Sie zogen sich in Täler zurück, wo es keine oder nur wenige Amerikaner gab, um der unbequemen Steuer so lange wie möglich zu entgehen.

In Hetsons Zelt gab es eine Veränderung, die Manuela traurig stimmte. Ihr Vater, der an die harte Minenarbeit nicht gewöhnt war, bekam heftiges Fieber, das ohne ärztliche Hilfe bald gefährlich wurde. Die Tochter wich nicht von seiner Seite und pflegte ihn mit aufopfernder Liebe Tag und Nacht, aber sie konnte ihm nicht helfen. Neun Tage, nachdem er sich auf das Krankenbett gelegt hatte, gruben ihm die Freunde ein stilles Grab unter einem der schattigen Waldbäume am Fuße der Hügel. – Der alte Mann hatte sein Wort gehalten und keine Karte wieder angerührt. Aber der Gram, dem er seinen Kind zugefügt hatte, mochte viel mit dazu beigetragen haben, seine Kräfte zu lähmen und sein Herz zu brechen. Schon im Sterben, hatte er aber noch die Freude, seine Tochter von einer treuen Hand beschützt zu sehen. Emil Lanzot war fest entschlossen, sich nicht mehr von Manuela zu trennen. Er bat ihren Vater um seine Zustimmung, und mit seiner letzten Kraft legte der alte Spanier ihre Hände ineinander und segnete sie.

Damit war aber auch ausgesprochen, daß Manuela mit Lanzot Kalifornien verlassen würde. Das trieb nun auch Hetson an, diesem Beispiel zu folgen. Häusliches Familienglück war hier ja nicht denkbar. Gold – Gold war die Losung, und das übertriebene ›Go ahead!‹-System der Amerikaner warf alles andere rücksichtslos zur Seite. Gold! Kein anderes Gespräch, kein anderer Gedanke war möglich. Wenn auch die Männer zuerst von dem Abenteuerlichen dieses Lebens gefesselt waren, machten sich doch bald wichtigere Dinge geltend. Hetson und Lanzot beschlossen deshalb, die Minen in den nächsten Tagen zu verlassen und nach San Francisco zurückzukehren. Mit der nächsten Schiffsgelegenheit wollten sie Kalifornien für immer verlassen. Besonders Hale schien aber damit nicht einverstanden zu sein. Er hatte seinen Alkalden nicht nur achten gelernt, sondern er mochte ihn auch wirklich gern. Aber er sah doch ein, daß dies kein Aufenthaltsort für die Frauen war, auch wenn ihre persönliche Sicherheit nicht mehr gefährdet war. Sie konnten sich hier nicht wohl fühlen, und er redete deshalb auch nicht dagegen. Die notwendigen Vorbereitungen wurden jetzt getroffen, und für den nächsten Sonntagmorgen, an dem einer der Güterwagen leer nach San Francisco ging, die Reise festgesetzt.

Auch unter unseren deutschen Bekannten waren einige Veränderungen vorgegangen. Die sogenannte Deutsche Kompagnie von Lamberg, Binderhof und Hufner hatte sich völlig aufgelöst. Hufner schien es satt zu bekommen, für die beiden faulen Burschen zu arbeiten. Da er austrat, sahen Binderhof und Lamberg ein, daß sie ohne einen solchen Partner wie Hufner nicht mehr zusammen bestehen konnten. Einer hätte da arbeiten müssen, nur um die Küche zu besorgen. Nachdem sie Hufner als undankbaren Menschen bezeichnet hatten und ihm noch einmal ein böses Schicksal in Kalifornien prophezeit hatten, trennten sie sich ebenfalls. Jeder wollte sein Glück auf eigene Hand versuchen. Daß sie dabei Kalifornien für das nichtswürdigste Land erklärten, das von Gottes Sonne beschienen wurde, verstand sich von selbst. Auch die Firma ›Justizrat und Kompagnie‹ hatte sich aufgelöst. Der alte Assessor konnte die schwere Erdarbeit und die Plackerei im Zelt nicht ertragen. Der Justizrat rührte im Zelt nichts weiter an als seine Pfeife und den Tabaksbeutel. Der Assessor befürchtete, er würde krank werden und wandte sich deshalb einem anderen Geschäft zu. Er trat bei einem der Händler als Verkäufer ein und beteiligte sich gleichzeitig mit seinem kleinen Kapital am Geschäft. Der Händler war ein deutscher Jude, ein braver, ordentlicher Mann. Er achtete zwar auf seinen Vorteil, aber wahrte auch den seines unermüdlich tätigen Gehilfens. Der Assessor fühlte sich auch sehr wohl bei dieser neuen Beschäftigung, die ihm viel besser zusagte, als das vollkommen erfolglose Goldgraben mit seinem früheren Kompagnon, dem Justizrat.

Der Justizrat fand allerdings das Benehmen des Assessors unverantwortlich und schien große Lust zu haben, seine ›Bergarbeiten‹ wieder zu beginnen. Aber ein Versuch, Herrn Hufner zur Partnerschaft zu verlocken, mißlang. Hufner hatte schon genug bittere Erfahrungen in dieser Art gemacht und kannte den Mann. Da außerdem auch sein Tabak aufgeraucht war, den er hier oben nicht ersetzen konnte, faßte er auch den Entschluß, nach San Francisco zurückzukehren. Er hatte von der Absicht Hetsons gehört und wollte ihn begleiten. Allein fürchtete er sich nämlich, diese Reise zu machen. Beckdorf, dem er seinen Entschluß mitteilte, bestärkte ihn auch darin. Aber auf dem Wagen gab es keinen Platz mehr, höchstens seinen Koffer konnte er noch unterbringen. Es blieb dem Justizrat nichts anderes übrig, als sich dem Rücken eines Maultieres anzuvertrauen, das eigens dafür gekauft wurde. Beckdorf und Lanzot waren ebenfalls beritten, und die drei wollten so eine Eskorte zum Schutz der Damen bilden. Um zehn Uhr wollte man aufbrechen, und mit Tagesanbruch hatte der Justizrat schon den Assessor zu sich bestellt, um ihm beim Packen zu helfen. Der überaus gefällige Mann hätte das auch unter keinen Umständen abgeschlagen. Der Justizrat verstand darunter natürlich, daß der Assessor packte, während er dabeisaß und rauchte. Zelt und Geräte hatte er schon vorher an Hufner verkauft, der sich ebenfalls eingefunden hatte, um die Sachen nach der Abreise des Mannes aufzuladen und in die Nähe seines neuen Minenplatzes zu bringen.

Der Assessor arbeitete, daß ihm die Brille beschlug. Hufner kochte inzwischen Kaffee und bereitete das Frühstück zu. Aus den letzten Resten Mehl und Zucker wurden Pfannkuchen gebacken, und verschiedene Beefsteaks schmorten auf dem Rost. Auch seine letzte Flasche Brandy hatte der Justizrat geopfert, um die Abschiedsstunde so würdig wie möglich zu feiern.

»Ich muß Ihnen gestehen, Herr Justizrat«, brach endlich der Assessor das Schweigen, richtete sich auf und wischte seine Brille ab, »daß ich beim Packen selbst Lust bekomme, mit nach San Francisco aufzubrechen.«

»Na – brechen Sie«, sagte der Justizrat. »Hundeleben hier.«

»Es kann nicht geleugnet werden, daß dieses Leben noch so manches zu wünschen übrigläßt. Meine an geschlossene Räume gewöhnte Konstitution verträgt die viele freie Luft und nachts die kalte Luft im Zelt nicht. Aber ich weiß nicht – San Francisco...«

»Frau Siebert unmenschlich freuen«, meinte der Justizrat.

Der Assessor seufzte, erwiderte aber kein Wort. Der Justizrat hatte ihm aus der Seele gesprochen, und damit waren seine Einwände gegen eine mögliche Rückkehr erschöpft. Der Assessor hatte sich sogar schon die Zeit ausgemalt, wo er in der Lage war, nach Europa zurückzukehren. Dann sah er sich wie einen Verbrecher durch San Francisco schleichen, um dieser entsetzlichen Frau zu entgehen. Während er aber noch dastand und sich die Sache überlegte, hatte die Erinnerung an San Francisco auch in Hufners Seele eine schmerzliche Saite angeschlagen. Mit leiser, ängstlicher Stimme sagte er:

»Herr Justizrat, ich habe diese Nacht einen furchtbaren Traum gehabt.«

»Indianer? Hals abschneiden?« riet der Justizrat.

»Nein«, sagte Hufner. »Ich träumte, daß Madame Schneidmüller hier heraufkäme und...«

»Schneidmüller? Schwiegermutter?«

»Ja, und Sie hat sich aus Verzweiflung hier ins Wasser gestürzt.«

»Unsinn«, brummte aber der Justizrat. »Haben einmal gehört, irgendeine Schwiegermutter ins Wasser gestürzt? Praxis noch nicht vorgekommen. Apropos! Noch nichts gefunden?«

»Nein«, stöhnte Hufner und goß dabei etwas kaltes Wasser in die rasch vom Feuer genommene Kaffeekanne, um den Satz zum Sinken zu bringen. »Wenigstens noch nicht so viel, daß ich ans Heiraten denken könnte. Ich hin der unglücklichste Mensch auf der Erde, und doch auch wieder unschuldig. Lieber Gott, ich arbeite ja wie ein Pferd, aber kann ich etwas dafür, daß ich nichts finde?«

»Hallo, kommt jemand?« sagte der Justizrat, der eben bemerkte, wie ein Fremder unten von der Straße durch einen Mann heraufgeschickt wurde und jetzt gerade auf sie zukam.

Der Assessor und Hufner sahen jetzt hinüber und bemerkten auch einen Reisenden, der mit einem Maultier am Zügel langsam auf sie zuging und erst bei dem Feuer anhielt. Dann nahm er seinen Hut ab und sagte in deutscher Sprache:

»Können Sie mir vielleicht sagen, ob der Herr Justizrat zu Hause ist?«

Hufner hatte den Fremden, der ihm bekannt vorkam, aufmerksam betrachtet. Aber er wußte nicht gleich, wo er das Gesicht hintun sollte. Der Justizrat sagte:

»Jawohl – hier – bin ich selbst.«

»Ich freue mich, Ihre Bekanntschaft zu machen«, erwiderte der Fremde. »Wie ich sehe, ist auch der Kaffee gerade fertig. Bitte, Herr Hufner, sagen Sie doch dem Mädchen, daß es noch eine Tasse bringt.«

»Herr Ohlers, bei allem, was lebt!« rief Hufner erstaunt aus. Jetzt hatte er den früheren Reisegefährten an der Stimme erkannt.«

»Ohlers? Tatsächlich!« sagte auch der Justizrat erstaunt. »Hm, großen Bart jetzt, nicht wiedererkannt.«

»Hallo, Herr Ohlers!« rief jetzt auch der Assessor, der den alten Bekannten eine ganze Weile verdutzt ansah. »Das freut mich wirklich, Sie einmal wieder begrüßen zu können. Sie kommen gerade rechtzeitig zu unserer hihihi – Henkersmahlzeit, wie man so sagt. Der Herr Justizrat will heute morgen die Minen verlassen.«

»Aha«, sagte Ohlers und schüttelte den Männern die Hand. Sein Tier überließ er sich selbst und setzte sich ans Feuer. »Der Herr Justizrat hat sicherlich seinen Haufen Gold sauber gewaschen im Beutel und will jetzt nach Deutschland zurückkehren, um dort an irgendeinem Hof Minister für auswärtige Angelegenheiten werden, was? Empfehle mich in diesem Fall als Obervergifter bei einer der medizinischen Fakultäten. Ich bin auch gern dazu bereit, gegen ein entsprechendes Honorar als irgendein Ehrenmitglied bei den verschiedenen gelehrten Gesellschaften zu fungieren.«

»Haufen Gold«, brummte der Justizrat und blies den blauen Dampf in dicken Wolken von sich. »Bald was gesagt. Hundeleben, gar nichts finden, nirgends.«

»Gar nichts finden?« sagte Ohlers erstaunt. »Eigentlich wäre das auch nicht so verwunderlich, denn der Herr Justizrat hat hier auch nichts verloren. Im Ganzen herrscht aber doch die vielleicht irrige Meinung, daß in Kalifornien Gold läge.«

»Selber graben, versuchen«, knurrte der Mann des Gerichts an der fest zwischen die Zähne gebissenen Pfeifenspitze vorbei.

»Vielen Dank«, sagte Ohlers. »Ich bin nicht in die Minen gekommen, um den Erdboden zu belästigen. Ich suche vielmehr kranke Menschen, denen ich mit meiner schlechten Medizin ihr gutes Gold ablocken will. Wie es scheint, habe ich hier keine guten Aussichten, denn alle Welt erfreut sich einer zweckwidrigen Gesundheit. Etwas gelbes Fieber, Cholera oder Blattern wäre da besser am Platze.«

»Ja, das fehlte uns noch«, sagte der Assessor, »daß man hier in Kalifornien auch noch krank würde. Nur der Gedanke ist schon furchtbar. Was sollte man da anfangen?«

»Ach, lieber Herr Assessor, ich soll Ihnen ja noch tausend herzliche Grüße von Frau Siebert ausrichten«, unterbrach ihn plötzlich Ohlers.

»Ich... danke Ihnen«, stotterte der Assessor. »Es geht ihr und den Kindern hoffentlich gut? Sollte mich freuen.«

»Vortrefflich, wirklich vortrefflich. Sie verdient gutes Geld mit Waschen und Plätten, sehr hübsches Geld und scheint ihren Mann nicht besonders zu vermissen. Sie hat mir aber noch besonders aufgetragen, ihr ja gleich Ihre Adresse zu schreiben, wenn ich Ihnen zufällig in den Minen begegne. Ich hatte ja keine Ahnung, daß ich Sie hier finden würde, und habe eigentlich nur den Abstecher gemacht, um Herrn Hufner aufzusuchen und ihm einige wichtige Familiennachrichten zu bringen.«

»Mir?« rief Hufner erschrocken und wurde blaß. Aber auch dem Assessor hatten die Worte des kleinen, boshaften Apothekers einen Stich gegeben. Wenn Frau Siebert erfuhr, daß er hier für die nächste Zeit seinen Wohnsitz aufgeschlagen hatte – die Frau war zu allem fähig! Dasselbe glaubte Hufner auch von seiner Schwiegermutter. Ohlers, der seine Leute kannte, hatte sogleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Während er sich innerlich vor Lachen hätte ausschütten können, sah er äußerlich vollkommen kalt und ruhig aus. Er nahm einen Blechbecher auf und hielt ihn dem Assessor zum Einschenken hin.

»Lieber Herr Ohlers«, sagte der Assessor dabei und schenkte mit zittriger Hand ein. »Ich möchte Sie doch... ich möchte Ihnen nur sagen, daß ich mich heute morgen fest entschlossen habe, diesen Platz wieder zu verlassen. Es ist völlig unbestimmt, wohin ich von hier aus gehe. Sie wissen wohl selbst, wie unsicher das dann ist, jemand in den Bergen aufzufinden. Selbst Briefe gehen so häufig verloren.«

»Aber einige Zeit bleiben Sie doch noch hier?« sagte Ohlers teilnehmend und warf sich Zucker in den Becher. »Frau Siebert würde sich bestimmt unendlich freuen...«

»Es ist möglich, daß ich den Platz in den nächsten Tagen verlasse«, unterbrach ihn der Assessor schnell. »Ich werde dann Frau Siebert selbst meinen Aufenthaltsort schreiben. Bemühen Sie sich also deshalb nicht.«

»Oh, bester Assessor, gar keine Mühe«, sagte Ohlers. »Aber tun Sie das, Sie werden der armen Frau dadurch eine große Freude machen, und die braucht sie wirklich, denn mit den Kindern hat sie in der letzten Zeit viel Sorge und Ärger gehabt.«

»Sie wollten mir etwas mitteilen, Herr Ohlers?« sagte jetzt Hufner, der wie auf Kohlen saß. »Sie sprachen von Familienangelegenheiten, wenn ich mich nicht irre.«

»Ich? Ja, so, Sie wissen wohl noch gar nicht«, rief Ohlers mit freudigem Ton, »daß Ihre Braut glücklich in San Francisco gelandet ist und kaum die Zeit erwarten kann, in Ihre Arme zu eilen?«

»Doch, doch, Herr Ohlers. Ich hatte schon früher von dem... glücklichen Ereignis gehört, aber ich war noch nicht imstande...«

»Sie glauben gar nicht, wie sie sich nach Ihnen gesehnt hat«, sagte der Apotheker. »Und es ist ein so liebes Mädchen, so sanft, so unschuldig, und die Mutter... Donnerwetter, das ist eine prächtige Frau, so resolut.«

»Schwiegermutter«, sagte der Justizrat. »Resolut? Hm. So?«

»Ja, die zukünftige, Herr Justizrat«, versicherte Ohlers. »Sie glauben es gar nicht, ein wahres Prachtexemplar von Schwiegermutter, die ich selbst heiraten würde, wenn sie mich wollte. Ich beabsichtige überhaupt, den Stand eines ledigen Apothekers mit dem eines verheirateten Mannes zu vertauschen.«

»Hübsches Mädchen?« erkundigte sich der Justizrat.

»Wer? Fräulein Schneidmüller? Prächtig. So zart, so sanft. Ich sage Ihnen, sie hat Aufsehen in San Francisco erregt. Sie ist fast zu zart für irgendeine Arbeit.«

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