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Geschichten aus schweren Zeiten

: Geschichten aus schweren Zeiten - Kapitel 39
Quellenangabe
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typenarrative
authorVerschiedene Autoren
titleGeschichten aus schweren Zeiten
publisherVerlag von Holland u. Josenhans
seriesWürttembergische Volksbücher
editorWürtt. Evangel. Lehrer-Unterstützungs-Verein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Franzosen in Winnenden.

Im Jahre 1796 wurde das arme Schwabenland wieder einmal von den Franzosen drangsaliert. General Moreau drang mit 70 000 Mann über den Kniebis ins Herz von Württemberg ein. Ein Bürger von Winnenden schildert die fremden Kriegsvölker folgendermaßen: »Die Regimenter sahen mehr einem Korps Gauner und Bettler als Soldaten gleich: ganz elend gekleidet, allerhand Monturen, viele keine Strümpfe, keine Schuhe, liefen barfuß, andere hatten Beinkleider von geraubtem Bettzeug und verschiedenen geraubten Sachen, sogar sahe einen darunter, der den Amtsrock eines Pfarrers statt eines Mantels trug. Auch sahe ich einen großen Trupp durchmarschieren, davon beinahe ein jeder einen Raub an seinem Bajonett hatte, als Gänse, Hahne, Enten, geräuchertes und grünes Schweinefleisch und ander Fleisch... Und gänzlich zügellos waren die Banden. Ein Haufe Infanteristen drang in meinen Laden ein und wollte meinen Tabak stehlen. Da rief ich den Oberst, der bei uns im Quartier lag, zu Hilfe. Er erschien mit drei Ordonnanzen; aber die Leute ließen sich nicht einschüchtern, ja einer derselben zog sogar seinen Degen gegen den Oberst, daß ich noch zu einer Eisenstange griff, um den Kerle Mores zu lehren.

Als ich später einen andern Oberst im Quartier hatte, und dieser nach dem Essen zum Fenster hinaussah, riefen ihm einige Soldaten zu, ob er ein gutes Quartier habe. Als er es bejahte, kamen sogleich sechs Mann herauf, setzten sich an den Tisch und aßen und tranken.

Hieraus kann man sehen, wie weit es die Franzosen mit ihrer »Freiheit und Gleichheit« gebracht haben.«

 

Aus einer Privaturkunde von F. H.

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