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Geschichten aus schweren Zeiten

: Geschichten aus schweren Zeiten - Kapitel 3
Quellenangabe
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typenarrative
authorVerschiedene Autoren
titleGeschichten aus schweren Zeiten
publisherVerlag von Holland u. Josenhans
seriesWürttembergische Volksbücher
editorWürtt. Evangel. Lehrer-Unterstützungs-Verein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120418
projectidb8b28f65
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Die Haller erobern Klingenfels.

Zu den schrecklichsten Plagen der »guten alten Zeit« gehörten im 14. und 15. Jahrhundert die endlosen Fehden und Kriege, die zwischen Edelleuten und Städten bei jeder Gelegenheit, oft um der geringfügigsten Dinge willen zum Ausbruch kamen. Und wie diese Kriege geführt wurden! Einige Beispiele sollen es zeigen!

Im Gebiet von Schwäbisch Hall war ehemals ein schönes Schloß, unweit Oberscheffach gelegen und von einem doppelten Wassergraben umgeben, namens Klingenfels. Aus diesem Schlosse geschahen im Jahre 1381 häufige Ausfälle von Reitern, welche das Gebiet der Stadt Hall plünderten. Den Städten glückte es eines Tages, einige dieser Schnapphähne abzufangen. Sie zogen den Gefangenen die Kleider aus, hüllten sich selbst darein und kamen in dieser Verkleidung und in gleicher Anzahl wie die gefangenen Räuber vor das Schloß Klingenfels und frohlockten mit den Händen, als ob sie der siegreichen Heimkehr sich freuten. Arglos öffneten die Torwächter ihnen die Burg. Sie drangen ein, besetzten das Tor und warteten auf das Anrücken der Ihrigen aus der Stadt. So wurde die Burg erobert, geplündert und in Asche gelegt. Dafür nahmen die Edelleute anderer Schlösser in der Gegend blutige Rache an den Hallern, denen sie eine große Anzahl Leute abfingen und aufhängten oder mit dem Schwerte töteten. Aber auch die Haller ruhten nicht. Am Michaelistage fingen sie fünfzehn dieser adeligen Räuber, die ihnen ein Dorf angezündet hatten. Sie wurden in der Nacht am Kapelltor mit dem Schwert hingerichtet. Als die 14 ersten hingerichtet waren, kam die Reihe an einen noch gar jungen Reitersbuben, welchen der Scharfrichter bis zuletzt aufgespart hatte. »Was soll ich mit dem Knaben tun?« fragte er den Städtemeister, welcher der Hinrichtung angewohnt hatte. Dieser fragte den Jungen: »Wie heißt du?« »Thomas Hammer,« war die Antwort. »Wohlan, so stirb denn auch,« rief der Gestrenge; »aus Knaben werden Männer.« Und so wurde auch ihm der Kopf abgeschlagen.

 

F. H.

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