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Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter

Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter - Kapitel 5
Quellenangabe
typetractate
booktitleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
authorFerdinand Gregorovius
year1988
publisherDeutscher Taschenbuch Verlag
addressMünchen
isbn3-423-05960-5
titleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
created20011006
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1859
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3. Die vierzehn Regionen der Stadt.

Die erste Region Porta Capena erstreckte sich über das alte Servische Tor entweder bis an die Aurelianische Mauer oder noch jenseits der Porta Appia, heute San Sebastiano. Von der Appischen und Lateinischen Straße durchschnitten, zog sie sich stadtwärts bis gegen den Coelius hin. Es lag in ihr das berühmte Tal der Egeria mit ihrem Haine und einem Heiligtum der Camenen und der gefeierte Tempel des Mars, in dessen Nähe der Bach Almo, welchen die Verzeichnisse besonders hervorheben, die Erinnerungen an den Dienst der Kybele bewahrte. Drei Triumphbogen erhoben sich über die Via Appia, diesseits der Mauer, dem Drusus, Verus und Trajan geweiht. Ein Bogen steht, halb zerstört, noch heute vor der Porta S. Sebastiano. Er diente zu einer Wasserleitung und wird irrig für den Drususbogen gehalten. Jenseits der Stadtmauer gelangte man nach dem Circus des Maxentius und dem Grabe der Caecilia Metella. Diese beiden Bauwerke standen zur Zeit des Honorius unversehrt, der Circus, der letzte Prachtbau dieser Art, wahrscheinlich nicht mehr im Gebrauch, das Grabmal noch vollständig mit seinen Quadern bekleidet und seinem Friese geschmückt und von jener Zeit noch weit entfernt, die es zu einer Burg umgestaltete. In diesem Bezirk ruhten nebeneinander die Toten des heidnischen und des christlichen Rom, denn mitten unter den Gräbern der Via Appia befand sich der Eingang zum Coemeterium des heiligen Calixt, wo in drei- bis fünffachen Stockwerken unter der Erde das Christentum lange Zeit Rom unterwühlt hatte, bis die Edikte Constantins die im geheimen vollendete Gestalt der Kirche aus den finstern Märtyrergrüften an das Tageslicht riefen. Und schon im VI. Jahrhundert hieß die Örtlichkeit an der Via Appia: ad Catacumbas. Auch die zahlreichen Hebräer Roms hatten einen ihrer unterirdischen Kirchhöfe an derselben Straße, in der unmittelbaren Nähe der christlichen Katakomben. Die Notitia führt endlich in derselben Region noch die Thermen des Severus und Commodus und das rätselhafte Mutatorium Caesaris auf.

Coelimontium war die zweite Region. Sie umfaßte den ganzen Zölischen Hügel. Die Notitia nennt daselbst den Tempel des Claudius, das Macellum Magnum, den großen Verkaufsmarkt, die Station der fünften Wächterkohorte, die Castra peregrina, ein Lager für Fremdsoldaten späterer Zeit, das Caput Africae, eine Straße, welche mehrmals noch im spätesten Mittelalter genannt wird.

Das Amphitheater des Titus, damals noch nicht Colisaeus genannt, wird in der dritten Region Isis und Serapis vermerkt. Der Kaiser Philippus hatte in ihm das tausendjährige Bestehen Roms durch die glänzendsten Säkularspiele gefeiert, nachdem es kurz zuvor durch Alexander Severus hergestellt worden war. Noch im Gebrauch zur Zeit des Honorius, stand dieser Wunderbau unversehrt, mit allen seinen Pfeilern und dem Schmuck der Bildsäulen und mit allen seinen Sitzplätzen, deren unsre Verzeichnisse 87 000 zählen. Die dortige Region behielt von ihrem ansehnlichsten Tempel den Namen Isis und Serapis. Doch von ihm selbst blieb so wenig eine Spur übrig; als von der Moneta, dem kaiserlichen Münzgebäude in diesem Viertel, oder vom Ludus Magnus und Dacicus, Gymnasien der Gladiatoren, oder vom Lager der Flottensoldaten aus Misenum (Castra Misenatium), und vom Porticus der Livia. Nur die Thermen des Titus und Trajan, welche das Verzeichnis aufführt, kennen wir noch aus ihren Ruinen. Es ist ungewiß, ob diese prächtigen Bäder, welche Titus über einem Teile des goldenen Hauses Neros gebaut und dann Trajan fortgesetzt hatte, zur Zeit des Honorius noch in Gebrauch waren, da man vielmehr die Thermen des Diokletian, Constantin und Caracalla zu besuchen pflegte. Indes konnte sich der Römer noch in den glänzenden Prachträumen ergehen, er konnte die Gruppe des Laokoon an ihrem ursprünglichen Platze noch bewundern und sich an den zarten Malereien ergötzen, welche den düstern Ernst der hochgewölbten Korridore und Säle mit einem Schimmer heiterer Dichtung milderten.

An das Amphitheater grenzte die vierte Region, die sich gegen das römische Forum und hinter diesem bis zu den Kaiserfora und über die Straße Subura zu den Carinen emporzog. Ihren Namen führte sie erst von der Via Sacra, dann vom Tempel des Friedens; aber die Verzeichnisse nennen diesen berühmten Bau Vespasians nicht mehr, weil er schon im Jahre 240 durch den Blitz verbrannte und als Ruine stehen blieb. Nahe vor dem Amphitheater erhob sich noch der Springbrunnen Domitians, die Meta Sudans, dessen gemauerter Kern in Kegelgestalt noch heute aufrecht steht; es stand noch der berühmte Koloß des Zenodorus, einst dem Nero geweiht, dann von Hadrian unterhalb seines großen Doppeltempels der Roma und Venus aufgestellt. Und dieser Prachtbau war mit seinen gewaltigen korinthischen Säulenstellungen und seinem vergoldeten Dache noch immer eine der schönsten Zierden Roms. Überhaupt zeichneten die vierte Region viele großartige Gebäude aus, welche sich an der Via Sacra aufreihten, wo die von Maxentius erbaute, aber von Constantin eingeweihte Basilica Nova, deren mächtige Ruinen lange Zeit fälschlich als Reste des Friedenstempels galten, vor allen andern in frischem Glanze prangte. Die Verzeichnisse nennen den Tempel des Jupiter Stator, den Tempel der Faustina, die Basilika des Paulus, das Forum Transitorium, von dem der schöne Rest einer der Minerva geweihten Halle noch steht; ferner den Tempel der Tellus, die Straße Subura, selbst noch das Tigillum Sororium, jenes auf dem Vicus Cyprius befindliche Mal der Erinnerung an Horatius und die von ihm getötete Schwester, welches die Römer auch noch damals voll Pietät bewahrten, wie das heilige Haus des Romulus auf dem Palatin und das fabelhafte Schiff des Aeneas am aventinischen Flußufer.

Mit der fünften Region betreten wir den Esquilinischen Hügel und einen Teil des Viminalis. Es werden hier genannt: der Lacus Orphei, ein mit der Statue des Orpheus geschmückter Wasserbehälter; das Macellum Livianum, der von Augustus angelegte große Speisemarkt für die Bedürfnisse des Volks; das Nymphaeum des Alexander, eine von Alexander Severus errichtete Prachtfassade eines großen Brunnens; ferner die Station der zweiten Wächterkohorte, die Gärten des Pallas, des bekannten Freigelassenen des Claudius; der Sullanische Tempel des Herkules; das Amphitheatrum Castrense; der Campus Viminalis; der Tempel der Minerva Medica und ein Heiligtum der Isis Patricia. Dies muß auf der schönsten Straße des Viertels gestanden haben, dem Vicus Patricius, wo auch die Thermen des Novatus lagen, welche in der Geschichte der ersten Jahrhunderte des christlichen Rom genannt werden. Die ganze Gegend des Esquilin, des Viminal und eines Teil des Quirinal war meist von ärmeren Volksklassen bewohnt, für welche die Kaiser noch in den späteren Jahrhunderten durch Anlage von Thermen sorgten. Die Verzeichnisse bemerken nicht die Bäder der Olympias auf dem Viminal über der Subura; aber die Martyrologien verlegen in sie den Tod des heiligen Laurentius. Die Tradition behauptet, daß auf ihrer Stelle die Kirche S. Lorenzo in Panisperna errichtet worden sei.

Die letzten Thermen Roms finden wir in der sechsten Region, Alta Semita; sie führte den Namen von einer Straße, der man die Richtung vom Quirinal gegen das Nomentanische Tor gibt. Hier nennt das Verzeichnis noch auf dem Quirinal den alten, schönen Tempel der Salus und den Floratempel neben dem Capitolium Antiquum. Dies war das erste, schon dem Numa zugeschriebene Kapitol Roms auf dem Gipfel des Hügels, nämlich der vielberühmte Tempel, in dessen dreifacher Zelle sich die Bildsäulen des Jupiter, der Juno und Minerva befanden. Daß dies uralte Vorbild des späteren Tarpejischen Kapitols noch im V. Jahrhundert aufrecht stand, ist eine der merkwürdigsten Tatsachen, deren Kenntnis wir der Notitia verdanken. Sie führt auch den Tempel des Quirinus als bestehend auf; er war eines der schönsten Heiligtümer der Stadt, von Augustus glänzend wiederhergestellt. Ohne Zweifel benutzte man noch jene Säulenhalle des Quirinus, die ein Epigramm des Martialis preist; auch scheint noch in der Nähe die bleierne Statue des Mamurus Veturius sich erhalten zu haben, ein Werk dieses römischen Schmieds und Künstlers der ancilischen Schilde. Denn das Verzeichnis führt sie zwischen dem Tempel des Quirinus und den Thermen Constantins auf. Diese großen Bäder waren die letzten, welche das heidnische Rom entstehen sah, überhaupt der letzte große Bau im Sinne der alten Zeit, mit dem sich die lange Reihe kaiserlicher, dem Nutzen des Volks gewidmeter Werke schloß. Zur Zeit des Honorius standen vor ihnen, wie noch lange nachher, die berühmten beiden Kolosse der Pferdebändiger, aber die Gebäude selbst müssen in üblem Zustande gewesen sein; vielleicht während des Aufruhrs im Jahre 367 gegen den Präfekten Lampadius, der daneben seinen Palast hatte, beschädigt, wurden diese Thermen noch im Jahre 443 von Perpenna wieder hergestellt.

Noch großartiger waren die in dieser Region liegenden Thermen Diokletians auf dem Viminal, die umfangreichsten Roms und neben denen des Caracalla die beliebtesten. Sie standen in ihrer vollen Pracht zur Zeit des Honorius. Schon damals wurden sie von den Christen mit frommer Scheu betrachtet, weil Diokletian zu ihrem Bau viele Tausende christlicher Gefangener sollte verwendet haben. Wegen ihres reichen Schmucks von Marmor und Gemälden, wegen ihrer schönen Säulenhallen und musivisch gezierten Zimmer wurden sie vor allen anderen bewundert. Olympiodor zählte in den Gemächern dieser Bäder gegen 2400 Badesessel.

Berühmt waren auch die großen Gärten des Sallust, die sich vom Quirinal bis zum Pincius und zum Salarischen Tor erstreckten, ein Lieblingssitz der Kaiser Nerva und Aurelian, ein schöner Verein von Gärten und Bädern, von Tempeln, Circus und Säulengängen. Die Notitia nennt sie noch; sie waren die ersten Gebäude Roms, welche fünf Jahre nach dem Triumph des Honorius zerstört wurden. In der Nähe dieser Gärten lag das Malum Punicum und die sogenannte Gens Flavia. Jenes war eine Örtlichkeit, deren Name »Granatapfel« von einem Bildwerk oder Baum hergenommen sein mochte. Domitian hatte dort gewohnt und einen Tempel und ein Grabmal für das flavische Geschlecht errichtet.

Wie gegen die Porta Pinciana hin die Gärten des Sallust die Grenze der sechsten Region bildeten, so bezeichnen die Castra Praetoria deren Ende gegen die Porta Salara und Nomentana. Das Curiosum nennt dies tiberische Lager der Prätorianer nicht, weil es schon Constantin zerstört hatte.

Mit der siebenten Region steigen wir in die Tiefe und gegen das Marsfeld nieder. Sie hieß Via Lata von der Straße, welche dem unteren Teil des heutigen Corso entspricht. Die Notitia nennt dort einen Triumphbogen, Arcus Novus, welcher dort gestanden zu haben scheint, wo die Via Lata in die Flaminische Straße überging, und von Diokletian errichtet war. Der schönste Schmuck dieser Region war der Sonnentempel Aurelians am Abhange des Quirinalischen Berges, ein riesiger Bau von orientalischer Pracht, der damals noch aufrecht stand, aber schon im VI. Jahrhundert zerstört war. Unter ihm lag der Campus Agrippas, ein mit Hallen und Gartenanlagen geschmückter Platz. Andere Portiken (Gypsiani und Constantini), das Forum Suarium, der Schweinemarkt, und Gärten (Horti Largiani) zeigen, daß dieser niedrig gelegene Stadtteil ein lebhafter Tummelplatz des Volkes war.

In der ausgezeichnetsten aller Regionen, Forum Romanum Magnum, dem wahren Mittelpunkt der römischen Geschichte, spiegelte sich die Größe des Weltreichs in unzähligen Denkmälern, in Tempeln, Ehrensäulen und Standbildern, in Triumphbogen, Rednerbühnen und Basiliken lebendig wider.

Auf dem Kapitol, dessen Gebäude die Notitia nicht erwähnt, indem sie dieselben nur in den Begriff »Capitolium« zusammenfaßt, thronte das Heiligtum Roms, der Tempel des Jupiter. Von ihm hieß das Kapitol das goldene, und wahrscheinlich ist die noch im Mittelalter gebräuchliche Benennung Aurea urbs davon entlehnt. Sein Dach war mit vergoldeten Ziegeln von Erz gedeckt; seine Säulen waren an Basen und Kapitellen vergoldet, und außerdem zierten ihn übergoldete Bildwerke und Statuen. Auch die Türe war aus vergoldeter Bronze. Daß der Tempel noch zur Zeit des Honorius vollkommen erhalten war, scheint Claudian zu lehren und wird uns bald Procopius bestimmt zeigen. Im ganzen aber wird dies Kapitol, das ergreiste Haupt Roms, in jener Zeit schon ein ödes und vernachlässigtes Ansehen gehabt haben, seitdem die christliche Religion aus seinen Tempeln und Heiligtümern jeden Kultus verbannt hatte.

Steigen wir auf dem Clivus Capitolinus, dem Wege der Triumphatoren, gegen das Forum hinunter (wir tun es zur Zeit des Honorius), so finden wir dort die vollkommen erhaltenen Tempel, deren Ruinen wir noch heute sehen: der Concordia, des Saturnus, des Vespasian und des Titus. Sie alle nennt das Verzeichnis; es führt auch den goldenen Genius des römischen Volks, das heißt dessen Kapelle auf, zusammen mit der Reiterstatue Constantins, die sich noch lange am Bogen des Severus muß erhalten haben. Auch das Milliarium Aureum, der goldene Meilenstein des Augustus an demselben Bogen, wird noch genannt und von dem Umbilicus Romae unterschieden. Dreifache Rostra werden bezeichnet. Die älteste Rednerbühne, welche mit den Schiffsschnäbeln der Antiaten verziert war, stand gegenüber der Curia und wurde dann von Julius Caesar auf die Westseite unter dem Kapitol verlegt. Sodann stellte Augustus vor dem Tempel des Caesar die Rostra Iulia auf. Den Bogen des Severus, der noch heute aufrecht steht, nennen die Verzeichnisse nicht; auch nicht den des Tiberius, welcher noch im V. Säkulum unterhalb des Saturntempels gestanden haben muß.

Die übrigen Bauwerke, welche die Notitia auf dem Forum anführt, erschöpfen nicht dessen Fülle, aber sie bezeichnen das Wichtigste. Zuerst wird der Senatus bemerkt. Es scheint damit das von Domitian neu errichtete Gebäude des Senats bezeichnet zu sein, welches nicht weit vom Severusbogen lag, wie überhaupt diese Seite des Forum noch lange lebendig blieb. Vielleicht hatte sich damals noch die Curia Iulia am Abhange des Palatin erhalten; sie wird zwar in der Notitia nicht angeführt, weil diese aber in der zehnten Region, der palatinischen, eine Curia Vetus verzeichnet, so kann die Meinung richtig sein, daß sie darunter jene Curia des Julius Caesar verstand und dieselbe als alte von der neuen oder vom Senatus unterschied. Eine in S. Martina gefundene Inschrift spricht von einem durch Flavianus erbauten Secretarium des Senats, welches der Präfekt Epifanius wiederhergestellt habe. Es scheint daher dieses Senatsgebäude zur Zeit des Honorius im Gebrauch gewesen zu sein.

In demselben Bezirk stand der berühmte Tempel des Janus Geminus. Die Notitia nennt ihn nicht, aber Procopius redet von ihm mit Ausführlichkeit, und noch im Mittelalter werden wir ihn als Templum Fatale wiederfinden. Die Notitia bemerkt noch auf dieser Seite die Basilica Argentaria, welche am Clivus Argentarius (heute Salita di Marforio) lag, aber sie verzeichnet nicht in dieser Region die Basilika des Aemilius Paulus, weil sie dieselbe in der angrenzenden vierten Region aufführte. Das herrliche, mit Säulen von phrygischem Marmor geschmückte Gebäude der Aemilier lag im Gebiet der heutigen Kirche S. Adriano, und ihm entsprach auf der andern Seite des Forum die Basilica Iulia, deren Stelle jetzt durch die Ausgrabung gesichert ist. Auf dieser südlichen Seite zählt das Verzeichnis den Vicus Jugarius, das Graecostadium, die Basilica Iulia, den Tempel der Kastoren und endlich das Heiligtum der Vesta auf. Man ersieht daraus, daß zur Zeit des Honorius die antike Pracht des Forum noch bestand, daß sich aber das politische Leben in seinen kümmerlichen Resten in die Nähe des Severusbogens gezogen hatte.

Von hier trat man in die kaiserlichen Fora. Es waren ihrer, nach der Angabe der Notitia, vier nahe aneinanderliegende, des Julius Caesar, des Augustus, des Nerva und des Trajan. Sie dauerten in ungeschmälerter Schönheit, das erste mit dem Tempel der Venus und der vor ihm stehenden Reiterstatue Caesars; das zweite mit dem großen Tempel des Mars Ultor, von dem noch heute die drei prächtigen korinthischen Säulen aufrecht stehen; das dritte mit dem Tempel der Minerva; das vierte mit jener Säule Trajans, die als ein heiliges Monument der Größe Roms selbst vom barbarischen Mittelalter gehütet wurde und allen Zeiten siegreich getrotzt hat. Noch bestaunte man dort die beiden Bibliotheken und die Reiterstatue des großen Kaisers; auch sein Triumphbogen stand wohl noch aufrecht. Weil dem Andenken Trajans mehrere Triumphbogen geweiht waren, wird die Annahme, daß es dieser auf seinem Forum war, den man der Skulpturen beraubte, um den Bogen Constantins damit zu schmücken, sehr zweifelhaft. Von der Herrlichkeit dieses Forum spricht noch Ammian mit Begeisterung. Es war 48 Jahre vor dem Einzuge des Honorius, als Constantius in Begleitung des persischen Prinzen Hormisdas Rom besuchte. »Indem der Kaiser«, so berichtet jener Geschichtschreiber, »die zwischen den sieben Hügeln, auf den Abhängen und in den Tälern gelegenen Glieder der Stadt und ihre Umgebung musterte, meinte er, daß dasjenige, was er zuerst gesehen hatte, alles andere übertreffe: die Tempel des Tarpejischen Jupiter, die Provinzen gleich aufgebauten Bäder; die aus tiburtinischem Stein festgefügte Masse des Amphitheaters, zu dessen Gipfel der Menschenblick mühsam emporklimmt; das Pantheon hoch in den Lüften ragend wie eine schön gewölbte Himmelssphäre; die gewaltigen Säulen, die mit leicht ersteiglicher Treppe sich erheben, die Bildnisse der früheren Kaiser tragend; der Tempel der Stadt, das Forum des Friedens; das Theater des Pompejus, das Odeum und Stadium und sonst noch andere Zierden des ewigen Rom. Aber als er zum Forum Trajans gekommen war, einem Bau, wie wir glauben, einzig in seiner Art unter der Sonne und dem selbst die Götter ihre Bewunderung nicht versagen würden, da blieb er ergriffen stehen und betrachtete staunend dies Riesenwerk, dessen Größe weder Worte auszudrücken, noch Sterbliche je wieder zu erreichen vermögen. Alle Hoffnung, irgend etwas der Art zu wagen, aufgebend, sagte er, nur das Pferd Trajans, welches mitten im Atrium diesen Fürsten trägt, wolle und könne er nachahmen. Der Prinz Hormisdas stand neben ihm, und mit feinem Sinne bemerkte er: zuvor gebiete, o Kaiser, daß dem Pferde ein solcher Stall errichtet werde, wenn du es vermagst; das Roß, welches du aufzustellen vorhast, muß einen so herrlichen Raum haben, als dieser hier ist. Auf die Frage, was er von Rom denke, sagte er: nur das mißfalle ihm, zu wissen, daß auch hier die Menschen sterblich seien. Nachdem also der Kaiser vieles mit Erstaunen gesehen hatte, gestand er, daß die Fama, welche alles übertreibe, für die Herrlichkeit Roms nicht Worte habe; er beschloß endlich, die Zierden der Stadt dadurch zu vermehren, daß er im Circus Maximus einen Obelisk errichtete.«

Noch standen im Forum Trajans die Standbilder der großen Philosophen, Richter und Redner, und selbst neue Bildsäulen fügte man hinzu; Claudian, ja noch später Sidonius Apollinaris erhielten dort eine Ehrenstatue; und sogar noch im Anfang des VII. Jahrhunderts rezitierte man in den Sälen der Trajanischen Bibliothek die Gedichte Virgils und die armseligen Verse lebender Poeten.

Der Circus Flaminius, die neunte Region, führt uns in das Gebiet Roms, wo heute der größte Teil der Stadt sich zusammendrängt. Es ist die Tiefebene vom Kapitol längs des Flusses bis zum jetzigen Platz del Popolo und zur Hadrianischen Brücke; sie umfaßte auch das Marsfeld, dessen Pracht Strabo beschrieben hat und welches er so herrlich fand, daß er sagte, das übrige Rom sei nur ein Anhang dazu. Der Brand unter Nero und die folgenden, einander in Baulust überbietenden Kaiser gaben indes dieser Region ein verändertes Ansehen. Sie erweiterte sich zu einer neuen kaiserlichen Stadt von solcher Fülle, daß sie die frühere Herrlichkeit vergessen machte. Die Notitia nennt nicht den Circus Flaminius, der noch zum großen Teil im späten Mittelalter aufrecht stand, sondern nur daranstoßende Stallungen der vier Circusfaktionen. Sie nennt drei Theater: nämlich des Balbus mit 11 510 Sitzplätzen, des Marcellus, dessen gigantisches Steingefüge noch heute die Größe dieses Monumentes erkennen läßt, mit 17 580 Plätzen, und das Theater des Pompejus mit 22 888 Sitzen. Sie schweigt vom Hekatostylon, der Säulenhalle des Pompejus, doch waren diese schönen Lustplätze ohne Zweifel vollkommen erhalten. Von andern Säulenhallen nennt sie den Porticus des Philippus, des Stiefvaters des Augustus, doch nicht den nahe daranstoßenden der Octavia. Seine großartigen Trümmer sieht man noch am heutigen Ghetto, bei S. Angelo in Pescaria.

Nicht weit von dort lag der zweifache Porticus des Minucius (Minucia Vetus und Frumentaria), worin noch in der späten Kaiserzeit Getreidemarken an die Bürger verteilt wurden. Daneben wird die Krypta des Balbus genannt, wahrscheinlich eine bedeckte Hinterhalle an seinem Theater. Fügt man zu diesen Hallen noch den Säulengang des Cneius Octavius hinzu, welcher den Spaziergänger vom Flaminischen Circus nach dem Theater des Pompejus brachte, so hat man einen mit den glänzendsten Anlagen bedeckten Raum vor sich, der etwa von dem heutigen Palast Mattei bis zum Palast Farnese reichte. Weiterhin gegen den Fluß hatten noch die Kaiser Theodosius, Gratian und Valentinian Säulenhallen ( porticus maximae) errichtet und einen Triumphbogen vor der Hadrianischen Brücke erbaut, der sich bis in das späteste Mittelalter erhielt.

Rechts davon lag der Porticus der Europa; die Notitia schweigt von ihm, wie von der Halle des Octavius; sie bemerkt nur den Porticus der Argonauten und des Meleager.

Es folgt der Campus Martius, der kleinere Teil der Tiefebene außerhalb des flaminischen und tiberinischen Feldes. Da sich das alte Marsfeld vom Altar des Mars (bei dem heutigen Palast Doria) über das Mausoleum des Augustus fort erstreckte, so wurde ihm durch die Aurelianische Mauer mit dem Flaminischen Tore die Grenze gesetzt. Längs des Flusses aber ging bis zur Brücke des Janiculus (P. Sisto) die mit Türmen bewehrte Stadtmauer fort. Innerhalb dieses Marsfeldes zwischen der Mauer auf der einen und der Via Lata und Flaminia auf der andern Seite sind die Gebäude zu suchen, welche die Notitia bemerkt; aber sie dehnt sich nicht bis in die Nähe des Mausoleum des Augustus aus.

Hier lag das große Stadium des Domitian mit 33 088 Sitzplätzen, ein bewundernswerter Bau, aus welchem der schöne Platz Navona sich geformt hat; ferner das Trigarium, ein kleinerer Circus, und das Odeum für musische Kämpfe, welches unter den von Constantius bewunderten Werken genannt wurde, also von vorzüglicher Schönheit sein mußte. Das Pantheon Agrippas darf nicht besonders hervorgehoben werden, da dies herrlichste Denkmal des großen Wohltäters Roms noch heute eine Hauptzierde der Stadt ist, nachdem die Thermen, denen es ursprünglich angehörte, lange verschwunden sind, wie die nicht weit davon nach der Navona hin gelegenen Bäder des Nero, welche Alexander Severus vergrößert hatte. Beide führt das Verzeichnis noch auf.

Zur anderen Seite des Pantheon erhob sich der Tempel der Minerva, auf dessen Stelle S. Maria sopro Minerva steht; neben ihm lag ein Tempel der Isis und des Serapis. Gegen die Via Lata hin prangten die Bauten, welche die Antonine, Trajan und Hadrian nacheifernd, aufgeführt hatten; denn dort waren Basiliken oder Tempel der Marciana und der Matidia, ein Tempel dem Hadrian, eine Ehrensäule dem Antonin aufgestellt, und der Senat hatte dem Kaiser Marc Aurel einen Tempel und die hohe Säule errichtet, die mit der Trajanischen den Fall Roms überleben sollte. Zwei berühmte Denkmäler des Augustus, von denen wenigstens das eine sicher im V. Säkulum und noch lange nachher bestand, nennt die Notitia nicht: den Gnomon oder die Sonnenuhr, deren Obelisk heute auf dem Monte Citorio steht, und das schöne Mausoleum, welches jener Kaiser sich und seiner Familie errichtet hatte. Überhaupt befaßt sich die Notitia nicht mit dieser äußersten Seite des Marsfeldes nach der Aurelischen Mauer hin, wo viele Grabmäler berühmter Männer lagen, jenes des Agrippa etwa auf der heutigen Piazza del Popolo, und das Grabmal der Domitischen Familie, wo einst Nero war beigesetzt worden, unterhalb der Domitischen und Lukullischen Gärten, die sich den Pincius emporzogen. Noch zur Zeit Belisars befand sich der Palast der Pincier auf diesem Gartenhügel in wohnlichem Zustande.

Die zehnte Region umfaßte den Palatin und wurde von den Kaiserpalästen Palatium genannt. Diese unermeßliche Residenz der Cäsaren war zur Zeit des Honorius, ja noch in der Periode byzantinischer Exarchen bewohnbar, wenn auch in manchen Teilen verfallen und des Schmuckes beraubt. Viele Kaiser hatten bis auf Alexander Severus an dem Palatium gebaut: von Augustus und Tiberius waren seine Hauptteile gegründet worden, die Domus Augustiana und Tiberiana, welche die Notitia noch namentlich nennt. Domitian hatte daran weitergebaut, und Septimius Severus das Septizonium errichtet, eine große und schöne Vorhalle gegen den Coelius und Circus Maximus hin, die sich lange Zeit, und als Ruine bis auf Sixtus V. erhielt und in der Geschichte der mittelalterlichen Stadt mehrmals genannt wird. Die Notitia bemerkt sie unter dem Namen Septizonium Divi Severi. Von anderen berühmten Gebäuden des Palatium verzeichnet sie noch den Tempel des Jupiter Victor und den Apollotempel des Augustus, bei welchem die Palatinische Bibliothek lag. Sie nennt noch das Haus des Romulus und das mythische Lupercal. Uralte Heiligtümer der romulischen Stadt wurden hier am Abhange des Palatin, wo jetzt die Kirchen S. Anastasia, S. Teodoro und S. Giorgio in Velabro stehen, noch in der spätesten Zeit des Reichs als Traditionen aufrecht erhalten, Und gerade hier, wo die luperkalischen Feste zu Ehren des Pan noch bis zum Ende des V. Jahrhunderts gefeiert wurden, hatte das Christentum mit den heidnischen Erinnerungen den härtesten Kampf zu bestehen.

Der Circus Maximus zwischen Palatin und Aventin und seine Umgebung vom Ausgange dieses Hügels bis zum Velabrum und dem Janus Quadrifrons umfaßte die elfte Region. Der größte Circus Roms von 385 000 Plätzen, dessen Spina Constantius mit einem zweiten Obelisk geschmückt hatte, war noch von Wettrennen und Spielen belebt und dauerte in seiner vollen Pracht bis auf die Zeit des untergehenden Gotenreichs. Neben ihm standen noch die alten Heiligtümer des Sol und der Luna, der Magna Mater, der Ceres und des Dispater, und es führte von ihm der Clivus Publicius zum Aventin empor. Endlich erstreckte sich diese Region bis zum Forum Boarium unterhalb des Palatin.

Die beiden folgenden Regionen, mit denen die Stadt diesseits des Tiber endete, sind heute die ödesten Roms; sie entvölkerten sich im Mittelalter und früher als andere städtische Gebiete. Die zwölfte Region hieß Piscina Publica von einem alten öffentlichen Badeteich der Republik, welcher keine Spur hinterlassen hat. Die Antoninischen Thermen, die Bäder Caracallas, sind hier das einzige berühmte Gebäude des Altertums. Ihre Trümmer, einst die Grüfte vieler herrlicher Statuen, wie der Flora in Neapel, des Farnesischen Herkules und des Farnesischen Stiers, zeugen mehr als andere Ruinen dieser Art von der orientalischen Pracht, Verschwendung und riesigen Größe kaiserlicher Bauten.

Die dreizehnte Region umfaßte den Aventin und die am nahen Fluß gelegene Tiefe. Dort standen noch der alte Tempel der Diana, welchen einst Servius als lateinisches Bundesheiligtum errichtet haben soll, und jener der Minerva, wohl auch noch der im Verzeichnis nicht genannte Tempel der Juno Regina und der Dea Bona; es lagen dort die Bäder des Sura und des Decius; am Flusse das Emporium, der Ausladeplatz für die Tiberschiffe, die großen, zahlreichen Horrea oder Kornspeicher an der jetzigen Marmorata, und andere auf den noch heutigentags dort lebhaften Hafenverkehr und die Verpflegung der Stadt bezügliche Anstalten.

Die vierzehnte und letzte Region Roms umfaßte alles Gebiet jenseits des Flusses, den von Aurelian in die Mauern hineingezogenen Janiculus und den erst im 11. Jahrhundert ummauerten Vatikanischen Hügel. In diese transtiberinische Region führten folgende Brücken:

1. Sublicius, die älteste Roms, aus Holzwerk. Es ist ungewiß, wann sie unterging.

2. Aemilius, heute Ponte Rotto, denn diesen Namen empfing die Brücke seit 1598. Sie hieß auch Lepidi, vielleicht von M. Aemilius Lepidus, ihrem wahrscheinlichen Erneuerer, Lapideus im Munde des Volks, auch Palatinus; im XIII. Jahrhundert Ponte di S. Maria und auch Senatorius oder Senatorium.

3. und 4. Pons Fabricius und Cestius sind die noch heute dauernden Inselbrücken; jene, von einer vierköpfigen Herme de'quattro capi genannt, führt in die Stadt; diese, von einem ihrer Erneuerer Valentinian, Valens und Gratian, auch Pons Gratiani, heute aber S. Bartolomeo genannt, verbindet die Insel mit Trastevere.

5. Janiculensis (nach ihrer Wiederherstellung unter Sixtus IV. im Jahre 1475 Ponte Sisto genannt); in der Notitia heißt diese Brücke Aurelius, in den Akten der Märtyrer Antoninus, wahrscheinlich, weil sie von Caracalla oder M. Aurelius Antoninus erbaut worden war. Man nannte sie im Mittelalter bis auf die Zeit Sixtus' IV. Ponte Rotto.

6. Auf sie folgte der Pons Vaticanus. Caligula hatte ihn angelegt, um nach den Domitischen Gärten gelangen zu können; aber diese Brücke (sie hieß auch Neronianus und später Triumphalis) war wohl schon vor dem Jahre 403 verfallen, denn die Notitia schweigt von ihr. Die Anlage der Brücke Hadrians wird sie überflüssig gemacht haben. Ihre Trümmer sieht man noch bei S. Spirito.

7. Pons Theodosii und Valentiniani, genannt in Ripa Romaea, auch Marmoreus, unweit der Marmorata; im Jahre 1484 durch Sixtus IV. ganz zerstört.

8. Die Älische Brücke, das Werk Hadrians, ersetzte die Vatikanische. Schon im VIII. Jahrhundert wurde sie St. Petri genannt, da die nach der Vatikanischen Basilika Ziehenden den Weg über sie nahmen.

Die Kaiser hatten Transtiberim mit bedeutenden Anlagen geschmückt; Gärten wie die der Agrippina und später des Nero und die berühmten Domitischen machten ihnen den Bezirk des Janiculus und des Vatikan angenehm, so daß sie in ihren dortigen Villen öfters wohnten. Die Notitia nennt die Horti Domities, aber ihre Angaben sind wenig bestimmt. Indem sie den vatikanischen Bezirk als Vaticanum zusammenfaßt, scheint sie unter dem Circus des Caius (Gaianum) jenen bekannten des Caius Caligula zu verstehen, worin dieser den großen Obelisk aufgestellt hatte, welcher heute den Platz St. Peter ziert. Er war der einzige der Obelisken Roms, der niemals umstürzte; er erhob sich über der Spina des Circus, auf dessen Nordseite zur Zeit des Honorius bereits die Basilika des Apostelfürsten stand. Dieser Circus hieß im Mittelalter Palatium Neronis. Naumachien führt die Notitia im vatikanischen Gebiet auf, doch nicht das Grabmal Hadrians, welches in den Gärten der Domitia lag und am Anfange des V. Jahrhunderts, ehe es vielleicht die Westgoten Alarichs und hierauf die Griechen Belisars plünderten, noch unversehrt geblieben war.

Die Notitia nennt das Janiculum, doch wir wissen nicht, in welchem Zustande sich die alte Burg auf der Höhe befand. Eine größere Bevölkerung war hier, im eigentlichen Transtiberim auf den Abhängen des Janiculus, angesiedelt, und durch alle Zeiten hat sie dieses Gebiet behauptet. Mühlen, Bäder, Straßen, Felder und Tempel nennt die Notitia; es sind dort auch die Gärten des Geta zu suchen, wahrscheinlich Anlagen des Septimius Severus, die bis zur Porta Septimiana reichten. Dies Tor oder das Gebiet umher wird in der Notitia namentlich genannt. Weil es ursprünglich den Befestigungen Aurelians angehörte, welche den Janiculus durch zwei lange zum Fluß fortlaufende Mauern verbanden, scheint es seinen Namen von den Anlagen des Septimius erhalten zu haben.

Auch die Tiberinsel hat wohl zur vierzehnten Region gehört. Die Notitia freilich nennt weder sie im allgemeinen, noch den Tempel des Aeskulap oder des Jupiter und des Faunus. Zur Zeit des Honorius scheint dort ein Palast der mächtigen Anicischen Familie gestanden zu haben. Die Insel selbst führte im Mittelalter aus unbekanntem Grunde den Namen Lycaonia.

Statistische Tabellen aus der letzten Periode der kaiserlichen Stadt haben uns endlich einige Zahlenangaben über die Menge der Häuser, der öffentlichen Gebäude und selbst der Statuen Roms bewahrt. Sie zählen zwei Kapitole, zwei große Rennbahnen (außer den kleineren), zwei große Speisemärkte ( macella), drei Theater, zwei Amphitheater, vier prächtige Gymnasien für Gladiatoren ( ludi), fünf Naumachien für Seegefechte, fünfzehn Nymphäen oder Brunnenpaläste, achthundertsechsundfünfzig öffentliche Bäder, elf große Thermen, eintausenddreihundertzweiundfünzig Wasserbecken und Brunnen. Von öffentlichen Werken anderer Art zählen sie zwei große Säulen, sechsunddreißig Triumphbogen, sechs Obelisken, vierhundertdreiundzwanzig Tempel, achtundzwanzig Bibliotheken, elf Fora, zehn Hauptbasiliken, vierhundertdreiundzwanzig Stadtquartiere, eintausendsiebenhundertsiebenundneunzig Paläste oder Domus und sechsundvierzigtausendsechshundertzwei große Miethäuser oder insulae.

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