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Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter

Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter - Kapitel 406
Quellenangabe
typetractate
booktitleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
authorFerdinand Gregorovius
year1988
publisherDeutscher Taschenbuch Verlag
addressMünchen
isbn3-423-05960-5
titleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
created20011006
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1859
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4. Der »Sacco di Roma«. Fruchtloser Versuch der Bundesarmee, Rom zu entsetzen.

Der Morgen des 7. Mai enthüllte einen Anblick zu furchtbar für jedes Wort: die Straßen bedeckt mit Trümmern, mit Toten und Sterbenden; brennende Häuser und Kirchen, widerhallend von Geschrei; ein gräßliches Gewühl von Raub und Flucht; trunkene Kriegsknechte belastet mit Beute oder fortschleppend Gefangene. Eine eroberte Stadt nicht nur zu plündern, sondern ihr gesamtes Volk als dem Schwert verfallen anzusehen, war damals Kriegsrecht. Kein Landsknecht würde begriffen haben, daß es unmenschlich sei, wehrlose Bürger als Kriegssklaven zu behandeln. Wer sein Leben lieb hatte, mußte es abkaufen. Mit der rohesten Einfalt schrieb der Ritter Schertlin in seinen Aufzeichnungen: »Den 6. Tag May haben wir Rom mit dem Sturm genommen, ob 6000 Mann darin zu todt geschlagen, die ganze Stadt geplündert, in allen Kirchen und ob der Erd genommen was wir gefunden, einen guten Teil der Stadt abgebrannt.«

Nichts und niemand wurde verschont. Die Häuser von Spaniern und Deutschen plünderte man wie die der Römer. In viele Paläste kaiserlich Gesinnter hatten sich Menschen jedes Standes geflüchtet, zu Hunderten und mehr. Die Spanier brachen sie auf, plünderten oder brandschatzten sie. So geschah es gleich in der ersten Nacht mit dem Palast des Markgrafen von Mantua und dem des portugiesischen Gesandten, wo man eine Beute von 500 000 Dukaten machte, wenn dies glaublich ist. Einige hundert Personen schützte der Kardinal Andrea della Valle in seinem großen Palast, dessen Plünderung er von Fabrizio Maramaldo um viele tausend Dukaten abkaufte. Die Geldsumme verpflichteten sich durch gerichtlichen Akt, wie überhaupt in allen solchen Fällen, die geflüchteten Personen dem Besitzer des Palasts zurückzuzahlen, nach Maßgabe der Schatzung, welche jede von ihnen betraf.

Unglücklicher erging es Palästen, welche Widerstand zu leisten wagten; man sprengte sie selbst mit Pulver. Ein Turm am Kapitol flog so in die Luft. Im Campo Marzo verteidigte sich der Palast Lomellina; die Kriegsknechte erstürmten ihn; fliehend ließ sich die Besitzerin an einem Seil in den Hof hinab; man erschoß sie mit Flintenkugeln. Die reichste Beute gaben Kirchen und Klöster her, sowohl eigenes als dorthin geflüchtetes Gut. Man plünderte sie sämtlich; nicht einmal die »Anima«, die Nationalkirche der Deutschen, wurde verschont, noch St. Jakob auf der Navona, die Nationalkirche der Spanier, wo man die Leiche Bourbons niedersetzte. S. Maria del Popolo wurde sofort ganz ausgeleert, die dortigen Mönche metzelte man nieder. Die Nonnenklöster Santa Maria in Campo Marzo, S. Silvestro und das auf Monte Citorio wurden mit namenlosen Greueln erfüllt. Wo man in arme Klöster einbrach, rächte man die Täuschung mit empörender Wut.

Man muß sich die Menge kostbarer Kirchengeräte in den Sakristeien Roms vorstellen, um die Masse der Beute zu begreifen: all dies ward geraubt, zerstört und geschändet. Die Apostelhäupter im Lateran, das Andreashaupt im St. Peter und das Johanns in S. Silvestro teilten das gleiche Schicksal. Die sogenannte heilige Lanzenspitze befestigte ein deutscher Kriegsknecht an seinem eigenen Spieß; das Tuch der Veronika wanderte durch tausend Hände und alle Tavernen Roms. Das große Kreuz Constantins aus dem St. Peter ward durch den Borgo geschleppt und ging dann verloren. Die Deutschen behielten als Andenken manche Reliquien, und die lächerlichste Beute war wohl der dicke und zwölf Fuß lange Strick, mit dem sich Judas erhenkt hatte. Schertlin nahm ihn aus dem St. Peter mit sich in die Heimat. Auch die heiligste Kapelle Roms, Sancta Sanctorum, wurde ausgeraubt.

Im St. Peter hatten einst die Sarazenen nicht ärger gehaust. Die Spanier durchwühlten hier sogar die Gräber, selbst das Grab Petri, wie es einst die Mauren getan hatten. Julius II. ward im Sarg ausgeplündert. Den toten Sixtus IV. schützte nur die Festigkeit seines bronzenen Grabmals. Man würfelte auf den Hochaltären, man zechte mit Dirnen aus Meßpokalen. In den Seitenschiffen und Kapellen, wie im Vatikanischen Palast stellte man Pferde ein. Zur Streu dienten Bullen oder Handschriften, die einst humanistische Päpste gesammelt hatten. Nur mit Mühe rettete Oranien die Vatikanische Bibliothek, da er im Palast Wohnung genommen hatte. Die Straßen sah man überstreut mit Fetzen von Schriften und Registern päpstlicher Kanzleien.

Viele Archive in Klöstern und Palästen gingen zugrunde, wodurch für die Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter ein unersetzlicher Verlust entstand. Der Mangel an Urkunden im Archiv des Kapitols wird heute nur durch diese Plünderung erklärt.

Auch Kunstwerke gingen verloren. Die flandrischen Tapeten Raffaels wurden geraubt und verkauft, die schönen Glasmalereien Wilhelms von Marcillat zertrümmert. Sinnloser Nationalhaß hat freilich den Landsknechten angedichtet, was sie niemals verübt haben. Nicht einmal der Qualm von Fackeln der Kriegsknechte hat die Fresken Raffaels geschwärzt, und die gehässige Beschuldigung, daß die Deutschen mutwillig die schönsten Statuen zerschlagen haben, wird durch die Fortdauer aller damals vorhandenen Meisterwerke des Altertums wie der Renaissance widerlegt.

Nach den ersten drei Tagen erließ der Prinz von Oranien das Verbot, ferner zu plündern; alle Truppen sollten sich nach dem Borgo und Trastevere zurückziehen; doch niemand gehorchte ihm. Man fuhr fort, Gefangene fortzuschleppen, man plünderte alle Häuser bis auf die ärmlichste Wohnung des Wasserträgers. Auch drang Landvolk von den Gütern der Colonna in die Stadt, wo es auf den Spuren der Kriegsknechte seine Ährenlese hielt. Pierluigi Farnese, ein Epigone Cesare Borgias, der gräßliche Bastard des Kardinals, welcher ihn später als Papst groß machen sollte, griff in Rom gierig zu. Der kaiserlichen Partei hatte er sich aus Raublust angeschlossen. Mit einer Beute, die man auf 25 000 Dukaten schätzte, zog er von Rom ins Patrimonium ab, sie in einem Kastell seiner Familie zu bergen. Das Volk von Gallese aber plünderte diese Karawane aus.

Acht Tage lang blieben die Paläste der Kardinäle Valle, Cesarini, Enkevoirt und Siena verschont, da sie spanische Hauptleute aufgenommen und je 35 000 und mehr Dukaten dafür gezahlt hatten. Als aber die Landsknechte sahen, daß sich die Spanier der besten Häuser bemächtigten, gerieten sie in Wut; vier Stunden lang bestürmten sie den Palast Siena, plünderten ihn, nahmen alles darin gefangen und schleppten den Kardinal Piccolomini nach dem Borgo mit sich fort. Hierauf entwichen die andern drei Kardinäle in den Palast Pompeos, worauf die Landsknechte auch in ihre Wohnungen einbrachen. Die Beute im Haus Valle wurde auf 200 000 Dukaten, auf ebensoviel die bei Cesarini, auf 150 000 der Wert des Palasts Enkevoirt geschätzt, wozu noch die Lösungen der Gefangenen kamen.

Glücklich rettete sich Isabella Gonzaga aus diesen Greueln. Noch am 5. November hatte sie den für ihren Sohn Ercole erkauften roten Hut vom Papst in den Palast Colonna geschickt erhalten, welchen sie damals bewohnte, nachdem sie vorher im Palast Urbino bei S. Maria in Via Lata gewohnt hatte. Durch ihren zweiten Sohn Don Ferrante, den General der Reiterei im Heere Bourbons, längst gewarnt, hatte die Markgräfin diesen Palast mit Lebensmitteln versehen, bewaffnen und vermauern lassen. Sie schützte darin 3000 Flüchtlinge, darunter auch Domenico Massimo. Vier italienische Gesandte hatten sich zu ihr gerettet, der Bevollmächtigte Mantuas Francesco Gonzaga, die Vertreter Ferraras und Urbinos und der venetianische Botschafter Domenico Venier, welcher die Engelsburg nicht mehr hatte erreichen können. Noch in der Schreckensnacht eilten dorthin der Graf Alessandro von Nuvolara, dessen schöne Schwester Camilla bei der Markgräfin war, und ein Verwandter des Herzogs von Sessa, Don Alonso de Cordoba, welchem noch Bourbon den Schutz der edlen Fürstin anbefohlen hatte. Man zog diese Kapitäne an einem Seil in den Palast. Sie verlangten 50 000 Goldgulden für sich selbst, 10 000 von den venetianischen Flüchtlingen und ebensoviel als Anteil Don Ferrantes. Dieser selbst kam erst in der zweiten Stunde der Nacht, von der Wache an der Engelsburg herbeieilend, die ihm übertragen worden war. Nuvolara und Alonso wollten ihn nicht eher einlassen, bis er ihnen versprach, niemand anders als seine eigne Mutter von der Schatzung auszunehmen. »Es war schwer«, so schrieb später Ferrante an seinen Bruder in Mantua, »Madame zu befreien, denn Gerüchte sagten im Lager, daß sich in diesem Palast für mehr als zwei Millionen Wert befände, und daran war allein ihr Erbarmen schuld, da sie mehr als 1200 Edelfrauen Roms und 1000 Männer aufgenommen hatte.« Alle übrigen Gefangenen mußten sich mit 60 000 Gulden abkaufen. Venier, der sich dem Nuvolara gefangen gegeben, sollte 5000, Marcantonio Giustiniani 10 000 Dukaten erlegen. Spanische Wache schützte den Palast dem Abkommen gemäß. Aber die Landsknechte drohten, ihn zu stürmen, und nur mit Mühe hielt sie Oranien und der Graf Lodron zurück. Aus Furcht verließ deshalb Isabella mit ihrem Hofstaat und den italienischen Gesandten den Palast am 13. Mai, geleitet von ihrem Sohn, der sie auf einem Tiberkahn nach Ostia brachte. Von dort zogen die Flüchtlinge, unter ihnen auch der als Sackträger verkleidete Venier, zu Pferde nach Civitavecchia.

Venier traf in Ostia andere Flüchtlinge, Caraffa und Tiene mit den Theatinern. Nach vielen Mißhandlungen, welche sie in ihrem Ordenshause auf dem Pincio und dann als Gefangene erduldet hatten, waren auch sie auf einem Tiberkahn entronnen. Der Botschafter bewog sie, sich auf einem venetianischen Fahrzeug einzuschiffen, und so gelangten die Theatiner in das Asyl Venedig. Nach Civitavecchia entrann auch Domenico de Cupis, der Kardinal von Trani, mit den Söhnen der Madonna Felice Orsini, die im Hause Enkevoirts eine hohe Schatzung hatten erlegen müssen. Sie wanderten viele Meilen zu Fuß, bis sie den Hafen erreichten, welchen die Schiffe Dorias sicherten. Dort befand sich auch der Kardinal Scaramuccia Trivulzio, der Rom kurz vor der Katastrophe verlassen hatte, um sich nach Verona zu begeben. Dort war auch Machiavelli, welchen Guicciardini zu Andrea Doria abgesandt hatte.

Derselbe Kardinal Caetanus, der in Augsburg Luther so hochfahrend behandelt hatte, wurde von Landsknechten durch Rom geschleppt, bald mit Fußtritten fortgestoßen, bald herumgetragen, eine Sackträgermütze auf dem Kopf. So zerrte man ihn fort zu Wechslern oder Freunden, sein Lösegeld aufzubringen. Weinend ließ der Papst die Deutschen bitten, »das Licht der Kirche nicht auszulöschen«. Auch der alte kaiserlich gesinnte Kardinal Ponzetta von S. Pancrazio wurde erst seiner 20 000 verscharrten Dukaten beraubt, dann mit auf den Rücken gebundenen Händen durch Rom geschleppt. Nach vier Monaten starb er elend in seinem leeren Hause. Cristoforo Numalio, der Franziskaner-Kardinal, wurde aus seinem Bett gerissen, auf eine Totenbahre gelegt und in Prozession fortgetragen. Die Landsknechte sangen ihm dabei, Kerzen in den Händen, possenhaft die Exequien. So brachten sie ihn nach Aracoeli, wo sie ihn niedersetzten und ihm die Leichenrede hielten. Sie öffneten ein Grab, in welches sie ihn zu versenken drohten, wenn er nicht das Verlangte zahlte. Der Kardinal bot seine ganze Habe; die Peiniger trugen ihn in sein Haus zurück, um ihn dann wieder zu allen denen umherzuschleppen, von welchen er Geld aufzunehmen hoffen konnte.

Die Plünderung Roms in den barbarischen Zeiten Alarichs und Geiserichs war menschlich zu nennen im Vergleich zu den Greueln, welche das Heer Karls V. beging. Man wird sich an jenen Triumphzug der christlichen Religion mitten durch das von den Goten geplünderte Rom erinnern, aber keine solche Handlung der Pietät im Jahre 1527 entdecken. Hier sah man nur bacchantische Aufzüge von Landsknechten, welche von halbnackten Hetären begleitet zum Vatikan ritten, dem Papst Tod oder Gefangenschaft zuzutrinken. Lutheraner wie Spanier und Italiener ergötzten sich damit, die heiligen Zeremonien nachzuäffen. Man sah Landsknechte auf Eseln als Kardinäle einherreiten, einen als Papst verkleideten Knecht in ihrer Mitte; so zogen sie oftmals bis vor die Engelsburg, wo sie schrien, daß sie jetzt nur fromme und dem Kaiser gehorsame Päpste und Kardinäle machen würden, welche keine Kriege mehr führen sollten, und wo sie Luther zum Papst ausriefen. Trunkene Söldner bekleideten einen Esel mit geistlichen Gewändern und zwangen einen Priester, ihm das Sakrament zu geben, während das Tier auf Knien lag. Der unselige Geistliche verschluckte jedesmal die Hostie, bis ihn seine Quäler zu Tode marterten. Andern Priestern preßte man unter gräßlichen Martern die Beichte wirklicher oder erdichteter Verbrechen ab.

Der Zustand Roms während der ersten Woche der Plünderung hätte Steine zum Erbarmen rühren können, doch das entmenschte Kriegsvolk fühlte dieses nicht. Der Franzose Grolier, der sich in das Haus des spanischen Bischofs Cassador gerettet hatte, stieg oft auf das Dach hinauf, und was er dort hörte und sah, hat er in diesen Worten ausgedrückt: »Überall Geschrei, Waffengetöse, Geheul von Weibern und Kindern, Knistern von Flammen, Gekrach fallender Dächer, so starrten wir voll Furcht und lauschten, als wären wir allein vom Schicksal aufbewahrt, den Untergang des Vaterlands zu schauen.« Als ein Hiob in Sack und Asche konnte jetzt Clemens VII. von der Engelsburg zum Himmel seufzen, weil so furchtbare Tage des Gerichts über das in Selbstvergötterung versunkene Papsttum hereingebrochen waren. Er blickte auf die Flammen seiner schönen Villa am Monte Mario, welche der Kardinal Pompeo aus Rache für seine verbrannten Schlösser anzünden ließ; doch was waren sie gegen die Feuersäulen Roms!

Um sich gegen Ausfälle aus der Engelsburg zu schützen, hatten die Kaiserlichen vor dem Ponte S. Angelo von der Torre di Nona bis zum Palast Altoviti einen Laufgraben aufgeworfen, aus dem sie unaufhörlich feuerten. Dies Kastell bot ein unbeschreibliches Bild der Verwirrung dar, von mehr als 3000 geflüchteten Menschen, in ihrer Mitte der Papst und dreizehn Kardinäle. Auf seiner Spitze wehte neben dem Friedensengel die rote Kriegsfahne, und stündlich hüllten es die donnernden Geschütze in Pulverdampf. Neunzig Schweizer und 400 Italiener bildeten seine Besatzung; die Artillerie befehligte der Römer Antonio S. Croce, und unter ihm diente Benvenuto Cellini als Bombardier. Es fehlten die Lebensmittel. Eselsfleisch wurde zum Leckerbissen für Kardinäle und Bischöfe. Die Spanier sperrten alle Zufuhr ab; sie erschossen sogar Kinder, die im Graben des Kastells Kräuter an Stricke banden für die Hungernden dort oben, und ein Hauptmann erhenkte mit eigener Hand ein altes Weib, welches dorthin für den Papst ein wenig Salat gebracht hatte.

Am 10. Mai kamen Pompeo, Ascanio und Vespasiano mit Kriegsvolk. Der Anblick seiner verwüsteten Vaterstadt preßte dem rachsüchtigen Kardinal Tränen aus: er fand das ganze römische Volk wie auf einer einzigen Folterbank ausgespannt: Tausende unbegrabener Leichen verpesteten die Straßen. Er nahm Wohnung in der Cancellaria, die er zu einem Asyl machte; in einem einzigen Saal drängten sich dort 500 Nonnen zusammen, die alle geborgen wurden. Selbst von den Santa Croce, durch die einst sein Vater umgekommen war, nahm er eine Matrone und deren schöne Tochter auf und kaufte sie los. Jovius hat den am Unglück Roms mitschuldigen Kardinal als einen Rettungsengel dargestellt und wohl mäßigte sein Erscheinen die Frevel hie und da. Es wurde auch eine militärische und zivile Obrigkeit eingesetzt: La Motte war Befehlshaber der Stadt und Philibert des Heers. Seinen Rat bildeten Bemelberg, Nagera, Lodron, Urbina, Pompeo und Vespasiano, Morone, Gattinara und andere. Zu richten gab es genug, denn Eifersucht entzweite die Nationen im Heer; mit den Schwertern entrissen sie einander den Raub. Die Deutschen fuhren eines Tags Kanonen im Campo di Fiore auf, den Spaniern eine Schlacht zu liefern, und kaum verhinderten die Führer den Massenkampf.

Acht Tage lang dauerte die eigentliche Plünderung. In so kurzer Zeit ward erbeutet, was lange Raubsucht in dieser Priesterstadt aufgehäuft hatte. Geräte, Gewänder, Tapeten, Bilder, eine ganze Welt von Kunstwerken der Renaissance, wurden wie Plunder aufgehäuft und so auch behandelt. »Spanier und Landsknechte teilten sich Perlen mit Schaufeln zu; der elendeste Knecht besaß 3–4000 Dukaten.« Auf Plätzen und Straßen sah man Gruppen von Landsknechten, welche über Brettern oder auf dem nackten Boden würfelten. Um Spottpreise schleppten den Reichtum Roms die lachenden Juden in ihren Ghetto. Auf zwanzig Millionen Goldgulden schätzte man die Beute der Stadt. Und mit nur 250 000 Dukaten hätte der Papst zur rechten Zeit diesen grenzenlosen Untergang verhindern können. Als die Häuser geleert waren, durchsuchte man die Gärten, die Kanäle, selbst die Gräber. Mit ihren eigenen Händen mußten vornehme Römer Kloaken ausschöpfen, denn auch dort konnte Gold versteckt sein. Mancher Schatz entging den Räubern, ohne doch wieder in die Hände der Besitzer zu gelangen, weil Tod sie hingerafft hatte.

Gleich nach der ersten Furie des Mordens war den Gefangenen die Schatzung aufgelegt worden, ihre größte, weil längste Qual. »In ganz Rom«, so sagt ein Bericht, »ward kein Sterblicher über drei Jahre gefunden, der sich nicht loskaufen mußte.« Die Spanier verschonten selbst ihre Landsleute nicht; Perrenot, der nachmals berühmte Granvella, des Kaisers Sekretär, wurde um 2000 Dukaten abgeschätzt. Viele kauften sich mehrmals los. Der kaiserlich gesinnte Bischof von Potenza ward dreimal geschätzt und zuletzt doch umgebracht. Zu Hunderten wurden diese Elenden an Stricken hin und her geführt. Man verkaufte sie in den Soldatenlagern oder würfelte um sie. Man marterte sie mit teuflischer Grausamkeit. Manche gaben sich selbst den Tod. Der Florentiner Ansaldi entriß seinem Quäler den Dolch und erstach erst ihn und dann sich selbst. Girolamo von Camerino, Familiar Cibòs, stürzte sich mit heroischer Kraftanstrengung rücklings durch das Fenster auf die Straße. Viele verschmachteten im Gefängnis. Tausende, die sich losgekauft, wanderten aus Rom, nach einer Hölle von Leiden das Mitleid der italienischen Städte anzusehen, wie ihre Vorfahren in Alarichs Zeit.

Vornehme Frauen wurden vor den Augen der Eltern und Männer die Opfer des ersten besten Knechts. Als dies Los auch die Töchter des Domenico Massimo traf, erblickte man darin die Strafe für den Geiz des Vaters. Vergebens umklammerten edle Römerinnen die Altäre der Klöster; man riß sie samt den Nonnen hinweg, um sie in die Lagerhöhlen trunkener Soldaten abzuführen. Herrliche Frauengestalten, göttergleiche Ideale für Raffael und Michelangelo, sah man nackt und weinend von Kriegsknechten durch Rom schleppen, dagegen Kurtisanen lachend einhergehen, in Purpurmäntel oder goldne Meßgewänder gehüllt, während Landsknechte wiederum Priester in Weiberkleidern mit sich zerrten. Marquisen, Gräfinnen und Baronessen, so sagt Brantôme, bedienten jetzt die ausgelassenen Krieger, und noch lange nachher nannte man die vornehmen Damen der Stadt »die Reliquien des Sacco von Rom«. Man mag sich heroische Frauen vorstellen, die sich von einem Altan oder einer Brücke in den Tod hinabstürzen, und es ist wohl nur Lust an Bosheit, wenn ein Geschichtschreiber des Sacco sagt, daß von solchen Lucrezien auch nicht eine mit Namen zu verzeichnen sei. Die Deutschen, menschlicher als die Spanier, begnügten sich mit mäßigem Lösegeld. Die Habsucht und Wollust dieser aber war grenzenlos; sie vernichteten selbst zehnjährige Mädchen. Oftmals stachen Deutsche solche Teufel nieder. Kein Gegensatz konnte greller sein als der zwischen den verwilderten Söldnern aus Nord und Süd: die Spanier klein, schwarzhaarig, mit gelben und bärtigen Gesichtern, listig und grausam, geizig und habgierig: die Deutschen groß, stark und blond, mit kurzgeschnittenem Haar, nur den langen Schnurrbart tragend, trunkene Völler und verschwenderische Spieler.

In der menschlichen Geschichte gibt es kaum ein gleich furchtbares Schauspiel vom Wechsel des Glücks als dieses im Sacco Roms. Seine Möglichkeit konnte ein Mann wie Poggius nicht ahnen, als er sein Buch De Varietate Fortunae schrieb. Es verwandelte sich plötzlich übervolles Glück in jammervolles Elend, zerlumpte Armut in prangenden Reichtum. Jene Krieger Frundsbergs und Bourbons, welche wie hungernde Wölfe bei Regen und Sturm durch die Provinzen Italiens gewandert waren, zogen jetzt in Rom einher in Purpurkleidern, die Taschen gefüllt mit Edelsteinen, funkelnde Bänder um die nervigen Arme, den Hals umwunden mit dem goldenen Schmuck edler Frauen oder heiliger Madonnen. Man sah Landsknechte, welche die kostbarsten Perlen in ihre Schnurrbärte eingeflochten hatten. Sie tafelten in Prachtpalästen vom Gold und Silber der Kardinäle, bedient von zitternden Großen. In einer einzigen Nacht war die glänzende Hülle von Rom gefallen, und wie in mittelalterlichen Schauspielen, welche man Moralitäten nennt, war die üppige Gestalt der Roma als ein moderndes Gerippe, das nackte Laster, sichtbar geworden. Was waren jetzt diese Schwärme von Pharisäern und Höflingen, Kardinäle, Bischöfe, Monsignoren, Protonotare, Ordensgenerale, Richter, Barone und Signoren, alle diese im Pomp der Etikette mit Protektormienen einherwandelnden Herren und Herrendiener, welche gewohnt gewesen, sich für die Blüte der Welt zu halten und auf Nichtrömer mit Geringschätzung herabzusehen! Zerlumpt und zerschlagen wankten sie in den Straßen umher oder lagen sie auf den Foltern, oder sie dienten dem rohen Kriegsvolk als Köche, Stallknechte, Wasserträger in ihren eigenen ausgeraubten Palästen.

Clemens blickte vom Grabmal Hadrians so sehnsüchtig nach seinen Rettern aus wie einst Gregor VII. Wenn Urbino auch nur am dritten Tag erschienen wäre, so hätte er – dies ist das Urteil aller Zeitgenossen – die ganz aufgelösten Plünderer unfehlbar vernichtet. Aber erst am 2. Mai hatte er Florenz verlassen, nachdem ihm durch Guicciardini S. Leo und Majolo waren ausgeliefert worden. Während Guido Rangone und der Graf Cajazzo in Eilmärschen zum Entsatze Roms fortrückten, bewegte sich die bündische Armee in drei Heerhaufen, der Venetianer unter Urbino, der Päpstlichen unter Guicciardini und der Franzosen unter Saluzzo, langsam vorwärts. Nachts am 4. Mai erreichte der Herzog von Urbino Montevarchi, am 6. Aquareta bei Arezzo. Hier trafen ihn Boten aus Rom, die ihn beschworen, zu eilen, da die Landsknechte schon bei Viterbo angelangt seien. Am 6. Mai, an welchem Tage Rangone vor Rom eintreffen sollte, gelangte der Herzog nach Cortona, wo er auch den 7. blieb. Am 8. lagerte er zu La Magione bei Perugia, und dort erhielt er durch einen eilenden Boten aus Viterbo diesen erschreckenden Brief: »Erlauchte Kapitäne der Liga! Eure Herrlichkeiten haben keinen Augenblick Zeit zu verlieren, denn die Feinde haben, wie Sie aus diesem ersehen werden, den Borgo mit Sturm genommen. Monseigneur Bourbon ist von einem Archibusenschuß getötet worden, und eben trifft ein Mensch hier ein, welcher beim Forttragen seiner Leiche zugegen war. Es sind von den Feinden mehr als 3000 gefallen. Eure Herrlichkeiten mögen sich beeilen, da die Feinde in der größten Auflösung sind. Schnell! schnell! ohne Zeitverlust. Aus Viterbo am 7. Mai 1527. Guido Bischof von Motula, Sr. Heiligkeit Kommissär.«

Als der Herzog diesen Brief gelesen, sagte er: da der Borgo genommen ist, steht es um Rom schlimm genug, auch wenn sich die Stadt bis zu unsrer Ankunft hält. Seine Absicht war noch, Rom von der Porta S. Lorenzo aus zu entsetzen. Die Franzosen, welche Borghetto bei Perugia verbrannt hatten und tausend Frevel begingen, sollten über Orvieto vorrücken. Der Herzog selbst lagerte am 9. Mai bei Deruta, und hier brachten ihm Flüchtlinge die Kunde, daß die ganze Stadt im Besitze des Feindes sei. Er schien sofort in seinen Bewegungen zu erlahmen, denn ruhig blieb er in Deruta stehen. Am 11. Mai erschien Pietro Chiavaluce, ein Edelmann des Papsts, aus der Engelsburg mit der dringenden Aufforderung an ihn abgesandt, unverzüglich zum Entsatz herbeizueilen. Wenn dies geschehe, wolle sich der Papst halten und die Forderungen der Kaiserlichen zurückweisen, daß S. Heiligkeit nach Spanien gehe, 300 000 Dukaten zahle und die Engelsburg überliefere. Man hielt Kriegsrat: der Herzog weigerte sich aufzubrechen, ehe nicht Gentile Baglione Perugia verlassen habe, wo er in feindlicher Absicht Truppen sammle.

Während Urbino in Deruta kostbare Tage verlor, um einen Dynasten zu stürzen und dessen Vetter Orazio Baglione zur Regierung zu verhelfen, hatte der Vortrab Saluzzos erst am 10. Mai Ponte a Granajuolo erreicht und dort den Fall Roms erfahren. Am 11. beschloß dieser Führer vor Orvieto, den Entsatz der Engelsburg zu versuchen: die tapfersten Kapitäne Federigo Gonzaga von Bozzolo und Graf Ugo Pepoli brachen mit Reiterei und Fußvolk auf, und ihnen wollte Saluzzo nachfolgen.

Unterdes setzte Urbino die Verbannung des Baglione aus Perugia durch, und erst dann brach er am Morgen des 13. Mai von Deruta auf nach Marsciano. Hier kam zu ihm der flüchtige, schon tot geglaubte Camillo Orsini aus Rom, welchen er als Befehlshaber nach Spoleto schickte. Am 14. erreichte der Herzog Orvieto. Der päpstliche Verwalter dieser Stadt weigerte der Armee die Lebensmittel, wenn sie nicht zur Befreiung des Papsts vorgehe; er ließ selbst die Mühlen im Stadtgebiet unbrauchbar machen, und diese Maßregel schrieb man heimlichen Befehlen Guicciardinis zu. Der unglückliche Staatsmann, im Dienst des unseligsten Papsts, war an demselben 14. nach Montefiascone gegangen, die Franzosen und Schweizer vorwärtszutreiben, hoffend, daß ihnen der Herzog folgen werde. Am 16. kam er zu diesem ins Lager vor Orvieto. Zornig ging ihm Urbino entgegen, überhäufte ihn mit Vorwürfen, sagte ihm, daß er den Papst durch seine Ratschläge so weit gebracht habe, wie er nun sei, daß er die Schuld am Mißlingen des ganzen Unternehmens trage und nun auch ihn verderben wolle; selbst betrügerischen Wucher mit dem für das Heer bestimmten Korn warf er ihm in seiner Wut vor. Der tief beleidigte Guicciardini begab sich gleichwohl in die Stadt Orvieto, wo er den Governator bewog, der Armee für tausend Dukaten Getreide zu geben.

Abends kam ins Lager der Marchese Saluzzo. Boten Dorias von Civitavecchia trafen ein, anbietend Lebensmittel für einen Monat und fünfhundert Archibusen zur Befreiung des Papsts. Andere Boten kamen; sie meldeten das gänzliche Fehlschlagen des Versuchs Federigos von Bozzolo, den Papst aus der Engelsburg herauszuholen. Gonzaga und Pepoli, nur des Nachts vorwärtsreitend, waren schon in die Nähe Roms gelangt, als jener im Buschwald bei Baccano mit dem Pferde stürzte. Er brach sich Arm und Bein; man mußte ihn nach Viterbo tragen. Pepoli und die andern ritten bei Tagesanbruch bis nach Ponte Molle, von wo sie vier Reiter auf Kundschaft gegen die Engelsburg ausschickten. Als diese gefangen wurden, kehrte Pepoli um. Ohne Wissen des Herzogs, nur auf seinen eigenen Kopf und mit Zustimmung Saluzzos hatte Gonzaga dies tollkühne Reiterstück unternommen, was man jetzt eine Dummheit schalt. Die Folge davon war, daß die Kaiserlichen das Kastell noch fester umschlossen und sechstausend Mann Fußvolks rings in die Weinberge legten.

Am 17. Mai hielt man in Orvieto Kriegsrat und beschloß, daselbst am 18. aufzubrechen in getrennten Zügen; die Franzosen mit Guido Rangone sollten über Bracciano, die Venetianer über Nepi vorrücken, das gesamte bündische Heer sich in Isola beim alten Veji vereinigen. Der Herzog verzweifelte schon jetzt an jeder Möglichkeit des Erfolgs. Nachdem er sechs edle Geiseln von Orvieto an sich genommen hatte, rückte er am 18. Mai bis Civitella, am 19. bis Casale bei Nepi, wo er bis zum 21. blieb. Hier kam zu ihm an diesem Tage Monsignore Siponto, der Kammerherr des Papsts, einen Geleitsbrief für den Vizekönig zu fordern, welchen Clemens notgedrungen aus Siena nach Rom rief, um mit ihm Vertrag zu schließen, wenn die Bundesarmee ihn selbst nicht zu entsetzen vermochte. Es kam auch Filippino Doria von Civitavecchia mit ein paar Kompanien Fußvolks, zugleich aber mit der Forderung, seinem Oheim Andrea viertausend Mann zu einer Unternehmung nach Neapel zu überlassen.

Am 22. Mai trafen zur selben Stunde die Heerhaufen des Herzogs, der Franzosen und der Päpstlichen in Isola ein, neun Millien vor Rom. Man hielt sofort Musterung; die gesamte Infanterie ergab 15 000 Mann. Alsbald fanden sich in Isola viele flüchtige Edle Roms ein. Es kam auch der Hauptmann Lucantonio, der Zögling und Freund des Giovanni Medici, welchen Luigi Gonzaga in Rom freigelassen hatte.

Dort war Clemens längst in Unterhandlungen mit den Kaiserlichen; denn schon am 7. Mai hatte er Bartolomeo Gattinara, einen ihrer Bevollmächtigten, in die Engelsburg gerufen und ihm mit Tränen erklärt, daß er vom Schicksal so tief herabgebracht nicht mehr an Verteidigung denke, sondern sich, die Kardinäle und seine Staaten der Großmut des Kaisers überliefern wolle. Trotz des Widerspruchs der Landsknechte hatte man schon einen Vertrag entworfen, als Briefe Guicciardinis aus Viterbo dem Papst die nahe Ankunft der Bundesarmee in Isola meldeten. Da brach er auf Anraten Albertos von Carpi die Unterhandlung ab. Guicciardini forderte in Isola den Herzog auf, schnell bis zum Monte Mario vorzurücken und das belagerte Kastell zu entsetzen, mit dem man telegraphische Zeichen vereinbarte. Denn trotz der Umschließung wurde die Verbindung durch geheime Boten vermittelt.

Urbino hielt Kriegsrat. Für den Entsatz stimmten Saluzzo und die venetianischen Proveditoren. Briefe und Boten aus der Engelsburg schilderten ihn als leicht ausführbar, aber der Herzog hielt ihn für unmöglich. Die Zucht der Kaiserlichen war freilich so aufgelöst, daß sich eines Tags, als die leichten Reiter von Isola bis zum Kreuz des Monte Mario streiften, auf den Zusammenruf in Rom kaum der dritte Teil zu den Fahnen sammelte. Doch dürften kriegskundige Richter wohl das Urteil fällen, daß die Truppenmacht der Bündischen für das Unternehmen nicht ausreichend war. Der Herzog machte nun Streifzüge, stand aber bald von dem Plan ab, auf dem Monte Mario zu lagern. Guicciardini erhob von Isola verzweifelte Hilferufe an England und Frankreich; er klagte den Herzog des Verrats oder der Unfähigkeit an. Die Fehler Urbinos, Ungeschick und Schwerfälligkeit, machten diesen General zum Zerrbilde des Fabius Cunctator, und ihr Gewicht wurde durch das Andenken an die Mißhandlung verstärkt, die er von den Medici erlitten hatte, so daß die Qualen des Papsts ihm keine schlaflosen Nächte machten. Er erklärte endlich, daß er ohne den Zuzug von 20 000 Schweizern nichts wagen könne. Mangel und Seuchen verminderten bereits das Heer, während die Uneinigkeit der Führer, ja ihr Argwohn und Haß gegeneinander jedes entschiedene Handeln unmöglich machten. Die Soldaten verwilderten; dreitausend Fahnenflüchtige zählte man schon am 26. Mai. Ganze Scharen zu Fuß und zu Pferd gingen ins feindliche Lager über, zumal suchten die Orsini sich aus dem unvermeidlichen Verderben zu retten. Der Graf Pepoli ging nach Bologna heim.

Vergebens erschien der Kardinal Aegidius von Viterbo im Lager zu Isola; Truppen, die man heute Freischaren nennen würde, hatte er in seinem Eifer zusammengerafft; aus seiner Kasse versprach er den Monatssold für dreitausend Mann. Vergebens beschwor der Papst den Herzog durch seinen Boten Stefano Colonna, wenigstens in Isola stehen zu bleiben. Der Kriegsrat beschloß am 31. Mai den Rückzug nach Viterbo. So wurde der Papst seinem Schicksal überlassen. Am 2. Juni brach die bündische Armee das Lager bei Isola ab und trat den Rückmarsch an. Da entschloß sich Clemens, in der Wiederaufnahme der Unterhandlungen seine Rettung zu suchen.

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