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Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter

Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter - Kapitel 367
Quellenangabe
typetractate
booktitleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
authorFerdinand Gregorovius
year1988
publisherDeutscher Taschenbuch Verlag
addressMünchen
isbn3-423-05960-5
titleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
created20011006
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1859
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2. Die Humanisten, ihr Wesen und ihre Bedeutung. Lateinische Philologen. Bruni. Poggio. Filelfo. Beccadelli. Laurentius Valla. Seine Widerlegung der falschen Schenkung Constantins. Seine Wirksamkeit und Schriften. Griechische Philologie. Die byzantinischen Flüchtlinge. Chrysoloras. Georg von Trapezunt. Theodor Gaza. Johannes Argyropulos. Nicolaus Sagundinus. Bessarion. Orientalische Sprachen. Manetti. Reuchlin.

Die politische Zersplitterung Italiens begünstigte den Aufschwung der neuen Kultur, weil Städte und Fürsten in dem Ruhm ihrer Pflege wetteiferten. Man berief Gelehrte wie einst Podestaten des Mittelalters. Sie wanderten freizügig von Stadt zu Stadt, von Hof zu Hof, gleich den Sophisten im Altertum. Mit diesen hat überhaupt das Gelehrtentum des XV. Jahrhunderts viel Ähnlichkeit; es besitzt dieselbe Vielgewandtheit und gleiche Untugenden, Eitelkeit, Streitsucht, Habgier, Frivolität. Diese Wandernaturen einer gärenden Zeit, worin die alte Weltverfassung sich auflöst, sind bewegliche Menschen von moderner Leidenschaft, oft von schöner Erscheinung, oft Universalgenies. Menschen wie Niccoli, Alberti, Piccolomini, Pico della Mirandola würden auch im XVIII. Jahrhundert bedeutend gewesen sein. Die Universalität war naturgemäß ein Grundzug des Humanismus. Es galt eben die Herauslösung des scholastischen Menschen aus seiner einseitigen Erziehung, seine Umwandlung zur freien Persönlichkeit. Die geistige Bewegung ergriff damals alle Schichten der gebildeten Gesellschaft. Ein Papst wie Nikolaus V., ein Fürst wie Federigo von Urbino hatten sich in allen geistigen Gebieten umgetan. Federigo studierte die alten Philosophen, wie die Kirchenväter und die Klassiker; er verstand sich auf Mathematik, Architektur und Musik, wie auf die schönen Künste. Kein Wunder, daß von solchen Männern eine unermeßliche Anregung ausging.

Schon in der klassischen Literatur liegt jene Universalität; sie mußte sich daher auch in den Produkten der Humanisten abspiegeln. Diese, Grammatiker und Rhetoren, Geschichtschreiber, Geographen und Antiquare, Übersetzer und Dichter, versuchten sich in allen antiken Richtungen. Sie gingen von der Eloquenz aus, und diese süße Gabe der Alten, ein Geschenk des Südens, war der gesuchte Stein der Weisen jener Zeit. Stil und Beredsamkeit sind das Ideal der Humanisten, Quintilian und Cicero ihre Meister. Die Entdeckung der Briefe und Reden Ciceros erzeugte schon an sich die zwei unerschöpflichen Gattungen humanistischer Produktion, die Staats- und Festrede und die familiaren Briefe, in deren Sammlung schon Petrarca vorangegangen war. Die antiken Literaturzweige des philosophischen Traktats, des Dialogs und der Lebensbeschreibung lebten wieder auf. Des Epigramms, der Satire, der Ode, des Epos bemächtigten sich dieselben Humanisten als antiker Sprachformen. Die ganze Lebensauffassung des Altertums kehrte wissenschaftlich wieder.

Aber diese Produkte des Neu-Latinismus erlitten das Los der Wiederholung toter Kulturformen in einer toten Sprache. Die Werke jener Gelehrten, welche die Unsterblichkeit der Fürsten von ihrem Reden oder Schweigen abhängig machten und von ihrer eigenen Fortdauer so fest überzeugt waren wie von der des Homer und Virgil, überschreiten heute nicht mehr den Bann eines bloß literargeschichtlichen Daseins. Doch so ungenießbar heute ihre Stilübungen sind, so waren doch diese ihre Briefe, Abhandlungen, Reden und Poesien die nur klassisch nachgeformten Gefäße für den Inhalt ihrer eigenen Gegenwart. Ihre Verdienste um die Bildung des Menschengeschlechts sind unsterblich. Sie erzeugten eine Fülle geistigen Lebens neu in Form und Inhalt für die damalige Zeit; sie fachten den noch fortglimmenden Funken des hellenischen Geistes wieder zur Flamme auf und setzten die Welt durch mühevolle und begeisterte Studien in Besitz jener Schätze, welche noch heute den wesentlichsten Bestandteil unserer Bildung ausmachen; und diese selbst, wie die gesamte Schule Europas ist noch die Fortsetzung jenes Humanismus des XV. Jahrhunderts. Sie bahnten dem modernen Wissen den Weg durch die kritische Philologie und den philosophischen Blick aus allgemeineren Gesichtspunkten, woraus die wissenschaftliche Forschung und die Methode entstand. Denn erst eine spätere Zeit vermochte jene neulateinische Maniriertheit abzuwerfen und die antike Larve zu zerschlagen, in welche die Humanisten den Geist verhüllt hatten, um ihn vom scholastischen Mönchtum freizumachen.

Aus der Renaissance-Literatur werden wir nur solche Charaktere bezeichnen, die der römischen Kulturgeschichte angehören, wenn man überhaupt eine solche vereinzelt schreiben könnte. Denn Rom war nur einer der großen Sammelplätze für die wissenschaftliche Tätigkeit.

Hier treten die lateinischen Philologen in den Vordergrund. Fast alle Florentiner Latinisten standen mit Rom in Verkehr. Doch ihre wesentliche Tätigkeit gehörte Florenz an. Von den vier Häuptern des Früh-Humanismus, von Bruni, Poggio, Filelfo und Valla, war nur der letzte ein Römer.

Leonardo Bruni, geboren in Arezzo im Jahre 1369, kam schon 1405 nach Rom und diente den Päpsten als Sekretär bis zum Konzil in Konstanz. Seither blieb er in Florenz. Er war dort seit 1427 Kanzler der Republik und starb im Jahre 1443. Bruni hatte, wie sein Landsmann Petrarca, schon lebend den Kultus des Genies erfahren; denn so groß war sein Ruf als Latinist und Hellenist, daß man ihn fast vergötterte. Fremde kamen nach Florenz, nur um diesen auch persönlich herrlichen Mann zu sehen. Ein begeisterter Spanier kniete sogar vor ihm nieder. Seine Leichenfeier, wobei Manetti die Rede hielt und den Toten mit Lorbeer kränzte, war ein wirklich erhabener Akt des italienischen Ruhmeskultus. Brunis Hauptwerk ist die Geschichte von Florenz, aber weder sie noch seine andern, den Alten nachgeahmten Geschichtswerke oder seine Dialoge, Reden, Briefe und Übersetzungen griechischer Autoren gehören Rom an, außer der Geschichte seiner Zeit.

Ein längeres Verhältnis zu Rom hatte Poggio Bracciolini. Dieser geistvolle Mann von ungewöhnlicher Lebenskraft war im Jahre 1380 zu Terranuova bei Arezzo geboren und wie Bruni Schüler des Johannes von Ravenna und des Chrysoloras in Florenz. Schon im Jahre 1402 wurde er päpstlicher Scriptor. Acht Päpsten diente er, ohne immer in Rom zu leben. Er folgte der Kurie nach Konstanz. Dort sah er den Heldentod des Hieronymus von Prag und verherrlichte ihn in einem prachtvollen Briefe an Bruni. Von dort unternahm er seine literarischen Entdeckungsreisen; schon im Jahre 1416 ging er nach Deutschland und Frankreich. Vom Kardinal Beaufort eingeladen, begab er sich nach England, wo er jedoch in seinen Erwartungen getäuscht wurde. Er verließ jenes noch ungastliche, für einen Italiener damals barbarische Land, um dem Rufe Martins V. zu folgen und trat im Jahre 1423 wieder in die römische Kanzlei. Eifrig studierte er die Altertümer, sammelte Inschriften und entwarf jene Übersicht der Monumente der Stadt, welche die Einleitung zu seinem Traktat De varietate fortunae bildet. Diese seine anziehendste Schrift schrieb er kurz vor dem Tode Martins V. Er durchsuchte die Campagna; Alatri mit seinen kyklopischen Mauern, Ferentino, Anagni, Tusculum und Grottaferrata durchforschte er der Ruinen und Inschriften wegen. Ein von ihm verfaßter Dialog über den Geiz und die Üppigkeit brachte die Minoriten in Wut; denn schonungslos griff er darin Priester und Mönche an. Als er Eugen IV. nach Florenz gefolgt war, verwickelte er sich in heftigen Streit mit Filelfo, dem Feinde der Medici. Er blieb in Toskana, erwarb dort ein Landgut in Valdarno und richtete es zu seiner ciceronischen »Akademie« ein. Nikolaus V., der ihn wieder nach Rom zog, überreichte er sein Buch De varietate fortunae, und der Papst ließ ihn gewähren, als er in einem Dialog über die Heuchelei die Laster des Klerus von neuem verspottete. Für Nikolaus schrieb er die Invektive gegen den Gegenpapst Felix, doch er erwarb sich größere Verdienste durch seine Übersetzung der Cyropädie und des Diodor. Dann trieb ihn im Jahre 1450 die Pest nach Toskana zurück, wo er seine berüchtigten »Facetien« sammelte, schlüpfrige Anekdoten, welche alsbald die weiteste Verbreitung fanden. Im Jahre 1453 wurde Poggio nach dem Tode des berühmten Carlo Aretino als Kanzler nach Florenz berufen. Er verließ Rom, wo er den Päpsten fünfzig Jahre lang gedient hatte, mit tiefer Trauer, um dann noch sechs Jahre in Florenz tätig zu sein. Hier verfaßte er sein letztes und größtes Werk, die Geschichte der Florentiner Republik von 1350 bis 1455. Er starb am 30. Oktober 1459.

Poggio ist ein Hauptvertreter des Humanismus, ein Mann von großer Vielseitigkeit, doch ohne Tiefe. Sein Vorbild war Cicero. Seinen Zeitgenossen galt er als Genie der Beredsamkeit: zur Vollendung habe ihm nur die Kunst gefehlt. Eitelkeit und feuriges Temperament verwickelten ihn in endlose Streitigkeiten mit andern Humanisten, zumal mit Filelfo, Perotti, Valla, Georg von Trapezunt und Guarino. Die »Invektiven«, welche er schrieb und empfing, überbieten an Gemeinheit alles, was auf diesem Felde literarischer Raufereien geleistet worden ist. Die bleibenden Verdienste Poggios liegen in seiner Entdeckung antiker Autoren und in seiner Anregung zum Studium des Altertums. Wie Petrarca war er mit allen hervorragenden Menschen seiner Zeit im Verkehr und schon dadurch einer der einflußreichsten Leiter der ganzen humanistischen Bewegung.

Gleich berühmt war sein Nebenbuhler Filelfo, dessen Leben das wahre Spiegelbild jener Periode der humanistischen Vaganten ist: ein echter Sophistencharakter, Egoist und Prahler, gemeiner Höfling, tückischer Verleumder, ein Genußmensch von unverwüstlicher Kraft und doch für das Studium begeistert und rastlos tätig als Katheder-Virtuos. Francesco Filelfo nahm seinen Durchgang durch Byzanz selbst und war auch einer der ersten, welcher den Latinismus und Hellenismus in seiner Person verband. Im Jahre 1398 in Tolentino geboren, studierte er unter Barziza in Padua, wurde Professor in Venedig und ging im Jahre 1420 als venetianischer Legationssekretär nach Konstantinopel. Hier lernte er Griechisch und gewann die Gunst des Kaisers Johann Paläologus. Als Diplomat Venedigs reiste er zu Amurat II., im Auftrage jenes Kaisers nach Ungarn, sogar nach Polen. Er heiratete in Konstantinopel die schöne Tochter des Johannes Chrysoloras, und mit ihr und einem griechischen Bücherschatz kam er im Jahre 1427 nach Venedig zurück. Bald darauf ward er Professor in Bologna, ging aber im Jahre 1429 nach Florenz. In den fünf Jahren seiner dortigen Tätigkeit verfeindete er sich mit allen seinen literarischen Freunden; er griff sie in schamlosen Libellen an. Ein Meuchelmörder verwundete ihn, er entwich nach Siena. Aus Florenz ward er schimpflich verbannt. Durch einen Meuchelmörder suchte er Cosimo Medici umzubringen. Nachdem er im Jahre 1439 in Bologna gelehrt hatte, nahm er seinen Wohnsitz bei dem letzten Visconti. Zum ersten Male betrat er Rom am 18. Juni 1453 auf einer Reise nach Neapel. Nikolaus V., den er mit unverschämten Bitten um Beförderung in der Kirche womöglich als Kardinal bestürmt hatte, wollte er nicht besuchen, aber der Papst ließ ihn zu sich rufen. Tagelang behielt er ihn bei sich und las mit Eifer die Satiren, die er dem Könige Alfonso bringen wollte, obwohl diese gemeinen Ausfälle gegen alte Freunde und Gönner Nikolaus' V. selbst gerichtet waren. Er ernannte Filelfo zum Sekretär; mit eigener Hand schenkte er ihm einen Beutel voll fünfhundert Dukaten. Feierlich krönte Alfonso den berühmten Mann zum Dichter. Nach Mailand zurückgekehrt, begann Filelfo eine Sforziade zu Ehren des Herzogs Francesco, aber er setzte das Epos nicht fort, als sein Gönner gestorben war. Der alternde, an Üppigkeit gewöhnte Poet wurde von Galeazzo Maria vernachlässigt. Stets in Not, stets Fürsten und Päpste umschmeichelnd und sie schmähend, wenn sie tot waren, hoffte er, eine Stellung in Rom zu erhalten. Doch dies gelang ihm erst unter Sixtus IV. im Jahre 1474. Drei Jahre lang lehrte er an der Universität in Rom, wo er Cicero erklärte. Die Stadt, ihr Klima, die Fülle und Schönheit des Lebens, selbst die »unglaubliche« Freiheit, die man hier genoß, entzückten ihn. Er beklagte, daß er erst am Ende seines Lebens sie zu bewohnen gekommen war. Noch zweimal ging er von hier nach Mailand, söhnte sich auch mit den Medici aus, nahm noch mit 83 Jahren einen Ruf nach Florenz an und starb nach seiner Ankunft in dieser Stadt am 31. Juli 1481. Filelfo erfüllte einst die Welt mit seinem Ruhm. Seine zahlreichen Schriften in Prosa und Versen, von denen viele ungedruckt geblieben sind, seine Traktate, Dialoge, Reden, Satiren, Oden und Briefe waren zu ihrer Zeit wichtige Bildungsmittel in den Kreisen der latinisierten Wissenschaft. Doch sie vermochten ihm, der sich ein Halbgott dünkte, keine andere als die papierene Unsterblichkeit der Bibliotheken zu sichern.

Viel mächtiger, weil wissenschaftlicher als die Tätigkeit jener drei Latinisten, war das Wirken des Lorenzo Valla. Dieser geniale Mann ist ein Ruhm Roms im XV. Jahrhundert und eine unsterbliche Kraft in der Wissenschaft, weil ein bahnbrechender Geist in ihr, ein Kritiker von dem Range eines Lessing. Sein Vater Luca war ein Bürger Piacenzas, Doktor beider Rechte und päpstlicher Konsistorialadvokat in Rom, wo der Sohn Lorenzo um 1406 geboren wurde. Hier bildete er sich bis zu seinem vierundzwanzigsten Jahre; seine Lehrer waren im Lateinischen Leonardo Bruni, im Griechischen Rinucius und Aurispa. Er begann als Professor der Eloquenz in Pavia seine literarische Laufbahn mit den Dialogen »Über die Wollust und das wahre Gut«, worin er die mönchischen Tugenden der Entsagung verhöhnte. Dem Panormita legte er sogar das Urteil in den Mund, daß Hetären der Menschheit nützlicher seien als heilige Nonnen. Panormita oder Antonio Beccadelli von Palermo hatte in Siena die lateinische Welt durch seinen Hermaphroditus hingerissen, eine Sammlung schmutziger Epigramme in klassischer Form. Nichts zeigte so grell den Bruch der Zeit mit der christlichen Moral und die Vergötterung der antiken Form an sich; nichts auch die grenzenlose Verderbtheit der Sitten, als der Beifall, welchen diese frechen Dinge damals in der ganzen Welt, selbst bei hochgestellten Geistlichen fanden. Der Kultus der Sinnlichkeit war eine der frühesten Früchte des Humanismus gewesen; schon Boccaccio hatte diesen Ton angeschlagen; die Facetien Poggios gehören derselben Richtung an. Diese Angriffe mit den glänzenden Waffen des Altertums brachten die Minoriten auf, aber die klassische Frivolität stand im Schutze der Bewunderung alles dessen, was antik und deshalb unfehlbar war. Die Franziskaner, welche wie Bernardino oder Alberto von Sarteana oder Roberto von Lecce Gegenstände des Luxus auf Scheiterhaufen verbrannten, warfen auch den Hermaphroditus statt des Verfassers ins Feuer, und sie erwirkten eine Bulle wider das Buch. Aber den Dichter krönte der Kaiser Sigismund öffentlich in Siena, und ihn berief sodann Alfonso als Zierde seines Musenhofes nach Neapel Dorthin ging auch Valla. Seit 1435 schloß er sich jenem ruhmvollen Könige an, den er sogar auf seinen Seezügen begleitete. Um 1440 war er wieder in Rom, gerade mit der Widerlegung der Schenkung Constantins beschäftigt, und hinter dieser denkwürdigen Schrift standen die Feinde des Papsts, das Basler Konzil und König Alfonso. Als sie ruchbar wurde, floh Valla in den Schutz Alfonsos. Nun hielt er in Neapel Vorlesungen. Wie Poggio Verächter der mönchischen Traditionen, griff er die Minoriten aufs neue mit scharfer Polemik an. Diese Franziskaner, in welchen Eugen IV. die Stütze des wankenden Kirchentums suchte, waren damals in Italien, was im Beginne der Reformation die Dominikaner in Deutschland gewesen sind: die Verfechter des untergehenden scholastischen Ideals, die Dunkelmänner in dem Licht der Humanität. Der scharfsichtige Valla leugnete die Echtheit des Briefes von Abgarus an Christus, wie die Abfassung des apostolischen Symbolum durch alle Apostel. Er wurde vor die Inquisition gestellt, aber sein königlicher Beschützer unterdrückte den Prozeß und brachte die Obskuranten um das Freudenfeuer eines Scheiterhaufens: der kühne Humanist ging triumphierend aus dem Kampf hervor.

Sicher war es auch Alfonso, der ihn ermunterte, jene Schrift »Über die fälschlich für wahr geglaubte und erlogene Schenkung Constantins« zu veröffentlichen. Dieses Meisterstück vernichtender Kritik und ciceronischer Deklamation zerstörte unwiderleglich jene dreiste und unheilvolle Priesterfabel des VIII. Jahrhunderts. Schon Otto III. hatte sie geleugnet, schon in der Hohenstaufenzeit hatten sie die römischen Republikaner verlacht und Dante ihre staatsrechtliche Unmöglichkeit nachgewiesen. Trotzdem war sie von den Rechtslehrern für echt anerkannt worden. Valla nun bewies, daß die Schenkung nie gemacht war, noch gemacht werden konnte, und er zog, was für ihn die Hauptsache war, aus seinen Beweisen den Schluß, daß der Papst weder auf Rom noch auf den weltlichen Staat überhaupt ein Recht besitze. Mit unerhörter Kühnheit, welche wie die Schrift selbst nur der Basler Reformkampf möglich machte, wendete er sich gegen Eugen IV. und reizte sogar die Römer zum Abfall vom Papste auf. »Wenn es Israel erlaubt gewesen ist, von David und Salomon abzufallen, die doch Propheten gesalbt hatten, sollten dann wir nicht das Recht haben, eine so große Tyrannei abzuwerfen und von denen abzufallen, welche nicht Könige sind, noch es sein können und die aus Hirten der Schafe Diebe und Räuber geworden sind?« Er nannte die päpstliche Regierung dreist die Quelle alles Schlechten, ja eine Regierung von Henkern und Feinden. »Wenn die Schenkung echt wäre, so würden sie allein schon die Verbrechen des Papsttums nichtig machen, durch dessen Habsucht Italien in ewige Kriege gestürzt wird.« Er forderte sodann Eugen IV. auf, abzudanken, und schloß sein Pamphlet mit dem Wunsche, den Tag zu erleben, an welchem der Papst wieder nur ein Geistlicher geworden sei.

Diese Schrift war der kühnste Angriff gegen die weltliche Papstgewalt, den je ein Reformer gewagt hatte, und mußte darauf nicht ein Volkstribun, ein Stefano Porcaro erscheinen? Die Abhandlung wurde heimlich verbreitet; die römische Kurie stellte ihr eifrig nach, so daß sie selten wurde. Erst Hutten entdeckte sie wieder und ließ sie mit einer sarkastischen Widmung an Leo X. abdrucken. Übrigens stand Valla mit seiner Kritik nicht allein; denn im Jahre 1443 drang Piccolomini, selbst nachher Papst, in Friedrich III., die Unechtheit jener Schenkung, welche sich in keinem echten Autor, auch nicht im Pontifikalbuch finde, vor einem Konzil zur Sprache zu bringen. In derselben Zeit leugnete die Echtheit Reginald Pecock, der Bischof von Chichester, und auch Cusa, dessen Ansichten Piccolomini aufgriff, hatte bereits gezeigt, daß sie in keinem Autor zu finden sei, daß die Kaiser bis auf Karl Rom und Ravenna beherrschten, daß das Imperium keineswegs auf Karl durch den Papst übertragen sei und dieser überhaupt keine Herrschergewalt besitze.

Der Römer Valla schien der Hutten Italiens werden zu wollen, indes es war kein tiefer Ernst in jenen italienischen Rhetoren. Sie liebten wohl die Wahrheit, aber noch mehr den Ruhm; sie liebten den Streit, weil er ihnen Gelegenheit bot, neu und genial zu erscheinen. Sie bewunderten Märtyrer des Gedankens, wie Poggio Hieronymus von Prag bewundert hatte, aber sie hüteten sich wohl, selbst zu solchen zu werden. Valla verlangte sehnsüchtig nach Rom zurück; er bat die Kardinäle Scarampo und Landriani um ihre Verwendung. In seinen Briefen an sie war er nicht kleinmütig, doch er ließ sich herbei, sie zu schreiben. Er rechtfertigte seine kühne Schrift; ich schrieb sie, so sagte er, nicht aus Haß gegen den Papst, sondern aus Liebe zur Wahrheit, zur Religion, ja selbst zum Ruhm, damit man erkenne, daß ich allein wisse, was niemand weiß; und er sagte endlich wie später Luther in Worms: »Nur mit den Worten Gamaliels darf ich mein Werk heute verteidigen: wenn es aus menschlichem Ratschluß hervorging, wird es vergehen; wenn es von Gott stammt, werdet ihr es nicht zerstören können.«

Valla scheint im Jahre 1445 sich nach Rom gewagt zu haben, worauf er schon nach wenig Wochen wieder nach Neapel fliehen mußte. Nun schickte er Eugen selbst eine Apologie, worin er hauptsächlich seine Schrift De voluptate rechtfertigte, aber von der Schenkung Constantins schwieg. Er bat um Aufnahme in den päpstlichen Dienst, um Verzeihung dessen, was er durch fremde Eingebung, aus Ruhmsucht und Streitliebe getan habe, und versprach, sich fortan den Interessen des Papstes ganz zu widmen. Diese Schritte blieben fruchtlos; Eugen verzieh Valla nicht, aber das tat Nikolaus V. Derselbe Römer, welcher im Geruche der Ketzerei stand und das weltliche Papsttum heftiger angegriffen hatte als Marsilius und Wiclif, wurde vom Nachfolger Eugens ehrenvoll nach Rom eingeladen, zum apostolischen Sekretär ernannt und stumm gemacht. Nikolaus kannte die Natur der Rhetoren; und er brauchte die Talente Vallas, um von ihm den Herodot und Thukydides übersetzen zu lassen. Valla lebte seit 1448 in Rom, wo er als Professor der Beredsamkeit mit Georg von Trapezunt wetteiferte. Dasjenige, wozu er die Römer aufgerufen hatte, geschah alsbald vor seinen Augen; aber Porcaro, der seinen Theorien durch die Tat gerade so entsprechen wollte, wie einst Cola den Ideen Petrarcas entsprochen hatte, wurde von Valla verleugnet. Dieser gab sich jetzt ganz seiner philologischen Tätigkeit hin. Mit Georg von Trapezunt geriet er in Streit über die Vorzüge des Cicero und Quintilian; mit Poggio in noch heftigere Fehden, welche zur Parteiangelegenheit der gelehrten Welt wurden. Beide bekämpften einander durch Schmähschriften, doch war Poggio dem scharfen Geist seines Gegners nicht gewachsen. Auch Calixt III. machte Valla zu seinem Sekretär und verlieh ihm eine Präbende am Lateran. Der kühne Freigeist starb am 1. August 1457, erst fünfzig Jahre alt, als Kanonikus jener Kirche, wo man sein Grabmal sieht.

Seine philologischen Werke, zumal die Elegantien, noch jetzt als wertvoll anerkannt, übten eine so mächtige Wirkung aus, daß ihn Erasmus den wahrhaften Erneuerer der lateinischen Literatur nannte. Er selbst hatte das stolze Bewußtsein von sich, der Führer der Renaissance der lateinischen Sprache zu sein, deren Bedeutung als des Gefäßes aller Humanität er beredt dargestellt hat. Valla war einer der ersten Begründer der philologischen Kritik, wie überhaupt die wesentliche Kraft dieses glänzenden Geistes die Kritik war. Er richtete sie im Namen des gesunden Menschenverstandes und der Vernunft gegen das klerikale und scholastische System, daher er auch die Herrschaft des Aristoteles bekämpfte. Sein genialer Blick durchdrang und entschleierte Fälschungen oder Irrtümer auf mehr als einem Gebiete der Wissenschaft: in der Theologie und Philosophie, in der Jurisprudenz und der Geschichtschreibung. Überall sind es Lichtblitze der Kritik, die von diesem bewundernswürdigen Geiste ausgingen und noch späteren Nachfolgern die Wege zeigten. Es ist merkwürdig, daß er sich auch an die Textkritik der Vulgata machte. Diese Arbeit geriet in Vergessenheit, da er sie nicht veröffentlichte, bis Erasmus sie in Belgien auffand und herausgab.

Neben der lateinischen pflegten die Humanisten auch die griechische Literatur mit Begeisterung: Johannes von Ravenna und der Byzantiner Manuel Chrysoloras waren die ersten Lehrer des Griechischen von Namen in Italien gewesen. Nachdem Chrysoloras im Jahre 1397 aus Venedig nach Florenz berufen war, wurden fast alle großen Humanisten, Bruni, Poggio, Traversari, Niccoli und Manetti, seine Schüler; und so schnell lernten die Italiener das Griechische, daß ein geistreiches Wort sagen konnte, wie aus dem hölzernen Pferde von Troja seien der Schule des Chrysoloras vollendete Griechen entstiegen. Viele Schüler bildeten sodann auch Guarino, Aurispa und Filelfo, welche das Griechische in Byzanz erlernt hatten. Endlich machten die Unionskonzile den Verkehr zwischen Lateinern und Griechen noch lebhafter; Bessarion und Gemistos Plethon kamen durch sie nach Italien, und Plethon regte hier Cosimo zu dem Gedanken an, eine platonische Akademie in Florenz zu stiften.

Mit nicht minderer Ehrfurcht, als das alte Rom die ersten griechischen Sophisten aufgenommen hatte, empfing Italien jene ersten Byzantiner. Dann wurden mit der Zeit diese Graeculi so mißachtet wie im Altertum. Der italienische Patriotismus klagte sogar, daß die Einströmung der griechischen Literatur der lateinischen Wissenschaft schädlich sei. Einige Griechen erlangten Lehrstühle, andere wanderten brotlos umher wie die Zyniker Lukians. Diese Flüchtlinge betrachteten voll byzantinischen Dünkels die Italiener als Barbaren. Sie selbst waren die verkommenen Legitimisten des Hellenentums, Bettler vom höchsten klassischen Kulturadel. Dem lateinischen Wesen ewig fremd, seufzten sie nach den Gestaden des Bosporus, wo für sie das Paradies, aber leider in der Gewalt türkischer Paschas lag. Gleichwohl war die wissenschaftliche Union der beiden alten Reichshälften praktischer als jene ihrer Kirchen. Die Wiedergeburt des Hellenentums auf dem Boden Italiens ist überhaupt eine der denkwürdigsten Tatsachen der Kulturgeschichte. Griechenland wurde dort nochmals heimisch und dadurch heimisch im Abendlande. Nur selten gab es Gelehrte wie Nikolaus V., Biondo und Pomponius Laetus, die kaum Griechisch verstanden. Um die Mitte des XV. Jahrhunderts bildete diese Sprache einen Bestand der vornehmen Bildung der Italiener. Selbst edle Frauen redeten sie. Die zehnjährige Tochter Gonzagas machte Traversari durch das schöne Griechisch erstaunen, welches sie schrieb, da sie es von Vittorino erlernt hatte. Dieser Eifer erlosch erst nach der Mitte des XVI. Jahrhunderts. Ein junges Mädchen, Olympia Morati, glänzte noch 1550 am Hofe Ferraras durch ihre Poesien in griechischer Sprache.

In Rom hatte zuerst Chrysoloras gelehrt, dann wurde unter Eugen IV. Georg von Trapezunt sein Nachfolger mit solchem Erfolge, daß selbst Spanier, Deutsche und Franzosen herbeikamen, ihn zu hören. Er übersetzte für Nikolaus V. die Syntaxis des Ptolemäus und die Präparation des Eusebius, kam aber in Streit mit Bessarion, mit Gaza, Perotti und Poggio und wurde aus Rom verbannt. Unter Paul II. zurückgekehrt, geriet er in neue Prozesse. Er starb neunzig Jahre alt in Rom im Jahre 1484 und ward in der Minerva begraben, in deren Nähe er ein bescheidenes Haus besaß.

In Rom lehrte auch Theodor Gaza aus Thessalonich, ein Freund Bessarions, gefeiert als der erste Gelehrte seiner Zeit, auch als Muster der Humanität und unbescholtener Tugend. Er trat im Jahre 1451 in die Dienste Nikolaus' V., für welchen er den Theophrast übersetzte. Sixtus IV. belohnte ihn für seine Übersetzung des Werks von Aristoteles über die Tiere mit fünfzig Skudi, welche der edle Grieche verächtlich in den Tiber warf. Er starb im Elend in Lukanien um das Jahr 1484.

Unter Sixtus IV. lehrte in Rom auch Johannes Argyropulos, welchen Reuchlin den Thukydides erklären hörte. Er übersetzte Schriften des Aristoteles ins Lateinische. Berühmt war auch Nicolaus Sagundinus aus Negroponte, der zum ferrarischen Konzil gekommen, dann in die Dienste der Republik Venedig getreten war. Pius II. rief ihn von dort nach Rom, und hier starb er am 23. März 1463.

Glücklicher als alle seine Landsleute war Bessarion aus Trapezunt, der gefeierte Beschützer der gelehrten Griechen-Emigration in Italien. Seinen Ruhm verdankte er seiner Stellung als Vertreter der Kirchen-Union und als Advokat des unglücklichen Griechenlands überhaupt. Er kam als Erzbischof von Nicaea zum Konzil nach Ferrara und trat hier zur lateinischen Kirche über, was sein Glück begründete. Eugen IV. machte ihn im Jahre 1439 zum Kardinal. Er bemächtigte sich der lateinischen Sprache und latinisierte sich, nur sein gravitätisches Wesen und sein langer Bart gaben den Griechen zu erkennen. Er war Commendatar der Abtei Grottaferrata, wo noch immer das Kloster der Basilianer fortbestand, und in jene schöne Einsamkeit zog er sich oft zurück. Sein Hof bei den Santi Apostoli wurde der Sammelplatz namhafter Hellenen oder italienischer Hellenisten; vielen griechischen Flüchtlingen bot er dort gastlichen Unterhalt. Andronikos, Kallistos, Constantin Laskaris, Gaza, Blondus, Perotti, Platina und andere gingen bei ihm aus und ein. Dieser Gelehrtenkreis nahm den Charakter einer Akademie an, wo man die platonische Weisheit, aber auch andere Wissenschaften bei heitern Symposien zum Gegenstand der Gespräche machte. Bessarion sammelte mit Leidenschaft Bücher, und ihm wurde es nicht schwer, Handschriften aus griechischen Klöstern zu erwerben. Seine Bibliothek von sechshundert Bänden vermachte er nicht Rom, sondern Venedig, wohin sie nach seinem zu Ravenna im November 1472 erfolgten Tode kam. Von seinen eigenen Schriften waren epochemachend nur »Die Bücher gegen den Verleumder des Platon«, in welchen er Georg von Trapezunt bekämpfte. Dieser berühmte Streit über die Vorzüge des Platon oder Aristoteles beschäftigte die ganze gelehrte Welt; Bessarion aber verhalf durch jene Schrift im Jahre 1464 dem Platon zum Siege. Sonst ging aus seiner Akademie für die Wissenschaft selbst kein Resultat hervor. Das wurde vielmehr in Florenz gewonnen, wo das pantheistische Heidentum der Neuplatoniker durch Marsilius Ficinus den vollständigen Sieg über das aristotelische System der Scholastiker und die Dogmatik des Mittelalters gewann. Das Grabmal Bessarions in Santi Apostoli mit griechischer Inschrift erinnert noch an das Wiederaufleben des Hellenismus in Italien, und schöner als dieses spricht die spätere Grabschrift des Johannes Laskaris in S. Agata auf dem Quirinal den Dank der geflüchteten Griechen für die Gastfreundschaft Italiens aus.

Indem so die klassische Literatur wieder Eigentum der Italiener wurde, übersah man anfangs das Hebräische und Chaldäische. Während Poggio daran dachte, Hebräisch zu lernen, suchte noch sein Freund Bruni zu beweisen, daß die jüdische Literatur für die Wissenschaft unnütz sei. Es fanden sich indes in Venedig und Florenz Gelehrte, welche richtig erkannten, daß die Übersetzung der Vulgata nicht ausreiche und man auf die Urquelle zurückgehen müsse. Pico della Mirandola war des Hebräischen und Arabischen mächtig; auch Traversari verstand jenes; er war hochbeglückt, als ihm in Rom Mariano, der Bruder des Stefano Porcaro, einen Codex schenkte, welcher die Psalmen, Hiob und andere Schriften des alten Testaments in der Ursprache enthielt. Mit Leidenschaft lernte der Florentiner Gianozzo Manetti Hebräisch, ein vielseitig gebildeter Mann, der als Rhetor das Wunder seiner Zeit war. Nachdem er hohe Ämter in der Republik bekleidet hatte, trieb ihn der Neid seiner Mitbürger ins Exil, erst nach Rom, dann zu Alfonso nach Neapel, wo er am 26. Oktober 1459 starb. Nikolaus V. hatte ihn zu seinem Sekretär gemacht, um seine Kenntnisse im Hebräischen zu verwerten; denn auch orientalische Handschriften sammelte der Papst, Er setzte fünftausend Goldstücke für die Auffindung der hebräischen Urschrift des Evangelium Matthäi aus. Manetti sollte für ihn die ganze Bibel aus dem Hebräischen und Griechischen übersetzen und ein apologetisches Werk verfassen, zum Zweck der Bekehrung der Türken und Heiden. Der Tod des Papsts verhinderte die Vollendung dieser Aufgaben.

Das Studium der orientalischen Literatur wurde seit Nikolaus V. in Rom als notwendig anerkannt; denn Sixtus IV. stellte an der Vaticana auch einen hebräischen Scriptor an. Es war freilich der deutschen Forschung vorbehalten, die Wissenschaft dieser Sprache neu zu begründen. Indes konnte Reuchlin, der die erste hebräische Grammatik verfaßte, im Jahre 1498 Studien in Rom machen, wo ein gelehrter Jude, Obadja Sforno aus Cesena, ihn unterrichtete und wo er auch hebräische Handschriften für die Heidelberger Bibliothek erwarb.

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