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Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter

Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter - Kapitel 326
Quellenangabe
typetractate
booktitleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
authorFerdinand Gregorovius
year1988
publisherDeutscher Taschenbuch Verlag
addressMünchen
isbn3-423-05960-5
titleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
created20011006
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1859
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Fünftes Kapitel

1. Gregor XII. Unterhandlungen wegen der Union. Verderbnis der Kirche. Der Kongreß zu Savona wird beschlossen. Nikolaus von Clemange. Hindernisse der Union. Die Colonna dringen in Rom ein. Paul Orsini schlägt sie heraus. Er wird mächtig in der Stadt. Gregor XII. geht nach Siena. Ladislaus zieht in Rom ein 1408. Er unterwirft sich die Provinzen der Kirche und regiert als Herr in Rom.

Der Tod eines Papsts gab während des Schisma die günstigste Gelegenheit zu dessen Beilegung, weil es nur darauf ankam, von der Neuwahl abzustehen und dadurch zu zeigen, daß man wenigstens in dem einen Lager ernstlich den Frieden wollte. Die vierzehn römischen Kardinäle waren in der Tat zweifelhaft, ob sie Innocenz VII. einen Nachfolger geben sollten oder nicht. Allein Selbstsucht und Furcht trieb sie am 18. November ins Konklave, um die römische Kirche nicht ohne sichtbares Haupt zu lassen. Sie unterzeichneten hier die feierliche Erklärung, daß ein jeder von ihnen, wenn er Papst würde, wegen der Union unterhandeln und aus Rücksicht auf sie die Tiara niederlegen wolle: sie erklärten, überhaupt einen neuen Papst nur zu wählen, damit er der Prokurator der Union sei. Auch sollte der Gewählte sich verpflichten, keine neuen Kardinäle zu ernennen.

Die Wahl fiel am 30. November auf den Kardinal von S. Marco, den Venezianer Angelo Correr, welcher am 6. Dezember 1406 den Heiligen Stuhl bestieg. Gregor XII. erklärte im ersten Konsistorium, daß er sich gewissenhaft an seinen Eid halten werde. »Ich will«, so beteuerte er, »wenn über Meer, selbst auf einer Fischerbarke, wenn über Land, selbst am Wanderstabe der Union entgegeneilen.« So sprach ein Greis von 80 Jahren, welchen die Kardinäle wohl nur deshalb gewählt hatten, weil nach menschlicher Ansicht der Ehrgeiz in der Nähe des Grabes in Entsagung sich zu verwandeln pflegt. Sie täuschten sich; eine Minute zitternder Macht dünkt Greisen im Purpur noch immer so köstlich, daß ihre müde Selbstsucht Jugendkraft gewinnt. Gregor XII. beauftragte Leonardus Aretinus mit einem Schreiben an seinen Gegner, worin er ihn zur gemeinschaftlichen Abdankung einlud, und der Spanier Petrus de Luna antwortete in gleichem Sinne. Boten gingen hin und her, um eine Zusammenkunft festzustellen. Die Christenheit aber forderte mit immer größerem Nachdruck ein Konzil, da die Kirche mit jedem Jahre in tiefere Verderbnis sank. Annaten, Zehnten, Reservationen, Indulgenzen und Dispensationen hatten durch schamloses Raubsystem das Abendland ausgezogen. Die priesterlichen Ämter wurden überall verkauft; die Prälaten häuften Pfründen auf, ohne ihre geistlichen Sitze zu besuchen. Simon Magus war Herr der Kirche und die apostolische Kammer einer Charybdis gleich. Das Schisma hatte diese Übel ins Ungeheure vermehrt. In allen Ländern eiferten daher edle Männer gegen diesen greuelvollen Zustand und forderten die Reform. Nikolaus von Clemange, Rektor der Pariser Akademie und langjähriger Sekretär am avignonesischen Hof, schrieb um 1393 seinen Traktat »Vom Ruin der Kirche« oder von ihrem verderbten Zustande, worin er alle Übel aufzählte, welche sie entstellten, und diese führte er auf ihre Quelle zurück, die weltliche Begierde der Päpste und des Klerus. Indem er auf Reform drang, sprach er das bedeutungsvolle Wort aus: »Die Kirche muß erst erniedrigt, dann aufgerichtet werden.« Das Papsttum selbst hatte seine sittliche Hoheit und Stellung eingebüßt. Es war hingeschwunden wie das Reich und sogar in zwei Hälften auseinandergebrochen, von denen jede ihr getrenntes Dasein nur dem Schutze mächtiger Monarchen verdankte. Das große Papsttum des Hildebrand und Innocenz sank zum Gegenstand der kritischen Untersuchung in aller Welt herab, denn Könige, Parlamente und Synoden, die Universitäten und die Meinung des Volks erhoben sich als ebenso viele Tribunale, in den streitenden Päpsten das päpstliche Amt selbst, in den streitenden Kardinälen die Rechte des heiligen Kollegium selbst zu prüfen. Die Dekretalen, die Grundgesetze der Päpste, wurden zerstört, und aus diesem kritischen Prozeß kam jenes ghibellinische oder monarchische Recht wieder mächtig hervor, welches der höchsten weltlichen Gewalt, dem Kaiser, die Befugnis zuschrieb, den Papst durch ein Konzil zu richten und abzusetzen.

Benedikt XIII. und Gregor XII. hatten, durch den Willen Frankreichs gedrängt, den Vertrag in Marseille gemacht, wodurch sie sich verpflichteten, im September 1408 zu Savona einen Kongreß zu halten; aber beide heuchelten eine Gesinnung, die sie nicht besaßen. Gregor, alt und schwach, war von seinen Nepoten beherrscht, mit denen er die Tage in kindischer Schlemmerei hinbrachte und die Zehnten verschwendete, welche er unter dem Vorwand der Union erpreßte. Außerdem tat Ladislaus Einspruch; der König von Neapel gewann alles aus der Fortdauer des Schisma, während ihm die Union und ein möglicherweise französischer Papst nicht allein die Schutzherrschaft über Rom, sondern auch seine Krone rauben konnte; denn Ludwig von Anjou behauptete noch die Ansprüche, die er darauf besaß, unter dem Schutz seines Verwandten, des Königs von Frankreich. Als es nun schien, daß ein Unionskongreß zustande kommen wolle, entwarf Ladislaus den Plan, dies zu hintertreiben, indem er sich durch einen Handstreich Roms bemächtigte. Hier hatte das Volk die Oberherrlichkeit des neuen Papsts anerkannt und von ihm Johannes de Cymis aus Cingoli zum Senator angenommen. Es war daher Ladislaus abgeneigt, aber viele Barone wünschten ihn herbei.

Auf Anstiften des Königs drangen die Colonna mit neapolitanischen Truppen nachts am 17. Juni 1407 durch die gebrochene Mauer am Tor S. Lorenzo in die Stadt. Alsbald floh Gregor XII. in die Engelsburg. Jedoch sein Condottiere Paul Orsini zog am folgenden Morgen vom Kastell Valca herbei, rückte in den Vatikan, vereinigte sich mit den Correr, den Nepoten des Papsts, und eilte den Feinden an die Porta S. Lorenzo entgegen. Johann und Nicolaus Colonna, Antonio Savelli, Jakob Orsini, Konradin von Antiochia fielen in die Hände des Siegers. Freudenfeuer erleuchteten Rom. Die Colonna kauften sich vom Orsini los, aber minder bevorzugte Barone wurden im Kapitol enthauptet, darunter Galeottus Normanni, der »Kavalier der Freiheit«, Richard Sanguigni und Konradin von Antiochia, ein Abkomme der Hohenstaufen und Träger eines Namens, der ihm selbst verhängnisvoll ward.

Dietrich von Niem hat behauptet, daß Gregor XII. in den Plan des Königs eingeweiht war und daß er absichtlich in die Engelsburg floh, um sich dort zum Schein belagern und dadurch an der Reise zum Unionskongreß hindern zu lassen. Wenn er jene heuchlerische Absicht wirklich gehabt hätte, so wurde sie durch die Haltung der Römer und den selbständigen Willen Paul Orsinis vereitelt. Gregor hatte diesen tapfern Mann als Kriegskapitän des Kirchenstaats in Sold genommen und ihn auf die Einkünfte der Romagna und anderer Provinzen angewiesen. Zur Belohnung hatte er ihm den Vikariat Narnis verliehen, aber sonst kein Geld, ihn zu befriedigen. Er war selbst genötigt, seine kostbare Papstkrone an Florentiner Wechsler zu verpfänden, eine schimpfliche Handlung, die als Symbol der Erniedrigung des damaligen Papsttums überhaupt gelten kann. Paul Orsini schreckte den hilflosen Gregor durch seine Forderungen, noch mehr durch seinen wachsenden Einfluß. Der reiche General, aus dem vornehmsten Guelfenhause Roms, war jetzt hier ein zweiter Rikimer. Dies bewog jenen, die Stadt zu verlassen. Ein Papst wich einem Bandenführer. Er ernannte den Kardinal Pietro Annibaldi Stefaneschi von S. Angelo zu seinem Generalvikar und begab sich mit seiner Kurie am 9. August 1407 nach Viterbo, um von dort weiter zum Kongreß nach Savona zu gehen, wie er wenigstens vorgab.

Die Abreise Gregors geschah durchaus wider den Willen der Römer, welche die Tyrannis des mächtigen Orsini fürchteten oder die unausbleibliche Verwirrung voraussehen, in welche sie der Ehrgeiz des Königs Ladislaus stürzen mußte. Paul blieb übrigens mit einigen tausend Reitern als Kriegsoberster der Kirche und Verteidiger der Stadt zurück, während die Magistrate des Kapitols dem Kardinal Petrus gehorsamten; der Senator Johannes de Cymis hatte seinen Amtsstab in dessen Hände niedergelegt, und die drei Konservatoren verwalteten den Senat.

Von Viterbo ging Gregor XII. mit acht Kardinälen schon im September nach Siena, wo ihn die Boten Frankreichs und des andern Papsts trafen. Savona schien ihm jetzt unsicher; er verlangte einen andern Ort zum Kongreß; unnütze, weil von beiden Seiten heuchlerische Unterhandlungen fanden statt, und die gierigen Nepoten Gregors erreichten ihre Absicht, das Schisma fortdauern zu lassen.

Während der Papst fern war und der Kirchenstaat als herrenloses Gut erschien, trat an den König Neapels die Versuchung heran, sich zum Gebieter Roms zu machen. Hier war alles in Schrecken und Auflösung. Der Kardinallegat hatte am 1. Januar eine Steuer von 30 000 Gulden auf den Klerus der Stadt gelegt; dieser versammelte sich im Kloster della Rosa und beschloß, keine Zahlung zu leisten, die Messe nicht mehr zu lesen. Die Magistrate kerkerten hierauf viele Priester ein, und andere fügten sich der Gewalt. Massive Heilige und Gefäße wurden eingeschmolzen; so befahl es der Papst. Eine Hungersnot brach aus; man hielt Prozessionen; man zeigte dem Volk das Schweißtuch der heiligen Veronika, aber kein Brot. Die Erhöhung der Zölle erbitterte; man raubte auf allen Straßen; ein Zug von hundert Pilgern wurde von den Soldknechten des Orsini niedergemacht. Manche Römer wünschten jetzt Ladislaus herbei, von dem sie Ordnung und Überfluß hofften. Der König hatte sich bereits mit einem starken Heer in Bewegung gesetzt. Unter diesen Umständen hielt es der Kardinallegat für zweckmäßig, dem Volk seine alte Gewalt zurückzugeben. Am 11. April setzte er die Banderesi wieder ein, nahm ihnen im Vatikan den Treueid ab und teilte ihnen die Banner aus. Der Volksmagistrat hielt sodann unter Trompetenschall seinen Einzug aufs Kapitol, auf dessen Stufen er von allen Regionskapitänen ehrerbietig begrüßt ward. So stellte sich zum letztenmal die demokratische Regierung in Rom wieder her; jedoch das Volk selbst erkannte bald genug, daß es unfähig geworden sei, die Freiheit festzuhalten.

Wenige Tage darauf erschien der König vor Rom mit zahlreichem Kriegsvolk, während seine Galeeren sich in die Tibermündung legten. Das Kastell Ostia hielt für die Kirche der römische Hauptmann Paul Battista di Giovio; schlecht versorgt ergab es sich schon am 18. April. Am 20. bezog der König ein Lager bei St. Paul. Mit ihm waren ausgezeichnete Kapitäne, der Graf von Troja, der Graf von Carrara, Gentile de Monterano, die beiden Colonna, Battista Savelli und Migliorati, welcher durch Gregor XII. von Ancona vertrieben, Ascoli und Fermo bewältigt und an Ladislaus gegeben hatte, in dessen Dienste er sodann getreten war. Der König ließ eine Schiffbrücke über den Tiber schlagen. Paul Orsini lag in Rom mit 1400 Pferden und Volk zu Fuß; die Stadtmauer war durch Verhaue verstärkt worden, eine glückliche Verteidigung nicht unmöglich, denn weit größerer Bedrängnis hatten die Römer oftmals siegreich widerstanden. Aber Mangel, Uneinigkeit und Verrat lähmten sie, und die schnelle Eroberung Roms durch Ladislaus bewies, daß die städtische Republik sich ausgelebt hatte. Am Anfange des XV. Jahrhunderts stand in Rom keines der drei Prinzipe mehr in Kraft, durch deren Kampf miteinander ein großes Parteileben sich so lange erhalten hatte. Hier war alles aufgelöst, die Aristokratie wie das Bürgertum, der Munizipalgeist, das Kaisertum wie das Papsttum. Durch das Schisma selbst war Rom in die niedrige Stellung einer Provinzialstadt herabgesunken und konnte daher die Beute des ersten besten Eroberers werden, ohne daß ihr Fall eine merkbare Veränderung in der Welt hervorrief. Schon dieser Mangel an Selbstgefühl erklärte ihre Widerstandslosigkeit. Außerdem war ihre Verteidigung einem Bandengeneral anvertraut, der den Meistbietenden feil stand. Paul Orsini unterhandelte mit Ladislaus, welcher ihm für die Übergabe Roms Gold und Ehren bot. Als die Römer dies vernahmen, schalten sie ihn Verräter am Vaterlande, aber sie selbst eilten, das Verderben von sich zu entfernen. Boten des Volks erschienen im Lager des Königs, und am 21. April schloß man folgenden Vertrag: alle Burgen und das Kapitol werden diesem überliefert; das Volksregiment legt die Gewalt in seine Hände nieder. Sofort dankten die Banderesi ab; der vom König ernannte Senator Janottus Torti bezog das Kapitol, und neapolitanisches Kriegsvolk rückte in die Stadt.

Die Könige Neapels, Normannen, Schwaben, die Anjou richteten alle ihre ehrgeizigen Gedanken auf die Burg des Kapitols; die Gefahr für die Päpste war daher groß, und in ihrer weltlichen Geschichte ist vielleicht nichts staunenswerter als dies: daß sie die einzigen Monarchen in Italien von Anbeginn an zu Vasallen der Kirche herabzusetzen gewußt hatten. Diese Neapolitaner erhoben sich bisweilen zu der Ehre eines Senators von Rom, doch keinem von ihnen gelang es, das Zepter Caesars zu ergreifen. Als nun Ladislaus die Stadt eroberte, war er mächtiger als jeder seiner Vorgänger, und eine größere Zukunft schien ihm aufgetan. Der junge Monarch schmückte sich im Kloster St. Paul, wo er residierte, zum prachtvollen Einzuge, wie sein Urahn Karl von Anjou das in demselben Kloster getan hatte. Er zog in Rom ein am 25. April. Weil sich die Engelsburg noch für den Papst hielt, nahm er seinen Weg durch Trastevere, einherreitend unter einem von acht Baronen getragenen Baldachin, während die Römer mit Palmzweigen und Fackeln in den Händen ihn begleiteten. Glockengeläute und abendliche Freudenfeuer verkündigten das traurigste aller Feste, den Fall Roms unter die Gewalt eines Königs. Er nahm Wohnung bei S. Crisogono, wo er blieb. An demselben Tage rückte Paul Orsini, jetzt der Dienstmann Neapels, nach dem Kastell Valca ab; die Tore und Brücken der Stadt wurden ausgeliefert und jene auf des Königs Befehl vermauert. Er machte sofort eine eigenmächtige Neuwahl von Konservatoren, Regionenkapitänen und andern Magistraten; die statutengemäße Freiheit der Gemeindewahlen war bereits von Gregor XII. und dem Kardinal Stefaneschi beseitigt worden. Auch die Orte im Stadtgebiet, Velletri, Tivoli, Cori und andere huldigten dem Könige und empfingen seine Kastellane. Gesandte von Florenz, Siena und Lucca erschienen, ihm zu seinem Triumph über Rom Glück zu wünschen und ein Bündnis mit ihm abzuschließen, während seine Truppen in das Patrimonium und nach Umbrien rückten, wo Perugia, Todi, Amelia, Orte, Rieti, Assisi ihn ohne weiteres als Signoren anerkannten. So schlug er die Provinzen des Kirchenstaats zu seinem neapolitanischen Königreich.

Die Monarchie Italiens, selbst die Kaiserkrone schwebte vor seinem kühnen Sinn. Auf sein Gewand ließ er den Spruch sticken: aut Caesar, aut nihil. Man sagt, daß er den Titel des Königs der Römer begehrte, daß ihm aber die Römer diesen verweigerten, indem sie erklärten, sie besäßen bereits einen Cäsar. Ihr König war Ruprecht von der Pfalz, und dieser Fürst mußte durch die Eroberung Roms beschämt werden. Ein deutscher Mann fühlte die Beschimpfung vielleicht tiefer als er. Dietrich von Niem, welcher die Stadt vor dem Einzuge der Neapolitaner verlassen hatte, richtete an Ruprecht einen Mahnbrief, worin er die Aufgabe Dantes und Petrarcas übernahm und dem trägen Könige der Römer zurief, des Ruhms deutscher Kaiser eingedenk zu sein, seine Lenden mit dem Schwert zu gürten und das Reich wiederherzustellen.

Der Senator für Ladislaus regierte die Stadt mit eiserner Strenge; jeden Versuch der Auflehnung strafte das Henkerbeil. Sonst ward kein Exzeß begangen. Die glänzende Erscheinung des jungen Königs, welchen ganz Italien als den Mann der Zukunft zu betrachten begann, gewann ihm das Volk, und die Fülle der Lebensmittel, wofür er sorgte, wie seine strenge Justiz waren die besten Stützen seiner Gewalt. Mit Entwürfen zur Eroberung Mittelitaliens beschäftigt, blieb er in Rom bis zum 24. Juni 1408. Ehe er hinwegzog, gebot er den angesehensten Baronen, darunter selbst den Colonna und Savelli, bis zu seiner Rückkehr von Rom fernzubleiben. Er bestellte als Wächter der Stadt den Senator, seinen Marschall Christophorus Gaëtani, Grafen von Fundi, die Konservatoren und Regionenkapitäne, ließ noch für einige Zeit den Grafen von Troja mit Kriegsvolk zurück und kehrte dann nach Neapel heim.

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