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Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter

Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter - Kapitel 251
Quellenangabe
typetractate
booktitleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
authorFerdinand Gregorovius
year1988
publisherDeutscher Taschenbuch Verlag
addressMünchen
isbn3-423-05960-5
titleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
created20011006
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1859
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Sechstes Kapitel

1. Wahl Sinibalds Fieschi zum Papst Innocenz IV. 1243. Friedensunterhandlungen. Der Papst kommt nach Rom. Abfall Viterbos vom Kaiser, welcher von dieser Stadt zurückgeschlagen wird. Annibaldi und Napoleon Orsini Senatoren. Präliminarfrieden in Rom. Der Kaiser tritt von ihm zurück. Flucht des Papsts nach Genua 1244.

Einige Wochen lang hielt der Kaiser Rom belagert, bis die Kardinäle ihn anflehten, der Verwüstung Einhalt zu tun, da sie schnell zur Papstwahl schreiten wollten. Er hatte schon im August des vorigen Jahrs den Kardinal Otto freigelassen, entließ jetzt im Mai auch Jakob von Praeneste wie viele andere gefangene Prälaten und zog um die Mitte des Juni ins Königreich zurück, das Resultat der Wahl abzuwarten. Diese aber war, wie man glauben darf, zwischen ihm und den Kardinälen vereinbart worden. Sie riefen endlich in Anagni am 25. Juni 1243 den Kardinal von S. Lorenzo in Lucina zum Papste aus. Sinibald Fieschi gehörte zum genuesischen Hause der Grafen von Lavagna, welche, mit Lehnstiteln vom Kaiser begabt, als Große des Reichs betrachtet wurden. Er galt als einer der besten Rechtsgelehrten seiner Zeit, doch in den politischen Angelegenheiten der Kirche hatte er sich nicht auffallend hervorgetan. Die Erinnerung an die unglückliche Seeschlacht vorn 3. Mai war der Ursprung des Papsttums Innocenz' IV. Fieschi. Genua wurde durch seine Wahl entschädigt, während der neue Papst an der Seemacht seiner Vaterstadt einen mächtigen Rückhalt erhielt. Als Kardinal war er mit Friedrich befreundet gewesen, der in ihm einen zur Versöhnung geneigten Prälaten geehrt hatte, seine Wahl daher nicht gerade beargwöhnen konnte. Sie war in jeder Hinsicht ein meisterhafter Zug und machte der Klugheit der Kardinäle viel Ehre. Wenn das Wort wahr ist, welches der Kaiser auf die Nachricht von Sinibalds Erwählung soll ausgesprochen haben: »Ich habe einen guten Freund unter den Kardinälen verloren, denn kein Papst kann Ghibelline sein«, so sah er die Zukunft richtig voraus; wenn es nicht wahr ist, so bezeichnet es treffend ein geschichtliches Verhältnis.

Durch so lange Kriegszüge erschöpft, wünschte Friedrich Versöhnung mit der Kirche, zumal seine Absichten durch die feste Haltung Roms nicht zum Ziele kamen. Er eilte, den neuen Papst zu beglückwünschen, und sprach die Hoffnung aus, durch Innocenz IV., seinen wahren Freund, jetzt seinen Vater, den langen Streit geschlichtet zu sehen. Er schickte den Admiral Ansaldo da Mare und seine Großrichter Peter und Thaddäus nach Anagni und empfing zu gleicher Zeit in Melfi die Friedensboten des Papsts.

Nach seiner Weihe am 28. Juni blieb Innocenz IV. noch in Anagni, denn hier war er dem Kaiser nahe, mit welchem lebhaft unterhandelt wurde. Erst am Ende der heißen Jahreszeit, am 16. Oktober 1243, ging er nach Rom, wo Mattheus Rubeus noch immer Senator war. Die Römer betrachteten den neuen Papst mit Neugier und habsüchtiger Erwartung. Er traute ihnen nicht, denn die lange Vakanz, während welcher Mattheus die Republik wie ein Fürst regiert hatte, mußte sie an Unabhängigkeit gewöhnt haben, und kaum war er im Lateran, als seine Ruhe durch die Zudringlichkeit von Gläubigern gestört wurde, die ein seinem Vorgänger gemachtes Darlehen von 40 000 Mark zurückverlangten. Schwärme römischer Kaufleute erfüllten tagelang die päpstliche Aula mit Geschrei – ein befremdendes Schauspiel, den eben in Rom eingezogenen Papst zu sehen, der sich vor Gläubigern nicht zu retten weiß und sich in seinem Gemach verbergen muß, bis er die Schreier abgefunden hat.

Nach Rom war Innocenz IV. hauptsächlich durch ein Ereignis gerufen worden, welches in die Friedensverhandlungen störend einzugreifen drohte. Seit 1240 war der Kaiser Herr Viterbos; die Bürger dieser Stadt, die sich ihm aus Haß gegen die Römer ergeben hatte, dienten bereitwillig in seinem Heer bei seiner zweimaligen Belagerung Roms, wie sie einst aus gleichem Haß unter den Fahnen Barbarossas gedient hatten. Sie waren im Juli 1242 bis in die nächste Nähe der Stadt gedrungen, wo sie das Kastell Lunghezza zerstörten; im Juni 1243 hatten sie ihre Rachlust nochmals an der Campagna gestillt. Die Wahl des Papsts vereinigte jetzt die ermatteten Guelfen um ein neues Haupt und gab solchen auch in Viterbo wieder Mut. Friedrich hatte hier eine kaiserliche Pfalz erbauen lassen, und dies bedrohte die Bürger mit einem dauernden Joch. Sein Hauptmann Simon Graf von Chieti drückte die ihm heftiger widerstrebende Partei mit Härte nieder und füllte die Burg mit Gefangenen. Die Viterbesen forderten deshalb die Zurückziehung des Kapitäns, während zugleich der Führer der Guelfen, Rainer vom Haus der Gatti, in der Stille Verschworene um sich sammelte. Er unterhandelte mit dem Kardinal Rainer Capocci, welcher Legat in Tuszien war, wo Friedrich alle päpstlichen Besitzungen zum Reiche gezogen hatte und durch den Grafen Richard von Caserta verwalten ließ. Viterbo, der Herrschaft des Kaisers müde, erhob im August 1243 das guelfische Geschrei: »Kirche! Kirche!« Die Verschworenen riefen den Kardinal Rainer aus Sutri und den Pfalzgrafen Wilhelm von Tuszien und öffneten ihm am 9. September die Tore, worauf Graf Simon in der Burg S. Lorenzo eingeschlossen und belagert wurde. Rainer, derselbe tatkräftige Kardinal, welcher wenige Jahre zuvor mit dem Kaiser vereinigt Viterbo gegen die Römer geschützt hatte, empfing den Huldigungseid für die Kirche und schloß ein Bündnis mit der Republik Rom.

Als die im Kastell Eingeschlossenen Richard von Caserta und Friedrich selbst dringend zum Entsatze riefen, kam der Kaiser sofort und belagerte seit dem 8. Oktober die wichtige Stadt, wo Graf Simon auf das äußerste bedrängt war. Innocenz IV. hatte nach einigem Zögern die Umwälzung in Viterbo gutgeheißen; er schickte seinem unternehmenden Kardinal Geld, beschwor die Römer, den Viterbesen zur Hilfe zu ziehen, ermunterte diese auszudauern und sammelte Kriegsvolk. So befand sich der Papst während der Friedensunterhandlungen schon wieder im Kriege mit dem Kaiser. Es galt freilich den Wiederbesitz einer Stadt, die im Bereiche des vertragsmäßig anerkannten Kirchenstaates lag und deren Recht, sich der Kirche wieder anzuschließen, unbestritten war. Die Römer, einst so ergrimmte Feinde, jetzt Bundesgenossen Viterbos, zogen bereitwillig aus, um Beute zu gewinnen, während der Kaiser, verstärkt durch 6000 Mann, die ihm Pandulf von Fasanella aus Toskana zugeführt hatte, die empörte Stadt mit Macht bestürmte. Die Belagerung Viterbos bildet eine denkwürdige Episode in der Geschichte des römischen Mittelalters. Eine kleine tuszische Kommune, von einem geharnischten Kardinal verteidigt, schmückte sich mit kriegerischen Ehren wie Brescia. Die Stürme wurden abgeschlagen, und ein geschickter Ausfall am 10. November, wobei das Belagerungszeug verbrannte, brachte Friedrich selbst in Gefahr und zwang ihn, von Viterbo abzulassen. Der große Kaiser verschloß sich voll Unmut in sein Zelt; er bewilligte die Vorschläge, welche der Kardinal Otto, ehedem sein Gefangener und in der Haft ihm persönlich wert geworden, im Namen des Papsts in sein Lager brachte. Er hob die Belagerung auf. Den Bedingungen gemäß erhielt Graf Simon am 13. November freien Abzug, jedoch die Abziehenden wurden treulos zusammengehauen, die den Ghibellinen in Viterbo versprochene Amnestie ward nicht geachtet, und auch die Römer, welche in zweideutiger Haltung bei Sutri standen, fielen nach des Kaisers Abmarsch über Ronciglione her, nahmen das Kastell Vico, griffen den Grafen Pandulf und schickten ihn gefangen nach Rom. Der Kaiser beklagte sich über den Bruch des Vertrags, ohne ihn bestrafen zu können. Vor den Mauern Viterbos wandte sich sein Glück. Sein ruhmloser Abzug am Ende des Jahrs in das Pisanische minderte sein Ansehen und machte auch andere Städte geneigt, die guelfische Fahne aufzupflanzen.

Der Fall Viterbos, eine Demütigung Friedrichs, welche nach seinem eigenen Geständnis »den Nerv seines Herzens schmerzlich berührte«, störte indes nicht den Fortgang der Unterhandlungen, vielmehr war der Kaiser eben aus Rücksicht auf den Frieden von Viterbo zurückgetreten. Der Papst behandelte ihn jetzt als einen geschlagenen Mann. Die Bedingungen, die er ihm für seine Absolution stellte, waren erniedrigend, weil sie ihm eine unwürdige Sündenbuße auferlegten, und drückend, weil er seine Waffen im Angesicht der Lombarden wie ein Überwundener niederlegen sollte, ehe ihm selbst hinlängliche Sicherheit seiner Rechte und die Lossprechung vom Banne gegeben war. Er betrachtete den von ihm besetzten Kirchenstaat, welchen er durch Vikare verwalten ließ, als ein durch das Recht der Eroberung auf Grund des von Gregor IX. hervorgerufenen Krieges ihm verfallenes Land. Das Reich habe die einst der Kirche geschenkten Länder wieder eingezogen, weil die Päpste diese freigebigen Schenkungen nur mit Undank lohnten. Er wolle sie trotzdem wieder ausliefern und dann unter Zins von der Kirche zu Lehen tragen. Als Innocenz IV. diesen Vorschlag, den Kaiser auch mit dem Kirchenstaate zu belehnen, nicht annahm, stand Friedrich davon ab; nur gewisse Kronrechte wollte er sich vorbehalten. Man kam im März 1244, während er sich in Aquapendente befand, in Rom zum Abschluß, wo sich der dort anwesende, schutzflehende Kaiser Balduin von Byzanz um den Frieden eifrig bemühte. Die kaiserlichen Gesandten unterwarfen sich höchst ungünstigen Artikeln; denn sie versprachen, den Kirchenstaat vollständig herzustellen, die geistliche Gewalt des Papsts über alle Fürsten anzuerkennen, alle Anhänger desselben zu begnadigen, ohne daß der Termin der Absolution festgestellt wurde. Diese aber hatte Friedrich vor allem verlangt und der hartnäckige Papst an die Erfüllung jener Bedingung geknüpft. Am 31. März 1244 beschworen die Machtboten Raimund, Graf von Toulouse, Petrus de Vinea und Thaddäus von Suessa den Präliminarfrieden im Namen ihres Herrn im Lateran, in Anwesenheit des Kaisers Balduin, der Senatoren Annibaldo degli Annibaldi und Napoleon Orsini und des römischen Volks. Man hatte dies so wenig erwartet, daß der Papst die Vertragsartikel sofort abschreiben und als Flugblätter öffentlich im Lateran für sechs Denare verkaufen ließ, was den Kaiser sehr erbitterte.

Das Urteil der Kirche, selbst die Stimme des Engländers Matthäus Paris, eines der Richtung des damaligen Papsttums nicht freundlichen Geschichtschreibers, hat erklärt, daß der Kaiser von diesem Vertrage alsbald zurückgetreten sei. Doch sind dies unbegründete Anklagen. Es war ein großer Fehler Friedrichs, sich Bedingungen zu unterwerfen, die er nicht erfüllen konnte, ohne dem kaiserlichen Ansehen zu entsagen. Als er sah, daß der Papst der bestimmten Fassung unbestimmter Artikel, welche nur zur Grundlage für eine im einzelnen genau festzustellende Formel dienen konnten, voll List auszuweichen suchte, verzögerte er die Vollziehung des Vertrags und behielt den Kirchenstaat als Pfand. Dem Papst war es mit dem Frieden kein Ernst; er hatte nur einen Gedanken, seinen Gegner durch ein Konzil zu unterdrücken, doch dies konnte in Italien nicht versammelt werden. Das Haupthindernis der Versöhnung blieb immer das Verhältnis des Reichs zur Lombardei, welche in den Artikeln nur unbestimmterweise als zu amnestieren bezeichnet war. Friedrich wollte sich den Präliminarfrieden nicht als definitiven gefallen lassen, wodurch er sich dem Papst und den Lombarden würde auf Gnade und Ungnade ergeben haben. Er wollte die lombardischen Gefangenen nicht freigeben, bevor ihm die Städte nicht den Huldigungseid geleistet und auf die Verträge von Konstanz verzichtet hatten. Er forderte die Absolution vom Bann, und der Papst verweigerte sie, ehe ihm nicht der Kirchenstaat bis auf die letzte Festung ausgeliefert und der lombardische Städtebund nicht in den Frieden aufgenommen war.

Rom selbst bot ihm Grund zum Argwohn dar. Obwohl der Kaiser erklärt hatte, die Beilegung seines Streites mit den Römern dem Papst zu überlassen, wußte man ihn doch im Einverständnis mit den dortigen Ghibellinen, und man gab ihm Schuld, sie heimlich aufzureizen. Er suchte festen Fuß in Rom zu fassen und hier sich der frangipanischen Burg im Colosseum zu bemächtigen. Im April 1244 überredete er in Aquapendente den lateranischen Pfalzgrafen Heinrich Frangipane und seinen Sohn Jakob, ihm die Hälfte des Amphitheaters mit dem daran gebauten Palast durch Tauschvertrag zu überlassen. Aber der Papst erklärte diesen sofort für nichtig, denn die Frangipani trügen jene Rechte auf das Colosseum, welche sie dem Römer Annibaldo verpfändet hätten, von der Kirche zu Lehen. Er nötigte zu gleicher Zeit den Präfekten, die päpstliche Investitur anzuerkennen; denn auch diesen Beamten hatte der Kaiser vermocht, sich von ihm investieren zu lassen, und so versucht, die Stadtpräfektur wieder zu einem Reichslehen zu machen, indem er das von Innocenz III. an die Kirche gebrachte Recht, den Präfekten einzusetzen, nicht gelten ließ. Überall forderte der Papst den völligen Verzicht Friedrichs auf die Reichsrechte, die Rückkehr zu den Grundlagen von Neuß und von Eger. Wenn nun Innocenz IV. seinem Gegner nicht traute, so betrachtete ihn der Kaiser mit gleichem Argwohn. Er machte indes neue Anerbietungen und lud ihn zu einer Zusammenkunft in Narni ein. Der Papst gab scheinbar Gehör; mit einem feinen Plane schon längst beschäftigt, ernannte er am 28. Mai zehn neue Kardinäle, das heilige Kollegium zu verstärken, und ging dann am 7. Juni in das feste Civita Castellana. Auch hier setzte er die Unterhandlungen fort, indem er am 9. Juni den Kardinal Otto von Portus zu seinem Bevollmächtigten ernannte. Aber heimlich sandte er Boten mit dringenden Briefen an Filippo Vicedomini, den Podestà Genuas. Neunzehn Tage lang blieb er in Civita Castellana. Während er nun hier mit dem Kaiser Botschaften wechselte, segelte eine genuesische Flotte, begleitet von drei Fieschi, den Vettern des Papsts, heran und warf am 27. Juni vor Civitavecchia die Anker aus. Innocenz vernahm in Sutri, wohin er sich an demselben Tage begeben hatte, zugleich das Eintreffen der Schiffe und daß 300 Reiter nahten, ihn aufzuheben; ein unbegründetes Gerücht, welches man absichtlich aussprengte. In der Nacht des 28. Juni entschloß man sich zur Flucht. Innocenz IV. verwandelte sich wieder in den Grafen Sinibald, legte Waffen an, setzte sich zu Pferd und, gefolgt von einigen Getreuen, worunter sich Nicolaus de Carbio, sein Lebensbeschreiber, und von mehreren Neffen, unter denen sich der Kardinal Wilhelm Fieschi befand, jagte er wie ein Rittersmann über die unwegsamen Gefilde fort, bis er am Morgen Civitavecchia und die Flotte Genuas erreichte. Tags darauf fanden sich noch fünf Kardinäle im Hafen ein, welche ihrem rüstigeren Herrn nicht so schnell hatten folgen können. Andere sieben flohen verkleidet landwärts nach Genua; drei andere ließ Innocenz zurück; den Kardinal Stephan von S. Maria in Trastevere ernannte er zu seinem Vikar in Rom; Rainer war Legat in Tuszien, in Spoleto und den Marken und Richard von S. Angelo Rector der Campania und Maritima.

Am Fest der Apostelfürsten, dem 29. Juni, ging man aus Civitavecchia in See; an demselben Tage brachten die Boten Friedrichs, der Kaiser Balduin, der Graf von Toulouse und die Hofrichter Petrus und Thaddäus die Annahme der Vorschläge der Kurie nach Civita Castellana, und hier vernahmen sie die Flucht des Papsts. Die Fahrt des Flüchtlings war durch Stürme und die Furcht vor dem kaiserlichen Admiral Ansaldo da Mare beunruhigt, welcher in jenen Meeren kreuzte und die Szene vom 3. Mai großartiger würde wiederholt haben, wenn ihm der Zufall die genuesische Flotte entgegenführte. Man mußte an der Insel Capraja bei Korsika Schutz suchen; man landete aus Not am 4. Juli in Porto Venere, dem erschöpften Papste Rast zu geben, worauf die mit Flaggen und purpurnen Teppichen geschmückten Schiffe der Republik am 7. Juli glücklich ihren Hafen erreichten. Das Volk Genuas empfing unter Glockengeläute mit feierlichen Chören seinen Landsmann Fieschi, den aus den Netzen des großen Feindes entflohenen Papst, und die freudetrunkenen Kardinäle riefen ans Land steigend den Vers des Psalmisten: »Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Strick des Voglers; der Strick ist zerrissen, und wir sind frei!«

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