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Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter

Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter - Kapitel 215
Quellenangabe
typetractate
booktitleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
authorFerdinand Gregorovius
year1988
publisherDeutscher Taschenbuch Verlag
addressMünchen
isbn3-423-05960-5
titleGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter
created20011006
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1859
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5. Schreiben des Senats an Konrad III. Politische Ansichten der Römer. Rückkehr Eugens III. Sein neues Exil. Anträge der Römer an Konrad. Er rüstet sich zur Romfahrt und stirbt. Friedrich I. besteigt den deutschen Thron. Brief eines Römers an diesen König. Rom, das römische Recht und das Reich. Die Konstanzer Verträge. Aufregung der Demokraten in Rom. Rückkehr Eugens in die Stadt. Sein Tod.

Der Senat schrieb in dieser Zeit wiederholt an König Konrad, daß er kommen möge, über Reich und Stadt zu gebieten. Die Bürger Sixtus, Nikolaus und Guido, damals Konsiliatoren der Republik, zeigten ihm an, daß sie die Frangipani und Pierleoni vertrieben hätten, und sie forderten ihn auf, die römische Gemeinde in seinen Schutz zu nehmen. Als keine Antwort kam und die Bedrängnis wuchs, schickte der Senat im Jahre 1149 ein neues Schreiben an ihn. Sein merkwürdiger Inhalt zeigt, daß die Kluft, welche die Römer des XII. Jahrhunderts von dem weltlichen Papsttum trennte, gerade so tief war, gerade mit so klarem Bewußtsein ausgesprochen wurde wie am heutigen Tage, wo die späten waffenlosen Enkel unter denselben altersgrauen Trümmern des Forum und Kapitols sich noch immer versammeln, noch immer gegen die Zivilgewalt des Papsts protestieren und nachts Plakate an die Straßenecken heften, welche mit dem Rufe schließen: »Es lebe der Papst – Nicht-König«!

673 Jahre waren hingegangen, seit die entwürdigten Senatoren vor Zeno in Byzanz erklärt hatten, daß Rom eines abendländischen Kaisers nicht mehr bedürfe, sondern zufrieden sei, wenn Odoaker als byzantinischer Patricius über Italien gebiete; 614 Jahre waren verflossen, seit der Senat seinen letzten Brief an Justinian gerichtet hatte, ihn anflehend, Rom und dem Gotenkönige Theodahad seine Huld nicht zu entziehen; jetzt traten vor den Thron eines deutschen Königs Römer, welche aus wüsten Ruinen des Kapitols herkamen, sich wieder Senatoren nannten, welche erklärten, den alten römischen Senat hergestellt zu haben, und den König Deutschlands aufforderten, der Nachfolger Constantins und Justinians zu sein.

»Dem erlauchten Gebieter der Stadt und der Welt Conradus von Gottes Gnaden, König der Römer, immer Augustus, der Senat und das Volk von Rom, Heil und glückliche und ruhmvolle Beherrschung des Römischen Reichs! Eurer Königlichen Erhabenheit haben wir schon durch öftere Schreiben, was durch uns geschehen, kundgetan, wie wir Euch treu bleiben und der hellere Glanz Eurer Krone unser täglicher Wunsch ist. Doch wir staunen, daß Ihr uns keiner Antwort gewürdigt habt. Dies ist unser einmütiges Bemühen: das Reich der Römer, welches Gott Eurer Leitung anvertraut hat, wieder zu der Macht zu erheben, die es unter Constantin und Julian besessen hatte, welche aus Vollmacht des römischen Senats und Volks die Welt beherrscht haben. Deshalb haben wir mit Gottes Hilfe den Senat hergestellt und viele Feinde Eurer Kaisergewalt niedergestreckt, damit Euer sei, was Cäsars ist. Wir haben einen guten Grund gelegt. Wir gewähren Recht und Frieden allen denen, die darnach begehren. Die Türme des Stadtadels, der mit Sizilien und dem Papst Eugen Euch zu trotzen hoffte, haben wir erobert, für Euch besetzt oder zerstört. Deshalb bedrängen uns von allen Seiten der Papst, die Frangipani, die Söhne Pierleones (außer Jordan, unserm Bannerträger), auch Ptolemäus und manche andere. Sie wollen uns hindern, Euch zum Kaiser zu krönen, indes wir dulden manches Ungemach aus Liebe zu Euch, denn nichts ist dem Liebenden zu schwer, und Ihr werdet uns den väterlichen Lohn, den Reichsfeinden die verdiente Strafe geben. Schließt Euer Ohr den Verleumdern des Senats; sie wollen unseres Zwiespalts sich freuen, um Euch und uns zu verderben. Seid des gedenk, wie viel Übles der päpstliche Hof und jene unsere ehemaligen Mitbürger Euern Vorgängern zugefügt haben und wie sie jetzt mit sizilianischer Hilfe die Stadt noch mehr zu schädigen versuchten. Doch wir halten mit Christi Beistand für Euch männlich aus, und schon haben wir mehrere der schlimmsten Reichsfeinde aus der Stadt verjagt. Eilt zu uns mit kaiserlicher Macht; die Stadt ist Euch zu Willen; Ihr könnt in Rom, dem Haupt der Welt, machtvoll wohnen und unbeschränkter als fast alle Eure Vorgänger über ganz Italien und das Deutsche Reich gebieten, nachdem jedes Hindernis der Pfaffen beseitigt ist. Wir bitten Euch, zögert nicht; laßt Euch herab, Eure willigen Diener durch Briefe und Boten Eures Wohlseins zu versichern. Wir stellen jetzt die Milvische Brücke, die lange zum Schaden der Kaiser zerstört war, mit allem Eifer her und hoffen, sie durch starke Aufmauerung bald zu vollenden. So wird Euer Heer dort hinüberziehen und die Engelsburg umgehen können, wo die Pierleoni, wie sie mit Sizilien und dem Papst es verabredet haben, auf Euer Verderben sinnen.

Heil dem König! Es werde nach Wunsch ihm; über die Feinde
Hab' er das Reich; er wohne zu Rom und regiere den Erdkreis;
Sei er Gebieter der Welt wie einstmals Justinianus.
Habe was Cäsars der Cäsar, der Papst was immer des Papstes,
So wie Christus gebot, denn Petrus bezahlte den Zins ja.

Schließlich bitten wir, unsere Gesandten wohl zu empfangen und ihnen Glauben zu schenken, da wir nicht alles schreiben können. Sie sind Edelleute: der Senator Guido, Jacobus, des Prokurators Sixtus Sohn, und Nikolaus, ihr Gefährte.«

Die zauberische Macht der Tradition des alten Römerreichs ist ein seltsames Phänomen des Mittelalters. Eine einzige große Erinnerung wurde zur politischen Gewalt; die römischen Kaiser auf dem Throne Deutschlands, die römischen Päpste auf dem Stuhle Petri, die römischen Senatoren auf dem Schutte des Kapitols träumten alle von ihrem legitimen Recht auf die Beherrschung der Welt. Es ist nicht bekannt, wie die Gesandten Roms am deutschen Hofe empfangen und beschieden wurden. Konrad III. sah jetzt zwei Prätendenten um das Recht, die Kaiserkrone zu verleihen, sich streiten, und er zog es vor, sie aus den Händen des römischen Papsts, statt aus denen eines römischen Senators zu nehmen. Der Papst hatte freilich sich mit seinem Feinde Roger verbündet, und die Römer hofften, schon deshalb bei Konrad ein geneigtes Ohr zu finden. Auch mußte dieser wohl erkennen, daß seit Heinrich III. keinem Könige mehr eine so günstige Gelegenheit geboten worden, die Kaisergewalt in Rom herzustellen und das Papsttum durch die Zerstörung seines Dominium Temporale um die Frucht der Siege Gregors VII. zu bringen. Römer schrieben ihm, daß die Klugheit gebiete, die Vermittlung zwischen dem Papst und Rom zu ergreifen und die neue Republik unter Reichsschutz zu stellen, denn täte er dies, so würde die Papstwahl fernerhin von ihm abhängig sein.

Konrad, in Deutschland zurückgehalten, wo ihn die welfische Partei bekämpfte, und ohne wahre Einsicht in die Verhältnisse Roms, achtete nicht auf die Wünsche des Senats, wenn ihm auch die Schwächung der päpstlichen Macht willkommen war. Der Einfluß mancher Freunde der römischen Freiheit wurde an seinem Hof durch die Geistlichen, namentlich den Abt Wibald von Stablo und Corvey, beseitigt, denn dieser mächtige Mann war für Eugen gewonnen worden, und er bestimmte schließlich die Ansichten des Königs. So geschah es, daß die hart bedrängten Römer am Ende des Jahres 1149 den Papst in die Stadt wieder aufnehmen mußten. Ein neuer Friede wurde zwischen ihm und dem Senate geschlossen, ein so kurz dauernder wie zuvor; denn schon im Juni 1150 zog sich Eugen nach Latium zurück, wo er bald im festen Segni, bald in Ferentino wohnte. Drei Jahre lang wanderte der päpstliche Hof in der Campagna umher, Rom nahe und doch im Exil. Eugen argwöhnte jetzt, Konrad werde die römische Gemeinde anerkennen, sein Bündnis mit ihr, mit Pisa und dem griechischen Kaiser, aber seinen weltlichen Thron begraben. Indes Wibald tröstete ihn mit der Versicherung, daß er nichts zu befürchten habe.

Die Römer wiederholten ihre Anträge und boten Konrad die Kaiserkrone; denn die Not zwang sie, das geschichtliche Recht deutscher Könige anzuerkennen. Nun wollte der König, dem die Niederlage Welfs im Jahre 1150 die Hand frei gemacht hatte, wirklich nach Rom ziehen, um die dortigen Verhältnisse zu ordnen. Die Fahrt wurde im September 1151 auf zwei Reichstagen beschlossen, und Konrad ließ sich jetzt herab, den Römern zu antworten; er schwieg vom Senat, aber sein an den Stadtpräfekten, die Konsuln, die Capitane und das römische Volk gerichtetes Schreiben zeigte ihnen höflich an, daß er ihrer Einladung folgen und kommen werde, die Städte Italiens zu beruhigen, die Treuen zu belohnen, die Rebellen zu strafen. Seine Gesandten waren sowohl an die Römer als an den Papst gerichtet, welcher sie voll froher Hoffnung zu Segni im Januar 1152 empfing. Man verständigte sich sofort; Eugen III. verließ die Sache Rogers und lud nun selbst die Fürsten Deutschlands ein, dem Könige mit aller Macht zur Romfahrt beizustehen.

Aber der Zufall ersparte der Geschichte des ersten Hohenstaufen ein düsteres Blatt, worauf er als ein ruhmloser Feind der Republik Rom im Dienste des Papsts würde gesehen worden sein. Der mannhafte Fürst starb mitten unter seinen Rüstungen am 15. Februar 1152: seit Otto I. der einzige deutsche König, der nicht die Kaiserkrone trug, was seine Macht keineswegs minderte. Die Tausende von Toten, welche unser Vaterland jeder römischen Krönung darzubringen pflegte, hatte es diesmal in den Wüsten Syriens geopfert. Und so dürfen patriotische Italiener einmal einen deutschen König rühmen, daß er trotz der dringenden Bitten Italiens (diese Einladungen vergessen sie gewöhnlich) nicht als ein verheerender Attila von den Alpen herabgestiegen war. Sie könnten ihr Vaterland beglückwünschen, daß es, in fünfzehn Jahren von keiner Romfahrt heimgesucht, eines beneidenswerten Zustandes genoß, wenn sie nicht unglücklicherweise selbst bekennen müßten, daß Italien niemals so uneinig und in so wütendem Bürgerkriege entbrannt gewesen sei als in diesen fünfzehn ganz italienischen Jahren.

Nach Konrads Tode stieg am 5. März sein Neffe Friedrich auf den deutschen Thron, jener unsterbliche Held Barbarossa, welcher der Ruhm Deutschlands und der Schrecken Italiens werden sollte. Sowohl Eugen als die Römer eilten, sich der Freundschaft des neuen Herrschers zu versichern, aber die Republik blickte bald mit Neid auf die königlichen Boten, die nur der Papst empfing. Ein Brief sprach die Mißstimmung der Römer und ihre Ansichten über das rechtliche Verhältnis des Kaisers zur Stadt aus. »Ich freue mich«, so schrieb ihm ein Arnoldist, »daß Ihr von Eurem Volk zum Könige erwählt seid, aber ich traure, daß Ihr dem Rat der Pfaffen folgtet, durch deren Lehre Göttliches und Menschliches verwirrt worden ist, und die heilige Stadt, die Herrin der Welt, die Schöpferin aller Kaiser, über Eure Wahl nicht, wie es sein sollte, zu Rate zogt.« Der Schreiber beklagte, daß Friedrich gleich seinen Vorgängern die Kaiserkrone aus den Händen falscher und ketzerischer Mönche, die er Julianisten nannte, empfangen wolle; er bewies ihm aus den Lehrsätzen St. Peters und des Hieronymus, daß der Klerus mit weltlichen Rechten nichts zu tun habe; er spottete über die Schenkung Constantins als eine abgeschmackte Fabel, welche selbst schon alte Weiber verlachten; er zeigte, wie das Kaisertum und jede Obrigkeit ein Ausfluß der Majestät des römischen Volkes sei, weshalb es ihm allein zustehe, Kaiser zu machen; er forderte ihn endlich auf, Boten und Rechtskundige nach Rom zu schicken, um das Kaisertum dem justinianischen Gesetz gemäß auf die Grundlage des Rechts zu stellen und eine Revolution zu verhüten. Große Fortschritte hatte der menschliche Verstand glücklich zurückgelegt!

Die heutigen Römer, welche die weltliche Gewalt des Papsts bekämpfen, leiten ihre Gründe aus der Majestät der italienischen Nation her, deren Hauptstadt Rom sei und deren natürlichem Recht das bloß historische der Päpste weichen müsse. Sie unterstützen diese Gründe wie ihre Vorfahren mit dem Beweise, daß das Papsttum nur ein geistliches Amt sei und erhärten sie noch immer durch die Bibel und die Kirchenväter. Aber ihren Ahnen zur Zeit Arnolds war das Prinzip der unteilbaren Nation unbekannt; sie stellten sich auf den Boden des Altertums. Für sie war die Majestät des römischen Volks die Quelle aller Macht, das Römische Reich ein unzerstörter Begriff und der Kaiser die durch das Volk erwählte und eingesetzte Obrigkeit der Republik. Indem sie das Märchen von der Übertragung der Kaisergewalt auf die Päpste durch Constantin und ihr von Christus oder Petrus mystisch abgeleitetes Investiturrecht verlachten, sprachen sie den vernünftigen Grundsatz aus, daß es kein Königtum von Gottes Gnaden gebe, sondern daß die Gewalt der Krone nur ein dem Volk entflossenes Amt sei. Die Römer des XII. Jahrhunderts stellten das Kaisertum auf den für sie legitimen Boden des römischen Rechts. Sie trafen den Sinn eines herrschbegierigen Monarchen, wenn sie ihm sagten, daß nach diesem Recht der Kaiser die höchste gesetzgebende Macht der Welt sei, aber sie verlangten, daß er seine Gewalt als einen Auftrag des römischen Senats und Volks betrachte. Sie mischten justinianische Cäsardespotie mit demokratischen Grundrechten.

Friedrich I. sollte demnach zwischen dem Papst und dem Gemeinderat Roms als den Quellen seines Imperium wählen; er billigte alle Gründe der Römer gegen das höchste Investiturrecht, das sich der Papst beimaß, er lächelte über die Anmaßung des Senats, die ihm absurd erschien, und wie alle seine Vorgänger beschloß auch er, sich vom Papst durch »Gottes Gnade« krönen zu lassen. Seine Anfänge waren vorsichtig und konservativ. Ohne von der neuen Republik Rom Kenntnis zu nehmen, setzte er die Unterhandlungen Konrads fort, und schon im Frühjahr 1153 wurde durch die Vermittlung der Kardinallegaten Gregor und Bernhard in Konstanz mit dem Papst ein diesem sehr günstiger Vertrag geschlossen: Friedrich verpflichtete sich, weder mit Rom noch mit Sizilien ohne ihn Frieden zu machen, sondern dahin zu wirken, daß die Stadt dem Heiligen Stuhle wieder so untertänig werde, wie sie es jemals seit hundert Jahren gewesen war. Er versprach, das Dominium Temporale dem Papst zu erhalten und ihm zum Wiederbesitz alles dessen behilflich zu sein, was er davon verloren habe, wofür ihm Eugen die Kaiserkrönung und allen Schutz seines Thrones zusicherte.

Die Verhandlungen zwischen Friedrich und dem Papst hatten unterdes in Rom einen heftigen Aufruhr hervorgebracht. Die Demokraten und Arnoldisten verlangten den Umsturz der mit Eugen vereinbarten Verfassung und die Einsetzung von hundert Senatoren mit zwei jährlichen Konsuln. Eugen zeigte diese Vorgänge Friedrich an und stellte sie als Tumulte des Pöbels dar, welcher nun selbst einen Kaiser wählen wolle. Sicherlich drohten die Römer, das germanische Kaisertum zu verwerfen und einen eigenen Nationalkaiser aufzustellen, aber in diese merkwürdigen Bewegungen wirft nur ein Brief Eugens ein flüchtiges Licht.

Gleichwohl konnte der Papst schon im Herbst 1152 von Segni aufbrechen und am Ende des Jahrs in die Stadt einziehen, wo die Überstürzung der Demokraten alle gemäßigt Gesinnten zu einem Vergleich mit ihm geneigt gemacht hatte. Senat und Volk empfingen ihn ehrenvoll, nachdem er, wie vorauszusetzen ist, die Gemeinde anerkannt hatte. Auch dem vertriebenen Adel mochte man die Rückkehr gestatten, aber diese Großen fuhren fort, als Konsuln der Römer und Hofleute des Papsts gegen den Senat zu stehen. In Frieden konnte Eugen III. seine Tage in Rom beschließen und mit Hilfe des Volks sogar rebellische Barone im Landgebiet unterwerfen. Der schlauen Sanftmut gelang, was nicht Waffen vermocht hatten: »Eugen verpflichtete sich durch Wohltaten und Geschenke das ganze Volk so sehr, daß er die Stadt fast ganz nach seinem Willen regierte; wenn ihn nicht der Tod hingerafft hätte, so würde er die neugeschaffenen Senatoren mit Hilfe des Volks ihrer angemaßten Würde beraubt haben.« Man darf dies freilich nicht auf guten Glauben hinnehmen; denn keineswegs unterjochte Eugen die römische Republik, und der ihm am meisten verhaßte Mann, Arnold, blieb mit seinen Anhängern ungestraft in der Stadt.

Eugen III. starb am 8. Juli 1153 in Tivoli und wurde im St. Peter mit prachtvoller Feier bestattet. Dieser unscheinbare, aber kluge Schüler St. Bernhards hatte nie aufgehört, unter dem Purpur die härene Kutte von Clairvaux zu tragen; die stoischen Tugenden des Mönchtums begleiteten ihn durch sein stürmisches Leben; sie verliehen ihm jene Kraft des passiven Widerstandes, welche immer die wirksamste Waffe der Päpste gewesen ist.

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