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Geschichte der Gemeinde und Bürgermeisterei Dudweiler

Albert Ruppersberg: Geschichte der Gemeinde und Bürgermeisterei Dudweiler - Kapitel 21
Quellenangabe
typetractate
booktitleGeschichte der Gemeinde und Bürgermeisterei Dudweiler
authorAlbert Ruppersberg
year1923
firstpub1923
publisherGebr. Hofer
addressSaarbrücken
titleGeschichte der Gemeinde und Bürgermeisterei Dudweiler
pages190
created20171230
sendergerd.bouillon@t-online.de
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16. Die Schule in Dudweiler.

Im Jahre 1542 finden wir bei der Türkenschatzung noch keinen Schulmeister in Dudweiler genannt, wohl aber im Jahre 1628. Auch im Jahre 1658 wird ein Schulmeister in Dudweiler erwähnt. (St. Johanner Kirchenbuch.) Im Jahre 1688 zählte man 46 Kinder. Auf dem Lande wurde gewöhnlich nur im Winter Schule gehalten. Oft genug mochte es, zumal in der Kriegszeit, an einem Lehrer fehlen. Die erste Nachricht von besseren Zuständen gibt uns Pfarrer Barthels aus dem Jahre 1714:

»Weillen in vielen Jahren wegen des Kriegs und daher entstandener Wenigkeit der Untertanen auch im hiesigen Dorfe, indem die meisten in die Pfalz gezogen, kein Schulmeister allhier gewesen, daher die meisten hiesigen alten und mitteljährigen Leute weder lesen noch schreiben konnten, so wurde doch nach einigermaßen von dem lieben Gott wiederum bescherter Ruhe, und da sich 6 bis 7 Haushaltungen hier wieder häuslich niedergelassen, von denenselben endlich ein Schulmeister angenommen und in das leerstehende Pfarrhaus gesetzet, welches aber bei meiner Ankunft mußte geräumet werden, und resolvierte sich die Gemeinde, so bald ein eigen Schulhaus zu bauen, so auch noch in diesem Jahr in aller Eil geschehen. Gnädigste Herrschaft schenkte zu diesem Bau nicht allein das Holz, sondern ließ auch aus den Stiftsrenten 25 Gulden gnädigst an die Gemeinde zur Bestreitung gedachten Baues auszahlen. Den Platz, worauf das Schulhaus steht, samt dem dabei befindlichen Garten hat die Gemeinde gekauft und mit 10 Gulden, weil die Güter damals noch sehr wohlfeil waren, bezahlt.«

An diesem Schulhausbau hatten nur die evangelischen Gemeindeleute geholfen, von den Katholiken nur der Schuhmacher Hans Peter Schmelzer, dem dafür auch erlaubt wurde, seine Kinder in die Schule zu schicken. Die vier »päpstischen« Einwohner aber ließen sich, da ein Beitrag aus den Mitteln der Gemeinde dazu verwendet worden war, den entsprechenden Anteil herausbezahlen. 140

Im Jahre 1731 legte der Schulmeister Gregorius Stoll, der Buchbinder war, sein Amt nieder und zog nach Saarbrücken. Von dem Konsistorium wurde Heinrich Vogel als Schulmeister eingesetzt. Dieser ging 1737 in die Gegend von Meisenheim, und nun wurde Gregorius Stoll, der inzwischen Schulmeister in Heusweiler geworden war, von dem Konsistorium wieder nach Dudweiler berufen. Das Schulhaus wurde von dem Pfarrer nur mit großer Mühe und viel Ärger in Stand gehalten.

Die Aufsicht über die Schule führte der Pfarrer, welcher öfters Schulvisitationen abhielt.

Die Pflichten des Schulmeisters, wie sie Pfarrer Barthels aufgezeichnet hat, waren mannigfaltiger Art. Er sollte die Kinder nicht allein im Lesen, Schreiben, Rechnen, dem Katechismus, dem Spruchbüchlein, den Psalmen und den Kirchenliedern und im Aufschlagen der Bibel, sondern auch in der Wohlgezogenheit und guten Sitten sowohl auf der Gasse wie in der Kirche, der Schule und bei fremden Leuten unterrichten und üben, sie im Winter vom Eis und im Sommer vom Baden abhalten. Die Schule wurde im Winter außer Mittwochs und Samstags zweimal täglich gehalten, von Ostern bis Michaelis nur von 10–11 Uhr vormittags. An Sonn- und Feiertagen sollte der Schulmeister die Jugend anhalten, daß sie nach und vor der Predigt etwa eine Viertelstunde in die Schule komme, dort das verordnete Pensum aus dem Spruchbüchlein bete und ein wenig aus der Predigt antworte. Dann hatte er den Glöcknerdienst zu versehen, täglich die Uhr aufzuziehen und zu richten, die Kirche und den Kirchhof zu beaufsichtigen und sauber zu halten, die Kirche zu öffnen und zu schließen und den Klingelbeutel herumzutragen. Die Glocken mußte er nicht nur zum Gottesdienst läuten, sondern auch an den Werktagen die Tagesglocke, die Schulglocke, die Mittags- und Abendglocke, sowie die Sterbeglocke. Beim Tode alter Leute wurden beide Glocken dreimal hintereinander geläutet, bei Kindern und jüngeren Leuten, die noch nicht zum Abendmahl gegangen, eine Glocke und zwar die große bei Knaben und die kleine bei Mädchen.

An Sonn- und Feiertagen sollte der Schulmeister mit der Jugend eine Betstunde in der Kirche halten, wenn der Pfarrer sich auf der Filiale befände, dabei ein Lied singen lassen, ein 141 Kapitel aus der Bibel oder ein Stück aus der Augsburgischen Konfession oder etwas anderes aus einem »geistreichen Buche« vorlesen, den Katechismus, Sprüche und Bußpsalmen mit der Jugend beten und diese Stunde mit einem kurzen Gesang beschließen.

Am Tage vor dem Pfingstfest sollte er mit Hilfe der Schulknaben Maien abhauen und die Kirche damit schmücken, auch sie zur rechten Zeit wieder säubern. Den Gesang in der Kirche, bei Begräbnissen und Hochzeiten hatte er zu üben und zu leiten, das Almosengeld zu verwalten und zu verrechnen, dem Pfarrer bei Taufen, beim Abendmahl und der Krankenkommunion beizustehen und in der Gemeinde sich so zu verhalten, daß er niemand Grund zur Klage gebe.

Für seine vielfache Mühewaltung erhielt der Schulmeister 20 Gulden, 20 Quart Korn und freie Wohnung im Schulhaus. Aber diesen seinen »Schullohn« wirklich zu erhalten war nicht ganz einfach. Er hatte von jedem Gemeindemitglied, das Kinder in die Schule schickte, 15 Albus oder einen halben Gulden zu fordern und von denen, die keine schulpflichtigen Kinder hatten, für seinen Glöcknerdienst zwei Kopfstücke (Batzen). Was ihm dann noch an den 20 Gulden fehlte, wurde auf die Schulkinder verteilt, »und ist die Gemeinde schuldig, sein verdientes Schulgeld quartaliter auszuzahlen, zu dessen Beitreibung bei den Saumseligen ihm der Meier und der Heimmeier hilfreiche Hand bieten sollen, und so wird ihm auch das für die armen Kinder fallende Schulgeld alle Quartal aus dem Almosen bezahlt, und so dieses nicht zureichet, so holet er den Mangel nach bisheriger Gewohnheit aus dem Almosen zu Saarbrücken, nachdem er zuvor von seinem Pfarrer einen Schein seiner rechtmäßigen Forderung erhalten. Die Schul- und Glockenfrucht aber soll ihm jährlich im September von ganzer Gemeinde auf einen Tag, welchen der Heimmeier der Gemeinde zuvor zu benennen hat, ungesäumt in das Schulhaus oder in das Haus des Meiers gebracht und im Beisein des Meiers oder Heimmeiers richtig zugemessen werden. Diese Frucht zusammenzubringen hat er von jedem Hausgesäß zu Dudweiler und zwar allen Religionsverwandten zu ziehen ein Faß Glockenkorn, von den Witwen aber nur ein Halbfaß. Item kontribuieret hierzu das Stift zu St. Arnual jährlich 4 Quarten 142 Korn. Was ihm dann noch fehlet, wird auf die Schulkinder geleget; die für die armen Kinder fallende Frucht aber muß er aus dem Almosen nach dem gängen und landgemeinen Preis bezahlt nehmen.«

»Seinen Heuwachs betreffend, so hat ihm bisher ein jeder Gemeindsmann ein gewisses Stücklein Wieswachs angewiesen, auf welchem er sowohl Heu als Grummet, wenn es anders Ohmetstücker sind, gemähet, und bei diesen Wiesenstücklein soll es nicht nur dieses Jahr, sondern allzeit verbleiben, es sei denn, daß eine tüchtige Wiese von der Gemeinde aufgebutzt und zu einer beständigen, auch mit Grummetfreiheit versehenen Schulwiese ihm eingehändiget und zugewiesen würde.«

»Ferner hat er jährlich von einem jeden Schulkind einen Wagen Holz zu gewarten. Bei Kindtaufen und Hochzeiten geht er für seine gehabte Mühe mit zu den angestellten Mahlzeiten; die Leichen aber muß er in dem Dorf Dudweiler umsonst bedienen. Außerhalb erhält er für eine Taufe 5 Albus, von einer Hochzeit, wenn er nicht zur Mahlzeit geht, 3 Batzen und von einer Leiche 3 Batzen 3 Kreuzer, so es eine alte Person ist; ist es aber ein Kind, soll er haben 5 Albus. Sein Vieh ist von Hirtenlohn frei. Wenn der große Zehnt ausgeht, hat er die Erlaubnis, mit der Gemeinde, was sie zum Besten haben, zu verzehren.« Fürwahr, ein mühevolles und karges Brot, das dem Schulmeister gereicht wurde! Wie viele Gänge hatte er zu machen, um zu seinem Geld, seiner Frucht und seinem Holz zu kommen! Der Hunger war wohl oft bei ihm zu Gast. Dazu der tägliche Ärger mit einer ungezogenen Dorfjugend! Dafür durfte er sich von Zeit zu Zeit bei einer Hochzeit oder Kindtaufe gründlich satt essen. Das arme Dorfschulmeisterlein!

Im Jahre 1745 wurde die Besoldung des Schulmeisters von Dudweiler auf 76 Gulden und 15 Albus berechnet.

Im Jahre 1734 bestimmte das Konsistorium, daß das Schulgeld fortan statt 12 Albus nur 10 Albus vierteljährlich betragen und für jedes Kind, es möchte zur Schule gehen oder nicht, vom Anfang des fünften bis zum Ende des dreizehnten Lebensjahres bezahlt werden sollte.

Fürst Ludwig erließ im Jahre 1783 eine Schulordnung, in welcher er den Schulbesuch vom 7. bis zum 12. Lebensjahre 143 forderte und für unentschuldigtes Ausbleiben Strafen androhte. Der Unterricht dauerte von 7–10 Uhr und von 12–3 Uhr, Mittwochs und Samstags nachmittags war frei. Auch wurde ein allgemeiner Lehrplan aufgestellt.Vergl. Geschichte der Grafschaft Saarbrücken. III. 2, S. 367. In Dudweiler bestand nur eine Schulklasse, in welcher der Lehrer die verschiedenen Altersstufen unterrichten mußte.

Im Jahre 1786 wurde ein neues Schulhaus in Dudweiler gebaut. Die Abrechnung über den Bau ist uns erhalten; sie wurde im Jahre 1787 von dem Meier Jakob Sicks aufgestellt und wird hier mitgeteilt, weil sie einiges Licht über die damaligen Einkommensverhältnisse der Gemeinde verbreitet. Die zur Verfügung der Gemeinde stehenden Einnahmen betrugen 1730 Gulden 6 Kreuzer und setzten sich folgendermaßen zusammen:

1.  Fünfährige Pacht von dem Bärenwirt Schlachter zu St. Johann für die Dudweiler Schafweide 120 Gulden Kr.
2. Kollektengelder bei dem fürstlichen Oberamt St. Johann 167 " "
3. Von Johann Christian Karcher zu Saarbrücken für 400 Stück von der Gemeinde verkaufte Riemen 108 " "
4. Von Johann Michel Groß zu Dudweiler als Steigschilling für das alte Schulhaus 126 " "
5. Von Gouvy zu Stahlhammer für Kohlenholz 1197 " 56 "
6. Von demselben für 4 eichene Klötze 4 " "
7. Für übriggebliebene Ziegel von dem neuen Schulhaus 7 " 10 "

1730 Gulden 6 Kr.

Die Ausgaben beliefen sich auf 1655 Gulden 45 Kr., sodaß die Gemeinde einen Überschuß von 74 Gulden 21 Kr. behielt. Die Rechnung wurde von dem früheren Heimmeier Wilhelm Jenne und dem Gerichtsmann Valentin Pitz als richtig anerkannt.

In der französischen Zeit änderte sich der Zustand der Volksschulen (écoles primaires) nicht. Der Unterricht beschränkte sich auf Lesen, Schreiben, Rechnen und Religion, d. h. Erklärung 144 und Auswendiglernen des Katechismus. Es wurde fast nur in der Zeit unterrichtet, in der die Feldarbeiten ruhten, bei denen die Kinder sonst beschäftigt wurden.

Mit dem Übergang des Landes an Preußen wurde dem Schulunterricht mehr Sorgfalt zugewendet. Die Schule blieb unter der Aufsicht des Ortsgeistlichen. Damals wirkte in Dudweiler als einzige Lehrkraft Lehrer Jost, der von 1792–1800 der Gehilfe seines erkrankten Vaters und dann selbständiger Lehrer bis zu seinem im Jahre 1848 erfolgten Tode war. Er unterrichtete länger als 20 Jahre sämtliche schulpflichtigen Kinder von Dudweiler, Jägersfreude und Fischbach in demselben beschränkten Schulraum. Im Jahre 1821 wurde eine katholische Schule eingerichtet, in die auch die katholischen Kinder von Sulzbach, Jägersfreude und Fischbach aufgenommen wurden. 1825 wurde eine zweite evangelische Klasse eingerichtet, die der Sohn des Lehrers Jost und dann die Lehrer Ganns und Angermünde nacheinander verwalteten. 1846 wurde die dritte evangelische Klasse gegründet, an die der Lehrer Specht berufen wurde; er wirkte bis zum Jahre 1892 an der Schule und verfaßte auch eine Schulchronik. Die Gehälter der Lehrer beliefen sich damals auf 250, 200 und 120 Taler. Für den Küster- und Glöcknerdienst gab es eine besondere Vergütung, ebenso für das Orgelspielen und die Leichenbegleitung. Im Jahre 1875 wurde ein sechsklassiges System eingerichtet. In der Pfarrei Dudweiler, zu der Sulzbach, Friedrichsthal mit Bildstock, Fischbach, Jägersfreude, Scheidt, Scheidterberg, der Eschberg, der Stahlhammer und Rentrisch gehörten, zählte man im Jahre 1848 7 Schulen mit 6 Lehrern, davon 3 in Dudweiler, außerdem in Dudweiler eine Handarbeitsschule für die Töchter von Bergleuten.

Die Eröffnung der Saarbrücker Bahn im Jahre 1852 und die Zunahme der Bevölkerung führten auch eine Vermehrung der Schulklassen herbei. 1854 wurde die vierte evangelische Schulklasse gegründet. Im Jahre 1857 gab es in der Bürgermeisterei Dudweiler 13 Schulklassen, und weitere 5 Klassen wurden in Aussicht genommen. Die Gemeinde klagte über die steigenden Schullasten; man mußte sich mit gemieteten Räumen behelfen. Die Ausgaben für die Schulen für die Bürgermeisterei beliefen sich im Jahre 1866 auf 10 470 Mk., im Jahre 1875 auf 145 37 627 Mk. Im Jahre 1873 wurde die achte katholische Schulklasse eingerichtet; im Jahre 1875 wurde ein sechsklassiges evangelisches Schulsystem gegründet und ein Rektor angestellt; im Jahre 1876 auch eine Handarbeitslehrerin. Der Friedhof an der alten Kirche wurde im Jahre 1870 als Spielplatz für die Kinder eingerichtet, nachdem im Jahre 1864 ein neuer Friedhof außerhalb des Dorfes angelegt worden war.

Im Jahre 1908 wurde eine Hilfsklasse für schwachbegabte Kinder eingerichtet, aber 1911 wieder aufgelöst. Im Jahre 1918 zählte man in der Bürgermeisterei 86 Schulklassen, in denen 4625 Schulkinder unterrichtet wurden, und zwar bestanden in Dudweiler selbst 23 evangelische und 28 katholische Klassen, darunter auch eine sogenannte Abschlußklasse zur Vorbereitung für höhere Schulen, in Herrensohr 6 evangelische und 11 katholische, in Jägersfreude 3 evangelische und 4 katholische, in Fischbach 1 evangelische und 10 katholische Klassen. 5 Rektoren leiteten den Unterricht unter der Aufsicht von 2 Kreisschulinspektoren. Im Jahre 1913 wurde für 180 Mädchen der oberen Klassen Haushaltungsunterricht in 10 Gruppen an 240 Unterrichtstagen erteilt. Seit dem Jahre 1892 unterhält die Gemeinde eine Fortbildungsschule, die sich in erfreulicher Entwickelung befindet. Unter der Bergverwaltung steht eine bergmännische Werkschule.

Im Jahre 1877 war ein neues Schulhaus am Marktplatz bezogen worden; im Jahre 1909 wurde das 18klassige paritätisch verteilte Schulhaus auf dem alten evangelischen Kirchplatz eingeweiht, nachdem man sich bis dahin in gemieteten Räumen und mit Wechselunterricht beholfen hatte. Dieses Schulhaus enthält außer 18 Schulklassen ein Konferenzzimmer, ein Lehrmittelzimmer, einen Zeichensaal, eine Schulküche und eine Badeeinrichtung (12 Brause- und Wannenbäder), entspricht also allen Anforderungen. Der Staat gab einen Zuschuß von 5000 Mk. zu dem Bau.

Beim Beginn des Weltkrieges im Jahre 1914 trat der Lehramtsvertreter Dietsch als Kriegsfreiwilliger ein; auch die Lehrer Mierswa, Quint, Daleiden, Stein, Schreiner, Paffrath, Rothfuchs, Walter und Litzmann wurden zum Heeresdienst eingezogen, im Jahre 1915 auch die Lehrer Sommer, August Hoos und Meister. Litzmann fiel im November 1914 auf dem Felde der Ehre. Durch 146 Zusammenlegen von Klassen und durch Eintritt von Lehrerinnen konnte der Unterricht durchgeführt werden. Auf Veranlassung der Königlichen Regierung wurde ein Kriegslehrplan aufgestellt. Eine Geldsammlung der Schüler und Schülerinnen zum Besten der Kriegswitwen ergab die Summe von 2100 Mk. Auch durch andere Sammlungen und Liebesgaben machte sich die Jugend verdient.

Im Anfange des Jahres 1919 war die Schülerzahl um 100 zurückgegangen, was dem Einfluß des Krieges zuzuschreiben ist. Der Ausfall wird für das Jahr 1925 auf 275 Kinder berechnet.

Marktplatz in Dudweiler mit Schulhaus

Nach der politischen Umwälzung wurde eine Schuldeputation gewählt, die aus 6 Gemeinderäten und 4 Lehrern besteht. Für Dissidentenkinder wurden freie Schulklassen ohne Religionsunterricht, aber mit französischem Sprachunterricht geschaffen.

Seit dem Jahre 1912 besteht eine Jugendwerkstätte, die von dem Lehrer Wilhelm Wagner eingerichtet wurde. Die Knaben wurden in 4 Abteilungen in je 2 Wochenstunden zu Handarbeiten angeleitet, mit denen sie ihre freien Stunden möglich nützlich 147 ausfüllen können. Von der Gemeinde sind zwei Werkstätten eingerichtet worden, in denen die Knaben mit Pappe-, Holz- und Metallarbeiten beschäftigt werden. Im Jahre 1918 waren es 39 Schüler und 28 schulentlassene Knaben.

Auch die Jugendpflege fand in Dudweiler eine Stätte. Dem Kreisausschuß für Jugendpflege gehören Bürgermeister Jost und Pfarrer Schmidt an. Im Jahre 1913 bestanden in Dudweiler 10 Jugendvereine, nämlich 3 nationale, 3 katholische, 3 evangelische und einer ohne bestimmte Richtung. Sie zählten zusammen 1379 Mitglieder, darunter 917 von 14 bis 20 Jahren.

Der allgemeine Turnverein zählte etwa 200 Mitglieder.

Die Zahl der Knaben, die von Dudweiler und Sulzbach aus das Gymnasium oder die Gewerbeschule (jetzt Oberrealschule) zu Saarbrücken besuchten, war anfangs gering; es waren nicht mehr als 5 bis 6 Schüler, die zu Fuß nach Saarbrücken wanderten, auch als die Bahn schon eröffnet war. Erst von 1873 ab benutzten sie die Bahnverbindung und zwar meistens Güterzüge. Schülerkarten wurden erst Ende der siebziger Jahre ausgegeben, und damit vermehrte sich auch die Zahl der nach Saarbrücken fahrenden Schüler. Die Gründung des Realgymnasiums in Sulzbach im Jahre 1906 zog viele Schüler dorthin. 148

 


 

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