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Geschichte der Entdeckung und Eroberung Perus

Francisco de Xerez: Geschichte der Entdeckung und Eroberung Perus - Kapitel 7
Quellenangabe
typefiction
authorFrancisco de Xerez
titleGeschichte der Entdeckung und Eroberung Perus
publisherVerlag Plata A.G. Chur
isbn385845012X
translatorH. Külb
year1974
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectidcded6e28
created20070102
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II.

Die Eroberung Peru's von Francisco de FerezLa conquista del Peru, llamada la nueva Castilla. Sevilla 1534. Fol. Salamanca 1547. Fol. Auch in A.G. Barcia's Historiadores primitivos de las Indias. Madrid 1749. Fol. im dritten Bande. – Eine wortgetreue italienische Uebersetzung lieferte Dom. de Gaztelu, Venet. 1535. 4., welche auch Ramusio in den dritten Band seiner Navigationi et viaggi aufnahm. Die französische Übersetzung von H. Ternaux-Compans (Paris 1837. 8.) ist an vielen Stellen ungenau.

1. Einleitung.

Auf daß zum Ruhme Gottes, unsers höchsten Herrn, zur Ehre und zum Frommen der kaiserlichen katholischen Majestät sich Frohlocken unter den Gläubigen und Schrecken unter den Ungläubigen verbreite, auf daß endlich alle Menschen die göttliche Vorsehung, das Glück des Kaisers, die Klugheit, die Tapferkeit, die Kriegskunst, die mühseligen und gefahrvollen Schifffahrten und Kämpfe der Spanier, der Unterthanen des unüberwindlichen römischen Kaisers Karl, unseres angestammten Königs und Herrn, bewundern mögen, habe ich mir vorgenommen diesen Bericht niederzuschreiben und ihn Sr. Majestät zu übergeben. Auf diese Weise soll Jedermann kund werden, wie die Spanier diese Thaten vollbrachten und zwar, wie schon gesagt, zum Ruhme Gottes, weil sie, von seinem göttlichen Beistande unterstützt, so zahlreiche Heiden überwunden und zu unserm heiligen katholischen Glauben bekehrt haben, – zur Ehre unseres Kaisers, weil durch seine große Macht, durch sein gutes Glück und zu seiner Zeit so herrliche Dinge gelangen, – zum Frohlocken der Gläubigen, weil für sie so viele und so gewaltige Schlachten gewonnen, so viele Provinzen entdeckt und erobert wurden, weil dadurch ihren Königen, ihrem Vaterlande und ihnen selbst so große Reichthümer zuflossen, und endlich weil man sagen wird, daß die Christen den Ungläubigen Furcht und allen Menschen Bewunderung eingeflößt haben; denn wann sah man je bei den Alten oder bei den Neuern so glanzvolle Unternehmungen von so wenigen Leuten gegen eine so weit überlegene Menge, unter solchen Himmelsstrichen, an solchen Meeresenden und in so entfernten Gegenden vollbringen, um Länder, die man früher nie gesehen und von welchen man noch nie gehört hatte, zu erobern? Wer könnte sich in dieser Hinsicht dem spanischen Volke vergleichen? Gewiß weder die Juden noch die Griechen, noch die Römer, obschon von den letzteren mehr geschrieben ist als von allen übrigen Völkern; denn wenn die Römer so viele Provinzen unterjochten, so geschah dieses doch immer nur mit einer gleichen oder doch nicht viel geringeren Anzahl von Kriegsleuten, in bekannten und mit den gewöhnlichen Lebensmitteln versehenen Ländern und mit bezahlten Anführern und Heeren; die Anzahl der Spanier aber war immer nur gering, ihrer waren gewöhnlich nur zweihundert oder dreihundert, zuweilen auch nur hundert oder noch weniger, und nur ein einzigesmal war eine größere Menge beisammen, nämlich vor zwanzig Jahren, als der Hauptmann Pedrarias dreizehnhundert Mann befehligte. Alle diese Leute, welche zu verschiedenen Zeiten abreisten, thaten dieß weder für Bezahlung noch gezwungen, sondern sie gingen aus freiem Willen und auf ihre eigene Kosten; und doch eroberten sie zu unserer Zeit mehr Land, als vor ihnen bekannt war und als alle christlichen und heidnischen Fürsten besaßen; dabei hatten sie bei jenen Völkern, die weder Brod noch Wein kennen, keine anderen Lebensmittel als solche, die auch die Thiere genießen, und nur dadurch daß sie ihr Leben mit Kräutern, Wurzeln und Baumfrüchten fristeten, haben sie alle jene Eroberungen gemacht, die bereits jetzt aller Welt bekannt sind. Ich will deßhalb auch, um nicht weitläufig zu werden, hier nur die Geschichte der Eroberung Neucastiliens erzählen.

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