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Geschichte der Entdeckung und Eroberung Perus

Francisco de Xerez: Geschichte der Entdeckung und Eroberung Perus - Kapitel 36
Quellenangabe
typefiction
authorFrancisco de Xerez
titleGeschichte der Entdeckung und Eroberung Perus
publisherVerlag Plata A.G. Chur
isbn385845012X
translatorH. Külb
year1974
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectidcded6e28
created20070102
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30. Sein Nachfolger. Heimkehr vieler Spanier. Ankunft großer Schätze in Spanien. (Fortsetzung nach Augustin de Zarate)

Nachdem der Statthalter den jüngeren Atabaliba wie erzählt wurde in die Herrschaft und Regierung des Landes eingesetzt hatte, sagte er ihm, daß er ihm jetzt die Befehle Seiner Majestät mittheilen und ihn mit den Pflichten, die er als Vasall derselben zu erfüllen habe, bekannt machen müsse. Atabaliba erwiederte: es sey durchaus nöthig, daß er sich erst vier Tage zurückziehe ohne mit irgend jemand zu sprechen; denn es sey bei ihnen Sitte, daß nach dem Tode des Fürsten dessen Nachfolger, wenn man ihn fürchten und ihm gehorchen solle, erst dieß thue, worauf denn alle sogleich den schuldigen Gehorsam leisteten. Er lebte also vier Tage völlig zurückgezogen. Darauf setzte der Statthalter beim Schalle der Trompeten mit ihm die Friedensbedingungen fest und überreichte ihm die königliche Fahne. Dieser erhob sie mit seinen eignen Händen im Namen des Kaisers, unseres Herrn, und erklärte sich dadurch zu dessen Vasallen. Darauf erkannten ihn sogleich alle anwesenden Häuptlinge und Caziken mit großer Unterthänigkeit als ihren Gebieter an, küßten ihm Hand und Wange und wandten dann ihr Gesicht nach der Sonne, um dieser mit gefalteten Händen dafür zu danken, daß sie ihnen einen rechtmäßigen Gebieter gegeben habe. So ward dieser Herr als Nachfolger in dem Reiche Atabaliba's anerkannt. Darauf legten sie ihm eine sehr kostbare Binde um das Haupt, welche ihm bis auf die Stirne herabfiel und beinahe die Augen bedeckte. Diese Binde vertritt bei ihnen die Stelle der Krone und wird von dem Gebieter des Landes, welcher zu Cuzco seinen Sitz hat, getragen; und so trug sie auch Atabaliba.

Nachdem alle diese Angelegenheiten geordnet waren, kamen mehrere von den Spaniern, welche das Land erobert hatten, besonders solche, welche sich schon sehr lange Zeit daselbst befanden, so wie auch andere, die von Krankheit niedergedrückt oder verwundet weder länger dienen noch bleiben konnten, zu dem Statthalter und baten ihn inständig um die Erlaubniß, mit dem Gold und Silber, den Edelsteinen und andern werthvollen Dingen die als Antheil an der Beute ihnen zugefallen waren, in ihre Heimath zurückkehren zu dürfen. Die Erlaubniß wurde ihnen gegeben und einige kamen mit Hernando Pizarro, dem Bruder des Statthalters, zurück; später erhielten auch noch andere dieselbe Erlaubniß, da der Ruf der von den Heimkehrenden erworbenen Reichthümer jeden Tag neue Abenteurer herbeilockte. Der Statthalter gab den Spaniern, welche die Erlaubniß zur Heimkehr erhalten hatten, Schafe, Widder und Indianer, um ihr Gold, Silber und Zeug bis zur Stadt San Miguel zu bringen. Auf der Reise verloren mehrere an Gold und Silber den Betrag von mehr als 25000 Castellanos, weil die Widder und Schafe durchgingen und auch einige Indianer entflohen. – Alle erduldeten auf dem Wege von Cuzco bis zu dem Hafen, welcher an 200 Meilen beträgt, viel Hunger und Durst und Mühseligkeiten aus Mangel an Trägern ihrer Habe. Von San Miguel begaben sie sich zur See nach Panama und gingen von hier nach Nombre de Dios, wo sie sich einschifften. Der Allmächtige führte sie glücklich nach Sevilla, wo bis jetzt vier Schiffe ankamen, welche folgenden Reichthum an Gold und Silber mitbrachten.

Im Jahre 1533 am 5 December lief das erste dieser Schiffe in den Hafen von Sevilla ein; auf ihm befand sich der Hauptmann Christoval de Mena, welcher 8000 Pesos Gold und 950 Mark Silber als sein Eigenthum mitbrachte, ferner Juan de Losa, ein ehrwürdiger Geistlicher von Sevilla, welcher 6000 Pesos Gold und 80 Mark Silber besaß. Außer diesen Summen hatte das Schiff noch 38,946 Pesos Gold an Bord.

Im Jahr 1534 am 9 Januar lief das zweite Schiff Santa Maria del Campo genannt in den Fluß von Sevilla ein; mit ihm kam der Hauptmann Hernando Pizarro, der Bruder Francisco Pizarro's, des Statthalters und Generalcapitäns von Neucastilien. Auf dem Schiffe befanden sich für Seine Majestät 153.000 Pesos Gold und 5048 Mark Silber. Außer dem Antheile Seiner Majestät brachte das Schiff für die mit ihm gekommenen Privatleute 310.000 Pesos Gold und 13,500 Mark Silber. Die genannte Summe bestand in Stangen, Platten und Stücken Gold und Silber und war in großen Kisten verpackt. – Außer diesem Reichthum hatte dieses Schiff auch noch für Seine Majestät an Bord 38 goldne und 48 silberne Gefäße, darunter einen silbernen Adler, dessen Körper zwei Eimer Wasser faßte, zwei große Töpfe, einen goldnen und einen silbernen, in deren jedem eine in Stücke geschnittene Kuh Raum hatte, zwei Säcke voll Gold von denen jeder zwei Fanegen (200 Pfund) Getreide hielt, einen goldnen Götzen von der Größe eines vierjährigen Kindes und zwei kleine Trommeln. Die anderen Gefäße waren goldene und silberne Becken, von denen jedes zwei Arroben und mehr hielt. In demselben Schiffe befanden sich ferner noch für die mitgekommenen Privatleute 24 silberne und 4 goldene Becken. – Der Schatz wurde auf dem Damm ausgeladen und in die Handelskammer gebracht. Die Gefäße waren in großer Anzahl vorhanden und das übrige war in 27 Kisten verpackt, von denen je zwei auf einem mit einem paar Ochsen bespannten Wagen fortgebracht wurden.

Im erwähnten Jahre am 3 Junius liefen die beiden andern Schiffe ein; das eine führte Francisco Rodriguez, das andere Francisco Pabon. Sie brachten für die an Bord befindlichen Privatleute 146.518 Pesos Gold und 30.511 Mark Silber.

Die erwähnten Gefäße und Stücke von Gold und Silber nicht mitgerechnet, betrug das in diesen vier Schiffen befindliche Gold 703.580 Pesos, jeden Peso zu einem Castellano gerechnet. Ein Peso gilt gewöhnlich 4b0 Maravedi. Rechnet man also alles Gold, welches als Ladung der vier Schiffe angegeben wurde, ohne die Gefäße und andere Stücke mitzuzählen, zusammen, so erhält man die Summe von 318,861.000 Maravedi.

Das gesammte Silber belief sich auf 49,008 Mark. Nimmt man auf die Mark 8 Unzen und rechnet sie zu 2210 Maravedi, so erhält man für alles Silber die Summe von 108,307,680 Maravedi.

Das eine der beiden zuletzt angekommenen Schiffe, welches Francisco Rodriguez führte, gehörte Francisco de Xerez aus der Stadt Sevilla, welcher diesen Bericht auf Befehl des Statthalters Francisco Pizarro, als dessen Geheimschreiber er sich in der Provinz Neucastilien in der Stadt Caxamalca befand, verfaßte.Hier endet Francisco's de Xerez, Bericht; die Fortsetzung bis zum Tode Francisco Pizarro ist Augustins de Zarate Historia del descubrimiento y conquista de la Provincia del Peru, lib.II.Cap. 8 bis lib.IV.cap 8 entlehnt.

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