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Geschichte der Entdeckung und Eroberung Perus

Francisco de Xerez: Geschichte der Entdeckung und Eroberung Perus - Kapitel 27
Quellenangabe
typefiction
authorFrancisco de Xerez
titleGeschichte der Entdeckung und Eroberung Perus
publisherVerlag Plata A.G. Chur
isbn385845012X
translatorH. Külb
year1974
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectidcded6e28
created20070102
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21. Eintreibung des Goldes und Silbers.

Jeden Tag fanden sich Caziken bei dem Statthalter ein und unter diesen auch zwei, welche den Namen Räubercaziken führten, weil ihr Volk alle Leute anfiel, die durch ihr Land, welches auf dem Weg nach Cuzco lag, kamen. Als Atabaliba sich bereits sechzig Tage in der Gefangenschaft befand, erschien ein Cazike des Orts wo die oben erwähnte Moschee stand, und der Wächter derselben vor dem Statthalter, und als dieser Atabaliba fragte, wer diese Leute seyen, erhielt er zur Antwort, der eine sey der Herr des Ortes wo sich die Moschee befinde, der andere der Wächter derselben, und er sey über die Ankunft des letzteren sehr erfreut, denn er wolle ihm die Lügen, die er ihm vorgeschwatzt, vergelten. Er verlangte eine Kette um ihn zu fesseln, weil er ihm gerathen, mit den Christen Krieg anzufangen, und weil der Götze ihm verkündet habe, daß er sie alle umbringen würde; auch habe er seinem Vater Cuzco, als dieser dem Tode nahe war, gesagt, er würde an seiner Krankheit nicht sterben. Der Statthalter ließ eine Kette herbeibringen und Atabaliba legte sie ihm an mit dem Bedeuten, daß er sie nicht eher lösen werde, als bis er alles Gold der Moschee herbeigeschafft haben würde, welches er alsdann den Christen geben wolle, weil sein Götze ein Lügner sey. »Ich will jetzt sehen, fügte er noch hinzu, ob dir der, welchen du deinen Gott nennst, die Kette abstreifen wird.« – Der Statthalter und der Cazike, welcher mit dem Wächter gekommen war, schickten Boten ab, um sowohl das Gold der Moschee, als auch das was der Cazike besaß, zu holen, und diese versprachen in 50 Tagen wieder zurück zu seyn.

Da unterdessen der Statthalter vernommen hatte, daß sich im Lande Kriegsvolk zusammenziehe, und daß sich dessen schon zu Guamachuco befinde, schickte er Hernando Pizarro mit 20 Reitern und einigem Fußvolk nach Guamachuco, welches drei Tagreisen von Caxamalca liegt, um zu erforschen, was dort vorgehe, und das an diesem Orte befindliche Gold und Silber herbeizuschaffen. Der Hauptmann Hernando Pizarro brach am Abend des Festes der heiligen drei Könige (6 Januar) im J. 1533 von Caxamalca auf. – vierzehn Tage darauf kamen einige Christen mit einer großen Menge Gold und Silber zu Caxamalca an; sie brachten mehr als 300 Lasten, welche in großen goldnen und silbernen Krügen, Töpfen und andern Gefäßen bestanden. Der Statthalter ließ alles zu dem bereits empfangenen in das Haus, wo Atabaliba seine Wachen hatte, bringen, indem er bemerkte, er wolle es in Gewahrsam nehmen, bis das Versprochene vollständig eingetroffen wäre, um es dann, wenn alles beisammen sey, auf einmal abzuliefern, und um es in desto besserem Gewahrsam zu halten, stellte er Christen davor, um es Tag und Nacht zu bewachen, und ließ, damit kein Betrug stattfinden könne, alles, so wie es in das Haus gebracht wurde, Stück für Stück zählen. Mit dem Golde und Silber langte auch ein Bruder Atabaliba's an und verkündete, daß in Xauxa noch eine weit größere Menge Gold zurückgeblieben sey, daß dieses sich aber jetzt bereits auf dem Wege befinde und von einem der Hauptleute Atabaliba's, welcher Chilicuchima heiße, begleitet werde.

Hernando Pizarro schrieb dem Statthalter, daß er über den Zustand des Landes Erkundigung eingezogen, nirgends aber etwas von Zusammenziehung von Kriegsvolk gehört habe, auch wisse er sonst nichts Neues, als daß sich das Gold nebst einem Hauptmann zu Xauxa befinde; er möge ihn seine Befehle wissen lassen, und ob er weiter vorrücken solle, denn er möge nicht, ohne von ihm Bescheid erhalten zu haben, seinen jetzigen Aufenthaltsort verlassen. Der Statthalter erwiederte, er solle seinen Weg nach der Moschee nehmen, weil er den Wächter derselben gefangen halte und weil Atabaliba befohlen habe den ganzen Schatz herauszunehmen; er solle sich also beeilen, alles Gold das sich in der Moschee befinde, in seine Hände zu bekommen und ihm von jedem Orte aus alles was ihm auf dem Wege begegne zu schreiben. Alles geschah so wie ausgemacht.

Als der Statthalter bemerkte, mit welcher Langsamkeit das Gold herbeigeschafft wurde, schickte er drei Christen ab, um die Ankunft des Goldes welches sich in Xauxa befand zu beschleunigen und die Stadt Cuzco zu besuchen. Einem derselben gab er Vollmacht, an seiner Stelle und im Namen Seiner Majestät in Gegenwart eines öffentlichen Schreibers, welcher ebenfalls mitging, von der Stadt Cuzco und ihren Umgebungen Besitz zu nehmen. Er schickte auch einen Bruder Atabaliba's mit und befahl ihnen den Eingeborenen kein Leid zuzufügen und ihnen weder Gold noch sonst etwas gegen ihren Willen zu nehmen. Sie sollten nichts anders thun als was der sie begleitende Häuptling verlange, damit sie nicht umgebracht würden; vor allem sollten sie dahin trachten, die Stadt Cuzco zu besuchen und über alles Bericht erstatten. Diese Leute reisten am 15. Februar des genannten Jahres (1533) von Caxamalca ab.

Am Abend des Palmsonntags am 14 April desselben Jahres traf der Hauptmann Diego de Almagro mit einiger Mannschaft zu Caxamalca ein und ward von dem Statthalter und seinen Leuten wohl empfangen. – Ein Neger, welcher mit den nach Cuzco geschickten Christen abgereist war, kehrte am 28 April mit 107 Lasten Gold und 7 Lasten Silber zurück. Er kam von Xauxa, wo sie den Indianern welche das Gold brachten, begegnet waren, die andern Christen hatten ihren Weg nach Cuzco fortgesetzt. Er berichtete auch, daß Hernando Pizarro, welcher sich in Xauxa aufhalte um eine Zusammenkunft mit Chilicuchima abzuwarten, in kurzer Zeit eintreffen würde. Der Statthalter ließ das Gold zu dem andern bringen und alle Stücke zählen.

Am 25 März kam der Hauptmann Hernando Pizarro mit allen Christen welche er mitgenommen hatte und mit dem Häuptling Chilicuchima in die Stadt Caxamalca zurück und wurde von dem Statthalter und seinen Leuten sehr freudig empfangen. Er brachte aus der Moschee 27 Lasten Gold und 2000 Mark Silber, und reichte dem Statthalter folgenden Bericht ein, welcher Miguel Eßtete, der ihn als Aufseher (Veedor) auf der Reise begleitete, zum Verfasser hat.

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