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Geschichte der Entdeckung und Eroberung Perus

Francisco de Xerez: Geschichte der Entdeckung und Eroberung Perus - Kapitel 10
Quellenangabe
typefiction
authorFrancisco de Xerez
titleGeschichte der Entdeckung und Eroberung Perus
publisherVerlag Plata A.G. Chur
isbn385845012X
translatorH. Külb
year1974
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectidcded6e28
created20070102
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4. Pizarro landet in Peru. Geht nach Spanien und wird zum Statthalter von Peru ernannt. Abreise von Panama zur Eroberung Perus (1531). Landung in der Bay San Mateo. Ueberfall eines Ortes.

Die Hauptleute und die andern Spanier sahen wohl ein, daß bei ihrer geringen Anzahl den Indianern kein Widerstand zu leisten und kein Vortheil aus diesem Lande zu ziehen sey; sie kamen also überein die Schiffe mit den Lebensmitteln, welche es in den erwähnten Oertern gab, zu beladen und nach einer Insel, welche die Hahneninsel (Isla del Gallo) heißt, zurückzusteuern, weil sie daselbst sicher bleiben konnten, während die Fahrzeuge nach Panama segelten, um dem Statthalter die Nachricht von der gemachten Entdeckung zu bringen und von ihm mehr Mannschaft zu verlangen, damit die Hauptleute ihr Unternehmen verfolgen und Besitz von dem Lande ergreifen könnten. Der Hauptmann Almagro ging mit den Schiffen ab. Von einigen Leuten war an den Statthalter geschrieben worden, er möge die Mannschaft nach Panama zurückkommen lassen, weil sie nach den Mühseligkeiten, die sie während der drei Jahre seitdem sie auf Entdeckungen ausgelaufen, erduldet hätten, keine weitem mehr zu ertragen vermöchten, worauf der StatthalterNämlich Pedro de los Rios, welcher den Pedrarias 1526 ersetzt hatte. Er selbst wünschte wohl den Unternehmungen Pizarro's einen guten Erfolg, fürchtete aber, weil schon so viel Mannschaft umgekommen war, die Verantwortung. Deßhalb rief er später auch Pizarro selbst mit den übrigen Leuten zurück. den Bescheid gab, daß alle, welche nach Panama zurückzukehren wünschten, es thun könnten, daß aber die, welche bleiben wollten, um weitere Entdeckungen zu machen, dazu die Erlaubniß haben sollten. Es blieben auf diese Weise sechzehn Leute bei dem Hauptmann Pizarro, die ganze übrige Mannschaft ging auf den beiden Schiffen nach Panama. Pizarro hielt sich fünf Monate auf der erwähnten InselNach andern Berichten blieb Pizarro bis zur Wiederkehr des Schiffes nicht auf der Hahneninsel, sondern auf der Insel Gorgona, welche zehn Meilen weiter im Meere lag, weil er sich hier mit seinen wenigen Leuten für sicherer hielt und auch Ueberfluß an Trinkwasser fand. auf, bis eines der Schiffe zurückkam, welches er mit seinen Leuten bestieg und seine Entdeckungen hundert Meilen weiter, als sie vorher gekommen waren, fortsetzte. Sie fanden viele bewohnte Plätze und großen Reichthum und brachten noch mehr Proben von Gold, Silber und Stoffen mit, als sie vorher erhalten hatten und welche ihnen die Indianer ganz gern gaben. Der Hauptmann kehrte damit zurück, weil die Frist, welche ihm der Statthalter gesetzt hatte, zu Ende ging, und lief gerade am letzten Tage derselben in den Hafen von Panama ein.Xerez faßt sich hier sehr kurz. Pizarro landete auf dieser Reise auf der kleinen Insel Santa Clara im Busen von Guayaquil, nahe bei dem großen Eilande Punà, berührte Tumbez und Payta, umsegelte das Vorgebirge Aguja und kam bis zu einer Gegend, welche Motupe hieß und in der Mitte zwischen den jetzigen Städten San Miguel de Piura und Truxillo liegt. Das eigentliche Peru wurde also auf dieser Fahrt entdeckt. Die Spanier sahen jetzt auch zum erstenmal eine eigene Art von Schafen (wie sie sich ausdrücken), nämlich die Lamas. Vrgl. A. de Zarate, Historia del discubrimento y conquista del Peru, lib. l. cap. 2.

Da nun die beiden Hauptleute so sehr heruntergekommen und eine so große Geldsumme schuldig waren, daß sie sich nicht mehr helfen konnten, ging Francisco Pizarro mit etwas mehr als tausend Castellanos, welche ihm seine Freunde vorschossen, nach Castilien und stattete Sr. Majestät über die ausgezeichneten und wichtigen Dienste, die er im Solde Sr. Majestät geleistet hatte, Bericht ab. Als Belohnung derselben erhielt er die Statthalterschaft und Gerichtsbarkeit in dem entdeckten Lande, den Orden des heil. Jacob, mehrere Ehrenämter, die Würde eines Großalguazil und andere Gunstbezeugungen. Auch erhielt er Geldunterstützung von Sr. Majestät, als einem Kaiser und Könige, der alle die in seinem Dienste stehen reichlich belohnt, wie er immer gethan hat, weßhalb auch viele bereitwillig ihr Hab und Gut im königlichen Dienste opferten, um im Südmeere und auf dem ganzen Ocean Länder und Provinzen zu entdecken, welche so weit von den Reichen Castiliens entlegen sind. – Nachdem der Statthalter und Adelantado (Gerichtsherr) Francisco Pizarro von Sr. Majestät entlassen worden war, segelte er aus dem Hafen von San Lucar mit einer Flotte ab und erreichte bei günstigem Winde und ohne einen widrigen Zufall den Hafen von Nombre de Dios, von wo er sich mit seiner Mannschaft nach der Stadt Panama begab, daselbst aber viel Widerspruch und Hindernisse fand, weil man ihn nicht ziehen lassen wollte, um das von ihm entdeckte Land zu colonisiren, wie ihm Se. Majestät befohlen hatte; durch die unerschütterliche Festigkeit aber, die er bei der Verfolgung seines Vorsatzes bewies, brachte er es endlich dahin, daß er (im Februar 1531) mit so viel Mannschaft als er zusammenbringen konnte, nämlich 180 Leuten und 37 Pferden auf drei Schiffen den Hafen von Panama verließ. Die Fahrt war so glücklich, daß sie nach dreizehn Tagen in der Bai San Mateo landeten, welche Gegend sie anfangs, als sie auf Entdeckungen ausliefen, erst nach mehr als zwei Jahren erreichen konnten. Mannschaft und Pferde wurden hier ausgeschifft und folgten der Küste, wo sie an allen Orten die Bevölkerung in vollem Aufstande fanden. Auf diesem Marsche kamen sie (am 14 April) an einen Ort, welcher Coaque heißt und den sie überfielen, damit er nicht in Aufruhr gerathen konnte, wie die andern Orte. Sie erbeuteten daselbst 15.000 Pesos an Gold und 1500 Mark Silber,Der Peso an Gold hatte einen Werth Von 4 fl. 47 kr. und die Mark Silber bestand damals aus 8 Unzen, die Unze zu 1 Thlr. Die Beute an Gold und Silber betrug also ungefähr 92,750 fl. so wie viele Smaragden, welche man damals noch nicht kannte und nicht für werthvolle Steine hielt, weßhalb sie die Spanier bei den Indianern gegen Zeuge und andere Dinge, welche sie ihnen, dafür gaben, austauschten. Sie erhaschten in diesem Orte auch den Caziken, welcher der Gebieter desselben war, nebst einigen seiner Leute, und fanden viele Stoffe verschiedener Art und so viele Lebensmittel, daß sie drei bis vier Jahre zum Unterhalte der Spanier ausreichen konnten.

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