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Gesammelte Schriften über Musik und Musiker. Zweiter Band

Robert Schumann: Gesammelte Schriften über Musik und Musiker. Zweiter Band - Kapitel 33
Quellenangabe
authorRobert Schumann
titleGesammelte Schriften über Musik und Musiker. Zweiter Band
publisherGeorg Wigand's Verlag
year1871
printrunZweite Auflage
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180829
projectidd8ee9029
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Theaterbüchlein (1847-50).

Johann von Paris von Boieldieu.

(Den 4. Mai 1847 in Dresden.)

Eine Meisteroper. Zwei Acte, zwei Decorationen, zwei Stunden Zeitlänge – Alles trefflich gerathen. Jean de Paris, Figaro, und Barbier, die ersten komischen Opern der Welt und nur die Nationen der Componisten zurückspiegelnd!

Instrumentation (auf die jetzt mein Hauptaugenmerk geht) überall meisterlich, – die Blasinstrumente, namentlich Clarinetten und Hörner, mit Vorliebe behandelt, den Gesang nirgends deckend, – die Violoncello's hier und da schon als selbstständige Stimme mit Effect behandelt.

Hörner klingen in hoher Lage, wenn die Singstimme noch höher liegt, sehr gut, verschmelzen sich mit ihr.

*

Templer und Jüdin von Marschner.

(Den 8. Mai 1847.)

Mit großem Genuß gehört. Die Composition hier und da unruhig, nicht ganz klar instrumentirt, neben einer Fülle geistreicher Melodieen. Bedeutendes dramatisches Talent, einzelne Anklänge an Weber.

Ein Edelstein, der sich nicht ganz von seiner rohen Hülle befreien können. –

Behandlung der Singstimmen zum Theil nicht dankbar und vom Orchester erdrückt. Zu viel Posaunen.

Die Chöre gingen spottschlecht, sie müßten theilweise größere Wirkung machen.

In Summa, nach den Weber'schen die bedeutendste deutsche Oper der neuern Zeit.

*

Iphigenia in Aulis von Gluck.

(Den 15. Mai 1847.)

Schröder-Devrient, Klytämnestra; Wagner, Iphigenia; Mitterwurzer, Agamemnon; Tichatschek, Achill.

Richard Wagner hat die Oper in Scene gesetzt; Costümirung und Decorationen sehr angemessen. Auch an der Musik hat er hinzugethan; ich glaubt' es hie und da zu hören. Auch den Schluß »nach Troja« hinzugemacht. Dies ist eigentlich unerlaubt. Gluck würde an R. Wagner's Oper vielleicht den umgekehrten Proceß vornehmen – wegnehmen, herausschneiden.

Was soll ich über die Oper sagen! Wie lange die Welt steht, solche Musik wird immer wieder einmal zum Vorschein kommen, wird nie alt.

Ein großer origineller Künstler. Mozart steht auf seinen Schultern sichtbar; Spontini copirt ihn oft wörtlich.

Der Schluß der Oper wieder von höchster Wirkung, wie in Armida.

*

Tannhäuser von Richard Wagner.

(Den 7. August 1847.)

Eine Oper, über die sich nicht so in Kürze sprechen läßt. Gewiß, daß sie einen genialen Anstrich hat. Wär' er ein so melodiöser Musiker, wie er ein geistreicher, er wäre der Mann der Zeit.

Viel ließe sich über die Oper sagen, und sie verdiente es, ich hebe es mir auf später auf.

*

La Favorite von Donizetti.

(Den 30. August 1847.)

Nur zwei Acte hörte ich. Puppentheatermusik! –

*

Euryanthe von C. M. v. Weber.

(Den 23. September 1847.)

Geschwärmt haben wir wie lange nicht. Die Musik ist noch viel zu wenig erkannt und anerkannt. Es ist Herzblut, sein edelstes, was er hatte; ein Stück Leben hat ihm die Oper gekostet – gewiß. Aber auch unsterblich ist er durch sie.

Eine Kette glänzender Juwelen vom Anfang bis zum Schluß. Alles höchst geistreich und meisterhaft. Die Charakteristik der Einzelnen, namentlich Eglantinens und Euryanthens, wie herrlich – und wie klingen die Instrumente! aus der innersten Tiefe sprechen sie zu uns.

Wir waren ganz voll davon, sprachen noch lange darüber. Das genialste Stück der Oper scheint mir das Duett zwischen Lysiart und Eglantine im zweiten Act. Der Marsch im dritten Act zu Ehren der nämlichen ist's auch, aber nicht Einzelnem, dem Ganzen gebührt die Krone.

*

Barbier von Sevilla von Rossini.

(Im November 1847.)

Mit der Viardot-Garcia als Rosine. Immer erheiternde geistreiche Musik, die beste, die Rossini je gemacht. Die Viardot macht aus der Oper eine große Variation; kaum eine Melodie läßt sie ungeschoren. Welch' falsche Ansicht von Virtuosenfreiheit! Uebrigens ihre beste Rolle. –

*

Stumme von Portici von Auber.

(Den 22. Februar 1848.)

Die Oper eines musikalischen Glückskindes. Der Stoff hat sie erhalten. Die Musik gar zu roh, gemüthlos, dabei abscheulich instrumentirt. Hier und da Funken von Geist.

*

Oberon von Weber.

(Den 18. März 1848.)

Gar zu lyrischer Stoff. Auch die Musik andern Weber'schen Opern an Frische nachstehend. Eine schlumprige Aufführung.

*

Ferdinand Cortez von Spontini.

(Den 27. Juli 1848.)

Mit Entzücken zum erstenmal gehört. –

*

Fidelio von Beethoven.

(Den 11. August.)

Schlechte Aufführung und unbegreifliche Temponahme von R. Wagner.

*

Heimliche Ehe von Cimarosa.

(Den 19. Juni 1849.)

Im Technischen (Satz und Instrumentation) durchaus meisterlich, sonst ziemlich interesselos, zuletzt wahrhaft langweilig und aller Gedanken ledig.

*

Wasserträger von Cherubini.

(Den 8. Juli.)

Mit großer Freude an der geistreichen meisterlichen Oper seit vielen Jahren wieder zum erstenmal gehört. Ein vortrefflicher Wasserträger in Dall' Aste.

*

Prophet von Giac. Meyerbeer.

(Den 2. Februar 1850.)

*

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