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Gedichtsammlung

Ernst Wilhelm Lotz: Gedichtsammlung - Kapitel 50
Quellenangabe
typepoem
authorErnst Wilhelm Lotz
booktitleGedichte, Prosa, Briefe
titleGedichtsammlung
publisheredition text + kritik GmbH
editorJürgen von Esenwein
year1993
isbn388377443X
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20160829
projectid490a79bb
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Die Fackel

Spät saß ich wach. Ich fieberte vielleicht. Und starrte
Die Rücken meiner edlen Bücher an.
Und fühlte, als ich deutlich mich besann,
Daß heute meiner etwas harrte.

Doch welcher Art, das wüßt' ich nicht.
Ich saß sehr wartend still und staunte vor mich hin,
Ob ich enträtselte den fremden Sinn,
Der in mir lebte wie ein schwaches Abendlicht.

Dicht vor mir standen Bücher stolz im Chor.
Schweigend sagten sie: Ewig. – – Zitternd brannte
Das Wort mich an. Und eine niegekannte
Flamme sprang zungenrot an mir empor.

Jäh schrak ich auf und schrie taumelnd vor Schmerz,
Eilte zum Wasser, meine Qual zu enden:
Da sah ich eine Fackel mir in Händen,
Heißlodernd, Tropfen-werfend – und sieh: Die Fackel war – mein Herz.

Hoch taucht ich meinen Arm krampfhaft in Nacht
Und sah durchleuchtet Erde, Luft und Äther
Und forschte dringlich nach dem rätselhaften Täter,
Der unvermutet solch ein Feuerwerk in mir entfacht!

Den such ich heute noch und kann ihn nirgends finden,
Und keiner zeigte mir des Zaubrers Thron. –
Und immer brennt mein Herz nun und flammenzischt den Ruhewünschen Hohn,
Gefacht von starken, brausenden Winden! –

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