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Gedichte. Ausgabe letzter Hand

Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte. Ausgabe letzter Hand - Kapitel 141
Quellenangabe
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typepoem
authorJohann Wolfgang von Goethe
titleGedichte. Ausgabe letzter Hand
publisherArtemis-Verlag Zürich
editorErnst Beutler
year1949
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20130530
projectid7bdc9617
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XIV

Die Zweifelnden

Ihr liebt, und schreibt Sonette! Weh der Grille!
      Die Kraft des Herzens, sich zu offenbaren,
      Soll Reime suchen, sie zusammenpaaren;
      Ihr Kinder, glaubt, ohnmächtig bleibt der Wille.

Ganz ungebunden spricht des Herzens Fülle
      Sich kaum noch aus: sie mag sich gern bewahren,
      Dann Stürmen gleich durch alle Saiten fahren,
      Dann wieder senken sich zu Nacht und Stille.

Was quält ihr euch und uns, auf jähem Stege
      Nur Schritt vor Schritt den lästgen Stein zu wälzen,
      Der rückwärts lastet, immer neu zu mühen?

Die Liebenden

Im Gegenteil, wir sind auf rechtem Wege!
      Das Allerstarrste freudig aufzuschmelzen,
      Muß Liebesfeuer allgewaltig glühen.

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